Seminar-Info

Grundlagenseminar

Alf Mudrich
Josua-Gemeinde Bautzen
Dr.-Peter- Jordan- Str. 9
02625 Bautzen


T h e m a IX

iederkunft Jesu

Inhaltsverzeichnis:

Einführung

1. Chronologie der Endzeit

2. Israels Berufung

3. Die siebzig Jahrwochen

4. Die Sicht der Propheten des AT

5. Die Zeit der Gemeinde

6. Die sieben Sendschreiben
6.1. Die Gemeinde in Ephesus
6.2. Die Gemeinde in Smyrna
6.3. Die Gemeinde in Pergamon
6.4. Die Gemeinde in Thyatira
6.5. Die Gemeinde in Sardes
6.6. Die Gemeinde in Philadelphia
6.7. Die Gemeinde in Laodizea

7. Die Entrückung

8. Der Richterstuhl Christi

9. Die Herrschaft des Antichristen

10. Die Hure Babylon

11. Die letzten sieben Jahre
11.1. Die Siegelgerichte
11.2. Die Posaunengerichte
11.3. Die sieben Zornesschalen

12. Die Wiederkunft Jesu in Herrlichkeit

13. Die erste Auferstehung

14. Das Gericht über die lebenden Völker

15. Das tausendjährige Friedensreich

16. Die Auferstehung zum Gericht

17. Der neue Himmel und die neue Erde

Fragen zum Thema IX

Thema IX: Die Wiederkunft Jesu

Einführung

Jesus verhieß seinen Jüngern kurz vor seiner Kreuzigung, daß er wiederkommen werde.

Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin. Joh.14,3

Denn ich werde alle Nationen sammeln zum Kampf gegen Jerusalem. Und die Stadt wird erobert... Dann wird der Herr ausziehen und gegen jene Nationen kämpfen am Tage der Schlacht. Und seine Füße werden stehen zu der Zeit auf dem Ölberg, der zu Jerusalem liegt, nach Osten hin. Und der Ölberg wird sich in der Mitte spalten... Da wird dann kommen der Herr, mein Gott, und alle Heiligen mit ihm. Sach.14,2-5 (mit Auslassungen)

Wenn aber der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit, und alle Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Thron seiner Herrlichkeit, und alle Völker werden vor ihm versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet.... Und sie werden hingehen, diese zur ewigen Strafe, aber die Gerechten in das ewige Leben. Matth.25,31 / 32+46

Über kaum ein Thema gibt es so viele verschiedene Aussagen in der Bibel, wie zur Wiederkunft Jesu. Daraus resultieren die unterschiedlichsten Vorstellungen zum Ablauf der letzten Ereignisse, die nach dem Zeugnis der Bibel von einem ganz klaren Eingreifen Gottes in die Menschheitsgeschichte geprägt sein werden. Jeder Mensch wird Gott gegenüberstehen, entweder zum Gericht, oder um ewig mit ihm zu leben.

Die vielen einzelnen Aussagen der Bibel zur Wiederkunft Jesu sind wie viele verschiedene Puzzleteile, die wir zusammenstellen müssen, um eine inhaltlich und chronologisch geschlossene Gesamtschau der letzten Ereignisse zu erhalten.

Die Vielfalt der einzelnen Aussagen hat viele dazu bewogen, einer solchen Gesamtschau skeptisch gegenüberzustehen. Auch der Mißbrauch durch Sekten, welche Bibelstellen mit endzeitlichem Charakter falsch interpretieren, ist ein Grund dafür, daß sich die Christenheit heute so wenig mit der Wiederkunft Jesu beschäftigt. Dabei wird gerade denen ein ganz besonderer Segen verheißen, die sich mit den Weissagungen der Bibel für die letzte Zeit beschäftigen (Dan.12,4 / Off.1,3).

Interessanterweise sind es gerade diese Bücher, die der Satan besonders fürchtet. Wie ist es sonst zu verstehen, daß es z.B. in China laut Religionsgesetz verboten ist, über das Buch Daniel und die Offenbarung des Johannes zu predigen?

Wer sich mit den Aussagen der Bibel zur Wiederkunft Jesu, bzw. zur letzten Zeit beschäftigt, erkennt im ganzen Umfang, was Jesus für ihn getan hat. Er wird frei von allen Zukunftsängsten, bekommt geistliche Perspektive für sein Leben, und kann die Erscheinungen unserer Zeit besser einordnen. Vor allem erhält er ein Grundvertrauen zur Wahrhaftigkeit des Wortes Gottes und einen unerschütterlichen Glauben an den letzten Sieg Gottes. Das wiederum schafft Glauben an den Sieg Gottes im Alltag.

So wie wir bei einem Puzzle mit dem Rahmen beginnen, wollen wir das auch hier tun. Jesus kommt wieder als Bräutigam, als König Israels und als Richter aller Völker.
Als Bräutigam wird Jesus seine Braut, die Gemeinde zu sich nehmen (siehe Joh.14,3). Als Messias und König Israels wird Jesus sein Volk retten und das Reich für Israel tausend Jahre lang wiederaufrichten. Schließlich wird er Gericht halten über alle Menschen und Völker.


1. Chronologie der Endzeit

Viele Christen stellen sich die Wiederkunft Jesu als ein einziges punktuelles Ereignis vor. Die Bibel redet aber von verschiedenen Ereignissen, Zeitpunkten und Begleitumständen. Um alle Bibeltexte zur Wiederkunft einordnen zu können, ist es wichtig zu fragen: Für wen kommt Jesus hier wieder? Kommt er als Bräutigam, um seine Gemeinde zu sich zu holen? Kommt er, um sein Volk Israel zu erretten und das Reich Davids wiederzuerrichten - als König Israels und Herrscher über alle Völker? Oder kommt er als Richter der Welt, um die Menschen aller Zeiten zu richten?

Das nächste Ereignis, das wir als Kinder Gottes erwarten dürfen, ist die sog. Entrückung. Darunter versteht man die Wiederkunft Jesu, um seine Gemeinde zu sich zu nehmen. Diese unterscheidet sich von der Wiederkunft, die für alle lebenden Menschen sichtbar sein wird dadurch, daß die Begegnung in der Luft stattfindet, und sie nur für die Beteiligten sichtbar sein wird. Jesus wird im Gegensatz zu seinem Kommen in Macht und Herrlichkeit (auf dem Ölberg - siehe Sach.14,4) seinen Fuß nicht auf diese Erde setzen. Mit der Entrückung endet das Zeitalter der Gemeinde, das zu Pfingsten begann.

Nun schließt sich eine siebenjährige Trübsalzeit an, die besonders in der zweiten Hälfte alles dagewesene Leid überbieten wird. In diese Zeit fallen die Herrschaft des Antichristen, sowie die Gerichte Gottes, die in Off.4-19 eingehend beschrieben sind. Diese Zeit wird mit einem gewaltigen militärischen Aufmarsch verschiedener Nationen gegen Jerusalem beendet. Die nun folgende Schlacht entscheidet Jesus durch sein sichtbares Erscheinen auf dem Ölberg.

Nach dem Gericht über die Völker, dem Gericht über den Antichrist und dem Binden des Satans wird sich ganz Israel zu Jesus bekehren Röm.11,25+26 / Sach.12,9+10. Die seit der Entrückung meist als Märtyrer gestorbenen Gerechten, sowie die Gläubigen des AT werden auferstehen. Ein tausendjähriges Friedensreich folgt, in dem Jesus als König Israels herrschen wird, als Erfüllung des AT. Jedem Menschen wird die Weisheit der Gesetze Gottes deutlich. In den jüdischen Gottesdienstformen wird im wiedererrichteten Tempel das Erlösungswerk Jesu für jeden erkennbar.

Nach diesen tausend Jahren wird der Satan noch einmal losgelassen, um die Völker zu verführen. Sie werden wiederum heraufziehen gegen Jerusalem, Feuer wird vom Himmel fallen und sie verzehren. Satan wird für immer in den Feuersee geworfen, und die Toten, die nicht an Gott geglaubt hatten, werden wieder lebendig und nach ihren Werken gerichtet Off.20. Die Gemeinde, das neue Jerusalem, kommt vom Himmel herab, und Gott wird auf der erneuerten Erde in Ewigkeit Gemeinschaft mit uns Menschen haben.

Viele Christen sind sich nicht sicher, ob eine solche Chronologie der letzten Ereignisse wirklich so aus der Bibel herauszulesen ist oder nur eine Wunschvorstellung, um die verschiedenen Aussagen zur Wiederkunft miteinander in Einklang zu bringen. Die Bibel spricht in der Offenbarung deutlich von aufeinanderfolgenden Abläufen. Die Worte"nach diesem..." (Off.4,1 / 7,1 / 7,9 / 15,5 / 18,1 / 19,1) bezeugen klar eine zeitliche Abfolge. Es ist ein heilsgeschichtlicher Tatbestand, daß die Gläubigen die Weissagungen um so konkreter verstehen, je näher die Zeit rückt. Der Heilige Geist offenbart Zusammenhänge und Abläufe gerade für die Generationen, die unmittelbar davor stehen. So verstehen wir auch, daß Paulus als Heidenapostel viel größere Offenbarungen über die heilsgeschichtliche Zukunft von Heiden und Juden hatte, als die anderen. (Siehe Röm.9-11 !)

Während die Propheten des AT das erste Kommen Jesu vor 2000 Jahren mit der Wiederkunft Jesu verbanden, und damit ca. 2000 Jahre übersprangen (z.B. Sach.9,9+10 ), lehrte Jesus, daß er noch einmal wiederkäme. Wir können heute verschiedene Abläufe zwischen Entrückung und der neuen Erde erkennen, zwischen denen über tausend Jahre liegen werden.

Beispiel: Man kann die biblische Erkenntnisfindung mit einer Wanderung in den Alpen vergleichen. Sieht man die Alpen vor sich, scheinen alle Berge auf einer Geraden zu liegen. Erst wenn man einen Berg ersteigt, erkennt man die Entfernungen zwischen den nächstliegenden Bergen. (Dan.12,4)

2. Israels Berufung

Gott hat sich das Volk Israel berufen, um seine Herrlichkeit unter allen Völkern zu offenbaren. Statt dessen lief Israel den Götzen der Völker nach, die Gott vor Israel wegen seiner okkulten religiösen Praktiken ausgerottet hatte. Es verwarf die direkte Führung Gottes (Theokratie) und erbat sich einen König. Nach der Herrschaft der Könige David und Salomo (ca. 1000 J.v.Chr.) mußte Gott die Nation teilen. Es gab nunmehr ein Reich Juda mit der Hauptstadt Jerusalem (Stämme Juda und Benjamin) und ein Reich Israel mit der Hauptstadt Samaria (restliche 10 Stämme).

In beiden Reichen wechselten Zeiten des Abfalls mit Zeiten der Hinwendung zu Gott, entsprechend der Gesinnung der herrschenden Könige. Immer wieder ließ Gott seinem Volk Gefangenschaft ankündigen, wenn es nicht zu ihm umkehren würde. Da aber keine dauerhafte Umkehr in beiden Reichen zu erkennen war, und Israel sich in seiner Gottlosigkeit nicht mehr von den Völkern ringsherum unterschied, gab Gott das Nordreich (Israel) 722 v.Chr. in die Assyrische Gefangenschaft. Eine Generation später folgte das Reich Juda. König Nebukadnezar eroberte 587 v.Chr. Jerusalem und verschleppte die Juden nach Babylon. Nun begann ein Zeitabschnitt, den die Bibel die "Zeit der Heiden" nennt Luk.21,24 / Röm.11,25. Weltreiche entstanden.

Gott offenbarte seine Herrlichkeit der Welt nicht mehr durch einen Staat, sondern durch sein Volk (im AT die Juden, im NT die Gemeinde), das innerhalb dieser Reiche Gott als seinen Herrn bezeugte. Die Zeit der Heiden wird erfüllt sein, wenn Israel als Volk wieder in seine Berufung eingesetzt wird, die Herrlichkeit Gottes aller Welt zu bekunden (nach der Entrückung der Gemeinde).

Unter den in die babylonische Gefangenschaft verschleppten Juden war ein junger Mann, der durch sein festes Vertrauen auf Gott die höchsten politischen Ämter in mehreren Reichen unter verschiedenen Herrschern innehatte - Daniel. Ihm gab Gott als einzigen Propheten des AT eine vollständige Gesamtschau über das Schicksal des Volkes Israel und die aufeinanderfolgenden Weltreiche bis zum Ende der Welt. Das Buch Daniel ist demzufolge die alttestamentliche Entsprechung und Ergänzung zur Offenbarung des Johannes. Während Johannes die letzte Zeit in Bezug auf die Gemeinde, auf Israel und die ganze Welt sah, wurden Daniel, wie auch allen anderen Propheten des AT nur die Ereignisse in Bezug auf das Volk Israel offenbart. Darum erfahren wir aus dem Buch Daniel nichts über die Zeit der Gemeinde, sondern nur über die Zeit nach der Entrückung, wenn in Israel wieder "Heilsgeschichte" geschrieben wird, d.h. Israel in seine ursprüngliche Berufung eingesetzt wird (Dan.10,14 / 8,17-19+26b / Röm.11,26). Dabei sind uns die konkreten historischen Abläufe, die sich bis jetzt, entsprechend den Weissagungen Daniels korrekt so vollzogen haben, wie Daniel es vorhergesagt hatte, eine in der Geschichte einmalige Garantie, daß auch die sehr konkret beschriebenen Ereignisse der letzten Zeit sich entsprechend erfüllen werden.

Ein Beispiel dafür ist die Schau der aufeinanderfolgenden Weltreiche in Form eines Standbildes. Lies dazu Dan.2 ! Daniel beschreibt darin das babylonische Weltreich als goldenes Haupt, das folgende medo-persische Reich als silberne Brust und Arme (2 Arme - Sinnbild für Medien und Persien), das griechische Weltreich als kupferne Lenden, das Römische Weltreich als eiserne Füße (auch hier deuten die zwei Füße auf die Teilung von Ost- und Westrom). Als letztes sehen wir zehn Zehen, die wiederum auf einen Zehnstaatenbund hinweisen, der, weil in der Offenbarung des Johannes für die Zeit nach der Entrückung der Gemeinde beschrieben, noch nicht existiert, aber als Fortführung des Römischen Reiches die letzte Zeit der Weltgeschichte vor der Wiederkunft Jesu bestimmen wird. Zur Zeit dieses europäischen Staatenbundes sah Daniel einen Stein vom Himmel kommen, der das Bild an den Zehen traf, es zermalmte, und zu einem großen Berg wurde (Hinweis auf den Berg Zion als Zentrum der Königsherrschaft Jesu im tausendjährigen Reich).

In Dan.7 werden diese vier Reiche anhand von vier Tieren noch konkreter beschrieben. In Dan.8 folgt ebenfalls eine konkrete Beschreibung der Reiche Persien, Griechenland und der daraus entstandenen Diadochenreiche. In Dan.9 sehen wir, wie ernst Daniel selber Weissagungen mit konkreten Zahlenangaben nimmt.

Die in Jer.29,10 prophezeite Zeitspanne der Gefangenschaft seines Volkes nimmt Daniel zum Anlaß, Gott unter Fasten und Gebet um Offenbarung für den weiteren Weg seines Volkes zu bitten. Bestimmt bewegt ihn die Frage, wie sich die Weissagungen der Propheten über den kommenden Gesalbten (Messias) und seine Weltherrschaft von Jerusalem aus, unter den gegenwärtigen Umständen der babylonischen Gefangenschaft, noch erfüllen können (Jes.42,4). Was er empfängt, ist eine detaillierte Beschreibung der Zukunft seines Volkes für die Zeiten, in denen Israel heilsgeschichtliche Bedeutung hat. Dan.9,24-27 ist ein Schlüssel zum Verständnis aller Endzeitbeschreibungen der Bibel. Deshalb werden wir uns mit diesem Text besonders beschäftigen:

3. Die siebzig Jahrwochen

24. Siebzig Wochen sind verhängt über dein Volk und über deine heilige Stadt; dann wird dem Frevel ein Ende gemacht und die Sünde abgetan und die Schuld gesühnt, und es wird ewige Gerechtigkeit gebracht und Gesicht und Weissagung erfüllt und das Allerheiligste gesalbt werden.

