Seminar-Info

Grundlagenseminar

Alf Mudrich
Josua-Gemeinde Bautzen
Dr.-Peter- Jordan- Str. 9
02625 Bautzen


T h e m a I

ie
Autorität der Bibel



Die Gallio - Inschrift von Delphi
rmöglicht es, den Aufenthalt des Apostels Paulus in Korinth auf das Jahr 50 - 52 n.Ch. festzulegen.


Inhaltsverzeichnis:

1. Die Bibel, Gottes- oder Menschenwort ?
1.1. Der Anspruch der Bibel - heilige Schriften und die Heilige Schrift
1.2. Der Autor und die Autoren
1.3. Das Selbstzeugnis der Bibel


2. Der Heilige Geist - Schlüssel zum Verständnis der Bibel

3. Wort und Buchstabe
3.1. Der Heilige Geist als Lehrer des Wortes

4. Prophetien

5. Das Wort Gottes erleben

6. Jesus - das Wort Gottes
6.1. Das Wort Gottes im Leben Jesu
6.2. Autorisierung der Worte Jesu
6.3. Die Personifizierung des Wortes Gottes
6.4. Gültigkeit des Wortes


7. Funktionen des Wortes Gottes
7.1. Gottes Wort schafft Glauben
7.2. Wiedergeburt durch das Wort
7.3. Gottes Wort - Nahrung für unseren Geist
7.4. Überwinden durch das Wort Gottes
7.5. Reinigung und Heiligung durch Gottes Wort
7.6. Heilung durch Gottes Wort
7.7. Kraftwirkungen durch das Wort Gottes
7.8. Prüfen von Lehren und Weissagungen am Wort Gottes
7.9. Gottes Wort ist Richter
7.10. Ewiges Leben durch das Wort Gottes


8. Auslegungsprinzipien
8.1. Bibel legt Bibel aus
8.2. Auslegung des AT - wörtlich für Israel, symbolisch für die Gemeinde
8.3. Symbolik, ja oder nein?
8.4. Verschiedene Auslegungsebenen
8.5. Geistgewirkte Auslegung


1. Die Bibel, Gottes- oder Menschenwort ?

An diese Frage entscheidet sich, ob die Bibel für mich eine Autorität, und damit auch Lebenshilfe, Offenbarung, und Reden Gottes in meinem Leben sein kann. Andernfalls ist sie nicht mehr als ein historisches Werk, das immer wieder inhaltlich revidiert, und neu den gegebenen Verhältnissen angepaßt werden muß.

Ist Gott allmächtig, ewig, und unveränderlich, so ist auch sein Wort über alle Veränderung von Zeit und Situation erhaben. Es wäre dann in der Lage, mich, mein Verhältnis zu Gott, und zu den Menschen zu beurteilen. Menschenwort dagegen muß von meinem Verstand immer wieder neu beurteilt, und den Verhältnissen angepaßt werden.

Wie kann ich nun diese Frage für mich eindeutig klären? Ob ein Backrezept funktioniert, kann man nur herausfinden, indem man es ausprobiert. Niemand wird beim Autokauf die Qualität eines Fahrzeuges allein nach den Angaben im Prospekt beurteilen, man wird es probefahren.

Jesus gibt uns den gleichen Rat, wenn er sagt: Was ich euch sage, sind nicht meine eigenen Gedanken. Es sind Gottes Worte. Wer von euch bereit ist, Gottes Willen zu tun, der wird erkennen, ob diese Worte von Gott kommen, oder ob es meine eigenen Gedanken sind. Joh.7,16b+17 (Hoffn.f.alle)

Deshalb soll dieses Grundlagenseminar nicht nur Informationen über biblische Lehren weitergeben, sondern auch ganz praktisch anwendbare Wahrheiten und Zusammenhänge aufzeigen.

1.1. Der Anspruch der Bibel - heilige Schriften und die Heilige Schrift

Die Bibel ist einerseits das meistgelesene, meistverkaufte, meistverfolgte, am genauesten überlieferte Buch der Menschheitsgeschichte. Sie kann einen größeren Einfluß auf die menschliche Gesellschaft und bekannte Einzelpersönlichkeiten nachweisen, als jedes andere literarische Werk. Andererseits erhebt sie auch Ansprüche, wie kein anderes Buch dieser Welt:

Diese letzte Aussage, die wir in Hebr.4,12 lesen, ist wohl der extremste Anspruch des Wortes Gottes.

Die Bibel, das Wort Gottes lebt, weil auch ihr Autor, der Heilige Geist lebt. Er wirkt heute noch genauso durch dieses Wort hindurch, wie zur Entstehungszeit der Bibel.
...und bekräftigte das Wort durch die mitfolgenden Zeichen. (Mk.16,20)

Lies dazu auch die Verse 17 +18 !

Viele Religionen haben ihre heiligen Schriften, aber keine von ihnen lebt, weil ihre Autoren nicht mehr leben, bzw. sterben werden; der Heilige Geist aber lebt in Ewigkeit!

1.2. Der Autor und die Autoren

Über Jahrtausende hinweg haben Menschen unterschiedlichster Stellungen und Bildungsstufen, mit unterschiedlichen Berufen, aus verschiedenen Kulturen, an unterschiedlichen Orten, an dem geschrieben, was wir heute als Bibel vor uns haben. Herauskommen müßte normalerweise ein buntes Bild, sich widersprechender Gedanken über Gott und Menschen. Dieses Werk könnte durch seinen Mangel an inhaltlicher Geschlossenheit und seine Widersprüchlichkeit niemals Grundlage eines Glaubens sein, der sich über Jahrhunderte so gewaltig verbreitete, wie das Christentum.

Das größte Wunder der Literaturgeschichte ist, daß eben diese Bibel ein in sich geschlossenes widerspruchsfreies Buch ist. Aus diesem Grund sind heute so viele Theologen, Wissenschaftler und Philosophen eifrig bemüht, angebliche Widersprüche zu finden. Faszinierend an der Bibel ist, daß die einzelnen Autoren nicht etwa von einem vorgegebenen Schema abgeschrieben haben, um so eine gewisse Einheitlichkeit zu wahren. Nein, die einzelnen Teile ergänzen sich gegenseitig so phantastisch, daß wie bei einem Puzzle, ein deutliches Bild Gottes, seiner Gedanken über uns Menschen, über die Zukunft Israels, der Gemeinde Jesu, und der gesamten Welt entsteht.

Dabei behält jeder der Autoren seine "persönliche Note", die durch die Verhältnisse, in denen er lebt, seine persönliche Führung und seine Wesensart gekennzeichnet ist. So ist ein geübter Bibelleser in der Lage, herauszufinden, ob ein Bibelabschnitt von Johannes, Jakobus, Petrus, oder Paulus stammt. Auch Autoren des AT, wie David, Salomo oder Daniel hatten ihren eigenen Stil. Interessant ist auch, daß die Bibel vom ersten Buch Mose an, über Hesekiel, Daniel u.a. Propheten des AT bis hin zur Offenbarung des Johannes eine einheitliche Symbolik besitzt.

Vergleiche dazu 1.Mose2-3 ,/ Hes.1 / Hes.3,12-15 / Hes.9-10 / Hes.47 = Offb.21+22 / Offb.4+5 / Sach.4=Offb.11 / Dan.7= Offb.13 !

Ebenso erstaunlich ist, daß die Bibel eine einheitliche Begrifflichkeit besitzt! So bezeichnet z.B. der Ausdruck "beten im Geist" in Jud. 20, wie auch in 1.Kor. 14,15+16 das Beten in anderen Sprachen, obwohl sich Paulus und Judas kaum begegnet sind. Ein anderes Beispiel ist 1.Kor.15,52 und Offb.11,15. Auch Visionen, der für uns unsichtbaren himmlischen Welt, weisen trotz großer Zeitspannen und Kulturunterschiede so viele Gemeinsamkeiten auf, daß Vertreter der UFO- Theorie (Menschen werden von hochentwickelten Wesen im All besucht), die Bibel als einen Beweis für ihre Theorie ansehen. Das gehört zwar für uns Christen in den Bereich der Phantasie, bezeugt aber die Übernatürlichkeit dieses Buches.

