Seminar-Info

Grundlagenseminar

Alf Mudrich
Josua-Gemeinde Bautzen
Dr.-Peter- Jordan- Str. 9
02625 Bautzen


T h e m a VI

ie Taufe mit dem Heiligen Geist



Inhaltsverzeichnis:

1. Jesus - der Täufer mit dem Heiligen Geist

2. Empfang des Heiligen Geistes - eine Taufe ?
2.1. Die Taufe im Heiligen Geist - Entscheidung zur Abhängigkeit

3. Wiedergeburt und Taufe in den Heiligen Geist

4. Taufe in den Heiligen Geist - die Verheißung des Vaters

5. Taufe in den Heiligen Geist - Voraussetzung für ein wirksames Zeugnis

6. Taufe im Heiligen Geist - Kraft zum Überwinden

7. Taufe im Heiligen Geist - Kraftausrüstung zum Dienst in Vollmacht

8. Der Heilige Geist und die Gaben des Geistes
8.1. Die 9 Geistesgaben in 1.Kor.12 (Systematik)

9. Das Beten in Sprachen - Zeichen der Taufe im Heiligen Geist ?

10. Das Sprachengebet - Hilfe zum Gebet

11. Woher weiß ich, daß das Empfangene von Gott ist ?

12. Wie empfange ich die Taufe im Heiligen Geist ?


Thema VI: Die Taufe mit dem Heiligen Geist

Johannes der Täufer sprach: Ich zwar taufe euch mit Wasser zur Buße, der aber nach mir kommt, ist stärker als ich..., er wird euch mit Heiligem Geist und Feuer taufen. Matth.3,11

Was ist nun diese Taufe im Heiligen Geist, was bewirkt sie, wie kann man sie erhalten, woran erkennt man sie? Fragen, die wir in diesem Thema anhand der Bibel beantworten wollen.

1. Jesus - der Täufer mit dem Heiligen Geist

Menschen können andere Menschen in Wasser taufen. Die Taufe im Heiligen Geist kann nur Jesus an uns vollziehen. Er allein ist der Täufer mit dem Heiligen Geist. Wenn Jesus auch heute noch Menschen mit dem Heiligen Geist tauft, ist das ein sichtbares Zeichen dafür, daß er, der Auferstandene, lebt und sich sehr wohl um seine Kinder kümmert. Weil die Taufe im Heiligen Geist souveränes, aber auch erkennbares Handeln Gottes an seinen Kindern ist, wird diese biblische Lehre oft angegriffen. Diskussionen über die Worte Jesu, christliche Grundsätze, ja selbst die Vorbildwirkung Jesu auf unser Leben fürchtet Satan weniger, als das erfahrbare, sichtbare Handeln Jesu an seinen Kindern in unserer Zeit.

2. Empfang des Heiligen Geistes - eine Taufe?

Johannes taufte mit Wasser, ihr aber werdet mit Heiligem Geist getauft werden nach diesen wenigen Tagen. Apg.1.5

Auch Jesus gebraucht hier kurz vor seiner Himmelfahrt den Begriff der Taufe mit (wörtlich in) dem Heiligen Geist für eine Erfahrung, die uns in der Apostelgeschichte auch als Erfülltwerden mit dem Heiligen Geist (Apg.2,4), den Heiligen Geist empfangen (Apg.8,15), Fallen des Heiligen Geistes auf jemanden (Apg.8,16), Geben des Heiligen Geistes (Apg.8,18) und Kommen des Heiligen Geistes auf jemanden, beschrieben wird. Wenn wir an den Inhalt des Wortes Taufe denken, so wissen wir, daß damit das radikale Loslösen von einer alten, und das bewußte Annehmen einer neuen Lebensform unter einer neuen Autorität ausgedrückt werden soll. Das Wort baptizo, was völlig ein- oder untertauchen bedeutet, steht auch hier im Grundtext.

So wie ein vollgesogener Schwamm im Wasser- außen total von Wasser umhüllt, innen total mit Wasser gefüllt, so sollen auch wir im Heiligen Geist sein, und er in uns. Er ist die Autorität, der wir uns ganz neu unterstellen. Durch ihn kann Jesus direkt in unser Leben eingreifen, zu uns sprechen, uns ermutigen, ermahnen und korrigieren. Er ist es, der uns Jesus als den Lebendigen (Offb.1,17b +18a) erfahren läßt. Ohne ihn ist Jesus für uns nicht mehr, als eine historische Gestalt.

Beispiel: Es ist ein Unterschied, ob jemandem ein Haus gehört, oder ob er auch Wohnrecht darin hat. Ebenso ist es ein Unterschied, ob jemandem ein Auto gehört, oder ob er auch am Steuer sitzt. Durch die Wiedergeburt gehören wir Jesus, und werden Kinder Gottes. Durch die Taufe im Heiligen Geist lassen wir Jesus durch die Person des Heiligen Geistes ans Steuer unseres Lebens. Wir räumen ihm und dem Vater lebenslang Wohnrecht im Haus unseres Lebens ein (Joh.14,23). Das ist durchaus noch einmal eine bewußte Entscheidung und wird deshalb in der Bibel zu Recht mit dem Wort Taufe wiedergegeben.

Zusammenfassung:

  • Die Wassertaufe vollziehen Menschen im Namen Jesu, Täufer in den Heiligen Geist ist allein Jesus.

  • Wie ich mich in der Wassertaufe der Autorität des Wortes Gottes unterstelle, so erkenne ich in der Taufe mit dem Heiligen Geist die Autorität des Geistes Gottes über mein ganzes Leben an. Damit gebe ich das Selbstbestimmungsrecht über mein Leben bewußt in den Tod, deshalb wird auch hier der Begriff Taufe gebraucht.

2.1. Die Taufe im Heiligen Geist - Entscheidung zur Abhängigkeit

Durch die Wiedergeburt befreit uns Gott aus der Abhängigkeit der Sünde und des Teufels. Durch die Taufe im Heiligen Geist entschließen wir uns freiwillig für eine Abhängigkeit von Gott. Die Taufe im Heiligen Geist ist demzufolge keine zwanghafte Erfahrung ekstatischer religiöser Praktiken, sondern, im Gegenteil, ein Beweis dessen, wie sehr Gott die Souveränität unseres Willens achtet. Er befreit uns nicht aus einer Abhängigkeit, um uns in eine neue hineinzuzwingen. Wenn wir erneut in eine Abhängigkeit, diesmal von Gott, kommen wollen, ist das unsere persönliche Entscheidung. Dieser Entscheidung ist vorausgegangen, daß wir Gottes Wesen erkannt haben, und ihm deshalb gern das Steuer unseres Lebens überlassen.