25. So wisse nun und gib acht: Von der Zeit an, als das Wort erging, Jerusalem werde wieder aufgebaut werden, bis ein Gesalbter, ein Fürst kommt,* sind es sieben Wochen; und zweiundsechzig Wochen lang wird es wieder aufgebaut sein (*Septaguinta+Vulg. übersetzen: sind es sieben Wochen und zweiundsechzig Wochen.) mit Plätzen (Märkten) und Gräben (Stadtmauern), wiewohl in kummervoller Zeit.

26. Und nach den zweiundsechzig Wochen wird ein Gesalbter ausgerottet werden und nicht mehr sein. Und das Volk eines Fürsten wird kommen und die Stadt und das Heiligtum zerstören, aber dann kommt *das (*Elb: sein) Ende durch eine Flut, und bis zum Ende wird es Krieg geben und Verwüstung, die längst beschlossen ist. 27.*Er wird aber vielen den Bund schwer machen (*Elb: Und stark machen wird er einen Bund für die Vielen) eine Woche lang. Und in der Mitte der Woche wird er Schlachtopfer und Speisopfer abschaffen. Und im Heiligtum wird stehen ein Greuelbild, das Verwüstung anrichtet, bis das Verderben, das beschlossen ist, sich über die Verwüstung ergießen wird.

Daniel bekommt als Antwort die Zusicherung, daß in siebzig Wochen die Weissagung erfüllt (Weissagungen der Propheten über das kommende Friedensreich und die Wiederherstellung des Reiches David unter dem Messias), das Allerheiligste wieder gesalbt und die Schuld Israels gesühnt sein würde. Daß das hebr. Wort "shabua" nicht Wochen mit sieben Tagen meint, zeigt sich daran, daß das gleiche Wort in 1.Mose 41,26 mit Jahren übersetzt wird. Es bedeutet soviel, wie eine Periode von sieben Zeiteinheiten, in diesem Falle von sieben Jahren. Eine solche Periode entspricht auch dem in 3.Mose 25,3+4 gebotenen Sabbatjahr des Volkes Israel. Gott redet hier also von einer konkreten Zeit von 70 mal 7 Jahren (=490 J.). Diese Zeit wird in drei Abschnitte eingeteilt:

1. 7 Jahrwochen = 49 Jahre (Vers 25b)
2. Plus 62 Jahrwochen (434 Jahre) = 483 Jahre (Vers 25c)
3. Plus eine Jahrwoche = 7 Jahre (Vers 27)

Um eine exakte Rechnung zu erhalten müssen wir das jüdische Jahr, das nach Mondumläufen gezählt, 360 Tage hatte, in ein Sonnenjahr unseres Kalenders, einschließlich der Schaltjahre umrechnen. Beginn dieser Rechnung ist nach Vers 25a der Befehl zum Wiederaufbau der Stadt Jerusalem. Am 14.März, 445 v.Chr. gab der persische König Artaxerxes Nehemia den Befehl, Jerusalem wieder aufzubauen, was dann in mühevoller Arbeit auch geschah (Lies im Buch Nehemia!).

Neunundvierzig Jahre später war die Stadt aufgebaut, der letzte der Propheten des AT- Maleachi weissagte in dieser Zeit (erster Abschnitt von sieben Jahrwochen). Nun folgte eine Zeit von ca. 400 Jahren, in der Gott nicht mehr durch Propheten zu seinem Volk sprach.

Entsprechend dieser Rechnung wäre Jesus am 6.April 32 n.Chr., genau 69 Jahrwochen, bzw. 483 Jahre nach dem Erlaß des Artaxerxes zum Wiederaufbau Jerusalems (Schaltjahre eingeschlossen), auf einem Esel in Jerusalem eingezogen. Die Ablehnung Jesu als Messias (=Gesalbter) hatte die Zerstörung Jerusalems und die Vertreibung der Juden über die ganze Welt, wie auch die völlige Verwerfung Israels für eine bisher fast 2000 Jahre anhaltende Zeit zur Folge (Matth.21,43). Diese Zeit, das Zeitalter der Gemeinde, wird mit der Entrückung der Gemeinde beendet sein. Das Gericht über das Volk Israel hatte also mehrere Stufen:

1. Die Babylonische Gefangenschaft - seitdem war das Volk Israel nie mehr frei von Fremdherrschaft - sein Staatswesen konnte nicht mehr Vorbild für die Völker sein. Die "Zeit der Heiden" begann.

2. Gott hörte nach dem Auftreten des Propheten Maleachi auf, direkt zu seinem Volk zu reden. Etwa 400 Jahre lebte das Volk ohne direkte Weisungen Gottes durch die Propheten.

3. Die Ablehnung des Messias und der Apostel führten dazu, daß Gott sich ein neues Volk als Heilsträger (Werkzeug zur Umsetzung seines Willens auf der Erde) aus allen Nationen berief - die Gemeinde.

4. Die totale Zerstörung Jerusalems durch Titus im Jahre 70 n.Chr. und die anschließende Verfolgung, Diskriminierung und Zerstreuung der Juden über die ganze Welt. Hiervon redet Dan.9,26b+c.

5. Eine letzte Zeit von sieben Jahren, die im Vers 27 beschrieben wird, in der Israel unvorstellbares Leid, Krieg und Verhöhnung seines Glaubens erfährt. Diese Zeit wird in zwei mal dreieinhalb Jahre geteilt (...in der Mitte der Woche ), von denen die letzten dreieinhalb Jahre davon geprägt sein werden, daß ein Herrscher mit dem Israel einen siebenjährigen Bund schließen wird, den jüdischen Gottesdienst abschaffen, und sich selber als Gott verehren lassen wird. Dieser Herrscher ist der Antichrist. Die dreieinhalb Jahre in Dan.9,27 sind identisch mit den Zeitangaben in Dan.12,7 / Off.11,2+3 / 12,6+14 / 13,5.

Die Punkte 1-4 haben sich bereits erfüllt. Damit wurden die Weissagungen aus Dan.9 bis zur 69. Jahrwoche exakt bestätigt. Wir sehen aber, daß sich der Vers 27, der sich auf die 70. Jahrwoche bezieht noch nicht erfüllt hat. Daß die Offenbarung in Kapitel 4-19 diese letzten sieben Jahre vor der Wiederkunft Jesu in Herrlichkeit so breit konkretisiert, zeigt uns ebenfalls, daß diese Zeit noch in der Zukunft liegt. Zwischen der 69. und 70. Jahrwoche erkennen wir eine Zeitspanne von bisher fast 2000 Jahren, die in den Prophetien sämtlicher Propheten des AT unberücksichtigt bleibt - die Zeit der Gemeinde. Wie kann man diesen "toten Winkel" in der Sicht der Schreiber des AT verstehen?

4. Die Sicht der Propheten des AT

Die Bibel schreibt nicht Menschheits- sondern Heilsgeschichte. D.h., daß Zeiten, in denen Gottes Volk nicht in der Berufung Gottes lebt, von der Bibel nicht berücksichtigt werden. Die Seher des AT sahen die Heilsgeschichte Israels als eine ununterbrochene Linie. Die Zeiten, in denen die Berufung vom Volk Israel genommen wurde (Zeit der Gemeinde), waren für sie nicht erkennbar. Darum stehen bei vielen Propheten des AT Weissagungen, die sich mit dem ersten Kommen Jesu bereits erfüllt haben, direkt neben solchen, deren Erfüllung wir beim zweiten Kommen Jesu erwarten.

Biblische Beispiele belegen, daß Gott auch an anderen Stellen die Zeiten nicht in seinen Rechnungen berücksichtigt, die sein Volk, herausgefallen aus der Berufung, in der Sklaverei verbrachte.

In 1.Kön.6,1 heißt es z.B., daß Salomo den Tempel im 480. Jahr nach dem Auszug Israels zu bauen begann. Rechnet man nach, erkennt man, daß es 594 Jahre waren, wobei sich der Überschuß von 114 Jahren (Zeiten außerhalb der Berufung Gottes) durch 111 Jahre der Knechtschaft Israels unter fremden Völkern, und den drei Jahren unter der widerrechtlichen Herrschaft des selbsternannten Königs Abimelech erklärt. In diesen AT Chroniken zeigt sich auch für uns das Wesen Gottes. Werden wir einmal bei ihm sein, wird er nur noch die Zeiten kennen, die wir im Geist gelebt haben, Zeiten unter der Herrschaft der Sünde sind aus dem Gedächtnis Gottes ausradiert.

Wird Israel wieder in seine Berufung eingesetzt, werden auch die äußeren Umstände einer Fortführung der damals abgebrochenen Heilsgeschichte Israels entsprechen, d.h.:

1. Es wird wieder ein Weltreich geben, eine Weiterführung des Römischen Reiches auf dessen Territorium Off.17,8 / Dan.7,7+8, in dem man unschwer die Vereinigten Staaten Europas erkennen kann.

2. Israel wird wieder im Land sein und einen Bund von sieben Jahren mit diesem Weltreich schließen Dan. 9,27.

3. Der Tempel wird wieder gebaut Hes.40-48 und der jüdische Opfergottesdienst wieder praktiziert Dan.9,27b.

Wir erkennen also auch an den geschichtlichen Umständen, daß Gott mit seinem Volk Israel genau an der Stelle weitermacht, an der er die Berufung von ihm genommen hatte. Die Verhältnisse am Ende der 69. Jahrwoche (Kreuzigung Jesu) werden denen zu Beginn der siebzigsten entsprechen. Das ist auch für die Gemeinde ein sicheres Zeichen, um die Zeit zu beurteilen.

5. Die Zeit der Gemeinde

Nachdem das Reich von Israel aufgrund der Ablehnung Jesu als Messias genommen, und einem anderen Volk, bestehend aus den Kindern Gottes in allen Nationen, gegeben wurde, beginnt mit Pfingsten das Zeitalter der Gemeinde. Lies Matth.21,43 / 1.Petr.2,9 ! Das neue an diesem Zeitalter ist, daß Gott selber durch den Heiligen Geist in jedem Gläubigen wohnt. Darum kann Jesus auch davon reden, daß das zukünftige Volk Gottes, die Gemeinde, seine Früchte bringt. Die Gemeinde ist der Tempel des Heiligen Geistes - wir können diese Zeit auch das Zeitalter des Heiligen Geistes nennen. Die Gemeinde ist die Braut Jesu. Sie stellt die innigste Beziehung dar, die Gott mit den Menschen je hatte und haben wird.

Warum aber redet Jesus so wenig über die Zukunft der Gemeinde?
In den sogen. Endzeitkapiteln Matth.24+25, Mk.13, Luk.21 nehmen ebenfalls die Beschreibungen der letzten sieben Jahre einen breiten Raum ein. Jesus gibt hier viele Hinweise, die nicht von Israel zu trennen und einfach auf die Gemeinde übertragbar sind, obwohl es in Predigten immer wieder geschieht. (Z.B. Matth.24,15ff, Matth.26,1-13 Jungfrauen= Israel, Braut=Gemeinde; Luk.21,20-24.)


Jesus sagt in Matth.15,24 deutlich, daß er allein zu Israel gesandt ist. Darum beziehen sich auch seine Endzeitreden vor allem auf Israel. Der Heilige Geist ist als Lehrer der Gemeinde gesandt. Aus diesem Grund finden wir auch erst bei den Aposteln - hier besonders bei Paulus und Johannes konkrete Vorhersagen über die Zeit der Gemeinde und deren Ende.

Viele Ausleger sehen in den Sendschreiben an die sieben Gemeinden in Kleinasien (Off.1-3) eine Vision der Kirchengeschichte. Das erklärt auch, weshalb das vierte Kapitel der Offenbarung mit dem Wort danach beginnt. So fänden wir also im 2. und 3. Kapitel der Offenbarung eine prophetische Schau des Gemeindezeitalters, das in sieben Abschnitte untergliedert wird. Mit dem 4. Kapitel würde dann die Gemeinde in den Himmel entrückt sein, während die Menschheitsgeschichte auf der Erde von Gerichten geprägt, vollendet würde. Und genau dieses Bild beschreibt uns die Offenbarung.
Immer, wenn ab dem 4. Kapitel von der Gemeinde berichtet wird, ist der Himmel der Schauplatz. Auf der Erde agieren dagegen das Volk Israel, bzw. einzelne Vertreter dieses Volkes, wie die 144000 (Kap.7) oder die zwei Zeugen (Kap.11).

6. Die sieben Sendschreiben - Abschnitte des Gemeindezeitalters

Die sieben Sendschreiben in Off.2 u.3 sind alle nach einem Muster aufgebaut. Nach dem Bestimmungsort folgt eine Beschreibung Jesu, die ein Merkmal besonders betont. Danach zählt Jesus die positiven Seiten der Gemeinden auf. Erst dann folgt der Tadel, die Ermahnung und die Verheißung. Ermahnung und Verheißung zeigen, daß sich jede Gemeinde immer wieder für den Weg Gottes entscheiden muß.

6.1. Die Gemeinde in Ephesus (Off.2,1-7)

Der Brief an diese Gemeinde steht für den Zeitraum von 33 bis 100 n.Chr. Der Name Ephesus bedeutet "sich entspannen, loslassen". Der Herr muß diese Gemeinde trotz gewaltiger Anfangserlebnisse (Apg.19) ermahnen, zur ersten Liebe zurückzukehren. Wie kam es dazu? Die Gemeinde Ephesus hatte die besten Lehrer. Sie wurde von Paulus, danach von Apollos, Timotheus und Johannes betreut. Sie war eine Gemeinde, fest gewurzelt im Wort Gottes. Nur war das Feuer des Heiligen Geistes bei aller biblischer Lehre erloschen. Liebe zu Jesus ist ein Geschenk des Heiligen Geistes (Röm.5,5), das nur durch die Gemeinschaft des Geistes weiter wachsen kann.

6.2. Die Gemeinde in Smyrna (Off.2,8-11)

Der Brief an die Gemeinde in Smyrna steht für die Zeit der Christenverfolgungen von 100- 312 n.Chr. Diese Gemeinde wird von Jesus nicht getadelt, sondern nur ermutigt. Er stellt sich ihr vor als der, welcher selber den Tod überwunden, und ihm die Macht genommen hat. Menschen können nur den Leib töten, der zweite Tod aber, die ewige Trennung von Gott wird all jenen erspart bleiben, die überwinden.

In diesem Sendschreiben finden wir klare prophetische Äußerungen, die von der Kirchengeschichte bestätigt wurden. Schon der Name Smyrna - er bedeutet soviel wie "verdorbene Myrrhe" - weist auf bittere Verfolgungszeiten hin. (Myrrhe ist schon extrem bitter, wieviel mehr verdorbene Myrrhe!) Zur Gemeinde Smyrna wurde von einer Zeit der Bedrängnis von genau 10 Tagen gesprochen. Satan versuchte, in den Regierungszeiten von genau 10 römischen Kaisern, die Gemeinde durch Verfolgungen auszulöschen.

Der erste und wohl bekannteste Christenverfolger war Kaiser Nero, der 37-68 n.Chr. regierte. Um Inspiration für seine poetischen Ergüsse zu bekommen, ließ er Rom anzünden und machte die Christen dafür verantwortlich. In Theatern und anderen öffentlichen Stätten ließ er die Christen zu Tausenden kreuzigen, verbrennen, oder mit wilden Tieren kämpfen. Auch Petrus und Paulus wurden auf seinen Befehl hin ermordet.

Die zweite Verfolgung geschah unter Domitian (Regierungszeit 81-96 n.Chr.), der sich als Jupiter anbeten ließ. Er schickte den Apostel Johannes in die Verbannung auf die Insel Pathmos. Deshalb auch die vielen Hinweise auf den Antichristen in den Johannesbriefen.