Durch die Verschiedenheit der biblischen Autoren wird die Bibel auch für die verschiedenen Adressaten verständlich, so daß jeder das Anliegen Gottes darin erkennen kann. Die Bibel ist ein zutiefst menschliches Buch. Darauf weist auch die Anzahl ihrer verschiedenen Teile hin. Sie besteht aus 66 Büchern. Die Zahl 6 steht in der Bibel für den Menschen (geschaffen am 6. Tag). Ich glaube, daß die Zahl 66 bezeugen will: Ein Buch von Menschen für Menschen geschrieben. Die Bibel ist also nicht nur hundertprozentig göttlichen Ursprungs, sie ist auch, und das ist kein Widerspruch, hundertprozentig menschlichen Ursprungs. Erkennen wir die Parallele zu Jesus Christus, der obwohl hundertprozentig Gottessohn, auch völlig Menschensohn war, und sich selber immer so bezeichnete?

Wir sehen darin ein göttliches Prinzip: Gott sucht uns auf unserer menschlichen Ebene, um uns dann auf seine göttliche Ebene zu erheben.

Den wirksamsten Beweis für die Autorenschaft des Heiligen Geistes gibt mir die Bibel darin, daß ihre Worte, ernstgenommen und geglaubt, sich in meinem persönlichen Leben bestätigen (Joh.7,38 / 15,7 / 5,24 / 8,51)

Zusammenfassung:

Daß Gott zu seinem Wort steht, erkenne ich an der Entstehungsgeschichte der Bibel, an dem Eintreffen der biblischen Prophetien, an den mitfolgenden Zeichen (Mk.16,17+18), und an der Erfüllung seiner Verheißungen in meinem Leben.

1.3. Das Selbstzeugnis der Bibel

Heute gibt es in der liberalen Theologie eine unterschiedliche Bewertung der einzelnen Worte der Bibel. Jesu Worte stehen ziemlich weit oben. Sie werden von vielen Theologen als relativ richtungweisend und vorbildwirksam eingeordnet - soweit man an ihre genaue Überlieferung glaubt, was leider selten der Fall ist. Ein Großteil der Paulusbriefe wird, soweit man überhaupt glaubt, daß sie von Paulus stammen, als Paulinische Theologie, und damit als seine private Meinung abgetan.

Das AT dagegen hat uns nach Meinung vieler Theologen kaum noch etwas zu sagen. Es ist allenfalls noch als historisch literarisches Dokument interessant.

Was sagt nun die Bibel selbst über ihren Ursprung aus?

Und so besitzen wir das prophetische Wort um so fester, und ihr tut gut, darauf zu achten als auf eine Lampe, die an einem dunklen Ort leuchtet, bis der Tag anbricht und der Morgenstern in euren Herzen aufgeht, indem ihr dies zuerst wißt, daß keine Weissagung der Schrift aus eigener Deutung geschieht. Denn niemals wurde eine Weissagung durch den Willen eines Menschen hervorgebracht, sondern von Gott her redeten Menschen, getrieben vom Heiligen Geist. 2.Petr.1,19-21

Hier erkennen wir die Bedeutung des AT für die ersten Christen. Eindeutig bezeichnet Petrus den Heiligen Geist als Autor des AT. Die damalige Gemeinde war gegründet auf die Lehre der Apostel (NT) und Propheten (AT); siehe Eph.2,20. Zu Petrus sagte Jesus einmal: Auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwinden!

Wenn heute die Gemeinde überwunden wird, dann oft darum, weil sie nicht mehr auf dem Grund der Lehre der Apostel über die Inspiration der Bibel durch den Heiligen Geist steht. Das Wort verliert dadurch seine Kraft in unserem Leben.

Seinem Mitarbeiter Timotheus schreibt der Apostel Paulus in Bezug auf die Schriften des AT: Alle Schrift ist von Gott eingegeben. 2.Tim.3,16

Auch Jesus selbst bestätigt die Einzigartigkeit der damaligen Bibel - des AT- in Joh.10,35b, wenn er sagt: Die Schrift kann nicht gebrochen werden!

Er bestätigt damit

1. daß sie ohne innere Widersprüche ist,

2. daß sie göttliche Autorität besitzt, die über das menschliche Verständnis hinausgehen kann,

3. daß sie ewig gültig ist.

Bei seinen vielen Auseinandersetzungen mit den Pharisäern war die Schrift die einzige Diskussionsgrundlage Jesu. Darum diskutierte er kaum mit den Sadduzäern, den liberalen Theologen seiner Zeit. In einem der wenigen Streitgespräche sagte er zu ihnen: Ihr irrt, weil ihr weder die Schrift kennt, noch die Kraft Gottes (den Heiligen Geist). Matth.22,29

Wie sieht es aber nun mit den Worten Jesu, den Schriften des Paulus, und anderer Verfasser des NT aus?

Und darum danken wir auch Gott ohne Unterlaß dafür, daß ihr das Wort der göttlichen Predigt, das ihr von uns empfangen habt, nicht als Menschenwort aufgenommen habt, sondern als das, was es in Wahrheit ist, als Gottes Wort, das in euch wirkt, die ihr glaubt. 1.Thess.2,13

Die Gemeinde in Thessalonich erkannte den göttlichen Ursprung der Worte des Paulus an, weil diese Worte auch in Abwesenheit des Apostels in ihnen Wirkungen zeigten.

Auch Jesus bezeugt ständig den göttlichen Ursprung seiner Worte. ...und das Wort, das ihr hört, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. Joh.14,24b

2. Der Heilige Geist - Schlüssel zum Verständnis der Bibel

Wenn uns klargeworden ist, daß der Heilige Geist die Verfasser der Bibel inspirierte und hinter jeder biblischen Aussage steht, ist Verständnis über das Wort Gottes nur durch ihn möglich. Unser Verstand kann also nie die letzte Instanz für unser Bibelverständnis sein, so wichtig er auch beim Erkennen göttlicher Zusammenhänge ist. So erklärt sich auch, warum so viele Menschen, trotz guten Bibelwissens, Gott und seinen Erlösungsplan nicht erkennen können, und zu so unterschiedlichen Schlußfolgerungen über das Wesen des Vaters, die Bedeutung Jesu, und die Funktion des Heiligen Geistes kommen. Wie viele Sekten sind überzeugt, daß gerade sie die Bibel am genauesten auslegen und umsetzen?

Während die Schriftgelehrten gerade das Passahfest exakt nach den Vorschriften des AT feierten, ließen sie Jesus, das wahre Passahlamm, töten. Dabei ist doch die Erlösung durch den Messias (Gesalbten) das Hauptthema des gesamten AT, ihrer heiligsten Schriften.

Immer wieder mußte Jesus feststellen, daß sie trotz ihres enormen Wissens über das AT, am Sinn der Aussagen des Wortes Gottes weit vorbeigingen. Ihr erforscht die Schriften, denn ihr meint, in ihnen ewiges Leben zu haben, und sie sind es, die von mir zeugen; und ihr wollt nicht zu mir kommen, damit ihr Leben habt. Joh.5,39+40

Jesus zeigt, daß das geistliche Leben nicht in der Schrift allein, sondern in der Beziehung zu ihm liegt. Wir sollen nicht nur das Buch des Herrn, sondern vor allem den Herrn des Buches kennenlernen. Gott aber können wir nur durch die Person des Heiligen Geistes kennenlernen, eine andere Möglichkeit gibt es für uns nicht! Nur durch ihn können wir zu Jesus kommen. Er ist der einzige, der das Wesen Gottes kennt. ... denn der Geist erforscht alle Dinge, auch die Tiefen der Gottheit ... So weiß auch niemand was in Gott ist, als allein der Geist Gottes. 1.Kor.2,10b+11b

Darum ist er auch der einzige, der uns die Bibel im Sinne Gottes aufschließen kann. Und davon reden wir auch ... mit Worten, die der Geist lehrt. Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes. 1 .Kor. 2,13+14a

Wer die Bibel nur mit seinem Verstand beurteilt, für den gilt: Wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer will ihn unterweisen? Wer sich aber die Bibel vom Heiligen Geist aufschließen läßt, für den gilt: Wir aber haben Christi Sinn. 1.Kor.2,16a+b

3. Wort und Buchstabe

Es ist möglich, die Aussprache einzelner Buchstaben perfekt zu beherrschen, und doch den Sinn keines einzigen Wortes einer Sprache zu erkennen. Zum Erlernen einer Sprache gehört das Einprägen der Worte und ihres Sinnes ebenso, wie die Aussprache einzelner Buchstaben. Das Wichtigste bei der Wortbildung ist nicht das Wissen um die vorhandenen Buchstaben, sondern ihre Anordnung. Machen wir einen Test: Bilde aus den Buchstaben N G E E R so viele Worte, wie Dir einfallen!

