Seminar-Info

Grundlagenseminar

Alf Mudrich
Josua-Gemeinde Bautzen
Dr.-Peter- Jordan- Str. 9
02625 Bautzen


T h e m a IV

ie neue Geburt

Inhaltsverzeichnis:

1. Der Geist des Menschen - eine neue Dimension
1.1. Gestörter Empfang
1.2. Lebendig und doch geistlich tot ?
1.3. Ohne Steuer und Orientierung: Woher, wohin, wozu ?
1.4. Wieder auf Empfang
1.5. Geschaffen nach Gottes Art

2. Was geschieht durch die Wiedergeburt ?
2.1. Versetzt ins Reich Gottes
2.2. Gotteskindschaft
2.3. Errettung

3. Unsere neuen Eltern

4. Wiedergeburt und Bekehrung


Thema IV: DIE NEUE GEBURT (WIEDERGEBURT)

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung. 1.Petr.1,3

Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen. Joh.3,6

Aus diesen zwei Bibelstellen geht hervor, daß Wiedergeburt bzw. von neuem geboren zu werden, für jeden Christen eine notwendige Voraussetzung ist, um in den Genuß der göttlichen Verheißungen zu gelangen, und Bürger des Reiches Gottes zu werden. Ebensowenig wie ein Ausländer alle Rechte und sozialen Errungenschaften seines Gastlandes in Anspruch nehmen kann, ohne Bürger dieses Landes zu sein, kann man die Segnungen und Verheißungen des Reiches Gottes beanspruchen, ohne von neuem geboren zu sein.

Wenn nun Wiedergeburt so ein wichtiger Schlüssel für das Reich Gottes ist, müssen wir uns folgenden Fragen stellen:

Die Bibel versteht unter Wiedergeburt nicht eine Form der Reinkarnation (ständige Wiederholung des natürlichen Lebens in verschiedenen Körpern), wie sie im Hinduismus, im Buddhismus und anderen fernöstlichen Religionen gelehrt wird. Solche Auffassungen stehen den Aussagen der Bibel total entgegen. (Lies dazu Hebr.9,27 !) Gottes Absicht ist es, aus uns etwas zu machen! Sein Ziel ist niemals daß wir uns schlußendlich im Nichts auflösen, was für diese Religionen das höchste Ziel darstellt. Das zeigte Gott uns an der Schöpfung, als er diese Erde aus dem Nichts erschuf.

Was aber meint die Bibel mit Wiedergeburt? Um das zu verstehen müssen wir uns zuerst fragen, was in uns wiedergeboren, bzw. von neuem geboren wird.

1. Der Geist des Menschen - eine neue Dimension

1.1. Gestörter Empfang

Der natürliche Mensch ist nicht in der Lage, mit Gott zu kommunizieren, ihn zu verstehen und die himmlische Welt Gottes, die genauso real existiert, wie diese Erde, zu erkennen. (I.Kor.2,14) Die Bibel sagt uns z.B., daß jedes Kind ständig von einem Engel begleitet wird (Matth.18,10), wer aber hat diese himmlischen Wesen schon einmal gesehen? Dem Menschen fehlt einfach die Dimension für die göttlichen Dinge. Das aber war nicht immer so.

Gott schuf den Menschen zu seinem Bild (I.Mose 1,27), d.h., der Mensch besaß einmal diese Dimension Gottes, die es ihm ermöglichte, mit Gott Gemeinschaft zu haben und Kommunikation zu pflegen. Diese Dimension nennt die Bibel Geist- eine Dimension, in der unsere Persönlichkeit unabhängig von materiellen Gegebenheiten wie Körper, Lebensumständen und Verhältnissen existieren kann, weil sie in Verbindung mit Gott und seinen Energien steht. Geist ist nicht etwa ein Synonym für Verstand. Diese Umdeutung haben erst Philosophen vorgenommen, so daß, besonders seit der Zeit der Aufklärung, dieser biblische Begriff mit völlig anderem Inhalt gefüllt wurde.