Das AT gibt uns hierfür ein schönes Bild: Hebräische Sklaven mußten in Israel laut Gesetz alle sieben Jahre wieder freigelassen werden. Wenn nun ein hebräischer Sklave glaubte, daß sein Leben trotz seines Standes als Knecht, bei seinem jetzigen Herren mehr Lebensqualität hätte als in der Freiheit, so konnte er lebenslang bei seinem Herren bleiben. Dazu wurde er von seinem Herrn an den Türpfosten des Hauses geführt und mit seinem Ohrläppchen dort kurz angepflockt. Die Löcher in seinem Ohrläppchen bezeugten nun, daß er von sich aus, freiwillig den Rest seines Lebens in der Abhängigkeit dieses Herrn verbringen wollte.

Jesus sagte seinen Jüngern in Joh.15,15 ausdrücklich: Ich nenne euch nicht mehr Sklaven, denn der Sklave weiß nicht, was sein Herr tut, euch aber habe ich Freunde genannt.

Warum nennen sich dann aber Johannes, Paulus und Petrus trotzdem noch Knechte (Urtext: Sklaven) Gottes? (Vergl. Offb.1,1; Tit.1,1; 1.Petr.2,16!) Hatten sie die Freiheit des NT noch nicht erkannt? Lebten sie noch so sehr im AT? Hatten sie die Lektion Jesu nicht begriffen? Nein! Sie haben sich selbst wieder zu Sklaven Jesu gemacht. Was wäre das aber für ein Sklave, der entsprechend einem Buch seines Herrn, das er nicht einmal völlig versteht, sich selber Befehle gibt; dessen Herr keine Möglichkeit hätte, ihn zu dirigieren, und in konkreten Situationen anzusprechen? Dieser Sklave würde seinem Herrn nicht viel nützen, weil er vieles zwar wohlmeinend, aber nicht im Sinne seines Herrn tun würde. Durch die Taufe im Heiligen Geist werden wir mit Gott so "vernetzt", daß es ihm möglich wird, uns so zu führen, wie es für seine Pläne am günstigsten ist. Solche Führungen helfen uns auch in Situationen, wo das Wort Gottes keine konkreten Anweisungen hat. Lies dazu Apg. 8,29; 15,28; 16,7 !

Wir erkennen also: Geistestaufe ist deshalb Taufe, weil sie die bewußte Entscheidung für das Ende meiner Unabhängigkeit und den Beginn einer Abhängigkeit von Jesus bedeutet, die durch die Person des Heiligen Geistes in jeder Situation wirksam ist.

Ähnliches sagten wir schon von der Wassertaufe. Wo ist da ein Unterschied? Bei der Wassertaufe werden wir in Wasser (=Symbol für Wort Gottes) getauft. Wir begraben unsere Unabhängigkeit dem Wort Gottes gegenüber und erkennen es als Autorität über unser Leben an. Wenn Jesus uns in den Heiligen Geist tauft, begraben wir unsere Unabhängigkeit dem Heiligen Geist gegenüber und erkennen ihn ebenso als Autorität über unserem Leben an. Wir laden ihn ein, von unserer ganzen Person (auch der Seele und dem Leib), Besitz zu ergreifen, und uns nach seinen Vorstellungen in das Bild Jesu zu gestalten.

Zusammenfassung:

  • Die Taufe mit dem Heiligen Geist ist eine bewußte Entscheidung zur Abhängigkeit von Gott durch die Person des Heiligen Geistes; ein bewußtes Anerkennen der Autorität seiner Person, durch die uns Gott in allen Entscheidungen, seinen Plänen entsprechend führen kann. Erst dieses freiwillige Abhängigkeitsverhältnis ermöglicht es Gott, uns mit göttlicher Autorität und übernatürlichen Gaben auszurüsten.
3. Wiedergeburt und die Taufe in den Heiligen Geist

Haben wir nicht beim Thema Wiedergeburt gesagt, daß unser Geist aus dem Wort und dem Heiligen Geist von neuem geboren ist? Wirkte da nicht schon der Heilige Geist in uns? Ja, denn Paulus sagt: Niemand kann Jesus den Herrn nennen außer durch den Heiligen Geist. 1.Kor.12,3b

Taufe im Heiligen Geist muß aber noch eine andere Dimension sein, als das Wirken des Heiligen Geistes bei unserer Wiedergeburt, denn Paulus fragte in Ephesus etwa zwölf wiedergeborene Jünger: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet? Apg.19,2 Hier wird deutlich, daß Wiedergeburt, obwohl ein Handeln des Heiligen Geistes an uns, nicht gleichzeitig Empfang des Heiligen Geistes (=Taufe im Heiligen Geist) sein muß.

Allerdings ist Wiedergeburt nach Joh.14,17 immer Voraussetzung für die Taufe im Heiligen Geist. Auch die Jünger Jesu hatten nach der Auferstehung Jesu schon von seinem Geist empfangen Joh.20,22; ähnlich wie die 70 Ältesten vom Geiste Moses in 4.Mose 11,16+17+25. Trotzdem befahl Jesus denselben Jüngern danach, in Jerusalem auf die Verheißung des Vaters, die Taufe im Heiligen Geist zu warten. (Apg.1,4+5)

Bezieht sich das Anblasen Jesu in Joh.20,22 deutlich auf die Wiedergeburt (Analogie zur Schöpfung Adams), so redet Apg.1,5 klar von dem zeitlich davon getrennten Ereignis der Taufe in den Heiligen Geist. Nun könnte man einwenden, der Grund dafür sei, daß Pfingsten noch nicht geschehen war. Aber auch nach Pfingsten finden wir in Apg.8,5-17 die Situation, daß Menschen, die das Wort angenommen hatten (Wiedergeborene) nicht sofort auch die Taufe im Heiligen Geist erhielten. Selbst bei Jesus, der ja sogar vom Heiligen Geist gezeugt worden war (Luk.1,35), sehen wir, daß der Heilige Geist erst auf ihn kam, nachdem er getauft war, wenn auch nur wenige Augenblicke dazwischen lagen. Lies dazu Matth.3,16; Mk.1,10; Luk.3,21 !