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So vergleicht Jesus selber die Fülle der Gesetze, Aussagen und Anordnungen der Heiligen Schrift mit einzelnen Buchstaben. Denn wahrlich ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe, noch ein Tüpfelchen vom Gesetz (AT) ... Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst ... Matth.18.19a

Um den Sinn des Wortes Gottes zu erkennen, muß man die Prioritäten und Verbindungen der einzelnen Gesetze und Aussagen im Licht Gottes sehen. So kann man die Frage eines Schriftgelehrten nach dem wichtigsten Gebot mit der Suche nach dem Anfangsbuchstaben des Wortes Gottes vergleichen. Lies dazu Matth.22,35-40 !

Jesus stellte immer wieder fest, daß die geistlichen Leiter seiner Zeit total falsche Prioritäten setzten. Er sagte zu ihnen: Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, die ihr den Zehnten gebt von Minze, Dill und Kümmel und laßt das Wichtigste im Gesetz beiseite, nämlich das Recht, die Barmherzigkeit und den Glauben! ... die ihr Mücken aussiebt und Kamele verschluckt! Matth.23,23+24

Der Heilige Geist allein kann uns die Prioritäten zeigen und die biblischen Zusammenhänge erklären. Jeder, der nur durch seinen Verstand allein Gott und die Bibel verstehen will, steht in der Gefahr, eigene Prioritäten festzulegen.(Röm.10,3) Dabei kann die Gesamtaussage des Wortes Gottes durch Schwerpunktverschiebung eine ganz andere werden. Viele Sekten sind so entstanden, aber auch die Kirche ist gerade dadurch oft auf Abwege geraten. Die Bibel bezeichnet diese Haltung als Dienst am Buchstaben.

Als Diener des Geistes werden Menschen bezeichnet, die sich das Wort Gottes vom Heiligen Geist aufschließen lassen und ihn fragen, wenn sie Worte oder Zusammenhänge nicht verstehen. Solche Menschen können Schriftstellen, die sie nicht verstehen, stehen lassen, bis sie ihnen vom Geist Gottes erklärt werden. Diener des Buchstabens haben meistens den Drang, alles Unverständliche verstandesmäßig ergründen zu müssen und in ihr theologisches System einzuordnen. Paulus, über beide Gruppen: ... Gott, der uns tüchtig gemacht hat, zu Dienern des neuen Bundes, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig. 2.Kor.3,6

Lehre, die nicht die Beziehung zu Jesus durch den Heiligen Geist zum Inhalt hat, wirkt sich negativ auf unser Glaubensleben aus! Und so wird der, der von Natur unbeschnitten ist (Nichtjude) dir ein Richter sein, der du unter dem Buchstaben stehst ... der ist ein Jude, der es inwendig verborgen ist, und das ist die Beschneidung des Herzens, die im Geist und nicht im Buchstaben geschieht. Das Lob eines solchen ist nicht von Menschen, sondern von Gott. Röm.2,27+29

3.1. Der Heilige Geist als Lehrer des Wortes

Aber der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren ... Joh.14,26a

Die Bibel ist zwar von Menschen für Menschen in verständlicher Weise geschrieben, trotzdem können wir ihre Inhalte nur mit Hilfe des Heiligen Geistes wirklich erfassen. Genauso wie er die Autoren der Bibel inspiriert hat, kann er auch uns die Bedeutung einzelner Worte aufschließen. Dadurch werden wir vor Mißverständnissen und falschen Lehren bewahrt.

Hätten sich die Juden zur Zeit Jesu an ihn, den Gesalbten mit ihren Fragen gewandt, so wäre ihnen der größte Irrtum der Menschheitsgeschichte erspart geblieben. Das einzige juristische und theologische Argument gegen den Anspruch Jesu, der Gesalbte, der König und Erlöser zu sein, war, daß er nicht aus Bethlehem kam. Dort sollte entsprechend der Heiligen Schrift der Retter geboren werden. Dieses Mißverständnis hätte durch eine kurze Frage an Jesus geklärt werden können. So wurde es zur einzigen Begründung für die Anklage der Gotteslästerung mit der Kreuzigung Jesu als Konsequenz. Lies dazu Joh.7,40-52 !

Jesus hätte die Situation von sich aus erklären können, aber er erkannte, daß es den Schriftgelehrten und Pharisäern gar nicht um das richtige Verständnis des Wortes, sondern um die Rechtfertigung ihres Handelns ging.

Auch heute gibt es genügend Beispiele falscher Lehren und Theologien, die auf der Grundlage falsch verstandener Schriftstellen, Menschen den Weg zu Jesus und zur Gemeinschaft mit anderen Christen verbauen. Dabei ist es so einfach, den Heiligen Geist um Verständnis zu bitten. Er möchte uns, wie Jesus seinen Jüngern, die Augen öffnen, damit wir verstehen, wer Jesus ist, und was er für uns getan hat.

Und er fing an bei Mose und allen Propheten, und legte ihnen aus, was in der Schrift von ihm gesagt war. Und sie sprachen untereinander: Brannte nicht unser Herz in uns, als er mit uns redete auf dem Wege und uns die Schrift öffnete? Luk.24,27+32

Der Heilige Geist will uns nicht nur systematische Lehre geben, er will auch unsere Herzen entzünden in Liebe zu Jesus.

4. Prophetien

Die Einzigartigkeit der Bibel zeigt sich in einer Vielzahl von Prophetien, die sich zum großen Teil bereits erfüllt haben, sich teilweise gerade erfüllen oder für die allerletzte Zeit bestimmt sind und noch ausstehen. Diese Prophetien sind ein deutlicher Beweis für den göttlichen Ursprung der Bibel. Ebenso bezeugen sie, daß der allmächtige Gott auch Herr der Weltgeschichte ist. Allein über das Leben und Sterben Jesu gibt es ca.30 Prophetien. Selbst die Feinde Gottes wußten um die Zuverlässigkeit biblischer Prophetien. So ließ sich König Herodes von den Schriftgelehrten beraten, wo der Messias geboren werden sollte, um ihn töten zu können. Lies Matth.2,1-6+16-18 !

Propheten wie Daniel sagten in der Zeit des babylonischen Weltreiches unter Nebukadnezar konkret die Abfolge der Weltmächte bis zum Römischen Reich, ja sogar bis zum Ende dieser Welt voraus. In einer Zeit, in der das Königreich Juda noch nicht einmal belagert war, sagte der Prophet Jeremia dem Volk die Zerstörung der Stadt, die Gefangenschaft, und deren präzise Dauer von 70 Jahren voraus. Lies dazu Jer.29,8-12 ! Vergleiche: Dan.9,1+2 !

Knapp 200 Jahre vorher weissagte der Prophet Jesaja (Berufung zum Propheten 736 v.Chr.) von einem kommenden Herrscher mit Namen Cyrus, der von Gott berufen wird, Jerusalem wieder aufbauen zu lassen. Wie erstaunt muß dieser Herrscher gewesen sein, seinen Namen, verbunden mit konkreten Prophetien, in den alten jüdischen Schriften zu finden! Das erklärt uns seine judenfreundlichen Erlasse zum Wiederaufbau des Tempels in Jerusalem. Lies dazu Jes.44,28-45,4 !