Beispiel: Geist ist eher mit einer Empfangsanlage wie z.B. einem Radio oder Funkgerät zu vergleichen. Gott ist derjenige, der beständig Signale an seine Geschöpfe sendet. Wenn man aber keine entsprechende Empfangsanlage besitzt, bzw. nicht die Wellenlänge des Senders eingestellt hat, wird es einem nichts nützen. Man kann den menschlichen Geist auch mit einem Gefäß vergleichen, in das Gott seinen Heiligen Geist füllen möchte. Ohne dieses Gefäß werden wir nicht in der Lage sein, die Segnungen Gottes zu empfangen und zu genießen.

1.2. Lebendig und doch geistlich tot ?

Als Gott den Menschen schuf, formte er seinen Körper aus Erde (Materie) und hauchte ihm seinen Odem (Geist) ein. Nun war der Mensch eine lebendige Seele (Seele = Psyche). Lies dazu 1.Mose 2,7 ! Was die Bibel mit Leib oder Körper bezeichnet, ist uns klar. Wenn die Bibel von Seele spricht, meint sie nicht irgendein verborgenes Organ, wie man im Mittelalter glaubte, sondern die Psyche mit den Anteilen des Wollens, des Denkens und des Fühlens im Bereich des Bewußtseins, wie des Unterbewußtseins.

Der Mensch ist nach 1.Mose 1,27 als Einheit von Geist, Seele und Leib zum Bilde Gottes geschaffen worden. Darum entspricht diese Einheit der Dreieinigkeit Gottes, die sich uns im Vater, Sohn und dem Heiligen Geist darstellt. Durch seinen Geist hatte Adam ewiges Leben - er war mit der einzigen Energie, die Leben geben konnte, ständig verbunden. Außerdem hatte er gemeinsam mit seiner Frau eine erfüllende, wunderschöne Beziehung zu Gott, seinem Schöpfer, bis er das einzige Gebot, das Gott ihm gab, übertrat.

Und Gott der Herr nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, daß er ihn bebaute und bewahrte. Und Gott der Herr gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen im Garten, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm issest, mußt du des Todes sterben. 1.Mose 2,15-17

Nun wissen wir, daß Adam zwar nach dem Sündenfall sein ewiges Leben verlor, aber trotzdem noch 930 Jahre lebte. Wie ist das "an dem Tage" nun zu verstehen? Hat Gott sein Wort nicht ganz so gemeint? Gott wäre nicht Gott, wenn er nicht zu seinem Wort stände, auch wenn es ihn manchmal sehr schmerzt. Ist also Adam am Tag des Sündenfalls gestorben? Wenn ja, was ist gestorben?

Es starb sein Geist an diesem Tage. Adam verlor die Dimension der ungezwungenen Gemeinschaft mit Gott. Er konnte Gott nicht mehr verstehen und seine Gegenwart nicht mehr ertragen. An Stelle von Freude, beherrschte jetzt Scham das Verhältnis zu Gott. Das wird uns am deutlichsten, wenn wir folgende Verse miteinander vergleichen:

Und sie waren beide nackt, der Mensch und sein Weib, und schämten sich nicht. 1.Mose 2,25

Und sie hörten Gott den Herrn, wie er im Garten ging, als der Tag kühl geworden war. Und Adam versteckte sich mit seinem Weibe vor dem Angesicht Gottes des Herrn unter den Bäumen im Garten. Und Gott der Herr rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du? Und er sprach: Ich hörte dich im Garten und fürchtete mich; denn ich bin nackt, darum versteckte ich mich. 1.Mose 3,8-10

Das Versteckspiel der Menschen vor Gott begann also schon damals. An die Stelle einer freundschaftlichen Beziehung, in der der Mensch, Gott ein echtes Gegenüber war, trat nun Furcht und Scham. Als nun der Geist des Menschen starb, blieb dem Menschen noch ein begrenzter Zeitraum in dem er zwar biologisch lebte, er hatte sich aber von der Kraft des Lebens getrennt, weil er nun keine Möglichkeit mehr hatte, mit Gott Gemeinschaft zu haben.