Zusammenfassung:
  • Die Taufe im Heiligen Geist geschieht nicht automatisch mit der Wiedergeburt, obwohl diese ebenfalls durch den Heiligen Geist gewirkt ist, und eine Voraussetzung für den Empfang des Geistes darstellt.

4. Taufe im Heiligen Geist - die Verheißung des Vaters

Und als er mit ihnen zusammen war, befahl er ihnen, Jerusalem nicht zu verlassen, sondern zu warten auf die Verheißung des Vaters, die ihr, so sprach er, von mir gehört habt; denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem Heiligen Geist getauft werden... Apg.1,4+5a

Im AT gibt es über 800 Verheißungen. Was ist nun die Verheißung, von der Jesus hier redet? Es ist die Erfahrung, welche die Jünger zu Pfingsten in Jerusalem machten.(Apg.2,1-13) Diese Erfahrung hat sich seitdem ständig wiederholt. Petrus erkennt diese Erfahrung als eine Erfüllung der Verheißung von Joel 3. (Apg.2,16-18) Was aber hebt diese Verheißungen von anderen so sehr ab, daß Jesus sie als die Verheißung des Vaters bezeichnet?

Weil es im AT noch keine Sündenvergebung, sondern nur ein Bedecken der Schuld gab, konnte Gottes Geist noch nicht im Menschen wohnen, sondern nur auf ihn kommen. Gesalbt wurden, d.h. den Heiligen Geist bekamen aber auch nur Könige (Richter), Priester und Propheten. Die Masse der Bevölkerung war also von der Möglichkeit ausgeschlossen, mit Gott so zu kommunizieren, wie z.B. Samuel, David, Elia oder Elisa.

Seit Pfingsten nun fällt der Geist auf alles Fleisch, d.h., jeder, der bereit ist, die Schritte in Apg.2,38 zu gehen, darf die Taufe im Heiligen Geist in Anspruch nehmen, selbst Knechte und Mägde (Sklaven), Söhne und Töchter (Kinder und Teenager). Ein prophetischer Dienst der ganzen Gemeinde (Weissagungen, Träume, Visionen)- das war für die Juden die geistliche Revolution! Von nun an galt für jeden, der Jesus, den Täufer in den Heiligen Geist annahm: ...wieviel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten! Luk.11,13b Darum kann Petrus nun ohne zu übertreiben an die Christen schreiben: Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft ... 1.Petr.2,9a

5. Die Taufe im Heiligen Geist - Voraussetzung für ein wirksames Zeugnis

Letzte Worte sind meist ein Vermächtnis. Die letzten Worte Jesu vor seiner Himmelfahrt haben darum für uns eine ganz besondere Bedeutung: Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde. Apg.1,8

Jesus gab den Jüngern den Missionsauftrag, Buße und Vergebung der Sünden zu predigen. Die Jünger sollten Zeugen sein für das, was sie mit ihm erlebt hatten. Obwohl sie das Wunder von Ostern, die Auferstehung Jesu erlebt hatten, wußte Jesus, daß sie aus ihrer Kraft heraus nicht in der Lage sein würden, trotz der gewaltigen Erlebnisse mit Jesus, für ihn Zeuge zu sein. Deshalb verband Jesus mit dem Missionsauftrag die Instruktion, auf die Taufe im Heiligen Geist (Pfingsten) zu warten.

...und seid dafür Zeugen. Und siehe, ich will auf euch herabsenden, was mein Vater verheißen hat. Ihr aber sollt in der Stadt bleiben, bis ihr ausgerüstet werdet mit Kraft aus der Höhe. Luk.24,48+49 (Lies ab Vers 46 !)

Das Pfingsterlebnis (die Taufe im Heiligen Geist) ist also in erster Linie eine Kraftausrüstung zu einem lebendigen Zeugnis für Jesus. Nicht die Stärke unserer Erlebnisse, sondern die Stärke des in uns wohnenden Heiligen Geistes bestimmt die Kraft unseres Zeugnisses. Viele Christen sagen: Ach, wenn ich nur das erlebt hätte, was Paulus, oder dieser und jener Christ erlebt hat, dann wäre mein Zeugnis wohl auch kraftvoller, ich würde mir mit so einer Bekehrungs- oder Heilungsstory viel eher zutrauen, auf Leute zuzugehen. Gute Nachricht: Nur der Heilige Geist gibt deinem Zeugnis Kraft, ganz gleich, ob du "große" oder "kleine Erfahrungen" mit Jesus weitergibst.

Aber selbst die größte Erfahrung, die alle wiedergeborenen Christen mit den ersten Jüngern teilen, die Begegnung mit dem auferstandenen Jesus, wird uns nicht aus der Stube locken, ohne die Kraft des Heiligen Geist zum Zeugnis.

Nach dieser phantastischen Erfahrung versammelten sich die Jünger in verschlossenen Räumen, so daß Jesus zweimal (mit seinem Auferstehungsleib konnte er das) durch die Wand gehen mußte. Trotz der gewaltigen Ostererfahrung - kein einziger Gläubiger dazugekommen, kein Zeugnis nach außen! Nicht einmal die, denen sich Jesus als der Auferstandene gezeigt hatte, trauten sich zusammenzukommen. Nach 1.Kor.15,6 waren es allein über 500 Männer, die dieses Erlebnis verband. Dieses Bild zeigt sich auch heute noch überall dort in der Christenheit, wo die Ostererfahrung nicht von der Pfingsterfahrung begleitet und ergänzt wird.