Die dritte Verfolgungswelle erlebte die frühe Gemeinde unter Trajan von 98- 117 n. Chr. Er ließ Ignatius, den obersten Jünger nach Petrus vor die Löwen werfen. Seine Weigerung, dem Glauben an Jesus abzuschwören, bewirkte, daß die Zuschauer des Amphitheaters sich bekehrten. Er starb mit den Worten: "Ich glaube an Jesus von meiner Jugend an. Er hat mir nicht einmal die Treue gebrochen. Wie kann ich ihn jetzt verraten?"

Die vierte Verfolgung ereignete sich unter Marc Aurelius 161- 180 n.Chr., der die alte Staatsreligion mit dem römischen Ideal der stoischen Tugend als philosophische Grundlage, mit allen Mitteln durchzusetzen versuchte.

Der fünfte Christenverfolger war Septimus Severus, der von 202-211 n.Chr. regierte. Er ließ den Vater von Origenes enthaupten.

Maximus, Regierungszeit 235- 237 n.Chr., war der sechste Verfolger. Er ließ die Christen massenhaft niedermetzeln und in Massengräbern verscharren.

Noch fanatischer verfolgte Kaiser Decius die Gemeinde, mit dem Ziel, sie völlig zu vernichten. Er konnte dieses Ziel nicht erreichen, Gott ließ ihn früh sterben.

Der achte Herrscher in der Reihe der Christenverfolger war Valerian. In seiner Regierungszeit 257- 260 n.Chr. starb Cyprian, Bischof von Karthago und bekannter christlicher Autor, den Märtyrertod.

Verfolger Nummer neun war Aurelian. Er regierte von 270-275 n.Chr.

Letzter Verfolger der Gemeinde war Diokletian, 303- 312 n.Chr. Er erließ Gesetze zur Zerstörung aller Kirchen. Alle Exemplare der Bibel sollten verbrannt werden. Seine Verfolgung war so grausam und umfassend im gesamten Gebiet des Römischen Reiches, daß er ein Denkmal zur Erinnerung an das Ende des Christentums errichtete. Fünfundzwanzig Jahre nach seinem Tod wurde das Christentum Staatsreligion des Römischen Reiches.

6.3. Die Gemeinde in Pergamon (Off.2,12-17)

Der Brief an die Gemeinde Pergamon steht prophetisch für die Zeit von 312- 590 n.Chr. Pergamon bedeutet "Ehe". Als Kaiser Konstantin das Christentum zur Staatsreligion erhob, und damit das Ende der Verfolgungszeit kam, war das für die Christen eine solche Erlösung, daß viele glaubten, das tausendjährige Reich wäre angebrochen. Doch durch die "Ehe" von Staat und Kirche, von geistlicher und weltlicher Macht gelang es Satan, das Christentum weit mehr zu schädigen, als durch alle vorangegangenen Verfolgungen. Was er durch Konfrontation nicht erreichte, gelang ihm als "Engel des Lichtes". Er zerstörte die Gemeinde von innen, indem er Teile der Braut Jesu Off.21,9 zur Hure Babylon (Off.28,2ff ) machte. Von Pergamon wird gesagt: Du hast Leute dort, die sich an die Lehre Bileams halten, der den Balak lehrte, die Israeliten zu verführen... (Vers 14) Was tat Bileam? Er konnte zwar trotz der hohen Belohnung das Volk nicht verfluchen, denn er fürchtete die Strafe Gottes. Dafür gab er Balak, dem König der Moabiter den Rat, Tempelhuren zu den Israeliten ins Lager zu schicken. Diese verführten die Männer Israels nicht nur zur Hurerei, sondern auch zum Götzendienst, so, daß Gott selber sein Volk strafen mußte.

Verführung der Erwählten Gottes von ihrem Schöpfer zum Abfall, ist seit dem Sündenfall die wirkungsvollste Kampfmethode Satans. Nicht Konfrontation von außen, sondern verlogene Lehre, oft mit Begierde verbunden, haben auch der Gemeinde Jesu die größten Niederlagen bereitet. Daß sich Jesus dieser Gemeinde als der vorstellt, der das zweischneidige Schwert (= Wort Gottes, vergl. Hebr.4,12) in seinem Mund hat, und auch bereit ist, es gegen seine Gemeinde zu richten, zeigt, wie weit sich die Kirche dieser Zeit von den Grundlagen des Wortes Gottes entfernt hatte. Nachdem das Christentum Staatsreligion wurde, konnten Priester der alten heidnischen Religionen nach einem Bekenntnis, das sie nichts kostete, zu Leitern der Kirche werden. Ihre alten religiösen Denkweisen wurden nun einfach mit christlichen Inhalten gefüllt. Platonisches Gedankengut wie Leibfeindlichkeit u.v.m. drang ein.

Andererseits fanden die Kulte um die alten Göttinnen ihre Entsprechung in der Mutter Maria. Die Kirche dieser Zeit duldete die Infiltration mit heidnischem Gedankengut ebenso, wie die Gemeinde in Pergamon die Nikolaiten (=eine gnostische Gruppe, die glaubte, man könne ruhig mit seinem Leib sündigen, wichtig sei allein geistige Erkenntnis).

Aber Gott sieht auch noch viel Gutes in Pergamon. Menschen, die bereit sind, für den Namen Jesu zu leiden und zu sterben. Für diese Gruppe steht Antipas.
Die Überlieferung berichtet folgendes: Zur Zeit der Kaiserverehrung wurde Antipas von einem römischen Beamten aufgefordert, das Bild des Kaisers anzubeten. Er antwortete mutig: "König der Könige und Herr aller Herren ist Jesus Christus allein, darum werde ich keinen anderen Gott anbeten - nur Jesus!" Der römische Beamte schrie voller Wut: "Antipas, ist dir bewußt, daß die ganze Welt gegen dich ist?" Antipas erwiderte: "Dann erkenne ich Antipas, Jesus Christus, gegen die ganze Welt als Herr der Herren an!" Auf diese Antwort hin wurde er in einem erhitzten bronzenen Stier langsam zu Tode geröstet. Trotzdem verleugnete er Jesus nicht.


6.4. Die Gemeinde in Thyatira (Off.2,18-28)

Thyatira symbolisiert die Kirche in der Zeit von 590- 1517 (Einleitung der Reformation durch M.Luther). Thyatira bedeutet übersetzt fortwährendes Opfer, genau das, worum es in der katholischen Messe geht. Der Gottesdienst verkümmert zur Gedenkfeier, die Gemeinde wird zum Zuschauer der Meßopfer, die von den Priestern dargebracht werden. Rituale ersetzen den Glauben. Auf der anderen Seite findet Jesus aber auch noch Liebe, Glauben, Geduld und gute Werke bei dieser Gemeinde (Vers 19).

Während die Gemeinde Pergamon für eine "Ehe" zwischen weltlicher Macht und Kirche steht, sehen wir hier eine weitaus gefährlichere Verbindung, durch die Satan ebenfalls versucht, die Gemeinde Jesu von innen heraus zu zerstören. Neben dem Lob für die Werke der Liebe und des Glaubens muß Jesus diese Gemeinde tadeln wegen der Intoleranz einer Frau gegenüber, die hier als Isebel angesprochen wird. Manche Ausleger nehmen an, daß diese Frau Wahrsagerei in der Gemeinde getrieben hat. Was auch immer sie tat, der Name steht für die Frau, die im AT Israel zum Götzendienst und damit zum Dämonendienst (nach 1.Kor.10,19+20) verführte. Die Verbindung des Königs von Israel zu dieser Frau führte zur Verfolgung Elias und aller Gläubigen in Israel, zu Machtmißbrauch (Nabots Weinberg) und Mord. Das gleiche Bild bei der Betrachtung der Kirche im Mittelalter: Päpste und Kardinäle vergiften sich gegenseitig, um zur Macht zu gelangen, Verfolgung und Verketzerung derer, die ihren Glauben auf der Grundlage der Bibel leben, Mißbrauch der Macht, usw.

Isebel ist ein Bild für die "Ehe" von Gemeinde und fremden Götzen. Religionsvermischung - die Muli-Kulti-Kirche, wie sie heute von vielen Theologen propagiert wird, ist die Wirksamkeit des Geistes der Isebel. Wo der Geist Gottes nicht mehr Lehrer der Gemeinde ist, wird ein anderer Geist in der Gemeinde Einlaß bekommen.

6.5. Die Gemeinde in Sardes (Off.3,1-6)

Sardes bedeutet "welche flüchten" und steht für die Zeit von 1517- 1750 der Kirchengeschichte. Menschen flüchteten aus der Römisch- katholischen Kirche in die Kirche der Reformation. Doch die Reformen blieben letztlich in ihren Anfängen stecken. Es blieb bei den großen Erkenntnissen Luthers, daß der Mensch nicht durch eigene Werke, sondern nur durch den Glauben an die Erlösung durch Jesus gerecht wird. Auch wurde die Heilige Schrift wieder zum alleinigen Maßstab erhoben. Es zeigte sich aber sehr schnell, daß man, um die Errungenschaften der Reformation nicht zu gefährden, bereit war, diesen Maßstab zu relativieren und sogar jene zu verfolgen, die sich allein an die Schrift hielten.

Eine Bewegung, welche mindestens so stark war, wie die Reformationsbewegung Luthers, kennen wir unter dem Namen Täuferbewegung. Menschen nahmen entsprechend der Lehre Luthers, die Bibel als oberste Autorität für ihr Leben, und das der Gemeinde an. Freie Gemeinden entstanden, die nicht Institution oder Machtapparat, sondern Versammlung wiedergeborener Gläubiger waren. Da sie die biblische Taufe lehrten und praktizierten, wurden sie von der katholischen Kirche genauso verfolgt, wie von der Kirche der Reformation. Sie breiteten sich besonders in Süddeutschland, der Schweiz und Mähren aus. Seit Anfang 1527 ertränkten die Züricher die Täufer im See. Selbst Zwingli, der Reformator der Kirche in der Schweiz, ließ Täufer ersäufen. Kaiser Karl V. befahl im Januar 1528, die Täufer ohne Verhör mit Feuer und Schwert hinzurichten. Wer Täufern Zuflucht gab, verfiel dem Bann. Dieses Mandat wurde auf dem 2.Reichstag zu Speyer 1529 mit Zustimmung der Lutheraner zum Reichsgesetz.

Ähnliche Erlasse der Habsburger richteten in Tirol und Görz wahre Blutbäder an. Spionen versprach man für jeden verratenen Bruder 60- 100 Gulden. In Kursachsen übergab man die Täufer dem Schwerte, in Bayern und Österreich wurde nach dem Prinzip verfahren, wer widerruft wird geköpft, wer nicht, verbrannt. Die "stillen Täufer", eine Bewegung, welche die begonnenen Reformationen weiterführen wollte, wurde im Blut erstickt.

Erst heute beginnt man langsam die wahre geistliche Kraft dieser sogenannten "dritten Reformation" zu erkennen. Bisher orientierte sich die Kirchengeschichte bei der Bewertung dieser Bewegung nur an revolutionären Strömungen, wie der Lehre Thomas Müntzers, die zwar die Tauferkenntnis, ansonsten aber wenig mit der "stillen Täuferbewegung" gemein hatten.

Der Gemeinde Sardes wird zwar gesagt, daß sie den Namen hat, daß sie lebt, aber eigentlich tot sei (Vers 1b). Die Aufforderung im Vers 3, daran zu denken, wie sie empfangen hat, und dieses festzuhalten bedeutet im übertragenen Sinne, daß die Erkenntnis Luthers, "allein die Schrift" in gleicher Weise auch Verpflichtung ist. Handeln wir nicht entsprechend unserer Erkenntnis haben wir zwar das Aussehen einer lebendigen Gemeinde, werden aber innerlich tot sein.

Derselbe Luther, der mutig in Worms gegen alle weltlichen und geistlichen Würdenträger seinen Glauben auf der Grundlage der Bibel bekannte, setzte aus Sorge um die Sicherung der Errungenschaften der Reformation, die jeweiligen Landesfürsten zu Leitern der protestantischen Kirchen ein. Damit blieb die Kirche ein weltliches Machtinstrument, nur hatte der Papst jetzt Konkurrenz bekommen. Die Auswirkungen sah die Welt im Dreißigjährigen Krieg - einem Machtkampf zwischen protestantischer und katholischer Kirche, etwa hundert Jahre später.

6.6. Die Gemeinde in Philadelphia (Off.3,7-13)

Philadelphia bedeutet "Bruderliebe". Dieses Sendschreiben steht für das Gemeindezeitalter von 1750- 1905. Genau diese brüderliche Liebe ist für die vielen Erweckungsbewegungen in dieser Zeit kennzeichnend. Aus manchen dieser Bewegungen entstanden Freikirchen, die in ihrer Struktur dem biblischen Gemeindeverständnis viel näher sind, als die großen Volkskirchen.

Die Zeit des sogenannten Pietismus war aber auch eine Zeit großer Missionsbewegungen, die teilweise mit geringsten materiellen Mitteln Großes im Reich Gottes bewirkten. Denken wir dabei nur an die Missionsbewegung der Herrnhuter zur Zeit Zinzendorfs.

Obwohl die Gemeinde in Philadelphia nur eine kleine Kraft hatte, bestätigt Jesus ihr doch, daß er ihr eine Tür aufschließt, die niemand wieder verschließen kann (Vers 8). Eine offene Tür ist ein Bild für Annahme des Evangeliums, für Erweckung. Diese Erweckung schenkt Jesus dort, wo das Wort in Geduld bewahrt wird, auch wenn sich nicht sofort sichtbare Erfolge einstellen (Vers 10). Außerdem wird dieser Gemeinde versichert, daß Gott sie bewahren wird vor der Stunde der Versuchung, d.h. sie wird die letzten Gerichte Gottes über diese Erde nicht miterleben müssen.

6.7. Die Gemeinde in Laodizea (Off.3,14-22)

Dieses Sendschreiben steht für den letzten Abschnitt der Kirchengeschichte von 1905 bis zur Zeit der Trübsal. Laodizea bedeutet "Das Recht der Laien" - eine Kirche, die durch Mehrheiten und nicht durch das Wort Gottes gelenkt wird. Der Pluralismus vieler Kirchen und Gemeinden von heute beinhaltet Aspekte des biblischen Glaubens ebenso, wie falsche Religion, tote Tradition, Gesetzlosigkeit und Götzendienst. Dieses Gemisch aus Glauben, Unglauben und dämonischen Einflüssen ist nicht nach dem Geschmack Gottes. Es ist lau, Jesus speit es aus seinem Mund aus. Herausragendes Kriterium dieses Abschnittes der Kirchengeschichte ist eine geistliche Sattheit, die daher rührt, daß die Gemeinde Reichtum mit Gegenwart Gottes verwechselt.

Noch nie in der Kirchengeschichte waren die Möglichkeiten so groß, noch nie war eine Bibel billiger, noch nie gab es eine so reiche Auswahl an guten christlichen Büchern, Videos und Tonträgern. Auch im Bereich biblischer Erkenntnisse stehen der heutigen Christenheit viele gute Lehren großer Männer Gottes zur Verfügung. Gerade zu solch einer "reichen" Gemeinde redet Jesus wiederholt vom Überwinden. Warum? Jesu Ziel mit uns ist innigste Gemeinschaft, verdeutlicht durch das Bild vom Abendmahl (Vers 20). Geistliche Sattheit, die ein Hindernis für die Gemeinschaft mit Jesus ist, muß überwunden werden. Das gilt für alle Kirchen und Gemeinden gleichermaßen. Die Erkenntnis der eigenen Armut ohne den Geist Gottes und der Hunger nach "mehr von Gott" ist die wichtigste Voraussetzung für die Gemeinde unserer Zeit, um an der Entrückung teilzuhaben. Jesus steht vor der Tür! Die Gemeinde unserer Zeit hat ihren Gründer nicht mehr in ihrer Mitte - aber er klopft an. Das ist kein evangelistischer Vers, sondern ein Satz aus einem Brief Jesu an seine Gemeinde! Bedenken wir die Bedeutung dieser Aussage!