Beispiele: Wir können diesen Zustand mit Schnittblumen vergleichen. Es ist abzusehen, daß sie in einer bestimmten Zeit verwelken werden, weil ihnen die Wurzel fehlt, durch die sie neue Nährstoffe und Energien bekommen könnten. Der Geist des Menschen ist diese Wurzel, mit der wir an die göttlichen Nährstoffe herankommen. Auch ein Bügeleisen, das man aus der Steckdose zieht, ist noch eine kurze Zeit zu gebrauchen, aber es wird, wenn man es nicht wieder an den Stromkreis anschließt, bald kalt und damit nutzlos. Sind wir Menschen vom göttlichen Stromkreis getrennt, sind wir in den Augen Gottes bereits tot.

Jesus redet von biologisch lebenden Zeitgenossen als von Toten, wenn er sagt: Laß die Toten ihre Toten begraben! Matth.8,22.b Wenn Gott seinen Geist von uns nimmt, bleibt am Ende nichts als ein paar chemische Substanzen: Denn du bist Erde (Materie) und sollst zu Erde werden. 1.Mose 3,19b

1.3. Ohne Steuer und Orientierung: Woher, wohin, wozu ?

Der menschliche Geist war aber nicht nur die Verbindungsstelle zum Heiligen Geist, und damit zu Gott, er war auch der Sitz und die Steuerzentrale der menschlichen Persönlichkeit. Eine Folge des Sündenfalls war deshalb, daß der Mensch orientierungslos wurde. Die Seele übernahm nun die Führung der Persönlichkeit, konnte aber letztlich diese Aufgabe nicht erfüllen. Es blieb eine Sehnsucht nach Orientierung, die Suche nach einem absoluten Maßstab.

Je nachdem, ob ein Mensch mehr vom Willen, vom Denken oder dem Gefühl geprägt ist, versucht er diesen Mangel an Orientierung mit Ordnungen und Systemen, mit Philosophien oder mit Religion auszufüllen. Bei all dem spürt er doch eine innere Leere, weil alle diese Systeme Eigenschöpfungen sind, durch die er die Gemeinschaft mit Gott doch nicht wiedererlangt. Der Mensch ist nur noch ein Fragment seiner selbst. Ohne Steuer und Orientierung gleicht er einem Schiff auf hoher See, das nur noch darum kämpft sich über Wasser zu halten. Für Fragen nach dem Woher, Wohin und Wozu ist weder Zeit noch Kraft mehr vorhanden. Und wenn doch, so können sie nicht beantwortet werden.

Wen wundert es da, daß sich heute eine Lebensphilosophie breitmacht, die behauptet: Das Ziel ist nichts, der Weg ist alles. Anders ausgedrückt: Der Mensch finde seine Erfüllung im ewigen Suchen nach dem Sinn. Ein Finden gibt es nicht.

1.4. Wieder auf Empfang

Nun hat Gott einen Weg gefunden, den Menschen wieder in seinen ursprünglichen Zustand zu bringen, damit er seiner Bestimmung, der Gemeinschaft mit Gott, wieder gerecht werden kann.

Dieser Weg heißt: von neuem geboren zu werden. Gott erweckt durch seinen Geist unseren gestorbenen Geist. Das kann er nur, wenn wir durch Jesus Vergebung unserer Schuld empfangen haben, denn Gott hat keine Gemeinschaft mit den Werken der Finsternis (Eph.5,11).

Schuldvergebung wiederum gibt es erst seit Jesu Tod am Kreuz.

Vorher wurde Schuld nur bedeckt, nicht aber beseitigt. Das erklärt, warum Gott mit den Menschen des AT oft so anders handelte, als wir es im NT von ihm gewohnt sind. Gott erwartet als Voraussetzung für Wiedergeburt nicht, daß uns am Anfang gleich alles bewußt ist, was in Gottes Augen Unrecht ist. Er erwartet aber, daß wir die Grundsünde, unsere Unabhängigkeit von ihm, erkennen und ehrlich bereuen.

Das Schlimmste für Gott ist nicht all der Schmutz (Sünde), der sich in unserem Leben ohne Gott angehäuft hat, sondern wenn wir sein Angebot der Reinigung und Wiedereinsetzung als Kind Gottes ausschlagen! Lies dazu Luk.15,11-32 !