Wie völlig verändert treten dagegen die Jünger zu Pfingsten auf: Petrus hält den aus aller Welt zum Wochenfest angereisten Juden eine Predigt, in der er sie mutig beschuldigt, ihren Messias gekreuzigt zu haben. Einen schlimmeren Vorwurf kann man einem frommen Juden gar nicht machen. Danach fordert er sie auf, Buße zu tun, und sich taufen zu lassen. Das Unbegreifliche geschieht: Es geht den Menschen durchs Herz; ca.3000 Menschen lassen sich bei diesem Fest von ein paar ungebildeten Fischern vor den Augen des ganzen Volkes und der versammelten jüdischen Geistlichkeit taufen. Die erste Gemeinde entsteht. Das jüdische Fest der Erstlingsfrüchte ist auch im Himmel ein Fest der Erstlingsfrüchte geworden. Jesus erntet voller Freude die ersten Früchte seiner Leiden.

Wollen wir Zeugen Jesu sein, ist auch für uns, ebenso wie für die Apostel, die Pfingsterfahrung der Taufe im Heiligen Geist eine grundlegende Voraussetzung.

Zusammenfassung:

  • Nicht die Stärke unserer Erlebnisse mit Gott, sondern die Stärke des in uns wohnenden Geistes entscheiden über die Glaubhaftigkeit und Wirksamkeit unseres Zeugnisses von Jesus Christus.

6. Die Taufe im Heiligen Geist gibt Kraft zum Überwinden

Die Taufe im Heiligen Geist ist die Kraft, die aus normalen Christen Märtyrer machen kann (Apg.7,54-60), die selbst in Leiden echte und tiefe Freude schenkt (Apg.5,40+41), welche die ersten Christen in Verfolgung nicht um ein Ende der Bedrängung, sondern um Freimut zum Zeugnis und vermehrte Heilungen, Zeichen und Wunder bitten läßt (Apg.4,29+30), die einen Petrus am Tag vor seiner geplanten Hinrichtung ruhig und tief schlafen läßt (Apg.12,6+7), die Paulus im Angesicht von Verfolgung und Unverständnis sagen läßt: In all dem überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat. Röm.8,37

Als Jesus seine Jünger vor seinem Tod auf Haß und Verfolgung vorbereitet, ist diese Lektion (Joh.15,18ff) eingebettet in zwei Lektionen über das Kommen des Heiligen Geistes. (Joh.14,15ff / Joh.16,5ff). Jesus wußte, daß keiner seiner Jünger ohne den Heiligen Geist die Kraft haben würde, für ihn zu leiden. Selbst Jesus, der Sohn Gottes wurde erst nach seiner Taufe im Heiligen Geist vom Geist in die Wüste geführt, damit er vom Teufel versucht würde (Matth.4,1). Wenn schon Jesus diese Ausrüstung brauchte, um Satan erfolgreich zu widerstehen, um wieviel mehr wir!

7. Taufe im Heiligen Geist - Kraftausrüstung zum Dienst in Vollmacht

Jesus war schon von Geburt an Gottes Sohn, er war auch schon von Geburt an der Gesalbte, der Messias (Luk.1,32+33). Trotzdem tat er vor seiner Taufe im Heiligen Geist (Luk.3,22) kein einziges Wunder. Obwohl er schon die ganze Zeit mit der Not der Menschen um ihn herum konfrontiert war, und sicher gern übernatürlich geholfen hätte, heilte er vor seiner Taufe in den Heiligen Geist nicht einen Kranken. Er weckte keinen Toten auf, trieb nicht einen Dämon aus, vermehrte weder Brot noch Wein und stillte auch keine Stürme. Wir sehen, daß Jesus sich keine Privilegien der Kraft und Vollmacht als Sohn Gottes vom Himmel mitgebracht hat. Er diente die drei Jahre seines Wirkens in Vollmacht nach seiner Taufe im Heiligen Geist, mit genau derselben Kraftausrüstung, die auch wir durch die Taufe im Heiligen Geist haben können. Darum erwartet er von uns als Gemeinde auch mindestens die gleichen Resultate. (Joh.14,12 / Mk.16,17+18)

Wir erkennen also: Jesu Dienst war nicht deshalb so vollmächtig, weil er der Sohn Gottes war, sondern weil er durch die Taufe im Heiligen Geist die notwendige Kraftausrüstung dazu hatte. Darum ist Joh.14,12 keine überzogene Forderung, die nachträglich mit theologischen Kunstgriffen relativiert werden müßte, sondern eine Verheißung, die durch den Empfang der Taufe im Heiligen Geist in unserem Leben Realität werden kann. Wichtig ist, daß wir nicht bei dieser Erfahrung stehenbleiben, sondern uns immer wieder danach ausstrecken mit dem Heiligen Geist gefüllt zu werden und zu bleiben....sondern laßt euch (ständig) vom Geist erfüllen! Eph.5,18b Diese Aufforderung steht deshalb auch im Grundtext in einer Zeitform, die ein kontinuierliches ständiges Handeln ausdrückt.

8. Taufe im Heiligen Geist und die Gaben des Geistes

In 1.Kor.12,3-11 zählt Paulus neun Gaben des Geistes auf, die alle übernatürliche Geschenke des Heiligen Geistes an seine Gemeinde sind. Zweck der Geistesgaben ist die Auferbauung der ganzen Gemeinde. In einem jeden offenbart sich der Geist zum Nutzen aller. (Vers 7)

Paulus zählt an anderen Stellen auch noch andere Gaben auf, die eine Verstärkung von Vollmacht in einem Bereich darstellen, in dem wir bereits natürliche Fähigkeiten haben, z.B. die Gabe der Barmherzigkeit, die Gabe der Leitung oder die Gabe der Hilfeleistung. Die im o.g. Text aufgezählten Gaben sind allerdings ausschließlich Gaben, die nicht an natürliche Fähigkeiten anknüpfen, sondern Gaben, durch die der Geist sichtlich übernatürlich wirkt. Durch die Taufe im Heiligen Geist teilt der Geist diese Gaben jedem einzelnen (siehe Vers 11) als wichtige übernatürliche Ausrüstung für den Dienst an und in der Gemeinde zu.

8.1. Die 9 Geistesgaben in 1.Kor.12 (Systematik)

Die hier erwähnten Gaben des Geistes können wir in drei Gruppen unterteilen: Sprachengaben, Offenbarungsgaben und Kraftgaben. Während Paulus uns auffordert, nach den Sprachengaben zu trachten (1.Kor.14,1+5+13) bestimmt der Heilige Geist selbst, wem er Gaben, wie die Unterscheidung der Geister und andere gibt.