Jesus tadelt nie ohne einen konkreten Ausweg zu zeigen. Auch darin zeigt sich seine Liebe zu uns. Überwindung der Situation kann geschehen, wenn wir drei Dinge kaufen: Gold, im Feuer geläutert, weiße Kleider und Augensalbe. Wohlgemerkt sagt uns Jesus nicht, wir sollten Gnadengeschenke annehmen, nein er redet hier von kaufen. Die Überwindung unserer geistlichen Sattheit hat ihren Preis, sie kostet etwas.

Erstens: Die Bereitschaft zur Heiligung, die auch Zeiten der Prüfung (Feuer) einschließt, so daß allein übrigbleibt, was in Jesu Augen Wert hat (Gold).

Zweitens: Weiße Kleider, ein Bild für die Gerechtigkeit durch Jesus. Warum aber sollten wir diese Gerechtigkeit kaufen? Bekommen wir sie nicht nach anderen Aussagen der Bibel umsonst? Das Bekenntnis zum Empfang dieser Gerechtigkeit kostet uns unseren "alten Menschen". Denken wir dabei nur an die Taufe als Bekenntnis der empfangenen Wiedergeburt. Gal.3,27 sagt uns, daß wir durch die Taufe Christus - d.h. damit auch das Kleid seiner Gerechtigkeit angezogen haben. Die meisten Christen hat diese Entscheidung etwas gekostet. Auch ein klares Zeugnis auf unserer Arbeitsstelle oder in der Schule kann uns Ansehen oder Freundschaften kosten.

Drittens: Augensalbe - ein Bild für Salbung des Heiligen Geistes. Durch ihn lernen wir uns und unsere Umstände aus der Sicht Gottes zu sehen. Wir bekommen erleuchtete Augen des Herzens (Eph.1,18), damit wir erkennen, daß wir zu weit mehr berufen sind, als wir ahnen. Satan ist bemüht, die Menschen über ihre wirkliche Stellung im Unklaren zu lassen. Erst die Augensalbe des Heiligen Geistes läßt uns unsere Berufung und unser Erbe in Jesus erkennen. Wir sehen dieses Leben nicht mehr als das Wichtigste an, sondern wissen, daß wir für die Ewigkeit leben. Wer das erkannt hat, ist bereits von Gott mit dieser Augensalbe behandelt worden. Wo, außer auf dem Friedhof, verkündigt die Gemeinde Jesu heute noch den Himmel? Gott gibt in unserer Zeit in die Christenheit hinein Erweckungen von nicht gekanntem Ausmaß, er schickt den geistlichen Spätregen. Das darf uns aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß in dieser Zeit der Geist Babylons dabei ist, eine Christenheit ohne Christus zu etablieren. Diese wird in der Offenbarung des Johannes Hure Babylon genannt. Der Geist Babylons ist bestrebt, Macht über Menschen zu gewinnen. Sein Prinzip ist seit dem Bau des Turmes zu Babel: Lasset uns etwas bauen, damit wir uns nicht verteilen - das Gegenstück zur Missionsbewegung in der Gemeinde Philadelphia.

7. Die Entrückung

Das nächste Kapitel beginnt mit Danach sah ich ..., woraus man eine zeitliche Abfolge entnehmen kann. War in den Kapiteln 2+3 der Offenbarung die Gemeinde zentrales Thema, so finden wir sie nun in den folgenden Kapiteln der Offenbarung nicht mehr erwähnt. Warum?
Die Gemeinde ist in den Himmel zu Gott entrückt. Deshalb wandelt sich auch der Schauplatz im 4.Kapitel der Offenbarung von der Erde zum Himmel. So, wie Johannes nun vom Geist ergriffen zu Gott entrückt wird, um vor ihm zu stehen, wird die Gemeinde zu Gott entrückt, bevor der Zorn Gottes über diese Erde ausgegossen wird.


Welche Bibelstellen geben uns nun aber die Sicherheit, daß wir vor der nun folgenden siebenjährigen Trübsalzeit als Gemeinde entrückt werden?

Denn das sagen wir euch mit einem Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und übrigbleiben bis zur Ankunft des Herrn, denen nicht zuvorkommen werden, die entschlafen sind. Denn er selbst, der Herr, wird, wenn der Befehl ertönt, wenn die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallen, herabkommen vom Himmel, und zuerst werden die Toten, die in Christus gestorben sind, auferstehen. Danach werden wir, die wir leben und übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden auf den Wolken in die Luft, dem Herrn entgegen; und so werden wir bei dem Herrn sein allezeit. 1.Thess.4,15-17

Diese Wiederkunft Jesu kann nicht identisch sein mit der Wiederkunft Jesu für sein Volk Israel, denn Jesus kommt nicht auf diese Erde. Die Begegnung mit seiner Gemeinde findet in der Luft statt.
Aus Sach.14,5 erkennen wir, daß Jesus zu seinem Volk Israel, also seine Wiederkunft in Herrlichkeit, für alle sichtbar, mit seiner Gemeinde kommt. Der Begriff Heilige wird ohne den Zusatz -Engel- von der Bibel für Menschen gebraucht, die sich Gott unterstellt haben. Im NT wird er ausschließlich für Christen gebraucht, z.B.: An die Heiligen zu Ephesus ... Wir können also davon ausgehen, daß hier die entrückte Gemeinde gemeint ist.


Auch Off.22,12 zeigt uns, daß Jesus mit seiner Gemeinde wiederkommen wird. Beachte, es wird hier von seinem Lohn gesprochen, nicht dem unseren. Wenn Jesus nach den Werken richten wird, kann dieses Gericht nicht die Gemeinde betreffen (Joh.5,24), sondern wir werden mit Jesus richten (1.Kor.6,2 / Luk.22,30 / Jud.14+15). Die Gemeinde ist nach Jes.40,10 / 62,11+12 der Lohn Jesu, den er mit sich führt wenn er auf diese Erde zurückkehrt. Ähnlich ist auch Kol.3,3+4 zu verstehen.

In 1.Kor.15,22-24 spricht Paulus auch von einer ganz klaren Reihenfolge der Auferweckung: Zuerst wurde Jesus auferweckt, dann die ihm angehören (seine Gemeinde), danach erst die Auferweckung zum Gericht.

In Luk.21,25-28 sagt Jesus Zeichen seines Kommens voraus. Er schließt nicht, indem er sagt: "Wenn dies alles geschehen ist ...", sondern: Wenn dies alles anfängt zu geschehen, erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht. Weist das nicht darauf hin, daß die Gemeinde nicht alle Zeichen der Endzeit auf dieser Erde miterleben wird?

Dann werden zwei auf dem Feld sein, einer wird genommen, und einer gelassen; zwei Frauen werden an dem Mühlstein mahlen, eine wird genommen und eine gelassen. Wacht also, denn ihr wißt nicht, zu welcher Stunde euer Herr kommt. Das aber erkennt: Wenn der Hausherr gewußt hätte, in welcher Wache der Dieb komme, so hätte er wohl gewacht und nicht zugelassen, daß in sein Haus eingebrochen würde. Matth.24,40-43

Jesus vergleicht hier sein Kommen mit dem heimlichen Einbruch eines Diebes in ein Haus. Das kann unmöglich sein Kommen in Macht und Herrlichkeit meinen. Dieses Haus ist die Welt, von der er sagt, daß Satan ihr Fürst ist. Hätte er seine Herrschaft über die Welt schon angetreten und käme als der, vor dem sich jeder beugen müßte, brauchte er nicht “einzubrechen”. Auch der Ausdruck einer wird genommen, einer gelassen paßt auf die Entrückung, aber kaum auf sein Kommen in Herrlichkeit, bei dem die Feinde Jesu nicht gelassen, sondern getötet werden. “Gelassen” bekommt dann einen Sinn, wenn noch eine Zeit von Gerichten auf der Erde folgt. Außerdem werden die Menschen, welche in der Trübsal die Bibel lesen, wissen, daß die Herrschaftszeit des Antichristen nach sieben Jahren durch Jesu Wiederkunft beendet wird.

Niemand weiß, wann die Entrückung sein wird, die Bibel sagt aber deutlich, daß Jesus am Ende der siebenjährigen Trübsalzeit kommen wird.

In Luk.21,34-36 wird den Jüngern gesagt: So seid allezeit wach, daß ihr stark werdet zu entfliehen diesem allen, was geschehen soll, und zu stehen vor dem Menschensohn. Das bedeutet doch nichts anderes, als daß die Gemeinde, der Zeit des Zornes Gottes über diese Erde entfliehen kann, indem sie durch die Entrückung den Ort wechselt, nämlich im Himmel vor Jesus steht. Genau dieses Bild zeigt uns auch Off.4.

Die Bibel spricht ganz klar von einer Zeit, die sie auch Tag des Herrn nennt, in der Gott seinem Zorn über die Ungläubigen freien Lauf läßt. Welcher Feldherr würde eine Stadt bombardieren lassen, in der sich seine Braut aufhält? Vor dieser Zeit holt Jesus seine Braut zu sich.

Ein weiterer Beweis für die Entrückung der Gemeinde vor dieser Zeit, ist das Aufkommen des Antichristen - eines Menschen, in dem Satan so völlig wohnt, daß er durch ihn die ganze Welt beherrschen kann. Solch eine Herrschaft wäre niemals möglich, solange die Gemeinde, und damit der Heilige Geist auf dieser Erde ist. Das Gemeindegebet ist noch immer stärker gewesen, als jede Weltmacht. In 2.Thess.2 wird ausführlich über den Antichristen berichtet.
In Vers 6 sagt Paulus: Ihr wißt, was ihn noch aufhält. Solange die Gemeinde, und damit der Heilige Geist in der Welt ist, wird dieser das Offenbarwerden des Antichristen verhindern.


Wer wird nun aber entrückt? Nur eine Elite der Gemeinde? Jesus holt seine Braut - seine Gemeinde komplett zu sich. Alle, die Vergebung und neues Leben durch das Blut Jesu erfahren haben, dürfen sich auf diesen Tag freuen. Gott wird nicht alle, die sich Christen nennen entrücken, aber alle, in denen sein Heiliger Geist Wohnung gemacht hat. Nur wiedergeborene Gläubige werden entrückt werden. Zwar werden auch andere Menschen in den folgenden sieben Gerichtsjahren noch gerettet werden, doch müssen diese Menschen durch viel Leid, Not und Martyrium gehen. Nur die Gemeinde wird vor dem Menschensohn im Himmel stehen - sie wird für immer eine besondere Nähe zu Jesus als seine Braut genießen.

Die nach der Entrückung folgenden Plagen sollten uns Ansporn sein, in dieser Zeit, in der wir noch Menschen durch unser Zeugnis zur Gemeinde Jesu hinzuretten können, die gute Botschaft, welche Bewahrung vor Katastrophen und Gericht Gottes einschließt, unseren Nachbarn und Kollegen weiterzusagen. Wie wollen wir die Welt richten, wenn wir sie nicht zuvor gewarnt haben?

Christus hat sich selbst für sie (die Gemeinde) dahingegeben, um sie zu heiligen. Er hat sie gereinigt durch das Wasserbad im Wort, damit er sie vor sich stelle als eine Gemeinde, die herrlich sei, und keinen Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern die heilig und untadelig sei. Eph.5,26+27

8. Der Richterstuhl Christi

Denn wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, damit jeder seinen Lohn empfange für das, was er getan hat zu seinen Lebzeiten, es sei gut oder böse. 2.Kor.5,10

Steht diese Aussage von Paulus nicht im Gegensatz zur Aussage Jesu, daß wer an ihn glaubt, nicht ins Gericht kommt (Joh.5,24)?

Wir müssen unterscheiden zwischen dem Gericht über die Menschen und dem Gericht über die Werke. Entscheidend für das Gericht über jeden einzelnen ist die Eintragung im Buch des Lebens. Hier wird die Frage entschieden, wo wir unsere Ewigkeit verbringen - im Himmel oder in der Hölle. Der o.g. Korinthertext beschreibt dagegen das Gericht über unsere Werke. Darin entscheidet sich, wie wir die Ewigkeit verbringen.

Gott hat uns mit der Wiedergeburt eine Grundlage gegeben, auf der wir bauen sollen. Das bedeutet, wir sollen die Zeit nutzen, nachdem wir gläubig geworden sind, die Dinge zu tun, für die es im Himmel zu spät ist: Menschen die Botschaft von der Versöhnung mit Gott zu bezeugen (2.Kor.5,19). Dies geschieht durch Worte und mitfolgende Zeichen. Werden wir die jetzige Zeit nicht im Sinne Jesu nutzen (Eph.5,15ff), kann es sein, daß wir zwar in der Ewigkeit bei Gott sein werden, uns aber wegen unserer Unterlassungen vor ihm zu verantworten haben. Darum ermahnt uns Paulus auch immer wieder, daß wir unserer himmlischen Berufung nachjagen. Wer in der Verbindung mit Jesus durch den Heiligen Geist lebt, braucht auch das Gericht über seine Werke nicht zu fürchten. Der positive Aspekt dieses Gerichtes ist der Lohn. Jesus wird sich bei uns für alle Investitionen ins Reich Gottes bedanken. Aller Verzicht um seinetwillen wird dann überreich belohnt werden. Wie sieht dieser Lohn aber aus, wenn es im Himmel keinen Mangel an materiellen Werten mehr gibt? Die Nähe zum Thron Jesu wird solch eine Belohnung sein. Auch das Maß, welches wir von der unbeschreiblichen Herrlichkeit Jesu zu erfassen im Stande sein werden, kann im Himmel sehr unterschiedlich sein. Die Bibel bezeugt an vielen Stellen, daß es unter den Erlösten in der Ewigkeit verschiedene “Stände” geben wird, die von unseren Investitionen ins Reich Gottes und unserer Liebe zu Jesus auf dieser Erde bestimmt werden.

Einen anderen Grund kann niemand legen, als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. Wenn aber jemand auf diesen Grund baut Gold, Silber, Edelsteine, Holz, Heu, Stroh - so wird das Werk eines jeden offenbar werden. Der Tag des Gerichts wird es klarmachen, denn mit Feuer wird er sich offenbaren. Und von welcher Art eines jeden Werk ist, wird das Feuer erweisen.
Wird jemandes Werk bleiben, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen. Wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden leiden; er selbst aber wird gerettet werden, doch so, wie durch’s Feuer hindurch. 1.Kor.3,11-15


Bei dem Ausdruck “gerettet, wie durchs Feuer hindurch” denken wir sofort an die Rettung Lots vor dem Gericht über Sodom (1.Mose 19). Lot hatte sich in Sodom etabliert. Obwohl er unter den Sünden seiner Mitbürger litt (1.Petr.3,7+8), nennt er sie Brüder (Vers 7). Trotz dieser “Verbrüderung” des Gerechten mit den Ungerechten, war es ihm nicht gelungen, auch nur zehn Gerechte in dieser Zeit zu gewinnen. Das hätte genügt, das Gericht Gottes über seiner Stadt abzuwenden (1.Mose 18,32). Selbst seine Frau war nicht bereit, sich von Sodom zu trennen, geschweige denn, seine Schwiegersöhne. Im Rausch von seinen eigenen Töchtern mißbraucht, gibt Lot das Bild eines überwundenen Mannes, nicht aber wie Abraham, das eines Überwinders ab. Trotzdem spricht Petrus in der o.g. Bibelstelle vom gerechten Lot - ein Mensch, der die falschen Prioritäten setzte, wie durch’s Feuer gerettet, dessen Werke aber in den Augen Gottes wertlos sind.

Das Gericht der Werke wird stattfinden, sobald wir bei Jesus sind, weil wir nun unser Leben aus seiner Perspektive betrachten können.