Genauso geschah es 538 v. Chr. dann auch. Im ersten Jahr seiner Herrschaft erließ König Cyrus ein Gesetz, das den Juden die Rückkehr in ihr Land, den Wiederaufbau des Tempels und der Stadt Jerusalem erlaubte, und "staatliche Fördermaßnahmen" dafür festschrieb (Esra 1,1-4). Das ist nicht die einzige Voraussage der Bibel bei der konkrete Namen lange vorher genannt wurden. Ein anderes Beispiel finden wir in 1.Kön.12,33-13,6.

Dem König Jerobeam (Regierungszeit 926-907 v.Chr.) wird der Name des Königs Josia mitgeteilt, der ca. 300 Jahre später (Beginn seiner Reformen 628 v.Chr.), der von Jerobeam gegründeten Ersatzreligion ein Ende bereiten sollte. Lies dazu 2.Kön.23,14-20 !

Städten und Reichen, die in wirtschaftlicher und militärischer Blüte standen, wurde die Zerstörung durch Propheten vorausgesagt, die dann genau in der vorgeschriebenen Art und Weise eintraf. Auch über Zeit und Orte des Auftretens Jesu gibt es sehr viele konkrete Weissagungen (Dan.9,25+26a, Matth.2,15,+23 und viele andere). Oft sind solche Weissagungen auch in Psalmen verborgen. Lies dazu Ps.22 und suche konkrete Prophetien heraus, die sich bei Jesu Kreuzigung erfüllt haben!

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Wir leben in einer Zeit, in der sich sehr viele Weissagungen in Bezug auf das Volk Israel vor unseren Augen erfüllen. Das begann verstärkt mit der Bildung des Staates Israel 1948 und wird sich in Zukunft fortsetzen. Daran erkennen wir, daß wir kurz vor der Wiederkunft Jesu für seine Gemeinde stehen. Lies dazu Matth.24,32+33 ! (Feigenbaum= Symbol für Israel)   Prophetien sind ein klarer Beleg dafür, daß sich die Geschichte am Wort Gottes ausrichtet, nicht das Wort Gottes an der Geschichte! Das bekräftigt den göttlichen Ursprung dieses Wortes.

5. Das Wort Gottes erleben

Jesus sprach zu den Juden, die ihm geglaubt hatten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaft meine Jünger; und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch freimachen. Joh.8,31+32

Wenn wir Glauben in die Aussagen der Bibel investieren, werden wir die Wahrheit erkennen und von jedem Zweifel dem Wort gegenüber frei werden. Im persönlichen Leben erfahrene Beweise der Kraft und Wirksamkeit des Wortes Gottes sind immer die stärksten Argumente für den göttlichen Ursprung der Bibel.

Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut. Joh.1,14

Wenn das Wort Gottes für uns nicht "Fleisch", d.h. erlebbarer Alltag, Beziehung, Erlebnis des Wesens Jesu wird, ist alles theoretische Wissen über die Bibel und ihren Ursprung nutzlos. Die Bibel ist der Liebesbrief Gottes an uns Menschen. Wenn wir diesen nur auf Rechtschreibung, Grammatik und literarische Form hin untersuchen, den Inhalt aber nicht beachten, gehen wir am Anliegen Gottes weit vorbei.

Zusammenfassung:

Die Bibel ist das verläßliche Wort Gottes an uns. Das erkennen wir:


Die älteste Handschrift des Jesaja - Buches:
Diese Schriftrolle besteht aus 17 aneinandergenähten Lederstücken (die Nähte sind deutlich zu sehen) und ist 7,15m lang. Sie stellt die älteste Handschrift des alttestamentlichen Jesaja-Buches dar. Sie muß vor dem Unglücksjahr 68 n.C. entstanden sein, sie kann jedoch auch schon aus dem 2. vorchristlichen Jh. stammen.. Auf jeden Fall ist sie mind. 1000 Jahre älter als die bis 1947 bekannten Handschriften.

Bemerkenswert ist, daß sich innerhalb dieser 1000 Jahre keine grundlegenden Textänderungen ergeben haben. Man darf daher annehmen, daß auch in dem guten halben Jahrtausend ,das den Zeitabstand von dieser Handschrift bis zu den originalen Jesajabüchern überbrückt, die Überlieferung beständig geblieben ist.

6. Jesus - das Wort Gottes

6.1. Das Wort Gottes im Leben Jesu

Viele Weissagungen erfüllten sich an Jesus, die er nicht bewußt beeinflussen konnte, z.B. seine Geburt in Bethlehem, die Flucht mit seinen Eltern nach Ägypten, seine Abstammung vom König David und vieles, was sich abspielte, während Jesus am Kreuz hing. Wir sehen aber auch, daß Jesus seinen Dienst und seine Berufung vor allem aus den Prophetien des AT über ihn erkannte. Bewußt lebte er solche Worte aus.

Lies dazu:
Matth.12,15-21 / Matth.21,1-5 / Matth.26,54-56 !

Bestätigt durch das innere Zeugnis des Heiligen Geistes, bezieht Jesus aber auch bestimmte Schriftstellen auf seine konkrete Situation:

Lies dazu:
Matth.21,15-17+42 / Luk.4,18+19+21 / Luk.24,27 / Joh.13,18+19 !

Bedeutet das aber, daß wir das Wort Gottes, ebenso, wie Jesus auch auf unsere persönliche Situation beziehen dürfen, und konkrete Antworten auf unsere täglichen Fragen und Probleme erwarten dürfen? Wir könnten ja einwenden, daß viele Worte für Jesus persönlich galten, evtl. noch für seine Jünger. Wer aber gibt uns das Recht, sie auf uns, in unserer speziellen Situation zu beziehen?

Denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen ...Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden. Joh.17,8a+20

Hier wird deutlich, wie Jesus den Wirkungskreis der ihm geltenden Verheißungen erst auf seine Jünger, und dann auf alle, die durch sie in der Zukunft gläubig werden, erweitert. In der letzten Gruppe finden wir uns wieder.

Zusammenfassung:

Vom Umgang Jesu mit dem Wort lernen wir:


6.2. Autorisierung der Worte Jesu

Höchster Ausdruck von Gottesfurcht im AT ist die Ehrfurcht vor seinem Wort.
Ich sehe aber auf den Elenden und auf den, der zerbrochenen Geistes ist und der erzittert vor meinem Wort. Jes.66,2b

Immer wieder sandte Gott Propheten mit Gerichtsbotschaften, die oft Bedingungen enthielten, welche, wenn sie eingehalten wurden, Aufhebung oder Verschiebung der Gerichte bewirkten. Doch keiner dieser AT Propheten konnte sagen, wie man dem letzten Gericht Gottes entgeht.
Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht ... Joh.5,24

Hier zeigt Jesus erstmals einen Weg zum ewigen Leben. Das ist mehr, als alle Propheten des AT sagen konnten. Dieser Weg besteht darin, die göttliche Autorität der Worte Jesu über mein Leben anzuerkennen. Autorität bedeutet etwas anzuerkennen, egal ob ich es völlig verstehen kann, und ganz gleich in welcher Form es mir gesagt wird, weil ich weiß, daß eine stärkere Macht dahinter steht.

Beispiele:

Ein Kind kann eine ganze Herde Kühe hüten, obwohl diese viel stärker sind. Es hat eine natürliche Autorität über sie (1.Mose9,2).

Ein schmächtiger Offizier mit Sprachfehler kann einer ganzen Kompanie starker und intelligenter Soldaten seine Befehle aufzwingen. Er hat Autorität, die ihm ein stärkerer als er verliehen hat. Entscheidend für das Maß an Autorität ist nicht die eigene Kraft, sondern die Kraft dessen, der sie verleiht!

Das größte Lob aus dem Munde Jesu bekommt ein römischer Hauptmann, der schon damals die Autorität des Wortes Jesu erkannte. Lies dazu: Matth.8,5-10 !

Jesus zeigt uns, daß unser ewiges Leben davon abhängt, ob wir seinem Wort göttliche Autorität in unserem Leben einräumen. Darum unterstreicht er selber immer wieder die göttliche Autorität seiner Worte, die sich aus seiner Sendung als Messias ableitet.