  • Sprachengaben:

1. Verschiedene Sprachen: Das Sprechen von Sprachen, die man nie gelernt hat, und ohne die Gabe der Auslegung selber auch nicht versteht. (Vers 14) Der Heiligen Geist hat so die Möglichkeit durch unseren Mund hindurch Gott zu loben, bzw. Gebete zu sprechen. Wir reden zu Gott und sprechen im Geist Geheimnisse (Vers 2). Den Code des Sprachengebetes kann Satan nicht "knacken". Das Sprachengebet hat, wenn es regelmäßig geübt wird, einen glaubensstärkenden Effekt für einen selbst (Vers 4a). Als Geistesgabe, d.h. zum Nutzen aller in der Gemeinde, zählt es nur dort, wo es auch ausgelegt werden kann.

2. Auslegung des Sprachengebetes: Es handelt sich hierbei um eine inhaltliche Wiedergabe des Sprachengebetes, seltener um eine wörtliche. Die Inhalte empfängt der Auslegende meist in seinem Geist und gibt sie mit seinen Worten wieder. Deshalb muß die Wortzahl der Auslegung auch nicht immer mit der der Sprachenrede übereinstimmen. Fälle, wo ein Außenstehender die Sprache des Sprachengebetes beherrscht, aber weder der in Sprachen Redende, noch der Ausleger, bestätigen immer wieder die Echtheit dieser Gaben.

3. Weissagung und Prophetie: Worte, die Jesus durch den Heiligen Geist in die Situation redet. Weissagung hat immer drei Aspekte: Auferbauung, Ermahnung und Trost. Prophetie hat zusätzlich noch den Aspekt, daß zukünftige Dinge und Entwicklungen vorhergesagt werden. Sie besitzt damit schon Offenbarungscharakter (Offenbarung= Enthüllung von Verborgenem).

  • Offenbarungsgaben:

4. Wort der Weisheit: In Situationen, für die es kein biblisches Handlungsmuster gibt, zeigt diese Gabe den Weg, den Gott mit einzelnen oder seiner Gemeinde gehen will. Beispiel: Apg.15,5-12a

5. Wort der Erkenntnis: Der Heiligen Geist zeigt Sachverhalte, die derjenige, der diese Gabe empfangen hat, niemals wissen kann. Beispiel: Apg.5,1-5

6. Gabe der Geisterunterscheidung: Der Empfänger dieser Gabe sieht, ob das Reden oder Handeln von Personen aus dem Heiligen Geist, aus der Seele des Menschen, oder dämonischer Natur ist. Beispiel: Apg.16,16-18 Empfänger dieser Gabe können oft geistliche Kräfteverhältnisse konkret analysieren, bzw. geistliche Wesen, wie Engel und Dämonen sehen, oder ihre Anwesenheit klar erkennen.

  • Kraftgaben:

7. Gabe des Glaubens: Diese Gabe hat natürlich nichts mit dem Glauben an Jesus und sein Erlösungswerk zu tun, sie ist ein spezieller Glaube in speziellen Situationen - der Glaube, der Berge versetzt (Matth.17,20). Der Glaubende sieht, was Gott in dieser Situation vorbereitet hat und spricht deshalb gezielt in die Situation. Beispiel: Apg.27,21+22

8. Gabe der Wunderwirkungen: Empfänger dieser Gabe können verstärkt Situationen durch Wunder verändern. Beispiel: Apg.28,3-5

9. Gaben der Heilungen: Autorität über seelische und körperliche Leiden, oft sehr speziell, über das Maß von Mk.16,18b hinaus.

Geistesgaben sind Gaben (Geschenke), müssen aber erweckt und durch ständigen Gebrauch trainiert werden. (2.Tim.1,6 / 1.Tim.4,14)

9. Das Beten in Sprachen, Zeichen der Taufe in den Heiligen Geist ?

In der Apostelgeschichte werden uns fünf Begebenheiten geschildert, bei denen Menschen in den Heiligen Geist getauft wurden. In drei Berichten wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß das Reden bzw. Beten in Sprachen unmittelbare Auswirkung und Manifestation des Erfülltwerdens mit dem Heiligen Geist ist.

  • Zu Pfingsten: Und sie wurden alle mit Heiligem Geist erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist ihnen gab auszusprechen. Apg.2,4

  • Im Hause des Kornelius: Während Petrus noch diese Worte redete, fiel der Heilige Geist auf alle, die das Wort hörten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung (Judenchristen), so viele ihrer mit Petrus gekommen waren, gerieten außer sich, daß auch auf die Nationen die Gabe des Heiligen Geistes ausgegossen worden war, denn sie hörten sie in Sprachen reden und Gott erheben. Apg.10,45

  • In Ephesus: Und als Paulus ihnen die Hände aufgelegt hatte, kam der Heilige Geist auf sie, und sie redeten in Sprachen und weissagten. Apg.19,6

Bei den beiden anderen Berichten über die Taufe im Heiligen Geist ist es aus dem Zusammenhang der Schrift durchaus legitim zu folgern, daß auch hier diese Erfahrung mit dem Reden in Sprachen verbunden war.

  • In Samaria: Als die Apostel in Jerusalem gehört hatten, daß Samaria das Wort Gottes angenommen habe, sandten sie Petrus und Johannes zu ihnen. Als diese hinabgekommen waren, beteten sie für sie, damit sie den Heiligen Geist empfangen möchten; denn er war noch auf keinen von ihnen gefallen, sondern sie waren allein getauft auf den Namen des Herrn Jesus. Dann legten sie ihnen die Hände auf, und sie empfingen den Heiligen Geist. Als aber Simon sah, daß durch das Auflegen der Hände der Apostel der Geist gegeben wurde, brachte er ihnen Geld... Apg.8,14-18