9. Die Herrschaft des Antichristen

Die Bibel bezeugt im AT, wie im NT, daß am Ende der Zeiten ein Herrscher die Kontrolle über die gesamte Welt gewinnen wird. Dieser Mensch wird so völlig vom Satan inspiriert sein, wie Jesus es vom Heiligen Geist war. Deshalb nennt ihn das NT Antichrist, das Gegenstück von Jesus Christus (2.Thess.2,3-8 / 1.Joh.2,18+22 / 4,3 / 2.Joh.1,7). Seine Herrschaft wird das letzte Kapitel der Menschheitsgeschichte vor der Wiederkunft Jesu mit dem folgenden tausendjährigen Friedensreich abschließen. Diese Zeit umfaßt die letzte Jahrwoche aus Dan.9,27. Diese letzten sieben Jahre sind die prophetisch am genauesten belegte Zeitspanne der Bibel (Off.4-19 / Dan.11, z.T. Dan.12 / Matth.24,1-30 / Mk.13,1-27). In dieser Zeit wird die Gemeinde bereits im Himmel sein. Darum wird es für die Menschen, die auf der Erde zurückbleiben von ungeheurer Wichtigkeit sein, in den sich überschlagenden Ereignissen der Endzeit, das prophetische Wort Gottes als einzigen zuverlässigen Halt zu besitzen. Viele Menschen werden dadurch in dieser Zeit noch gerettet werden.

Wie in den Gesichten Daniels verschiedene Tiere verschiedene Reiche symbolisieren (Dan.7,17), so wird auch der Antichrist und sein Reich in der Offenbarung (Off.13) als das “Tier aus dem Meer” bezeichnet (Meer = prophetisch für Nationen). In Dan.7 lesen wir, wie der Antichrist zur Herrschaft über das wiedererstandene Römische Reich gelangt, diese ausübt und durch Christus selbst vernichtet wird (Verse 7-11 / 18-26 - Horn steht hier prophetisch für einen Herrscher).

Johannes sieht in Off.13,11-18 noch ein zweites Tier, aus der Erde aufsteigen (Erde = prophetisch für Israel). Diese Macht könnte man als Propagandaminister des Antichristen bezeichnen. Wie der Antichrist, wird auch dieser ein Mensch sein (wahrscheinlich ein Herrscher in Israel). Er wird bewirken, daß niemand mehr kaufen oder verkaufen kann, wenn er nicht das Tier (den Antichristen) und sein Bild anbetet. Er wird die absolute Kontrolle über alle Finanzbewegungen haben, indem jeder die Zahl des Antichristen an Stirn oder Hand zu tragen hat. Schon heute ist man technisch in der Lage, das Geld, und damit Korruption und andere Unsicherheiten abzuschaffen. Statt dessen könnten mit einer am Körper eintätowierten Nummer sämtliche Daten, Kontostände, usw. europaweit erfaßt werden. Der Antichrist wird gestützt vom falschen Propheten (=anderer Name für das zweite Tier, siehe Off.19,20 / 20,10) diese Macht in seiner Hand halten. Er wird etwas ähnliches, wie eine Totenauferweckung durch die Kraft Satans erleben, was ihn zum populärsten Politiker der Welt machen wird (Off.13,3+4). Satan, hier als Drache symbolisiert, der Antichrist als falscher Messias und der falsche Prophet, der wie der Heilige Geist Wunder vollbringen wird, sind ein teuflisches Abbild der Dreieinigkeit Gottes. Die Zahl des Antichristen (3 x die 6) soll diese Dreieinigkeit verdeutlichen. Da die römischen Buchstaben gleichzeitig Zahlenwert haben, hat man in der Vergangenheit oft die Summe der Namen von antichristlichen Herrschern berechnet. So soll man bei Nero, Hitler und anderen auf diese Summe gekommen sein. Wie auch immer die Zahl des Namens des Antichristen zu berechnen ist, die Menschen werden anhand der Bibel den Antichristen erkennen können.

10. Die Hure Babylon (Off.17+18)

Religion, in unserer aufgeklärten Zeit oft unterschätzt, erweist sich heute an religiösen Kriegen und Konflikten als starker Machtfaktor. Die Hure Babylon ist die religiöse Macht der Endzeit. Wie eine bisher unerreichte Einigung im politischen Bereich zustande kommen wird, so auch im religiösen. Unter Leitung einer von Jesus abgefallenen Kirche, mit Unterstützung eines von Gott abgefallenen Judentums, wird es eine multikulturelle, multireligiöse, sehr humanistisch anmutende Einheitskirche geben, deren kleinster gemeinsamer Nenner darin besteht, daß Jesus Christus nicht der einzige Weg zu Gott ist. Größte Toleranz gegenüber allen Richtungen religiöser Selbsterlösung, verbunden mit größter Intoleranz gegenüber allen an Jesus Gläubigen, wird dieses religiöse System charakterisieren. (Off.17,1 /19,2)

Die Hure Babylon ist das genaue Gegenstück zur Braut Jesu, der Gemeinde. Nicht mehr Gott, sondern der Mensch selbst steht im Mittelpunkt. Er gestaltet nun sein Leben durch geistliche Kräfte. Es wird eine Verbindung von geistlicher und weltlicher Macht sein, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat (Off.17,3). Die Frau reitet das Tier, das zeigt entsprechend den Versen 8+9 den ungeheuren Einfluß, den diese Macht auf das wiedererstandene Römische Reich des Antichristen besitzt.

Während Luther, und viele Theologen des Mittelalters in der römisch - katholischen Kirche die Hure Babylon, und im Papst den Antichristen sahen, sind heute in Deutschland Bestrebungen nach einer multireligiösen kirchlichen Institution mehr in der Leitung mancher evangelischer Landeskirchen und den Beschlüssen des Weltkirchenrates zu erkennen. Die Hure Babylon kann jedoch nie an Konfessionen festgemacht werden. Sie ist Christenheit ohne den Heiligen Geist und damit ohne Christus. Wenn der Antichrist seine Herrschaft gefestigt hat, wird er eine humanistische, tolerante Religion nicht mehr nötig haben. Er wird sich nach 2.Thess.2,4 / Dan.9,27 selbst im wiedererstandenen Tempel als Gott anbeten lassen. Nun kann Satan alle frommen Hüllen fallenlassen und auch diese religiöse Institution zerstören und enteignen (Off.17,16).

11. Die letzten sieben Jahre

Die letzten sieben Jahre vor der Wiederkunft Jesu sind eine Zeit des Zornes Gottes. Gerichte unvorstellbaren Ausmaßes werden diese Erde verwüsten und ihre Bewohner plagen. Umweltkatastrophen, Seuchen, Inflation, Hungersnöte und Kriege mit A,- B- und C- Waffen geführt, werden für viele Menschen den Tod bringen. 144.000 Juden werden in den ersten Jahren der Herrschaft des Antichristen das Evangelium verkünden. Sie werden diejenigen retten, die durch die Gerichte Gottes hindurch Gott erkennen und sich nicht der Herrschaft des Antichristen beugen. Gott wird diese 144.000 Evangelisten extra versiegeln (Off.7,1-8), damit sie keinen Schaden von den Auswirkungen der Gerichte leiden, die er in seinem Zorn senden wird. Wir erkennen, daß die Gemeinde bereits entrückt sein muß, da sie ansonsten mitversiegelt werden müßte. Davon ist hier keine Rede.

Die letzten sieben Jahre werden im AT wie im NT in zwei mal dreieinhalb Jahre unterteilt, wobei die letzten dreieinhalb Jahre von Ereignissen gekennzeichnet sind, die in ihrer Schrecklichkeit und Globalität einzigartig in der Weltgeschichte sind. (Lies dazu Dan.9,27 / Dan.7,25 / Dan.12,7 / Off.11,2+3 / Off.12,6+14 / Off.13,5 !) Diese Zeit wird auch als “Große Trübsal” bezeichnet. Daß es sich hier um ein reales Zeitmaß von dreieinhalb Jahren handelt, welches unter keinen Umständen prophetisch umgedeutet werden darf, zeigt die genaue Angabe der Zeitspanne in Jahren (Zeiten), Monaten und Tagen. 1260 Tage sind nach der damals geltenden Zählung nach Monden genau zweiundvierzig Monate, bzw. dreieinhalb Jahre. Gott zeigt sich damit auch während der ungeschminkten Weltherrschaft des Satans durch den Antichristen als Herr der Geschichte. Für alle Menschen dieser Zeit wird es deutlich werden, daß sie unter der Herrschaft des Verlierers leben.

Die folgenden Gerichte teilen sich in drei Gruppen auf: die sieben Siegelgerichte, die sieben Posaunengerichte und die Ausgießung der sieben Zornesschalen, welche chronologisch aufeinander folgen werden. Die Arten der folgenden Zornesgerichte weisen die Menschen auf der Erde auf das immer näher kommende letzte Gericht Gottes hin. Mit der öffentlichen Verlesung wurden in der Antike die Urteile rechtskräftig. Die letzten Augenblicke vor dem Inkrafttreten des Urteils bestanden im Brechen der Siegel und im Ertönen der Fanfare, welche die allgemeine Aufmerksamkeit auf die nun folgende Verlesung lenken sollte. Gott möchte der Welt noch bis zum letzten Augenblick die Chance zur Umkehr lassen. Posaunen wurden als Signalinstrumente bei Festlichkeiten oder dem Aufbruch großer militärischer Einheiten benutzt. Dabei hatte jeder Signalton eine Bedeutung (auch heute noch bei Sprengungen). Im römischen Heer bedeutete die erste Posaune (Fanfare): Sachen zusammenpacken! Bei der zweiten Posaune wurde aufgeladen. Die dritte Posaune bedeutete Abmarsch.

Die Ausgießung der Zornesschalen beschreibt die Vergeltung Gottes für den Haß auf Gott und all die Grausamkeiten, deren sich der Antichrist und seine Anhänger an anderen Menschen schuldig gemacht haben. Alle Möglichkeiten zur Umkehr sind nun vorbei. Zwischen die Beschreibungen der Gerichte auf der Erde ist an einigen Stellen ein Blick in die himmlische Welt eingefügt.

11.1. Die Siegelgerichte:

1. Siegel (Off.6,2): Der Reiter mit dem Bogen ist der Antichrist. Seine Herrschaft wird mit einem Vertrag der Vereinigten Staaten Europas mit Israel beginnen. Dieser Vertrag markiert den Beginn der letzten Jahrwoche nach Dan.9,27; der letzten sieben Jahre. Israel wird im Brennpunkt der Weltpolitik stehen. Wer im Nahen Osten Frieden schafft, wird der von aller Welt anerkannte Politiker sein. Die Bibel sagt, daß die Juden in der Endzeit ihren Tempel wieder aufgebaut haben werden (Dan.9,27 / Hes.40-47 / 2.Thess.2,4 / Off.11,1-3). Die Baumaterialien liegen in den USA vollständig bereit. In letzter Zeit verdichten sich ernstzunehmende Hinweise darauf, daß die Bundeslade, welche Jeremia entsprechend den Berichten im Makkabäerbrief vor der Einnahme Jerusalems durch Nebukadnezar versteckt haben soll, wiedergefunden ist. Über hundert Priester bereiten sich in einer zehnjährigen Ausbildung zur Zeit in Jerusalem auf ihren Dienst im neuzuerbauenden Tempel vor. Ein Tempelneubau käme jedoch nur an der von Gott bezeichneten Stelle in Frage. Dort steht heute der Felsendom - ein islamisches Heiligtum. Der Wiederaufbau des Tempels würde sofort einen “Heiligen Krieg” aller islamischen Staaten mit Israel zur Folge haben. Nur durch einen Vertrag mit dem vereinigten Europa, der stärksten Weltmacht der Zukunft, wäre ein solcher Wiederaufbau überhaupt denkbar.

Wir sehen, daß das Gericht Gottes damit beginnt, daß der Antichrist durch weltpolitische Erfolge zur Herrschaft gelangt.

2.Siegel (Off.6,3+4): Als Jesus, das Lamm, das zweite Siegel aufbrach, sah Johannes ein feuerrotes Pferd. Seinem Reiter wurde die Macht gegeben, den Frieden auf der Erde zu nehmen. Dieses Pferd bedeutet Krieg und Blutvergießen in globalem Ausmaß. Wenn die Israeliten versuchen, den Felsendom, die zweitheiligste moslemische Stätte abzureißen, und durch den Tempel zu ersetzen, wird es einen Krieg aller islamischer Staaten mit Israel geben. Nach dem Zeugnis von Hes.38, wo diese Auseinandersetzung bis ins Detail beschrieben wird, steht Israel dann einer russisch - arabischen Koalition gegenüber. Die rote Farbe des Pferdes, welches Johannes hier sieht, könnte auch auf ein Wiedererstarken des Weltkommunismus, der sich mit dem Islam verbindet, hinweisen.

3.Siegel (Off.6,5+6): Hungersnöte und Lebensmittelknappheit waren bisher immer nur örtlich begrenzt, und hätten durch Umverteilung ausgeglichen werden können. Die durch den Reiter auf dem schwarzen Pferd symbolisierte Hungersnot wird im Gegensatz dazu weltweit sein. Viele Menschen werden vor Hunger sterben. Lebensmittelknappheit, Folge globaler Kriege und der daraus entstehenden Verseuchungen, werden nicht vor den Industrieländern der Erde haltmachen. Warum soll aber dem Öl und Wein kein Schaden getan werden? Weil es Symbole des Volkes Israel sind? Oder weil es Hauptanbauprodukte der israelischen Landwirtschaft sind? Oder weil bestimmte Pflanzen auf bestimmte Kriegsfolgen anders reagieren?

4.Siegel (Off.6,7+8): Als nächstes sieht Johannes ein fahles Pferd. Der Name seines Reiters heißt Tod. Das Totenreich (Hades) folgt ihm. An den Folgen der vier Gerichte: Krieg, Hunger, Seuchen und wilden Tieren, wird ein Viertel der zukünftigen Erdbevölkerung sterben. Die Erde wird ein einziger großer Friedhof für Milliarden von Menschen werden.

5.Siegel (Off.6,9-11): Viele Menschen, welche sich nicht dem antigöttlichen System des Antichristen unterordnen, werden in der ersten Hälfte der letzten sieben Jahre getötet werden. Das genaue Zeugnis der Bibel für diese Zeit und die Mission der 144.000 versiegelten Evangelisten wird ihnen die Augen über die Herrschaft des Satans und seines Herrschers, den Antichristen öffnen. Viele Menschen, die vorher nie an Gott dachten, beginnen in Krisen- und Katastrophenzeiten nach ihm zu fragen. So ist auch der erste Teil der Zornesgerichte Gottes noch mit einer Möglichkeit der Rettung verbunden, wenn auch diese Menschen als Märtyrer sterben werden. Ihr Blut wird vielen Menschen das wahre Wesen des Antichristen und damit des Satans offenbaren. Es schreit zu Gott um Vergeltung. Aber auch jetzt besteht (Vers 11) noch für eine kurze Zeit die Möglickeit, daß Menschen gerettet werden können und sich zu Gott kehren, allerdings wird der Antichrist auch diese verfolgen, in Gefängnisse werfen, foltern und töten lassen. Immer neu wird uns beim Lesen dieser Verse deutlich, welches Vorrecht es ist, Teil der Braut, der entrückten Gemeinde zu sein, und diese Zeit nicht auf der Erde miterleben zu müssen.

6.Siegel (Off.6,12-17): (Off.6,12-17): Als das Lamm das sechste Siegel öffnet, sieht Johannes Naturkatastrophen von gewaltigem Ausmaß: Ein riesiges Erdbeben, in dessen Folge Bergmassive in sich zusammenstürzen und Inseln untergehen. Die Sonne wird schwarz, der Mond blutrot (evt. infolge vulkanischer Asche und Staub). Sterne fallen auf die Erde (Kometeneinschläge?). Der Himmel rollt sich vor seinen Augen zusammen und verschwindet (Entweichen der Ozonschicht?). Folge dieser umfassenden Ereignisse ist, daß jeder Erdenbewohner sich mit dem Gedanken des Gerichtes Gottes auseinandersetzen muß (Vers 17). Wer jetzt nicht Buße tut, kämpft bewußt gegen Gott!