Lies:
Joh.5,46+47
1.Mose3,15
1.Mose49,10
5.Mose18,15+18+19
Mk.8,38

Daß das Wort Jesu wirklich das Wort des Vaters an uns ist, (Joh.3,34 / Joh.14,24b) bekräftigt Gott auch heute noch durch Zeichen und Wunder (Mk.16,17-20)

Zusammenfassung:

Alle Worte Jesu sind in der Autorität Gottes gesprochen und von ihm als solche bekräftigt. Das Wort Jesu als Autorität über mein Leben anzuerkennen, bedeutet, sich für das ewige Leben zu entscheiden!

6.3. Die Personifizierung des Wortes Gottes

Wenn die Bibel davon spricht, daß das Wort lebendig ist, so identifiziert sich entweder eine Person der Dreieinigkeit Gottes (Vater- Sohn- Heiliger Geist) so vollkommen damit, daß sie eine personelle Einheit bilden, oder es gäbe noch eine vierte göttliche Person.

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht ... Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. Joh.1,1;3+14

Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir gesehen haben mit unseren Augen, was wir betrachtet haben und unsere Hände betastet haben vom Wort des Lebens ... das verkündigen wir euch, damit auch ihr mit uns Gemeinschaft habt, und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und seinem Sohn Jesus Christus. 1.Joh.1,1+3

Die Bibel läßt uns nicht im Unklaren darüber, daß Jesus das Wort ist - die Information, die Gott über sich selbst gibt. Dieses Wort kann man ablehnen, verdrehen, seinen Autoritätsanspruch ignorieren, es verfolgen oder sich vor ihm niederbeugen, ganz so, wie man es mit Jesus tun konnte, als er als Baby in der Krippe lag. Man sah ihm seine königliche Autorität nicht an. Und doch wird dieser Jesus wiederkommen als König und Richter, und jeder wird sich vor ihm beugen müssen. Er wird kommen als das Wort

Lies dazu Offb.19,11-15a !

Zusammenfassung: Jesus identifiziert sich mit dem Wort der Bibel von Mose bis zur Offenbarung. Sein Name ist das Wort. Mißachtung des Wortes Gottes bedeutet Mißachtung seiner Person. Glaube an das Wort ist Glaube an ihn!

6.4. Gültigkeit des Wortes

Wird Jesus als das Wort vom Vater bezeichnet, so muß dieses Wort genauso in Ewigkeit bestehen wie er.
Jesus Christus, gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit. Hebr.13,8

Alles Fleisch (Menschen, ihre Gedanken, Philosophien und Werke) ist Gras, und alle seine Güte (alles Schöne in diesem Leben) ist wie eine Blume auf dem Felde. Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich. Jes.40,6b+8

Das Wort Gottes ist wertvoller, als alles Schöne in diesem Leben, weil es Ewigkeitswert besitzt. Es wird nicht nur Philosophien, Kulturen, und alle "-ismen" überdauern, auch Gott selber wird sich in Ewigkeit daran halten.

Petrus bezieht die ewige Gültigkeit des Wortes Gottes ebenso auf die Worte des NT. Er zitiert das o.g. Jesajawort und fügt dann an: Das ist aber das Wort, welches unter euch verkündigt ist. (1.Petr.1,24+25)

Jesus redet ebenfalls über die ewige Gültigkeit seiner Worte. Er gibt uns zur Beglaubigung seiner Aussagen noch ein Zeichen: Am Feigenbaum lernt ein Gleichnis: wenn seine Zweige jetzt saftig werden und Blätter treiben, so wißt ihr, daß der Sommer jetzt nahe ist. Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschieht. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen. Matth.24,32;34+35

Jesus redet von dem Wunder, daß die Juden (Feigenbaum), obwohl fast 2000 Jahre ohne Staat, als Geschlecht (Nation) bis zu seiner Wiederkunft erhalten bleiben (...dieses Geschlecht wird nicht vergehen...).

Als nächstes redet er von der ewigen Gültigkeit seiner Worte über das Bestehen dieser Erde hinaus. Erkennen wir heute staunend das Wunder der ersten Aussage, so dürfen wir auch der zweiten Aussage ohne Zweifel glauben. Deshalb sind Christen die einzigen konsequenten Optimisten. Sie haben selbst dann noch eine feste Grundlage, wenn diese Welt untergeht.

Zusammenfassung:

Das Wort Gottes bleibt ewig gültig:

... wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn? Mir ist's nicht um tausend Welten, aber um dein Wort zu tun. (Graf N.L.von Zinzendorf)

7. Funktionen des Wortes Gottes

Wenn Jesus sich mit dem Wort Gottes identifiziert, so hat das Wort Gottes genauso, wie Jesus eine bestimmte Mission unter uns zu erfüllen.

Denn gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin zurückkehrt, sondern feuchtet die Erde und macht sie fruchtbar und läßt wachsen, daß sie gibt Samen zu säen, und Brot zu essen, so soll das Wort, das aus meinem Munde geht auch sein: Es wird nicht wieder leer zu mir zurückkommen, sondern wird tun, was mir gefällt, und es wird ihm gelingen, wozu ich es sende. Jes.55,10

Aus dieser Sendung ergeben sich verschiedene Funktionen:

7.1. Gottes Wort schafft Glauben

Also ist der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch das Wort Christi. Röm.10,17

Als er aber aufhörte zu reden, sprach er zu Simon: Fahre hinaus auf die Tiefe, und laßt eure Netze zu einem Fang hinab! Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben uns die ganze Nacht hindurch bemüht und nichts gefangen, aber auf dein Wort hin will ich das Netz hinablassen. Luk.5,4+5

Nachdem Petrus Jesus in seinem eigenem Boot predigen hörte, hatte er den Mut, in der konkreten Situation auf das Wort Jesu hin, etwas zu wagen. Seine ersten positiven Erfahrungen mit der Kraft des Wortes Jesu ermutigen ihn, weiterhin diesem Wort zu vertrauen und darauf etwas zu wagen.

Lies dazu Matth.14,25-29.

Er hatte nicht nur die Tragfähigkeit des Wortes Jesu erkannt, er erkannte sogar Jesus daran, daß sein Wort trägt und Wunder wirkt. Petrus wartet auf das Wort Jesu. Auf dieses Wort hin- "Komm!" -steigt er aus dem Boot und läuft auf dem Wasser. Wir erkennen bei Petrus ein starkes Wachstum seines Glaubens durch das Vertrauen auf das Wort Jesu. Dieses Wort möchte auch uns zu konkreten Glaubensschritten ermutigen. Die Kraft zum Glauben kommt nicht aus uns selbst. Sie kommt allein durch das Zeugnis des Heiligen Geistes, der uns das Wort so real macht, als hätte es Jesus vor 2000 Jahren hörbar zu uns geredet.

7.2. Wiedergeburt durch das Wort

Wie aus der Verschmelzung zweier Zellen bei der Zeugung neues Leben entsteht, welches bei der Geburt in diese Welt eintritt, so tritt auch der durch Wasser und Geist gezeugte neue Mensch durch die Wiedergeburt ein ins Reich Gottes.

Jesus antwortete ... Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. (Joh.3,5)

Wasser steht hier als Symbol für das Wort Gottes (siehe Eph.5,26b), Geist bezeichnet den Heiligen Geist. Das Wort Gottes und der Heilige Geist sind demnach die Eltern des "neuen Menschen". Er wird durch sie zum Kind Gottes (1.Joh.3,1+2), wird von neuem geboren, bekommt einen neuen Namen (Jes.52,2b) - Name steht in der Bibel für Wesen; (siehe Abraham, Jakob, Petrus Paulus), etwas Neues hat begonnen (2.Kor.5,17).