Wir lesen hier daß Simon etwas sah, das den Empfang des Heiligen Geist manifestierte. Das beeindruckte ihn so stark, daß er die "Fähigkeit der Vermittlung des Heiligen Geistes" mit Geld erkaufen wollte. Was sah hier Simon? Woran erkannte er so deutlich, wer den Heiligen Geist empfangen hatte? Es muß mehr als der Ausdruck eines schönen inneren Erlebnisses, etwa großer Freude, gewesen sein, denn davon berichtet schon der Vers 8, vor dem Auflegen der Hände der Apostel. Es muß für den ehemaligen Zauberer ein auch für ihn sehr beeindruckendes Phänomen gewesen sein. Daß dieses Phänomen wahrscheinlich die Sprachenrede einschloß kann man aus folgenden Kriterien folgern:

1. Was war es sonst?

2. In den anderen drei Berichten der Apostelgeschichte wird ausdrücklich darauf hingewiesen. (Gesamtzusammenhang der Schrift)

3. Aus dem historischen Zeugnis der Kirchenväter, daß in Samaria in Sprachen gesprochen und gebetet wurde.

4. Es mußte eine klar erkennbare übernatürliche Manifestation gewesen sein.

5. Auch heute noch wird die Erfahrung der Taufe in den Heiligen Geist von den gleichen Manifestationen begleitet. (Beten in Sprachen)

  • Bei der Geistestaufe des Paulus: Ananias aber ging hin ... und er legte ihm die Hände auf und sprach: Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt ... damit du wieder sehend und mit Heiligem Geist erfüllt werdest. Apg.9,17

Von Paulus wissen wir, daß er mehr als andere in Sprachen betete (1.Kor.14,18). Auch ermutigte er in seinen Briefen die Gemeinden immer wieder das Beten in Sprachen zu praktizieren. (1.Kor.14,4+5, 39 / Röm.8,26 / Eph.6,18) Wann nun hatte Paulus das Sprachengebet empfangen, wenn nicht durch die Handauflegung des Ananias? Paulus ist es aber auch, der die Gabe der Sprachenrede deutlich von der Manifestation der Sprachenrede beim Empfang des Heiligen Geist unterscheidet. Für ihn muß jede Geistesgabe nach 1.Kor.12,7 zum Nutzen der gesamten Gemeinde einsetzbar sein. Das ist die Sprachenrede aber nur, wenn sie auch ausgelegt wird. D.h., dann kann sie zur Geistesgabe werden. Aber auch hier können bestimmte Personen vom Heiligen Geist besonders gebraucht werden, der Gemeinde das Reden Gottes durch diese Gabe zu vermitteln. So können wir auch verstehen, wenn Paulus schreibt:

... dem einen wird gegeben ... einem anderen mancherlei Zungenrede, einem anderen, die Gabe, sie auszulegen. Dies alles wirkt derselbe eine Geist und teilt einem jeden das Seine zu, wie er will. 1.Kor.12,10b+11 (Luther)

Aus diesem Text kann also nicht gefolgert werden, daß das Sprachengebet nicht für jeden Christen sei, sondern nur, daß nicht jeder es als Geistesgabe zum Nutzen der ganzen Gemeinde anwenden kann (z.B. dann nicht, wenn es niemand auslegen kann). Wäre dieser Text so gemeint, daß nur eine kleine Gruppe Gläubiger das Sprachengebet (bei Luther = Zungenrede) bekäme, stände dies im Wi­derspruch zu den Worten Jesu, wo er ohne Einschränkung sagte:

Diese Zeichen aber werden denen folgen, die glauben: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, sie werden in neuen Sprachen reden,... Mk.16,17

Da in der ersten Gemeinde jeder Gottesdienst gleichzeitig Evangelisation war, verweist Paulus mit Recht darauf, daß in der Gemeinde praktiziertes Sprachengebet ohne Auslegung für Nichtchristen mehr Befremdung als Überführung von Schuld auslösen würde. (1.Kor.14,18-28) Damit qualifiziert er aber nicht das Sprachengebet allgemein ab, sondern grenzt es nur in seiner Funktion von der Geistesgabe des Sprachenredens ab. Wie würde er sonst schreiben: Wer in Zungen redet, der erbaut sich selbst. Oder: Denn wer in Zungen redet, der redet nicht für Menschen, sondern für Gott; denn niemand versteht ihn, vielmehr redet er im Geist von Geheimnissen. 1.Kor.14,4a+2 Oder: Wie soll es denn nun sein? Ich will beten mit dem Geist (in Sprachen) und will auch beten mit dem Verstand. Ich will Psalmen singen mit dem Geist und will auch Psalmen singen mit dem Verstand. 1.Kor.14,15

Wollte Paulus uns die wunderbare Möglichkeit, sich durch Reden in Sprachen zu erbauen vorenthalten? Wollte er nicht, daß der Heilige Geist durch uns die Möglichkeit bekommt, seine geheimsten Anliegen Gott vorzubringen? Wohl kaum! Er weist uns gerade auf die aufbauende Wirkung dieses Geschenkes hin. Ähnliches sagt auch Judas in seinem Brief wenn er in Vers 20 schreibt: Ihr aber Geliebte, erbaut euch auf euren heiligsten Glauben, betet (genaue Übersetzung: betend) im Heiligen Geist. (nach 1.Kor.14,15 = Sprachengebet)

Durch das Sprachengebet erfüllt uns der Heilige Geist mit einem starken Bewußtsein der Gegenwart Gottes, das wiederum unseren Glauben und unser Vertrauen in bestimmten Situationen potenzieren kann. Nicht Gott kommt uns näher, er ist uns ja immer nah, sondern wir bringen ihm mehr Vertrauen entgegen. Dadurch kann er uns auch mehr beschenken.

Heute weiß die Wissenschaft, daß das Sprachzentrum Einfluß auf viele andere Nervenzentren besitzt. Über dieses Zentrum werden entscheidende Abläufe gesteuert. Ist unsere Sprache also solch eine Steuerzentrale, so ist es verständlich, daß der Heilige Geist uns gerade über unser Sprechen führen möchte. Dabei setzt er aber unseren Willen niemals außer Kraft.