7.Siegel (Off.8,1-5): Bevor Jesus das letzte Siegel bricht, wird eine Zwischenschau eingeschoben, die den Blick weglenkt von den Menschen, welche Gottes Gerichte fürchten müssen. Zum einen sehen wir, wie eine Gruppe von 144.000 Juden versiegelt, und damit vor den folgenden Gerichten Gottes geschützt wird (Off.7,1-8). Es sind die Erstlinge aus Israel. Sie nehmen die Berufung des Volkes Israel, welche zu Pfingsten von Israrel genommen, und der Gemeinde übertragen wurde, wieder auf. Diese 144.000 jüdischen Evangelisten (messianische Juden) werden in der ersten Hälfte der Trübsal sehr viele Menschen aus allen Nationen zu Jesus führen. Es sind die Erntehelfer Gottes in einem bereits begonnenen Gericht. Die Bibel bringt durch die Aufzählung der einzelnen Stämme klar zum Ausdruck, daß es sich hier um jüdische Diener Gottes handelt. Auch, wenn heute viele Juden nicht mehr ihre Stammeszugehörigkeit kennen, Gott kennt sie. Die Stämme Dan und Ephraim sind hier ausgelassen. In ihren Stammesgrenzen wurden die goldenen Kälber Jerobeams angebetet. Die Bibel bezeichnet diese Ersatzreligion im AT als Sünde Jerobeams. Sie wird von Gott getilgt sein. Wie einer der 12 Jünger Jesu später ersetzt wurde, so auch der Stamm Dan. Die 144.000 sind also auf keinen Fall eine Exklusivschicht der Gemeinde Jesu, wie manche Sekten lehren. Die jüdische Religion ist heute keine missionarische Religion, wie Christentum oder Islam. Wenn aber Jesus beginnt, Israel wieder in seine ursprüngliche Berufung einzusetzen, werden Juden beginnen, das Evangelium auszubreiten.

Danach sieht Johannes eine so große Menschenmenge, daß sie niemand zählen konnte. Off.7.16+17 zeigt uns die Not, aus der diese Menschen durch das Zeugnis der 144.000 erettet wurden. Sie haben die Vergebung Jesu in Anspruch genommen und stehen nun vor Gott, während sich auf der Erde die Wirkungen der Gerichte Gottes verschärfen. Sie sind wie Noah durchs Gericht hindurch gerettet worden. Die Gemeinde dagegen ist wie Henoch vor dem Gericht entrückt worden. Jesus selbst weist ja auf die Parallelen zwischen Sintflut und seiner Wiederkunft hin (Luk.17,26-30). Viele Menschen, die wir heute mit dem Evangelium bekannt machen, werden sich dann unter dem Druck der kommenden Gerichte zu Jesus bekehren. Das kann uns bei aller Evangelisations- und Missionsarbeit ermutigen.

Das siebente Siegel beinhaltet wiederum eine ganze Serie von Gerichten - die sieben Posaunen. Die drei Gerichtsserien Gottes sind so aufgebaut, daß immer das siebente Gericht eine weitere Folge von sieben schrecklicheren Gerichten in sich einschließt, ähnlich einem Feuerwerk, dessen siebente Leuchtkugel in weitere sieben zerplatzt, von denen die siebente wiederum sieben neue in sich trägt. Bevor die sieben Gerichtsengel ihre sieben Posaunen blasen, lesen wir von einem Schweigen im Himmel (Vers 1) eine halbe Stunde lang. Wir kennen Gedenkminuten. Eine halbe Stunde völliges Schweigen im gesamten Kosmos bedeutet, daß nun etwas folgenschweres geschieht, was es in dieser Weise noch nie gegeben hat - eine Chance zur Umkehr und zum Nachdenken für alle Menschen auf der Erde. Nach Vers 4+5 sind die nun folgenden Gerichte eine Antwort auf die Gebete der Heiligen. Milliarden von Gebeten “ ... Dein Reich komme, wie im Himmel so auf Erden” stehen jetzt kurz vor ihrer Erfüllung.

11.2. Die Posaunengerichte

1.-4. Posaune: (Off.8,6-13) Wie würde ein Mensch aus dem Urwald, der bisher keine Berührung mit der westlichen Zivilisation hatte, einen Flughafen beschreiben? Vielleicht als Taubenschlag mit vielen riesigen eisernen menschenfressenden Tauben? Oder eine Großstadtkreuzung als Knäuel dampfender Blechwürmer? Ähnlich ging es Johannes. Er mußte mit seinem Sprachschatz ausdrücken, was er am Ende der Zeiten sah. Für ihn könnten der Abwurf zahlreicher Atombomben wie Hagel mit Feuer und Blut vermischt ausgesehen haben (Vers 7). Unter einem großen flammenden Berg, der Schiffe vernichtet, könnten wir uns ein nukleares kosmisches Waffenträgersystem vorstellen, welches in der Lage ist, Ansammlungen von Kriegsschiffen zu bekämpfen (Vers 8+9). Beim Blasen der dritten Posaune sah Johannes einen großen brennenden Stern vom Himmel fallen, der ein Drittel des gesamten Süßwassers verseuchte (Vers 10+11). Hier könnte Johannes die Wirkung einer biologischen Bombe beschreiben. Als Folge dieses globalen Krieges unter Einsatz von A-,B­und C- Waffen wird sich die Lichteinstrahlung um ein Drittel verringern. Bevor die fünfte Posaune geblasen wird, sieht und hört Johannes einen Adler durch den Himmel fliegen, der die Menschen noch einmal vor den jetzt folgenden Gerichten warnt. Die drei Wehe, wehe, wehe, die ab jetzt nach jeder Posaune folgen, sind mit Geburtswehen vergleichbar. Sie künden die unmittelbar bevorstehende Herrschaftsübernahme Jesu über diese Erde an. Wir sehen, daß Gott zwischen den Gerichten immer wieder kurze Zeiten der Besinnung schenkt - eine letzte Chance zur Umkehr.

5.+6. Posaune: (Off.9) Beim Blasen der fünften Posaune sehen wir, wie ein Stern (Bild für Satan nach Jes.14,12?) vom Himmel auf die Erde geworfen wurde. Er hatte den Schlüssel des Abgrunds, eine Bezeichnung für den Ort, an dem die gefallenen Engel (Dämonen) festgehalten werden. (Lies dazu Luk.8,31 / Jud.6 / 2.Petr.2,4!) Die Dämonen, welche seit langer Zeit an diesem Ort gefangen gehalten werden, sind ähnlich, wie hungrige Raubtiere, begierig darauf, den Menschen zu schaden. Vielleicht sind hier Dämonen dabei, die von Jesus, den Jüngern, oder sogar von uns ausgetrieben, auf die Stunde warten, in der sie nochmals losgelassen werden. Diese schreckenerregenden teuflischen Geister dürfen nun die Menschen fünf Monate quälen, welche vorher nicht genug Monster und Außerirdische sehen konnten. Der Name ihres Anführers Apollyon bedeutet Verderber, Zerstörer. Spätestens jetzt wird die Lüge vom netten Teufelchen und vom lieben Monsterchen aufgedeckt. Die Menschen werden vor Angst und Qual den Tod suchen, sie werden aber nicht sterben können. Heute haben vielleicht nur Satanisten und sehr wenige Christen eine Vorstellung von der Grausamkeit dieser Wesen. Mittelalterliche Darstellungen der Hölle werden dagegen schön anmuten.

Als der sechste Engel die Posaune blies, sieht Johannes, wie vier Engel, die am Strom Euphrat gebunden sind, gelöst werden. Das Gebiet am Euphrat, die Wiege der Menschheit, war schon immer der Ort der Rebellion gegen Gott. Hier wollten Menschen sich über Gott erheben (1.Mose 11,1-4), hier war der Ursprung von Astrologie und Magie, hier wird in der letzten Zeit der Gottlosigkeit ein Tempel gebaut (Sach.5,5-11). Die Zahl vier weist auf alle vier Himmelsrichtungen hin - also ein globales Ereignis. Was Johannes hier in Off.9,16-19 sieht erinnert uns an die moderne Kriegsführung. Ihm wird die Zahl der mobilisierten Soldaten genannt: zweimal zehntausend mal zehntausend (200 Millionen). So viele Menschen gab es zu Johannes’ Zeiten gar nicht auf der Erde. Heute besitzt nur China ein solches Heer. Am Ende der Zeit wird dieser Staat seine Weltherrschaftspläne zu verwirklichen versuchen. Ein Drittel der Erdbevölkerung wird bei diesem Krieg ums Leben kommen. Ziel dieses Heeres wird Israel und der Nahe Osten sein, wo sich beim Aufeinanderprall verschiedener Heere ein Krieg unvorstellbaren Ausmaßes entfachen wird, der zuletzt durch die Wiederkunft Jesu entschieden wird.

Bevor der Engel mit der siebenten Posaune bläst und das Zornesgericht Gottes freisetzt, muß Johannes noch einmal weissagen. Das bedeutet, daß der zweite Teil der Trübsalzeit, die letzten 1260 Tage vor der Wiederkunft Jesu beginnen. Off.11,1+2 zeigt uns, wie der Tempel und die Anbeter im Tempel gemessen werden. Das bedeutet, Gott trennt die wahren Anbeter unter den Juden von denen, welche nicht an die Bundeszusagen des AT glauben.

Die gläubigen Juden werden nach Off.12,14 in der zweiten Hälfte der Trübsalzeit (1260 Tage oder dreieinhalb Jahre) von ihm bewahrt. Der Antichrist wird nach dreieinhalb Jahren den Siebenjahresvertrag mit Israel brechen und sich nach 2.Thess.2,4 im neuerbauten jüdischen Tempel als Gott anbeten lassen und sein Bild dort aufstellen (Dan.9,27). Entsprechend Matth.24,15+16 werden die gläubigen Juden dann in die Berge fliehen. Gott hat für sie einen Ort vorbereitet, an welchem sie die letzten dreieinhalb Jahre unerreichbar für den Antichristen und seine Heere versorgt werden. Manche Ausleger entnehmen verschiedenen Bibelstellen, daß dieser Ort die Festung Petra im Lande Moab ist. Dieser Ort ist zwar einerseits eine uneinnehmbare Festung, andererseits müßte Gott das Wunder einer lokalen Versetzung (Apg.8,39) für diese Menschen wiederholen, damit sie überhaupt dorthin gelangen könnten. Vielleicht will uns Off.12,14 darauf hinweisen?

In Off.11 sehen wir den letzten Versuch Gottes, diejenigen zu retten, die willig sind, sich retten zu lassen, so daß wirklich nur noch die Menschen übrigbleiben, welche sich eindeutig auf die Seite Satans und damit gegen Gott stellen. Gott sendet zwei Propheten, die wir an ihren Taten als Mose und Elia erkennen. Beider Körper haben nicht die Verwesung gesehen. Beide waren mit Jesus auf dem Berg der Verklärung. Beide haben noch einen Auftrag. Die Wunder, welche sie der Welt präsentieren kann der Antichrist nicht nachmachen.

Eine übernatürliche Machterweisung Gottes, wie sie die Welt in dieser Konzentration noch nicht gesehen hat, soll auch den letzten Menschen dazu bewegen, sich vor Gott zu beugen bevor er seine Knie vor ihm beugen muß. Wenn der Auftrag dieser Propheten vollendet sein wird, werden sie überwunden und vom Antichristen getötet werden, jedoch nur, um nach dreieinhalb Tagen wie Jesus aufzuerstehen und in einer Wolke in den Himmel zu fahren. Somit liefern sie vor aller Welt den glaubhaften Beweis der Auferstehung und Himmelfahrt Jesu.

Mit der siebenten Posaune beginnt die zweite Hälfte der Trübsal. Die nun eingeschobenen Teile (Off.10-12) zeigen wiederum diejenigen, welche gerettet oder bewahrt werden, teils im Himmel, teils auf der Erde. Die letzte und furchtbarste Serie von Gerichten, die Ausgießung der sieben Zornesschalen wird durch die siebente Posaune eingeleitet.

11.3. Die sieben Zornesschalen (Off.16)

Die Schalengerichte beginnen mit einer Schau in den himmlischen Tempel. Er ist das Vorbild, nach dem Mose die Stiftshütte baute (2.Mose 25,9 / 26,30). Hier geschieht der Dienst des himmlischen Hohenpriesters Jesus - das Eintreten für die Sünden der Menschen (Hebr.9,11 / 4,14-16 / 7,25+26). Off.15,8 sagt uns, daß dieser Dienst nicht mehr möglich sein wird, sobald die sieben Engel mit den Schalen des Zornes Gottes herausgegangen sind, bis diese ihre Schalen ausgegossen haben werden. Das bedeutet: Die Gnadenzeit ist zu Ende! Jetzt kann kein Mensch mehr gerettet werden! Gottes unbarmherziger Zorn ergießt sich nun auf alle seine Feinde.

Jeden, der das Zeichen des Antichristen an Stirn und Hand angenommen hat, werden die folgenden Gerichte treffen. Alle bisherigen Gerichte trugen immer noch einen Aspekt von Warnung und Rettung in sich. Dies aber ist der Tag der Rache Gottes. Ist dieses Geschehen vereinbar mit einem Gott der Liebe?

Sollten nicht alle Geschöpfe Gottes irgendwann einmal geläutert und gerettet werden, wie es uns Vertreter der Allversöhnungslehre weismachen wollen?

Gott hat uns als sein Gegenüber mit einem freien Willen geschaffen. Er hat seinen Sohn für uns sterben lassen. Er hat die Menschen durch die Gemeinde, durch die 144.000 Evangelisten, durch seine zwei Zeugen, durch Gerichte und sogar durch Engel zu warnen versucht. Wer danach nicht zu ihm gehören will, will es wirklich nicht. Gott wird ihn nicht eine Ewigkeit lang zu sich zwingen. Er akzeptiert den freien Willen der Menschen bis hin zu ihrer völligen Abkehr von ihm. Auch das ist Liebe. Gott möchte, daß alle gerettet werden (1.Tim.2,4+5), er wollte auch Judas retten, ja selbst den Antichristen. Aber er akzeptiert den bekundeten Willen der Menschen. Klarer als in der Endzeit kann sich kaum ein Mensch für oder gegen Jesus entscheiden. Aber auch das ewige Getrenntsein von Gott und die damit verbundenen Qualen sind biblisches Zeugnis (Off.20,10+15); nicht um Menschen Angst zu machen, sondern um die letzte Konsequenz der Trennung von Gott zu zeigen. Gott wird gerecht richten, wenn er selbst den Menschen die zur Zeit Noahs lebten noch eine zweite Chance gab und ihnen durch Jesus im Totenreich predigen ließ (1.Petr.3,18-20).

Die Ausgießung der ersten Zornesschale hat bei den Menschen, welche den Antichristen anbeten und sein Zeichen an ihrer Stirn oder Hand tragen, eine sehr schmerzhafte Krankheit zur Folge. Sie werden von furchtbaren Geschwüren geplagt.

Der Engel mit der zweiten Zornesschale bewirkt, daß das Meer so stark verseucht wird (wie das Blut eines Toten), daß absolut kein Lebewesen mehr darin existieren kann.

Die dritte Zornesschale beeinhaltet eine völlige Verseuchung aller Süßwasserreserven. Flüsse und Wasserquellen werden zu Blut.

Die Ausgießung der vierten Zornesschale hat zur Folge, daß die Temperatur der Sonne um ein Vielfaches steigt, wodurch viele Menschen den Tod finden werden. Einige Wissenschaftler glauben heute, daß die Sonne viel eher, als bisher angenommen in eine Kontraktionsphase eintreten kann, in der, bedingt durch starke Eruptionen die Temperaturen im Sonnensystem gewaltig steigen werden. Immer wieder bezeugt die Bibel, daß die Menschen trotz dieser furchtbaren Plagen nicht zu Gott umkehren, sondern ihn darüber verfluchen.