Die Rolle des Wortes Gottes kann also mit der eines Elternteiles verglichen werden. Das bezeugt auch Petrus, wenn er schreibt:... denn ihr seid wiedergeboren nicht aus vergänglichen Samen, sondern aus unvergänglichen durch das lebendige und bleibende Wort Gottes. 1.Petr.1,23

7.3. Gottes Wort - Nahrung für unseren Geist

Es steht geschrieben: Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das durch den Mund Gottes ausgeht. Matth.4,4

Dein Wort ward meine Speise, sooft ich es empfing, und dein Wort ist meines Herzens Freude und Trost. Jer.15,16

Wie jeder Mensch ständig Nahrung braucht, so braucht auch unser Geist täglich das Wort Gottes, um zu wachsen, und die Beziehung zu Jesus ständig zu vertiefen. Die Bibel spricht von verschiedenen Entwicklungsstadien des Gläubigen - Baby, Kleinkind, junger Mann, Vater (1.Joh.2,12-14).

Wie im natürlichen, so gibt es auch im geistlichen Bereich kein Wachstum ohne Nahrung. Das Wort Gottes hält für jedes Stadium unserer geistlichen Entwicklung die entsprechende Nahrung bereit. Der Heilige Geist dagegen bestimmt den Speiseplan. Die verschiedenen Dienste in der Gemeinde (Evangelisten, Lehrer Hirten usw.) sorgen dafür, daß jede Gruppe die ihr entsprechende Nahrung bekommt.

7.4. Überwinden durch das Wort Gottes

Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr gegen die Listen des Teufels bestehen könnt! Nehmt auch den Helm des Heils und das Schwert des Geistes- das ist Gottes Wort. Eph.6,11+17

Das Wort Gottes ist die einzige Angriffswaffe gegen den Satan. Wollen wir die Werke des Teufels in unserem Leben und unserer Umgebung zerstören, satanische Bindungen zerbrechen, wirksam für Kranke beten, Menschen aus Ängsten und Depressionen befreien, so geht es nicht ohne das Wort Gottes. Auch in den Versuchungen, mit denen uns Satan aus dem Bereich der Liebe Gottes herauslocken möchte, werden wir ihm nur durch das Wort Gottes dauerhaft widerstehen können.

Aus der Geschichte der Versuchung Jesu (Matth.4,1-11) sehen wir, daß selbst Satan die Worte Gottes gebraucht und verdreht. Darum ist es so wichtig, nicht nur einzelne Worte zu kennen, sondern auch ihren Zusammenhang zu verstehen. Besonders erfahren kann man die Autorität des Wortes Gottes bei direkter Konfrontation mit der Welt der Dämonen. Sie wissen um die Wahrheit des Wortes, und müssen entsprechend dem Wort Gottes gehorchen, indem sie die Menschen freigeben, die sie gequält hatten.

Die Offenbarung beschreibt die Überwinder der letzten Zeit: Und sie haben ihn (Satan) überwunden durch des Lammes (Jesu) Blut und durch das Wort ihres Zeugnisses. (Offb.12,lla)

Was können Menschen bezeugen, die Jesus nie mit ihren natürlichen Augen gesehen haben? Daß sein Wort Wahrheit ist, daß es Kraft besitzt, und daß selbst Satan es akzeptieren muß.

7.5. Reinigung und Heiligung durch Gottes Wort

Im AT hatten rituelle Waschungen eine große Bedeutung. Wollten die Priester im Tempel in die Gegenwart Gottes gehen, mußten sie sich vorher gründlich reinigen. Jesus hat uns gereinigt von unserer Schuld, indem er sie auf sich nahm und dafür starb. Damit dieses Handeln Gottes an uns seine Wirksamkeit entfalten kann, sollen wir, nachdem wir gebadet sind im Wasserbad des Wortes (Eph.5,26) uns gegenseitig nach Joh.13,10a+15 die Füße waschen. Das bedeutet übertragen:

Wenn wir durch Vergebung und Taufe Kinder Gottes geworden sind, sollen wir darauf achten, daß wir uns durch das Wort Gottes immer wieder von allem reinigen lassen, was unsere Beziehung zu ihm stört. Die Dauereinwirkung des Wortes Gottes bewirkt Reinigung unserer Gedanken und Gefühle. Unser Wesen wird von innen heraus positiv verändert und wir werden die Frucht bringen, die Gott an uns sehen möchte.

Jede Rebe an mir (Jesus), die reinigt er (der Vater), daß sie mehr Frucht bringe. Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. Joh.15,2b+3

Die wichtigste Frucht, die der Vater an uns sehen möchte, ist, daß wir immer mehr für ihn leben wollen. Das nennt die Bibel Heiligung (heilig = ausgesondert für Gott)

Jesus betet für seine Jünger: Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit. Joh.17,17

So wie Jesus vor dem Abendmahl seinen Jüngern die Füße gewaschen hat, will uns auch sein Wort immer wieder den Staub von der Seele waschen, besonders da, wo wir laufend mit dem Staub und Dreck dieser Welt in Berührung kommen. Das ist nicht nur erfrischend, es ist auch von höchster Priorität für unser geistliches Leben. Die Bibel sagt uns, daß wir unseren Anteil an seinem Leben ( den Heiligen Geist ) verlieren können. Jesus sagt zu Petrus: Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Teil an mir. Joh. 13,8b

7.6. Heilung durch Gottes Wort

Jesus heilt heute, wie damals durch sein Wort und durch seinen Leib ( Auflegen der Hände, Anrühren der Kleidung, Auftragen von Speichel, Anrühren bestimmter Organe, usw. ). Jesus ist zwar heute nicht mehr leiblich auf dieser Erde, dafür führt die Gemeinde als sein Leib heute weltweit das weiter, was er damals, örtlich begrenzt auf Israel tat. Sein Wort ist dasselbe wie damals, und bringt, wenn es sich mit unserem Glauben verbindet, die gleichen Resultate. Lies dazu Matth. 8,5-8+13

Auch die zehn Aussätzigen wurden nur geheilt, weil sie dem Wort Jesu gehorsam waren und sich daraufhin in Bewegung setzten. (Luk.17,12-14). Ähnliches erlebte der Syrer Naeman mit Elisa (2.Kön.5,1-14)

Die dann riefen zum Herrn in ihrer Not - und er half ihnen aus ihren Ängsten. Er sandte sein Wort und machte sie gesund, und er errettete sie, daß sie nicht starben. Ps.107,19+20

Mein Sohn, achte auf meine Worte ... Denn Leben sind sie denen, die sie finden und Heilung für ihr ganzes Fleisch. (Spr.4,20-22)

7.7. Kraftwirkungen durch das Wort Gottes

Er (Jesus) ... trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort ... Hebr.1,3

Oft verwundern sich auch gläubige Menschen darüber, daß Jesus zu scheinbar leblosen Dingen, wie dem Sturm, dem Feigenbaum, zu Krankheiten, ja sogar zu Toten sprach, und Dinge, die selbst kein Bewußtsein, und damit keine Möglichkeit hatten, ihn zu verstehen, mußten seinen Befehlen gehorchen.

Lies dazu:
Mk.5,35-41
Luk.4,38+39
Matth.21,18-22 !

Nicht genug daran, daß Jesus selber solche Dinge tut, er fordert auch seine Jünger dazu heraus. Verständlich wird solches Handeln für uns erst, wenn wir den Sinn des o.g. Hebräerwortes verstehen, daß alle Dinge und Lebewesen nicht in sich selbst bestehen, sondern allein durch das Wort Gottes. Wir können das mit einem im Koma liegenden Schwerverletzten auf einer Intensivstation vergleichen, dessen Körper nicht mehr in der Lage ist, die lebensnotwendigen Funktionen selbst auszuführen. Sobald man die Herz-Lungenmaschine abschaltet, stirbt er. Diese alles erhaltende Energie ist das Wort Gottes.

Denn denen, die dies behaupten (alles bleibt, wie es war), ist verborgen, daß von alters her Himmel waren und eine Erde, die aus Wasser und durch Wasser Bestand hatte, und zwar durch das Wort Gottes, durch welche die damalige Welt, vom Wasser überschwemmt, unterging. Die jetzigen Himmel und die jetzige Erde aber sind durch dasselbe Wort aufbewahrt und für das Feuer aufgehoben zum Tag des Gerichts und des Verderbens der gottlosen Menschen. 2. Petr.3,5-7

Die Vorstellung, daß alles, was uns umgibt, ja wir selber, von einem Wort abhängen soll, erinnert vielleicht manchen an einen utopischen Film, wird aber sofort jedem klar, der die Schöpfungsgeschichte ernst nimmt. Gott sprach, - und es geschah. Gott schuf die Welt aus dem Nichts, allein durch sein Wort. Ohne dieses Wort würde alles wieder zu Nichts zerfallen. Lies Kol.1,15-17 !