Auch Jakobus hat den prägenden Einfluß des gesprochenen Wortes auf unser Leben erkannt, wenn er die Zunge mit einem Ruder am Schiff oder mit dem Zaumzeug für Zugtiere vergleicht. Er kommt schließlich zu der Einsicht, daß niemand die "Zunge zähmen kann" Lies Jak.3,1-12! Der Heilige Geist möchte den Widerspruch zwischen dem, was wir im Glauben bekennen, und unseren oftmals ganz und gar nicht frommen Äußerungen (Fluchen, schlechte Nachrede usw.) beseitigen, indem er mehr und mehr durch uns redet. Wo wir das Geschenk der Sprachenrede regelmäßig nutzen, werden wir eine große Hilfe zur Veränderung unseres Redens erfahren. Das bewirkt nach Jak.3,2 eine Veränderung unserer gesamten Persönlichkeit dem Willen Gottes entsprechend.

10. Das Sprachengebet - Hilfe zum Gebet

Das Sprachengebet kann uns in konkreten Situationen eine wichtige Hilfe sein, wenn wir nicht wissen, was wir beten sollen. Oft ist es uns Menschen nicht möglich, vollkommen den Plan Gottes zu verstehen, und entsprechend zu bitten. Durch das Gebet in Sprachen vertritt uns der Geist im Gebet so, wie es Gott gefällt und seinem Plan entspricht.

Ebenso aber nimmt auch der Geist sich unserer Schwachheit an, denn wir wissen nicht, was wir bitten sollen, wie es sich gebührt, aber der Geist selbst verwendet sich für uns in unaussprechlichen Seufzern. Der aber die Herzen erforscht, weiß, was der Sinn des Geistes ist, denn er verwendet sich für Heilige Gott gemäß. Röm 8,26+27

Auch Paulus schreibt über die Bedeutung des Sprachengebetes nach der Beschreibung der geistlichen Waffenrüstung in Eph.6,18: Mit allem Gebet und Flehen betet zu jeder Zeit im Geist. Diese Möglichkeit des Gebetskampfes steht jedem geistgetauften Christen zur Verfügung, ganz gleich, wie lange er schon gläubig ist. Als besonders wirksam habe ich das Sprachengebet auch immer wieder in der unmittelbaren Konfrontation mit der Welt des Satans erlebt.

Wie in der o.g. Bibelstelle werden wir auch in 1.Thess.5,17 und in Luk.21,36 immer wieder aufgefordert ständig, überall und immer zu beten. Das ist mit dem Verstand überhaupt nicht menschenmöglich, da wir ja z.B. auf Arbeit auch an anderes denken müssen, oder beispielsweise nachts schlafen müssen. Sollen diese Aufforderungen nicht überhöhte Forderungen und damit Illusion für die Masse der Christen bleiben, muß es noch einen anderen Weg geben.

Dieser Weg ist das Sprachengebet. Ich habe oft erlebt, daß , wenn ich in Sprachen betend eingeschlafen bin, ich in der Nacht oder am Morgen in Sprachen betend aufwachte. Auch kann man sich zur Gewohnheit machen, beim Autofahren, beim Gartenumgraben, beim Abwasch und ähnlichen Beschäftigungen in Sprachen zu beten, so, daß es nach einer Weile in uns betet, ohne daß wir es manchmal registrieren. Das bedeutet aber nicht, daß es etwas Zwanghaftes wäre, das uns überkommt, und wir nicht abstellen könnten. Der Heilige Geist wird uns niemals Dinge überstülpen, die wir im tiefsten Herzen gar nicht wollen!

Zusammenfassung:

  • Die Taufe im Heiligen Geist macht uns zu Überwindern.

  • Sie ist die Voraussetzung, den Auftrag Jesu auf dieser Erde zu erfüllen. Wir sollen sein Werk mit der gleichen Ausrüstung zu Ende führen, die Jesus bekam. Nur so können wir die gleichen Resultate bringen. Das ist seine Erwartung an uns.

  • Die Taufe im Heiligen Geist bezeichnet den Beginn des übernatürlichen Dienstes durch die Gaben des Heiligen Geistes zur Auferbauung der Gemeinde.

  • Überall, wo die Bibel von der Ausgießung des Heiligen Geistes berichtet, ist entweder von Sprachengebet direkt die Rede, oder man kann es aus dem Zusammenhang schließen.

11. Woher weiß ich, daß das Empfangene wirklich von Gott ist?

Und ich sage euch auch: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan.

Wo ist unter euch ein Vater, der seinem Sohn, wenn der ihn um einen Fisch bittet, eine Schlange für den Fisch biete? Oder der ihm, wenn er um ein Ei bittet, einen Skorpion dafür biete? Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben geben könnt, wieviel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten! Luk.11,9-13

Schlangen und Skorpione sind biblische Bilder für Dämonen (vergl. Luk.10,19). Jesus selber fragt sich bestürzt, was Menschen für ein Gottesbild haben müssen, die glauben, daß der Vater im Himmel ihnen auf ihre kindliche Bitte um den Heiligen Geist hin Dämonen sendet.

Es gibt verschiedene Theologien, die beweisen wollen, daß das Sprachengebet und die Geistesgaben wie sie in 1.Kor.12,8ff aufgezählt sind, entweder heute nicht mehr nötig oder sogar dämonischer Natur sind. Um das zu beweisen beruft man sich auf 1.Kor.13,8-10. Hier wird vom Aufhören der prophetischen Rede, der Sprachenrede und der Erkenntnis gesprochen, weil diese Stückwerk sind. In Vers 12 sagt aber Paulus, daß erst, wenn wir Jesus von Angesicht zu Angesicht sehen (Wiederkunft Jesu) diese Dinge aufhören, nicht wie behauptet im 2. oder 3.Jh. nach Christus, oder nachdem der Kanon des NT zusammengestellt war. Schließlich würde sonst auch die Erkenntnis aufhören, für Theologen ein schmerzlicher Gedanke.

Weder Jesus noch die Apostel sprachen sonst jemals von einem Aufhören der Geistesgaben und des Sprachengebetes. Auch wenn sich der Heilige Geist durch eingeflossene Irrlehren während der Kirchengeschichte oft zurückzog, ist das kein Grund das Fehlen von Geistesgaben in der Gemeinde theologisch festzuschreiben. Die Prophetie in Joel 3 bezieht sich im Zusammenhang gelesen (Vers 4+5) auf die allerletzte Zeit, d.h. wir haben noch einen verstärkten Zuwachs an diesen Gaben in der Gemeinde vor der Wiederkunft Jesu zu erwarten. Diese Gaben auszuschlagen, bedeutet bei der letzten großen Ernte mit dem Taschenmesser anzutreten, wo uns Gott doch einen Mähdrescher dazu zur Verfügung stellt. Die Taufe im Heiligen Geist ist die Tür zu diesen Gaben. Sie machen uns nicht in erster Linie zu besseren Christen, sondern sind die Ausrüstung der Gemeinde, um den Missionsauftrag überhaupt erfüllen zu können. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, daß weltweit gesehen die "pfingstlich ausgerichteten" Gemeinden am schnellsten wachsen und missionarisch die aktivsten sind.