1.5. Geschaffen nach Gottes Art (1.Mose 1,25+27)

Unser wiedergeborener Geist, der in ständiger Verbindung mit dem Heiligen Geist steht, wird immer nur den Willen Gottes tun wollen. Räumen wir ihm neu die Herrschaft über die Seele (Wollen, Denken, Fühlen) ein, so nennt die Bibel das Leben im Geist. Beherrscht dagegen die Seele weiterhin unsere Persönlichkeit, spricht die Bibel vom Leben im Fleisch. Wichtig dabei ist, daß wir verstehen, daß unser von neuem geborener Geist nicht der Heilige Geist, sondern ein Teil unserer eigenen Persönlichkeit ist, über den der Heilige Geist, wenn wir ihn einladen, Gemeinschaft mit uns haben kann. (2.Kor.13,13 c) Wir werden durch unseren Geist also nicht einfach von Gott fremdbestimmt, sondern wir bekommen erstmals die Möglichkeit, so zu leben, wie es Gott gefällt. Selbst wenn in unseren Gedanken und Gefühlen vieles noch nicht dem Wesen Gottes entspricht; wenn unser Geist wiedergeboren ist, gibt es immer etwas in uns, das Gott erfreut, wenn er uns ansieht. Menschen, die die Wiedergeburt erfahren haben, dürfen sich deshalb in jeder Situation sicher sein, daß Gott sich über sie freut. Das heißt nicht, daß Gott immer alles gutheißt, was wir tun, aber wir können nicht aus der Vater- Kind- Beziehung herausfallen, es sei denn, wir sagen uns wieder bewußt von Gott los.

Auch wenn wir Fehler machen, bleiben wir Kinder Gottes.

Wie ein Vater sich selbst in seinen Kindern erkennt, so erkennt Gott sich nun in dir und mir. Wie Adam sich selbst in Eva erkannte, so sieht und erkennt sich Gott nun in dir.

Da sprach der Mensch: Das ist doch Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch; man wird sie Männin nennen, weil sie vom Manne genommen ist. 1.Mose 2,23 Genauso könnte Christus ausrufen, wenn ein Mensch wiedergeboren ist: Das ist doch Geist von meinem Geist, man soll ihn Christ nennen!

2. Was geschieht durch die Wiedergeburt ?

2.1. Versetzt ins Reich Gottes

Lesen wir Joh.3,1-18, so fällt uns der Zusammenhang zwischen der neuen Geburt und dem Reich Gottes auf. Reich Gottes bezeichnet einen Bereich, in dem Gott die uneingeschränkte Herrschaft hat und seine Gesetze gelten. Da diese Welt bis zur Wiederkunft Jesu noch immer Herrschaftsbereich des Fürsten dieser Welt, des Satans ist, wird das Reich Gottes solange kein sichtbares Reich sein, so wie es sich die Jünger Jesu vorgestellt hatten. Wenn unser Geist neu geboren ist, haben wir erstmals die Möglichkeit, wirklich dem Willen Gottes entsprechend zu leben. Gottes Geist hat durch unseren Geist die Möglichkeit, die Gedanken und Vorstellungen Gottes unserer Seele zu vermitteln, wenn wir uns bewußt seiner Herrschaft unterstellt haben.

Menschen, deren Persönlichkeit von ihrer Seele gelenkt wird (Leben im Fleisch), sind überhaupt nicht in der Lage, unter der Herrschaft Gottes zu leben, und seien sie noch so religiös oder edel. Wenn wir aber unserem von neuem geborenen Geist die Leitung unserer Persönlichkeit überlassen, wird er in Zusammenarbeit mit dem Heiligen Geist unsere Seele entsprechend dem Willen Gottes verändern.

Wir selber sind zum Herrschaftsbereich Gottes geworden, sein Reich ist inwendig in uns (Leben im Geist). Vergl. Luk.17,20+21 !

Denn fleischlich gesinnt sein ist Feindschaft gegen Gott, weil das Fleisch dem Gesetz Gottes nicht untertan ist, denn es vermags auch nicht. Ihr aber seid nicht fleischlich, sondern geistlich, wenn denn Gottes Geist in euch wohnt. Wer aber Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein. Röm.8,7+9

Zwar leben wir als Christen noch in dieser Welt, die noch immer Herrschaftsbereich des Satans ist, wir leben aber nicht mehr unter seiner Herrschaft. Jesus bezeichnet den Stand seiner Jünger als in der Welt, doch nicht von der Welt. Vergl. Joh.17,16+11a ! Paulus vergleicht den Status der Wiedergeborenen mit dem eines Botschafters, der in einem Reich lebt, durch seine Staatsbürgerschaft in einem anderen Reich aber von dort seine Anweisungen, seine Versorgung und seinen Schutz empfängt. Lies 2.Kor.5,20 !