7.8. Prüfen von Lehren und Weissagungen am Wort Gottes

Die Bibel ist uns als Maßstab gegeben, um uns in all den vielen religiösen Auffassungen und Lehren der Menschen zu orientieren. Wenn Jesus sagt: Mein Wort ist die Wahrheit, dann kann keine Lehre oder Prophetie von Gott sein, die nicht mit den Inhalten der Bibel übereinstimmt, und wäre sie noch so fromm.

Zum Prüfen am Wort Gottes, ist eine gute Kenntnis des Gesamtzusammenhanges der Bibel erforderlich. Z.B. könnte jemand kommen, und mit verschiedenen Bibelstellen des AT aufzeigen, daß das Essen von Schweinefleisch Gott ein Greuel ist, und Gott diejenigen, die das tun aus seinem Volk ausstoßen wird. Ohne das Wissen, an wen diese Worte gerichtet sind, den Erklärungen Jesu und den Ausführungen von Paulus zu diesem Thema können wir sehr schnell falsche Lehren aufnehmen und praktizieren.

Die Lehre Jesu, seine Sicht des AT und die Lehre der Apostel waren für die ersten Christen nicht etwas, das man beliebig weiterentwickeln konnte, sondern ein absoluter Maßstab.

Jeder, der weitergeht, und nicht in der Lehre des Christus bleibt, hat Gott nicht; wer in der Lehre bleibt, der hat sowohl den Vater, als auch den Sohn. Wenn jemand zu euch kommt und diese Lehre nicht bringt, so nehmt ihn nicht ins Haus auf und grüßt ihn nicht! 2.Joh.9-11

Von den Zuhörern des Paulus in Beröa wird lobend erwähnt:
... sie nahmen mit aller Bereitwilligkeit das Wort auf und untersuchten täglich die Schriften, ob dies sich so verhielte. Apg.17,11

Paulus ruft die Gemeinde in Galatien eindringlich auf, alle Lehre, die sie empfangen an dem zu prüfen, was er ihnen zuerst als Evangelium verkündet hat. Dieses Evangelium hat er aus erster Hand, von Gott selbst empfangen. Es ist deshalb Maßstab zur Prüfung anderer Lehren.
Ich teile euch aber mit, Brüder, daß das von mir verkündete Evangelium nicht menschlicher Art ist. Ich habe es nämlich weder von einem Menschen empfangen noch erlernt, sondern durch Offenbarung Jesu Christ! Gal.1,11+12

Wenn aber auch wir oder ein Engel aus dem Himmel euch etwas als Evangelium, entgegen dem verkündigten, was wir euch als Evangelium verkündigt haben: er sei verflucht ! Wie wir zuvor gesagt haben, so sage ich auch jetzt wieder: Wenn jemand euch etwas als Evangelium verkündigt entgegen dem, was ihr empfangen habt, er sei verflucht ! Gal.1,9+10

Der Gemeinde in Thessalonich schreibt Paulus in Bezug auf Prophetie:
Prophetische Rede verachtet nicht. Prüfet aber alles, und das Gute behaltet. 1.Thess.5,19+20

Auch Johannes warnt die Gemeinden:
Ihr Lieben, glaubt nicht einem jeden Geist, sondern prüfet die Geister, ob sie von Gott sind, denn es sind viele falsche Propheten ausgegangen in die Welt. 1.Joh.4,1

Wenn wir uns ständig mit dem Wort Gottes beschäftigen, werden wir immer mehr in der Lage sein, falsche Lehren und Geister zu erkennen. Weil Jesus ein Gesamtverständnis der Schrift besaß, konnte er bei seinen Versuchungen in der Wüste dem Satan entgegentreten und seine frommen Argumente zunichtemachen.

Falsche Lehren sind deshalb so gefährlich, weil sie uns von dem abhalten, was bei Gott wirklich wichtig ist. Haben wir, wie Jesus, ein Verständnis für das Wort entwickelt, werden wir den Willen Gottes in jeder Situation erkennen können, und falschen Forderungen oder Gedanken wirksam entgegentreten.

7.9. Gottes Wort ist Richter

Bei vielen Menschen ist eine große Unsicherheit in Bezug auf das letzte Gericht vorhanden (Apg.17,31; Röm.2,16). Sie fragen sich nach dem Maßstab, den Gott einmal anlegen wird. Das Wort Gottes ist dieser Maßstab.

Jesus sagt: Wer meine Worte hört und bewahrt sie nicht, den werde ich nicht richten; denn ich bin nicht gekommen, daß ich die Welt richte, sondern daß ich die Welt rette. Wer mich verachtet und nimmt meine Worte nicht an, der hat schon seinen Richter: Das Wort, das ich geredet habe, das wird ihn richten am Jüngsten Tage. Joh.12,47+48

Auch hier gilt, daß Unkenntnis der Gesetzeslage nicht vor dem Gericht schützt.
Alle, die ohne Gesetz gesündigt haben, werden auch ohne Gesetz verloren gehen; und alle, die unter dem Gesetz gesündigt haben, werden durchs Gesetz verurteilt werden. Röm.2,12

Das Wort Gottes zeigt uns aber auch einen Weg, wie wir gar nicht erst ins Gericht kommen: Wir sollen uns schon in diesem Leben dem Gerichtsmaßstab des Wortes Gottes aussetzen. Alles was nicht davor bestehen kann, können wir durch einen Glaubensakt in den Tod geben. Diesen Tod ist Jesus stellvertretend für uns gestorben.

Denn das Wort Gottes ist ... ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens, und kein Geschöpf ist vor ihm unsichtbar, sondern alles bloß und aufgedeckt vor den Augen dessen, mit dem wir es zu tun haben. Hebr.12c+13

Wenn wir uns selber richten, so würden wir nicht gerichtet. Wenn wir aber von dem Herrn gerichtet werden, so werden wir gezüchtigt, damit wir nicht samt der Welt verdammt werden. 1.Kor.11,31+32

Um nicht ins Gericht Gottes zu kommen, dürfen wir außerdem nicht unsere eigenen Bewertungsmaßstäbe anlegen und andere richten. Wir müssen das Wort Gottes allein Maßstab und Richter sein lassen.
Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! Matth.7,1

Dann gilt uns die Verheißung Jesu:
Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist aus dem Tod in das Leben übergegangen. Joh.5,24

7.10. Ewiges Leben durch das Wort Gottes

Jesus sagt: Wenn jemand mein Wort bewahren wird, so wird er den Tod nicht sehen ewiglich. Joh.8,51

Das Wort trägt alle Qualitäten Jesu in sich. Er sagt von sich: Ich bin ... das Leben. Joh.14,6

Sogar die Engel Gottes bezeichneten die Worte des Evangeliums, welches die Apostel predigten als Worte des Lebens. Aber der Engel des Herrn sprach: ... und redet zum Volk alle Worte des Lebens! Apg.5,19+20

In Röm.10,8-10 lesen wir, daß wir durch Glauben und Bekennen des Wortes Gottes gerecht und gerettet werden.

Lernen wir unsere Worte dem Wort Gottes entsprechend auszurichten. Das bedeutet z.B.: Kein negatives Reden über andere! Rede auch über dich selbst der Bibel entsprechend! Kommen Gedanken der Verdammnis, so bete laut Röm.8,1 ! Fühlst du Gottes Liebe nicht mehr, so bete Röm.8,38+39 ! Auch bewußtes Sprechen von Bibelworten im Auto oder wenn wir allein sind, wird unsere Gedanken und Gefühle nach und nach verändern.

8. Auslegungsprinzipien

Hier wollen wir einige Prinzipien nennen, die wir bei Jesus, den Aposteln, und den anderen Schreibern der Bibel selbst sehen. Sie sollen uns helfen, schwer verständliche Passagen im richtigen Gesamtzusammenhang zu sehen und falschen Auslegungen wirksam zu begegnen.