12. Wie empfange ich die Taufe im Heiligen Geist

Wenn du wiedergeboren bist, und dir diese Erfahrung fehlt, so brauchst du Jesus nur im Vertrauen darauf, daß er dieses Gebet mit Freuden erhört, zu bitten. Du darfst beginnen in einer fremden Sprache zu sprechen. Bedenke dabei: der Heilige Geist wird dich nicht vergewaltigen, er wird nur das tun, wozu du ihm die Freiheit gibst. ( ... und sie fingen an zu predigen in anderen Sprachen.) Du kannst diese Erfahrung durch Handauflegung anderer geistgetaufter Geschwister machen,

Gott kann es dir aber auch als Antwort auf dein Gebet souverän geben. Wichtig ist, daß man Vergebung seiner Schuld empfangen hat. Noch vorhandene Bindungen sollten vorher in der Seelsorge gelöst werden. Hast du den Heiligen Geist in dieser Weise empfangen, bete viel in deiner neuen Sprache. Wenn du beim Einladen des Heiligen Geistes nicht gleich etwas spürst, ist das nicht ein Zeichen, daß er nicht kommt. Empfange das, was du von Gott erbeten hast im Glauben auf der Grundlage seiner Verheißungen. Nicht unser Gefühl, sondern unser Glaube empfängt die Verheißungen Gottes. Jeder Mensch reagiert anders auf das Kommen des Geistes, weil jeder eine andere seelische Struktur hat. Wisse, daß Gott das Gebet um den Heiligen Geist mit Freuden erhört, weil er dadurch in deinem Leben verherrlicht wird.

Fragen zum Thema VI:

Wer ist der Täufer mit dem Heiligen Geist?

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Warum wird der Empfang des Heiligen Geistes als Taufe bezeichnet?

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Warum nannten sich Paulus, Petrus und Johannes Sklaven Christi, obwohl sie doch Jesus aus der Sklaverei der Sünde befreit hatte und sie seine Freunde nannte?

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Warum ist Wiedergeburt und die Taufe in den Heiligen Geist nicht dasselbe?
Belege diesen Sachverhalt mit biblischen Beispielen!

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Welche von den hunderten von Verheißungen des AT bezeichnete Jesus als die Verheißung des Vaters?
Was ist das besondere an dieser Verheißung?

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Warum sandte Jesus die Jünger nicht sofort nach seiner Auferstehung als Zeugen in die Welt?
Warum sollten sie in Jerusalem warten?

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Was bewirkt der Empfang des Heiligen Geistes in Druck- und Verfolgungssituationen?
Nenne Beispiele aus der Bibel oder der Kirchengeschichte!

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Warum erwartet Jesus von seinen Jüngern die gleichen Werke und noch größere, als er selber tat?

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Woran wird ersichtlich, daß sich Jesus keine Privilegien an Kraft und Vollmacht aus dem Himmel mitbrachte, obwohl er Gottes Sohn war, sondern in der gleichen Ausrüstung wirkte, die er auch seinen Jüngern verhieß?

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Nenne die 9 Gaben des Geistes aus 1.Kor.14 und erläutere sie kurz !

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Nenne den Unterschied zwischen der Gabe des Sprachenredens und dem Sprachengebet als Manifestation und Erbauung des einzelnen Gläubigen!

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Aus welchen Bibelstellen können wir entnehmen, daß das Sprachengebet ein Geschenk für jeden Gläubigen ist? Was bewirkt es? Hast du persönliche Erfahrungen in diesem Bereich gemacht?

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Warum ist das Sprachengebet eine wichtige Hilfe für unser Gebetsleben?

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Erkläre, warum es völlig unbiblisch ist, zu glauben, daß der Gebrauch von Gaben wie Sprachengebet, Weissagung und Prophetie, die Gaben der Heilungen u.a. nach der Zusammenstellung der biblischen Bücher im 2./3.Jh. n. Chr. nicht mehr nötig oder gar schädlich sein sollen!

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Wie empfängt man die Taufe in den Heiligen Geist? Was sind die Voraussetzungen?

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Anhang

Informationen zum Grundlagenseminar

Mit freundlicher Genehmigung
des Autors Alf Mudrich,
Josua-Gemeinde Bautzen,

http://www.josua-gemeinde-bautzen.de
in das Microsoft Reader Format konvertiert, von
Bernd Amann
Jesus Christus Evangeliumsdienst

Kamp-Lintfort
http://www.jesus-christus-evangelium.de/

Das Grundlagenseminar besteht aus insgesamt 10 Themen:
Thema I
Die Autorität der Bibel
Thema II
Die Botschaft vom Kreuz
Thema III
Begräbnis und Auferstehung Jesu
Thema IV
Die neue Geburt
Thema V
Taufe
Thema VI
Die Taufe mit dem Heiligen Geist
Thema VII
Leben mit dem Heiligen Geist
Thema VIII
Der Kampf des Christen
Thema IX
Wiederkunft Jesu
Thema X
Christ und Gemeinde

Diese 10 Themen im htm-Format und im Microsoft Reader-Format können Sie auf unserer Internetseite downloaden:
http://www.jesus-christus-evangelium.de/Grundlagenseminar.htm

Alle 10 Original-Themen im pdf-Format können Sie auf der Internetseite der Josua-Gemeinde Bautzen downloaden:
http://www.josua-gemeinde-bautzen.de/Publikation/publikation.html

Verantwortlich für den Inhalt dieser Homepage ist:

Bernd Amann, 47475 Kamp-Lintfort, Krokusweg 6

E-Mail: webmaster@jesus-christus-evangelium.de
02842-9299940