2.2. Gotteskindschaft

Man wird nicht anders Mitglied einer Familie, man muß hineingeboren werden. Wir werden auch nicht anders Kinder Gottes, als durch Wiedergeburt. Gott ist nun nicht mehr unser Richter, sondern unser liebender Vater. Wir genießen alle Vorrechte der Familie Gottes: seinen Schutz, seine Versorgung, seine Erziehung und Ausbildung usw. Man kann hier alles einsetzen, was ein guter Vater für seine Kinder tut. Wir dürfen auch mal Fehler machen, ohne gleich aus dem Stand der Gotteskindschaft herauszufallen. Niemand und nichts kann uns aus dieser wunderbaren neuen Beziehung zu Gott herausreißen; nicht einmal unsere Schuld, wenn wir die angebotene Vergebung immer wieder in Anspruch nehmen. (Röm.8,31-39)

Wie aber bekommen wir die Gewißheit, daß wir nun wirklich durch die Wiedergeburt zu Gottes Kindern geworden sind?

Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, daß ihr euch abermals fürchten müßtet; sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater! Der Geist (Gottes) selbst gibt Zeugnis unserem Geist, daß wir Gottes Kinder sind. Röm.8,14-16

Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, daß wir Gottes Kinder heißen sollen, und wir sind es auch ! 1.Joh.3,1a

2.3. Errettung

Als aber die Güte und Menschenliebe unseres Heiland - Gottes erschien, errettete er uns, nicht aus Werken die, in Gerechtigkeit vollbracht, wir getan hätten, sondern nach seiner Barmherzigkeit durch die Waschung der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes. Tit.3,4+5

Errettung ist in der Bibel immer ein umfassender Begriff, der sich auf Leib (Krankheiten), Seele und Geist beziehen kann. Der Geist des Menschen ist unsterblich und wird errettet werden. D.h., wenn du im Augenblick deiner Lebensübergabe an Gott stirbst, kommst du zu Gott in den Himmel. Nun gibt es aber vielleicht in den seelischen Anteilen deiner Persönlichkeit Dinge, die Gott nicht bei sich haben möchte, z.B. Jähzorn oder Unaufrichtigkeit. Die Errettung unserer Seele ist daher ein lebenslanger Prozeß, der mit der Wiedergeburt beginnen kann. Wir sind als Kinder Gottes errettet. Gott möchte aber, daß das gesamte Spektrum der Anteile unserer Seele errettet wird, damit wir einmal im Himmel so viel wie möglich von seiner Herrlichkeit in uns aufnehmen können. Das geschieht, indem ich den Heiligen Geist einlade, dieses Werk in mir zu tun, setzt aber immer wieder einen bewußten Willensentschluß voraus.

3. Unsere neuen Eltern

Es sei denn, daß jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Joh.3,5

Das hier und im Vers 3 benutzte Wort für von neuem geboren werden, bedeutet genau übersetzt von oben gezeugt. An der Zeugung sind immer beide Elternteile beteiligt. Wer sind nun unsere neuen Eltern, woraus sind wir gezeugt? Aus Wasser und Geist. Wasser steht in der Bibel oft als Symbol für den Heiligen Geist, aber das ergäbe keinen rechten Sinn: gezeugt aus Geist und Geist? Wasser steht aber auch als Symbol für das Wort Gottes (Eph.5,26). Das bestätigt uns auch Petrus, wenn er schreibt:

Denn ihr seid wiedergeboren, nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, nämlich aus dem Wort Gottes, das bleibt. 1.Petr.1,23

Ein Elternteil ist also das Wort Gottes, das uns wie ein Vater Richtlinien und Weisungen gibt. Der andere Elternteil ist der Heilige Geist, der uns das Bewußtsein andauernder Nähe und Gemeinschaft gibt. Der Heilige Geist hat übrigens im Grundtext einen weiblichen Artikel. Sind diese beiden unsere neuen Eltern, so ist es wichtig, daß wir ihnen auch gehorsam sind. Keiner von beiden ist weniger wichtig, einer ergänzt den anderen. Natürlich ist dieser Vergleich mit irdischen Eltern nicht in allem übertragbar, aber der o.g. Bibeltext möchte uns auf die Wichtigkeit der Autorität von Wort und Geist für uns als Kinder Gottes hinweisen.