Die fünfte Zornesschale wird auf den Thron des Tieres (Antichristen) ausgegossen. Finsternis verursacht ein absolutes Chaos in Europa. Jeder wird die Macht Gottes spüren, jedoch werden die Menschen Gott nur um so mehr lästern. Die Schalengerichte entsprechen in vielem den Gerichten, welche Mose über das Land Ägypten beim Auszug der Israeliten ausrief (2.Mose 7-11). In ihrem Aufbau entsprechen sie auch den Posaunengerichten, nur daß die Schalengerichte weitaus umfangreicher und umfassender sind.

Als der sechste Engel seine Zornesschale auf den Strom Euphrat ausgießt, trocknet dieser aus. Der Weg für das größte Heer der Weltgeschichte wird freigemacht. Die riesige Armee Chinas, ausgerüstet mit modernsten Atomwaffen, setzt sich in Bewegung. Zur gleichen Zeit wird der Antichrist, welcher in Dan.11,40 beschrieben wird, einen Feldzug gegen Ägypten (den König des Südens) führen. Nachdem er Ägypten besiegt und geplündert hat, wird er durch Gerüchte aus dem Osten und dem Norden erschreckt. (Information über den Angriff der Völker des Ostens?) Er wird sein Hauptquartier in Israel aufschlagen. Für die Juden wird es nach Dan12,1 /Matth.24,21 eine Zeit der Bedrängnis sein, wie es sie so noch niemals gegeben hat. Aus dem Mund des Drachen (Satans), des Tieres (Antichristen) und des falschen Propheten werden drei unreine Geister wie Frösche hervorkommen. Diese drei Dämonen werden die Könige der Erde durch gewaltige Zeichen verführen, ihre Heere zu versammeln. Dieses Heer wird mit den Königen des Ostens (China) in der Ebene Megiddo zusammentreffen. Die größte Schlacht der Weltgeschichte wird hier ausgetragen. Entsprechend Sach.14,1-5 wird dabei auch Jerusalem eingenommen und die Hälfte der Stadt in Gefangenschaft geraten. Wenn die Not für das Volk Israel am größten sein wird, wird Jesus auf dem Ölberg für alle sichtbar wiederkommen (Matth.24,27).

Der siebente Engel wird seine Zornesschale ausgießen und ein Erdbeben, welches die Oberfläche des gesamten Planeten verändern wird, geschieht. Ganze Städte verschwinden. Jerusalem wird in drei Teile geteilt. Der Ölberg wird sich spalten, so daß das Wasser des Mittelmeeres ins Tote Meer fließen wird, und Jesus wird für sein Volk als Befreier, Messias und König auf dem Thron Davids erscheinen.

12. Die Wiederkunft Jesu in Herrlichkeit

Bevor Jesus für alle sichtbar wiederkommt, geschieht ein Ereignis, auf das Jesus und seine Gemeinde mit allen Fasern ihres Seins zugelebt haben. Während auf der Erde die schrecklichsten Dinge geschehen, wird im Himmel ein Fest gefeiert - die Hochzeit des Lammes - Jesu Vereinigung mit seiner Braut (Off.19,10). Johannes sieht dieses Ereignis, nachdem die Hure Babylon, das pervertierte Abbild der Gemeinde, gerichtet worden ist. Der Braut wurde entsprechend Off.19,8 die Gerechtigkeit Jesu als Hochzeitskleid gegeben. Was für ein herrliches Bild: Alle, die durch Annahme dessen, was Jesus für uns am Kreuz erworben hat zu ihm kommen, dürfen zu dieser Braut gehören.

Es wird der wunderbarste Augenblick in unserem Leben sein. Hochzeit hat aber auch Öffentlichkeitscharakter. Deshalb kommt Jesus jetzt gemeinsam mit seiner Braut auf diese Erde. Wie er es in vielen Gleichnissen beschrieben hat, kommt er, um zu dieser Feier einzuladen. Jedoch hat auch die Ablehnung seiner Einladung in jedem dieser Gleichnisse Konsequenzen. Sein Wunsch ist nicht, die Menschen zu richten, sondern die Hochzeitsfreude mit ihnen zu teilen. In Luk. 18,8 fragt Jesus selber: ... Doch wenn der Menschensohn kommen wird, meinst du, er werde Glauben finden auf Erden?

Gleich nach der Hochzeit des Lammes beschreibt Johannes die Wiederkunft Jesu. Wir können also annehmen, daß dieses Fest kurz vor der sichtbaren Wiederkunft Jesu gefeiert wird.

Die Wiederkunft Jesu auf diese Erde wird das gewaltigste Ereignis aller Zeiten sein. Die Natur wird beim Anblick der Herrlichkeit Jesu in Aufruhr versetzt. Die Kräfte der Erde und des Kosmos kommen ins Wanken. Sonne und Mond werden ihren Schein verlieren. Alle Geschlechter auf Erden werden Jesus in den Wolken des Himmels sehen (Matth.24,29+30). Trotzdem werden sich unter Führung des Antichristen die ausgezogenen Völker gegen Israel, seinen Messias und die vom Himmel kommenden Heiligen (seine Gemeinde) zum Kampf vereinigen (Sach.12,2+3 / Off.19,19-21). Dieser Kampf gegen Jesus unterscheidet sich von der Verurteilung Jesu durch die Massen bei seinem ersten Kommen (Matth.27,23) dadurch, daß nach den letzten Gerichten jeder weiß, daß er es hier mit Gottes Sohn zu tun hat.

Aufgestachelt durch die satanischen Verführungen des Antichristen werden die in Israel versammelten Völker bewußt gegen den Sohn Gottes, seine Heiligen und sein Volk Israel kämpfen. In dieser sogenannten Schlacht von Harmagedon wird Jesus den Antichristen durch den Hauch seines Mundes besiegen. Die aufmarschierten Völker werden umkommen.

Von den Kreuzrittern wird berichtet, daß sie bei der Einnahme Jerusalems in ihrem Blutrausch bis zu den Knöcheln im Blut wateten. Off.14,20 sagt, daß in dieser Schlacht bei der Wiederkunft Jesu das Blut der Millionen von Getöteten bis an die Zügel der Pferde reichen und über dreihundert Kilometer weit fließen wird - ein unvorstellbares Bild. Der Antichrist und sein Prophet werden durch ein Wort aus dem Munde Jesu besiegt und lebendig in den Feuersee, einen Ort ewiger Qual, fern von Gottes Angesicht geworfen (Jes.11,4b / 2.Thess.2,8 / Off19,20b). Alle, die das Zeichen des Antichristen tragen, werden getötet werden (Off.19,21).

Die übriggebliebenen Juden dagegen werden Buße darüber tun, daß sie Jesus als ihren Messias bisher abgelehnt haben (Sach.12,9+10). Ganz Israel wird gerettet werden und als Volk wieder in seine Aufgabe in den Heilsplan Gottes eingesetzt werden (Röm. 11,25). Jesus wird im Tempel verehrt, das Allerheiligste wieder gesalbt, das gesamte Gesetz mit allen rituellen Vorschriften und Festen wird durch Jesus für jeden verständlich und zur Quelle der Freude und Anbetung Gottes.

Alle Sünde des Volkes Israel wird völlig abgewaschen (Jes.40,2). Alle noch ausstehenden Weissagungen für dieses Volk werden erfüllt (Dan.9,24 / Dan.7,26+27). Jerusalem wird Welthauptstadt und Zentrum allerAnbetung (Sach.14,16-19).

13. Die erste Auferstehung

Bei Jesu Wiederkunft und der Wiedereinsetzung Israels (Röm.11,15) werden alle Toten auferstehen, die durch den Antichristen und die Hure Babylon seit der Entrückung getötet wurden. In Off.20,4 werden uns drei Gruppen genannt, welche mit Jesus im nun folgenden tausendjährigen Friedensreich herrschen werden: diejenigen aus den Nationen, welche das Tier (Antichristen) nicht angebetet haben, alle Juden, welche Gott die Treue gehalten haben, und alle, die um des Zeugnisses Jesu willen getötet wurden. Da die meisten Menschen dieser drei Gruppen in den vergangenen sieben Jahren getötet wurden, wird Jesus sie bei seiner Wiederkunft auferwecken. Mit ihnen werden die Heiligen des AT auferstehen.

Das ist die erste Auferstehung, die Auferstehung derer, die mit Jesus in seinem nun kommenden Friedensreich regieren werden. Die übrigen Toten werden jedoch nicht auferstehen (Off.20,5). Auch Jesus und die Apostel weisen in Joh.5,29 / Luk.14,14/ Apg.24,15 auf zwei verschiedene Auferstehungen hin: die Auferstehung des Lebens, und die zum Gericht.

Selig ist der und heilig, der teilhat an der ersten Auferstehung. Über diese hat der zweite Tod keine Macht, sondern sie werden Priester Gottes und Christi sein und mit ihm regieren tausend Jahre. Off.20,6
Wer überwindet, dem soll kein Leid geschehen von dem zweiten Tod. Off.2,11b


Der erste Tod ist der biologische Tod, der zweite Tod aber wird die Besiegelung der ewigen Trennung von Gott an einem Ort schlimmster Qualen sein. Wer bei der ersten Auferstehung dabei ist, wird den zweiten Tod nicht sehen. Er wird mit Jesus tausend Jahre lang herrschen (Matth.15,21).

14. Das Gericht über die lebenden Völker

Alle noch lebenden Völker werden nun vor dem Thron der Herrlichkeit versammelt. Jesus wird sich setzen und das Gericht über alle halten, die zu diesem Zeitpunkt noch am Leben sind. Wer aber wird zu diesem Zeitpunkt noch am Leben sein? Menschen, welche die Katastrophen der großen Trübsal überlebt haben und das Zeichen des Antichristen nicht angenommen haben. Wie wir gesehen haben war dieses Zeichen nötig, um am wirtschaftlichen Leben teilhaben zu können. In den Industrienationen ist ein Überleben kaum möglich gewesen. Hier wird man entweder das Zeichen annehmen, oder Tod und Gefängnis in Kauf nehmen müssen. In den sogenannten Entwicklungsländern wird dann ein Überleben durch Eigenversorgung ohne diesem Zeichen eher möglich gewesen sein.

In Matth.25,31-46 wird uns dieses Gericht als ein Gericht am Einzelnen, wie an ganzen Völkern vorgestellt.

Daß hier Völker in ihrer Mehrheit gerettet oder gerichtet werden, ist vielleicht ein neuer Gedanke. Aber schon heute sehen wir in Gebieten für die intensiv gebetet wurde (z.B. Kenia oder Südkorea), daß dort auffallend mehr Menschen gläubig sind, als jenseits ihrer Staatsgrenzen. Auch wird das Verhältnis der Staaten, Israel gegenüber, im Gericht von entscheidender Bedeutung sein. Natürlich wird Gott dabei auch immer den einzelnen Menschen beurteilen, unabhängig von seiner Nationalität. Kriterium bei diesem Gericht wird das Verhalten der Menschen zu den geringsten Brüdern Jesu sein. Das sind nicht einfach unsere Mitmenschen. Brüder Jesu sind nur die Juden (seine leiblichen Brüder) und die Gemeinde.

Da in den letzten sieben Jahren die Gemeinde bereits im Himmel ist, sind hier die 144000 jüdischen Prediger, die durch sie gläubig gewordenen Menschen aus den Nationen und die verfolgten Juden gemeint, welche in dieser Zeit die schlimmste Bedrängung in ihrer ganzen Geschichte durchleiden werden. Jesus identifiziert sich so sehr mit ihnen, daß er das Verhalten der Völker und der einzelnen ihnen gegenüber zum Maßstab dieses Gerichtes machen wird. Dadurch wird Joh.14,6 nicht außer Kraft gesetzt, denn Jesus selbst wird durch diese Menschen sichtbar und erfahrbar für andere sein.

Daß hier die Menschen gerichtet werden, welche nach den sieben Jahren der Herrschaft des Antichristen noch am Leben sind, kommt auch in den Handlungen der Hilfeleistung zum Ausdruck. Hilfe für Verfolgte und Gefängnisbesuch nennt Jesus als wichtige Kriterien, um im Gericht zu bestehen. Heute sind Gefängnisbesuche zwar eine gute Sache, zum Kriterium für das Gericht Gottes können sie aber nur werden, wenn große Menschenmassen unverschuldet um ihres Glaubens willen ins Gefängnis kommen. Eben das geschieht während der Herrschaft des Antichristen. Aus Hes.20,35-37 können wir entnehmen, daß Jesus auch mit den Juden ins Gericht gehen wird, welche noch nicht in Israel wohnen.

Wer aber wird in diesem Gericht richten? Jesus allein (Apg.10,42)? In Off.20,4 / Dan.7,9 / Psalm 122,5 wird uns von Thronen (Mehrzahl) berichtet, welche zum Gericht aufgestellt werden. Aus Off.20,4 können wir entnehmen, daß auch die Märtyrer der letzten sieben Jahre hier mit Jesus über die lebenden Völker richten werden. Jesus sagt seinen Jüngern, daß sie auf zwölf Thronen sitzen werden und das Volk Israel richten werden (Matth.19,28). Auch die Gemeinde, welche mit Jesus bei seiner Wiederkunft herabkommt und deren wirkliche Schönheit und Größe nun erst der Welt richtig offenbar wird (Kol.3,4) ist nach 1.Kor.6,2+3 berufen zu richten - nicht nur Menschen, sondern auch die gefallenen Engel. Wir erkennen, daß Jesus ein völlig gerechtes Gericht halten wird, denn er bezieht die jeweils Betroffenen ein. Der Richtspruch Jesu wird in Einheit mit seiner Gemeinde, dem geläuterten Rest des Volkes Israel und den Erretteten aus allen Völkern gesprochen. In Ewigkeit wird niemand diesen Richterspruch anzweifeln.

15. Das tausendjährige Friedensreich

Nachdem Satan sieben Jahre lang seine Unfähigkeit, diese Welt zu regieren unter Beweis gestellt hat, und damit sein wahres Wesen vor dem gesamten Universum offenbarte, wird er nun von einem Engel für tausend Jahre gebunden und im Abgrund festgehalten. Er hat somit keinen Einfluß mehr auf das, was auf der Erde geschieht. Über diese tausend Jahre berichtet Johannes nur in Off.20,1-3+7. Deshalb halten manche Ausleger diese Verse für ein nicht wörtlich zu nehmendes Symbol. Sie haben allerdings dann ein großes Problem mit vielen unerfüllten Weissagungen des AT, etwa Micha 4,1-5, Jes.11, Ps.110 oder Jes.65,17-29. Hier wird eine Zeit beschrieben, die nicht der Himmel sein kann (Jesus herrscht mit Gewalt inmitten seiner Feinde, Menschen sterben noch immer, wenn auch in einem Alter, wie die Patriarchen vor der Sintflut). Aus vielen Bibelstellen des AT geht hervor, daß im Tempel, dessen Bauweise und Funktion in Hes.40-48 beschrieben wird, der AT Gottesdienst gefeiert wird. Diese Zeit wird also eine Zeit des Gesetzes sein. Nach unserem Verständnis zeigt sich der alte Bund als Fehlinvestition Gottes in die Menschen. Nun, wo der Satan gebunden ist und der Teufel nicht mehr das Gesetz zum Anlaß nimmt, um die Menschen zu verführen (Röm.7,5+8), ist es erstmals möglich, die Gesetze Gottes zu halten. Gott erweist seine Weisheit unter den Nationen durch das Gesetz. Es wird keine Zeit sein, in der Menschen noch zur Gemeinde hinzugefügt werden können. Die Hochzeit des Lammes ist bereits vollzogen. Nun kann man nur noch wie die zehn Jungfrauen zur Hochzeitsfeier geladen sein (Matth.25,1-13 / Matth.22,2-14).