8.1. Bibel legt Bibel aus

Dieses Prinzip beruht auf der Erkenntnis der Inspiration der gesamten Bibel durch den Heiligen Geist.

Beispiel:
Kann ich in einem Brief ein Wort nicht lesen, so vergleiche ich die Buchstaben mit ähnlichen, bei denen ich den Wortsinn verstehe. So kann ich vielleicht eine schwer lesbare Handschrift entziffern. Voraussetzung ist, daß alle Schriftstücke vom selben Verfasser stammen. So sollten wir auch mit uns unverständlichen Stellen der Bibel umgehen. Wir vergleichen diese im Gesamtzusammenhang aller Aussagen zu diesem Thema, und werden erkennen, was uns der Heilige Geist damit sagen will.

Die einheitliche Symbolik der Bibel hilft uns dabei, auch bildhaft verschlüsselte Wahrheiten freizulegen, wobei auch hier der Gesamtzusammenhang beachtet werden muß. Denn es gibt auch die Möglichkeit, daß ein Symbol für verschiedene biblische Begriffe steht; z.B.: Wasser für Wort, für den Heiligen Geist, für Völker (als Meer). Umgekehrt kann auch ein biblischer Begriff oder eine Person in einem Abschnitt durch mehrere Symbole dargestellt werden. (Vergl. Joh.10,1-15 !) Jesus ist hier Tür und Hirte zugleich.

Auch kann ein Symbol für negative und positive biblische Begriffe gleichzeitig stehen; z.B.: Sauerteig - einmal für Sünde (1.Kor.5,6+7) - zum anderen für das Reich Gottes (Matth.13,33).

Ein gutes Arbeitsmittel für dieses Auslegungsprinzip ist eine Konkordanz, mit deren Hilfe schnell Zusammenhänge mit anderen Schriftworten hergestellt werden können.

8.2. Auslegung des AT - wörtlich für Israel, symbolisch für die Gemeinde (Schattenbild)

Denn das Gesetz hat nur einen Schatten von den zukünftigen Gütern, nicht das Wesen der Güter selbst. Hebr.10,1a

Lies dazu auch:
Kol.2,16+17
Hebr.8,5
Hebr.9,9+10;23+24 !

Das gesamte AT mit seiner Vielzahl von Gesetzen, Berichten und Prophetien hat die Aufgabe, auf Jesus hinzuweisen. Es ist in seiner Gesamtheit Symbol für die Wahrheiten des NT. Für das Volk Israel dagegen ist jede einzelne Prophetie wörtlich zu verstehen.

Beispiel: Joel 2,23
Für die Juden geht es hier um den lebenswichtigen Regen vor der Ernte, der, seit das Volk Israel im Besitz seines Landes ist (1948), auch wieder regelmäßig fällt. Für uns Christen ist dieser Vers eine symbolische Verheißung der Ausgießung des Heiligen Geistes in einem noch nie dagewesenen Ausmaß vor der Ernte der Welt (=letztes Gericht ).

Das gilt auch für alle zeitlich genau fixierten Prophetien des AT (z.B. Dan.9 / Dan.12,12+13 u.a. ), die allein für das Volk Israel Bedeutung haben. Will man diese durch Zusammenstellung mit anderen Texten in die Zeit des NT hineinprojezieren, um z.B. den Termin der Wiederkunft Jesu, oder ähnliche Ereignisse für die Gemeinde zu bestimmen, kommt man zu total unbiblischen Ergebnissen. So sind Sekten, wie die Zeugen Jehovas oder die Sonderlehren der Adventisten entstanden.

Dagegen kann uns die Symbolik des AT, Wahrheiten des NT erst richtig lebendig und anschaulich machen. Während wir Joh.3,16 ohne innere Bewegung zitieren können, spüren wir bei der Geschichte von der Opferung Isaaks, was es den Vater gekostet haben muß, seinen Sohn als Opfer in diese Welt zu senden. Die Liebe Gottes zu uns erscheint uns plötzlich plastisch und viel realer.

8.3. Symbolik, ja oder nein?

Grundsätzlich sind erst einmal alle Aussagen der Bibel wörtlich zu verstehen, die sich aus dem Gesamtzusammenhang nicht verbieten. Joh.6,53 fordert uns natürlich nicht zum Kannibalismus auf, sondern muß bildlich verstanden werden. Entscheidend ist aber auch der Adressat (Israel, Gemeinde), wie wir oben am Beispiel des AT gesehen haben.

Symbolik tritt vermehrt in prophetischen Kapiteln auf (Dan.9-12 / Offenbarung und anderen), ebenso bei Gleichnissen und Parabeln, die meist deutlich als solche zu erkennen sind. Außerdem gibt es die Möglichkeit, daß wörtlich zu nehmende Abschnitte gleichzeitig einen tiefen Symbolgehalt haben (1.Mose 1)

8.4. Verschiedene Auslegungsebenen

Es gibt Prophetien, die sich auf mehreren Ebenen zu unterschiedlichen Zeiten erfüllen. Lies dazu Joel 3 !

Petrus bezieht das gesamte Kapitel auf das, was die Jünger gerade zu Pfingsten erlebten. In seiner Gesamtheit wird sich dieses Kapitel (auch die Verse 3-5) aber erst in der allerletzten Zeit erfüllen. Dazwischen liegen fast zweitausend Jahre! Ähnlich verhält es sich mit Sach.9,9. Hier wird die Ankunft des Königs der Juden (arm, reitet auf einem Esel) weitergeführt mit Prophetien für Israel in der letzten Zeit (Vers 12+13)

8.5. Geistgewirkte Auslegung

Auslegung sollte immer vom Heiligen Geist gewirkt sein. Ich möchte mit diesem Begriff aber Auslegung bezeichnen, die in einer speziellen Situation ein Bibelwort benutzt, um eine spezielle Aussage zu machen, die man nicht auf alle Situationen und Personen übertragen kann. Geistgewirkte Auslegungen müssen wie Weissagungen geprüft werden, da sie nicht eindeutig von anderen Bibelstellen abgeleitet werden können. Sie dürfen nie im Gegensatz zu Aussagen der Schrift stehen. Ein Beispiel für diese Art der Auslegung sehen wir bei Paulus in Gal.4,24-2

Die Gallio - Inschrift von Delphi
ermöglicht es, den Aufenthalt des Apostels Paulus in Korinth auf das Jahr 50 - 52 n.Ch. festzulegen.


Anhang


Informationen zum Grundlagenseminar

Mit freundlicher Genehmigung
des Autors Alf Mudrich,
Josua-Gemeinde Bautzen,

http://www.josua-gemeinde-bautzen.de
in das Microsoft Reader Format konvertiert, von
Bernd Amann
Jesus Christus Evangeliumsdienst

Kamp-Lintfort
http://www.jesus-christus-evangelium.de/

Das Grundlagenseminar besteht aus insgesamt 10 Themen:
Thema I
Die Autorität der Bibel
Thema II
Die Botschaft vom Kreuz
Thema III
Begräbnis und Auferstehung Jesu
Thema IV
Die neue Geburt
Thema V
Taufe
Thema VI
Die Taufe mit dem Heiligen Geist
Thema VII
Leben mit dem Heiligen Geist
Thema VIII
Der Kampf des Christen
Thema IX
Wiederkunft Jesu
Thema X
Christ und Gemeinde

Diese 10 Themen im htm-Format und im Microsoft Reader-Format können Sie auf unserer Internetseite downloaden:
http://www.jesus-christus-evangelium.de/Grundlagenseminar.htm

Alle 10 Original-Themen im pdf-Format können Sie auf der Internetseite der Josua-Gemeinde Bautzen downloaden:
http://www.josua-gemeinde-bautzen.de/Publikation/publikation.html

Verantwortlich für den Inhalt dieser Homepage ist:

Bernd Amann, 47475 Kamp-Lintfort, Krokusweg 6

E-Mail: webmaster@jesus-christus-evangelium.de
02842-9299940