4. Wiedergeburt und Bekehrung

Was haben wir zu unserer Geburt beigetragen? Nichts! Wiedergeburt ist ein Handeln Gottes an uns, das wir uns nicht verdienen können. Trotzdem gibt es Vorbedingungen, ohne die Gott uns Menschen nicht wieder in unsere ursprüngliche Bestimmung einsetzen kann. Gott wird niemals gegen unseren Willen an uns handeln, solange noch Gnadenzeit ist. D.h., wir müssen das Angebot Jesu annehmen, ihm glauben, ihm die Herrschaft über unser Leben geben, und um Vergebung für unser Leben ohne ihn, und alle seine Folgen bitten. Dieses bewußte Unterordnen unseres Willens nennt die Bibel Bekehrung - Abkehr von aller Unabhängigkeit von Gott. Sie ist nach Mark.4,12 Voraussetzung zur Vergebung unserer Schuld und damit zur Wiedergeburt. Bekehrung ist also unser Anteil an unserer Errettung.

Weil Wiedergeburt etwas ist, das Gott, und ist er noch so voller Gnade, nicht über unseren Willen hinweg tut, ist eine offizielle Bereitschaftserklärung unsererseits nötig, um Gottes Kind zu werden.


Diese Bereitschaft, das Geschenk der Wiedergeburt anzunehmen, bezeugen wir in der Taufe. Durch Bekehrung meinerseits und Wiedergeburt von Gottes Seite, nehme ich Jesus in mein Leben auf und gehöre von nun an als Kind Gottes zu seiner Familie.

Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind. Joh.1,12+13

Zusammenfassung:

Fragen zum Thema IV:

Wozu ist Wiedergeburt Voraussetzung ?

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Was starb am Tag des Sündenfalles im Menschen?

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Was ist der Geist des Menschen?

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Welche Funktionen hat der Geist des Menschen?

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Warum bezeichnet Jesus lebendige Menschen als tot?

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Was geschieht durch die Wiedergeburt?

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Wer sind meine geistlichen Eltern? Was haben sie für einen Einfluß auf meinen neuen Geist?

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Nenne Voraussetzungen für die Wiedergeburt!

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Wie habe ich die Wiedergeburt erfahren? Wie kann ich anderen mit meinen Erfahrungen ein guter Geburtshelfer sein?

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Anhang

Informationen zum Grundlagenseminar

Mit freundlicher Genehmigung
des Autors Alf Mudrich,
Josua-Gemeinde Bautzen,

http://www.josua-gemeinde-bautzen.de
in das Microsoft Reader Format konvertiert, von
Bernd Amann
Jesus Christus Evangeliumsdienst

Kamp-Lintfort
http://www.jesus-christus-evangelium.de/

Das Grundlagenseminar besteht aus insgesamt 10 Themen:
Thema I
Die Autorität der Bibel
Thema II
Die Botschaft vom Kreuz
Thema III
Begräbnis und Auferstehung Jesu
Thema IV
Die neue Geburt
Thema V
Taufe
Thema VI
Die Taufe mit dem Heiligen Geist
Thema VII
Leben mit dem Heiligen Geist
Thema VIII
Der Kampf des Christen
Thema IX
Wiederkunft Jesu
Thema X
Christ und Gemeinde

Diese 10 Themen im htm-Format und im Microsoft Reader-Format können Sie auf unserer Internetseite downloaden:
http://www.jesus-christus-evangelium.de/Grundlagenseminar.htm

Alle 10 Original-Themen im pdf-Format können Sie auf der Internetseite der Josua-Gemeinde Bautzen downloaden:
http://www.josua-gemeinde-bautzen.de/Publikation/publikation.html

Verantwortlich für den Inhalt dieser Homepage ist:

Bernd Amann, 47475 Kamp-Lintfort, Krokusweg 6

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