Daß diese Zeit der Wiederaufrichtung des Reiches Davids kein Symbol ist, oder dem mangelhaften Verständnis der Propheten des AT entspringt, zeigt Jesus selber, indem er seine Jünger nicht korrigiert wenn sie danach fragen. Er bestätigt in Apg.1,6+7 ihre schriftgemäßen Vorstellungen über dieses irdische Reich, korrigiert aber ihr Denken in Bezug auf den erwarteten Zeitpunkt. So, wie die Reiche, welche Daniel in Dan.2,36-45 als Abfolge der Weltgeschichte gesehen hatte alles irdische Reiche waren, wird auch das letzte der dort beschriebenen Reiche (Vers 44+45) irdischer Natur sein. Wie können wir uns sonst vorstellen, daß Jesus die Nationen mit “eisernem Stab” (Psalm 2), also mit großer Strenge regiert? Das ist sicher nicht die Art und Weise Jesu den Geretteten gegenüber in alle Ewigkeit!

Das tausendjährige Friedensreich wird eine Zeit sein, in welcher Jesus zeigt, wie friedliches Zusammenleben der Völker und der Menschen untereinander möglich ist, wenn sein Wort die verbindliche Grundlage dafür ist. Es ist noch nicht der Endzustand der Ewigkeit. Noch existiert der Tod, welcher als letzter Feind Gottes vernichtet wird (1.Kor.15,26 / Off.20,14), wenn auch die Menschen dieser Ära vor die Entscheidung gestellt werden.

Man sollte meinen, daß sich die Menschheit nach so vielen Beweisen der Güte Gottes und der Brutalität und des Menschenhasses des Teufels nun eindeutig für Gott entscheidet. Gott wird die Menschheit am Ende dieser tausend Jahre noch einmal vor die Entscheidung stellen. Er drängt ihnen das Gute - die ewige Gemeinschaft mit sich nicht auf. Aus diesem Grund wird der Satan am Ende der tausend Jahre noch einmal für kurze Zeit freigelassen. Er wird die Völker erneut verführen und heraufziehen gegen Jerusalem, das Heerlager der Heiligen. Man sollte es nicht für möglich halten, aber die Bibel bezeugt, daß die Menge der Verführten wie Sand am Meer sein wird (Off.20,7-10). Wiederum wird offenbar, daß viele Menschen trotz der empfangenen Segnungen Gottes lieber dem Verführer dienen. Haben sie aus der Geschichte der Welt keine Lehre gezogen? Haben sie nicht Unterweisung im Wort Gottes bekommen können, wie keine andere Generation?

Wie der Pharao sich Mose gegenüber verhärtete, obwohl er wußte, daß der Gott Moses stärker war als seine Götter (2.Mose 8,14+15), so werden auch viele Menschen im letzten Abschnitt der Geschichte aller Logik zuwider gegen Gott kämpfen. Nicht der Gedanke an den Sieg wird sie dazu bewegen, sondern allein der Haß auf Gott und seinen Sohn Jesus. Sie sind Kinder des Satans und wollen es bewußt bleiben. Hat nicht auch der Haß Satans über seine Vernunft gesiegt, als er Jesus unschuldig tötete? Nicht unser Wissen um die Wahrheit und Stärke Gottes bewahrt uns (Jak.2,19). Glaube an Jesus ist mehr als das Wissen um ihn, ist mehr als christliche Erziehung. Glaube ist eine Herzensentscheidung, welche darin zum Ausdruck kommt, daß sich Menschen bewußt vor der Welt zu Jesus stellen. Im Himmel und in der Hölle wird es nur Freiwillige geben.

Das Schicksal der verführten Völker beschreibt die Bibel in kurzen Zügen. Feuer fällt vom Himmel und verzehrt sie. Der Teufel selbst wird nun in den feurigen Pfuhl (Luther) oder Feuersee geworfen, wo schon der Antichrist und der falsche Prophet gequält werden (Off.20,10). Satan, wie auch seine menschlichen Verbündeten werden in alle Ewigkeit gequält werden.

Mit dem nun folgenden Weltgericht geht die Menschheitsgeschichte zu Ende. Manche Ausleger glauben, daß die Weltgeschichte nur eine Periode von siebentausend Jahren sei, wobei das letzte Jahrtausend des Friedensreiches Jesu im jüdischen Sabbat symbolisch vorgeschattet war. Ganz gleich, wie lange die Menschheit auf dieser Erde existiert, die Weltgeschichte wird in der Ewigkeit nur als eine kurze, aber entscheidende Periode empfunden werden. Entscheidend, weil sie die Garantie dafür ist, daß sich eine Rebellion der Schöpfung gegen ihren Schöpfer niemals wiederholen wird. Nicht, weil jeder merkt, daß Gott der Stärkere ist. Nein, es wird deutlich, daß niemand sonst würdig ist, zu herrschen (Off.4,11 /5,12).

Durch die Geschichte der Menschheit hat Gott sein Wesen, das Wesen Satans und das Wesen der Menschen offenbar werden lassen. In alle Ewigkeit wird seine Schöpfung ihn mit Freuden anbeten. Auf der neuen Erde gibt es kein nachlassendes Gedächtnis. Zeit und Raum sind relativ. Die Schreckensherrschaft des Satans während der Trübsalzeit wird ebenso deutlich jedem ins Gedächtnis eingeprägt sein, wie das Opfer Jesu am Kreuz - als wären es Erlebnisse, welche gerade geschehen sind.

Wir werden eine Ewigkeit Zeit haben, die Menschheitsgeschichte auf die Weisheit und Güte Gottes hin zu analysieren. Vieles, was wir heute noch nicht verstehen, wird uns dann aufgehen. Warum schuf Gott Engel und Menschen so, daß sie sich gegen ihn entscheiden konnten? Warum machte Gott den Satan nicht gleich nach der Kreuzigung unschädlich? Auf alle diese Fragen werden wir Antworten bekommen.

16. Die Auferstehung zum Gericht

Und ich sah die Toten, die Großen und die Kleinen, vor dem Thron stehen, und Bücher wurden aufgeschlagen; und ein anderes Buch wurde aufgeschlagen, welches das des Lebens ist. Und die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den Büchern geschrieben war, nach ihren Werken. Und der Tod und der Hades (Totenreich) wurden in den Feuersee geworfen. Dies ist der zweite Tod, der Feuersee. Und wenn jemand nicht gefunden wurde in dem Buch des Lebens, so wurde er in den Feuersee geworfen. Off.20,12+14+15

In diesem Gericht hören wir nichts von einem Freispruch. Es wird auch nicht berichtet, daß jemand gefunden wurde im Buch des Lebens. Ins Buch des Lebens werden nur diejenigen eingetragen, die nicht auf ihre Werke vertraut haben, sondern Jesus als Herrn angenommen haben (Eph.2,8+9). Wenn hier nach Werken geurteilt wird, kann es nur um die Höhe des Strafmaßes gehen, so wie auch alle, die im Buch des Lebens eingetragen sind, vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden müssen, um verschiedenen Lohn zu empfangen. Rettung kann es meiner Meinung nach also in diesem Gericht nicht mehr geben, es sei denn man steht im Buch des Lebens. Daß hier noch Menschen auferweckt werden, welche im Buch des Lebens stehen ist zwar vom biblischen Befund her nicht völlig ausgeschlossen, ich halte es aber für unwahrscheinlich, weil diese Toten ansonsten schon bei Jesu Wiederkunft entsprechend Off.20,6 auferweckt worden wären. Möglich wäre meiner Meinung nach höchstens eine Auferstehung derer zum ewigen Leben, welche sich in den tausend Jahren, in denen Satan gebunden war, bewußt unter die Autorität des Wortes Gottes gestellt haben, aber noch vor dem Ende dieser tausend Jahre gestorben sind. Diese letzten Ereignisse sind jedoch biblisch sehr dünn belegt.

Warum aber wird neben den Büchern, in denen die Werke aufgezeichnet sind, auch das Buch des Lebens aufgeschlagen? Ich glaube, Gott zeigt nochmals allen Menschen, daß er einen Weg der Gnade für jeden hatte. Die eigentliche Sünde der Menschen bestand in der Ablehnung dieses Weges (Joh.16,9a). So wird Gottes Gerechtigkeit jedem Menschen gegenüber offenbar. Jeder hatte die gleiche Chance.

Nachdem in der bereits beschriebenen Reihenfolge alle diejenigen auferstanden sind, welche die Ewigkeit mit Jesus verbringen werden, folgt hier eine Auferstehung zum Gericht. Die Reihenfolge der Auferstehungen beschreibt die Bibel in ihrer Gesamtheit folgendermaßen:

1. Die Auferstehung Jesu

2. Die Auferstehung der in Christus entschlafenen (Gemeinde) bei der Entrückung (1.Thess.4,16)

3. Die sogen. erste Auferstehung (Märtyrer, welche das Zeichen des Antichristen während seiner Herrschaft nicht angenommen hatten - Christen, welche seit der Entrückung gestorben sind, bzw. getötet wurden - die Heiligen des AT) (Off.20,4)

4. Die Auferstehung zum Gericht (Off.20,12)

Viele Menschen glauben, daß der biologische Tod das Ende ihrer Existenz sei. Die Bibel redet aber eindeutig davon, daß es ein Totenreich (Hades) gibt, in welchem der Mensch unabhängig von seinem Körper weiterexistiert. Das bestätigt uns u.a. auch das Gleichnis vom armen Lazarus (Luk.16,19). Warum aber läßt Gott die Toten aller Zeiten noch einmal auferstehen? Was bedeutet Auferstehung eigentlich?

Wenn Tod nicht mit dem Ende der Existenz der menschlichen Persönlichkeit gleichzusetzen ist, was wird dann auferweckt? Die Bibel redet in Zusammenhang mit Auferstehung immer von der Auferstehung des Leibes. Wozu aber bekommen dieToten beim letzten Gericht einen Leib?

Wie wir sehen, werden sie bei diesem letzten Gericht nach ihren Worten und Werken gerichtet, von denen alle in himmlischen Büchern aufgezeichnet sind. Nach Matth.12,36 müssen die Menschen Rechenschaft über jedes nutzlose Wort, das sie gesprochen haben abgeben. Schallwellen breiten sich unvermindert im Raum aus. Jedes in der Vergangenheit gesprochene Wort existiert noch in Form von Schallwellen. Wären wir schneller, als der Schall, wäre es theoretisch möglich, vor Jahrhunderten gesprochene Worte wieder hörbar zu machen. Gott wird ebendies in diesem Gericht tun. Niemand entgeht dem Gericht, indem er einfach aufhört zu existieren. Wäre der zweite Tod nur ein solcher endgültiger Schlußstrich, müßten sich alle Feinde Gottes auf dieses Gericht freuen. Ohne Zweifel haben sie bis dahin im Hades (Totenreich) ohne Leib keine besonders gute Zeit gehabt. Die Bibel spricht aber davon, daß der Tod (Trennung des Körpers von der Seele) und das Totenreich (Hades) ganz zuletzt, wenn sie ihre Aufgabe der Aufbewahrung zum Gericht getan haben, ebenfalls in den Feuersee geworfen werden (Off.20,14). Warum also bekommt nun jeder einen Auferstehungsleib?

Die Qualen, von denen die Bibel spricht, werden nicht allein seelischer Art sein, etwa derart, daß man sich in Ewigkeit darüber ärgert, nicht bei Jesus zu sein. Wir haben bereits gesehen: Wer den zweiten Tod kennenlernt, die Ewigkeit im Feuersee, wollte unter keinen Umständen mit Jesus leben. Er wird dafür, da er wieder einen Körper bekommen hat, entsprechend seiner Werke auch körperliche Qualen leiden müssen (Matth.10,28). Die Bibel redet an mehreren Stellen davon, daß dieser Feuersee mit Schwefel brennt. Allein für seelische Qualen braucht man keinen Schwefel.

Jesus spricht u.a. in Luk.12,5 mit Schaudern von der Hölle, dem zweiten Tod, der Ewigkeit im Feuersee. Dagegen sehen wir bei ihm keine Furcht vor dem biologischen Tod. Wie entsetzt sind wir doch, wenn wir von Morden, tödlichen Unfällen in unserem Bekanntenkreis oder anderen Katastrophen hören, die viele Menschen das Leben kosten! Sind wir aber annähernd so entsetzt, wenn Menschen sterben ohne zu Jesus gefunden zu haben? Die Hölle ist eine furchtbare Realität für jeden, der ohne Jesus stirbt! Vor diesem Hintergrund gewinnt der Missionsauftrag für uns eine ganz neue Dimension. Darum an dieser Stelle einen kleinen Exkurs über das, was die Bibel über die Hölle aussagt:

Das für die Hölle verwendete hebr. Wort “gehenna” bezeichnete gleichzeitig den Abfallhaufen in Jerusalem - eine Schlucht in die wegen ihrer Tiefe kein Sonnenstrahl gelangte. Regelmäßig wurde der dort gesammelte Müll verbrannt. Wir sollen Menschen retten, damit sie nicht unbrauchbar auf den Abfallhaufen der Menschheitsgeschichte geworfen werden müssen. In Joh.15,6 warnt Jesus nicht nur Ungläubige, sondern auch seine Jünger vor diesem Schicksal. Die einzige Garantie dafür, nicht an diesen Ort der Qual zu kommen wird uns im Vers 5 gegeben. Jesus sagt hier: Bleibet in mir!

Wer wirft in die Hölle?

Deutlich bringt die Bibel zum Ausdruck, daß der Teufel, der Antichrist und sein Prophet und alle Menschen, die nicht im Buch des Lebens geschrieben stehen auf Anweisung Gottes in die Hölle geworfen werden. Nicht der Teufel, sondern Gott ist der Herr über die Hölle(Off.1,18).

Wie lange werden die Qualen im Feuersee andauern?

Einige Sekten (Auslöschungslehre) behaupten, daß der Feuersee symbolisch gemeint sei und einfach die endgültige Auslöschung der Persönlichkeit bedeute. Sie glauben außerdem, daß die Persönlichkeit des Menschen bei seinem Tod aufhört zu existieren (Seelenschlaf) und die Auferstehung eine völlige Neuschöpfung wäre. Diese Lehre ist vom NT nicht begründbar, sondern fußt auf Fehlinterpretationen von Bibelstellen des AT, z.B. Pred.9,5+10. Warum sollte Gott die Toten noch einmal antreten lassen, nur um sie wieder völlig auszulöschen? Wäre das eine Bestrafung für die Sünden Adolf Hitlers, wenn er nur aufersteht, um ausgelöscht zu werden?

Andere (Allversöhnungslehre) wiederum behaupten, daß die Qual begrenzt ist. Durch Gerichte würde schließlich jeder zur Einsicht kommen und letztendlich die Ewigkeit mit Jesus verleben. Doch kenne ich keinen Menschen der durch Gerichte besser geworden wäre. Das einzige, was Gericht bewirken kann ist die Einsicht, daß der Richtende stärker ist. In den neun Jahren, in denen ich bisher im Gefängnis Dienst getan habe, ist mir noch niemand begegnet, der durch Gefängnis ein besserer Mensch geworden wäre. Auch die Offenbarung zeigt, daß die schrecklichen Gerichte viele Menschen nicht zur Buße führen werden, sondern ihre Wut auf Gott nur verstärken (Off.16,9-11). Jesus möchte aber die Ewigkeit mit Menschen verbringen, die ihn von ganzen Herzen lieben und sich freiwillig für ihn entschieden haben. Was wäre das für eine Entscheidung, wenn Menschen, die sich eindeutig gegen Jesus entschieden haben unter Folter ihre Entscheidung ändern? Daß Jesus die Entscheidung seiner geliebten Geschöpfe gegen ihn ernst nimmt ist auch eine Form von Liebe. Die letzte Konsequenz der Allversöhnungslehre ist, daß der Teufel einmal mit uns im Himmel sitzen wird. Da wir aber über die Dämonen mitzurichten haben, wird die Allversöhnungslehre nicht funktionieren. Von mir kann der Teufel jedenfalls keine Gnade erwarten. Darum bin ich mir sicher, daß ich ihn in alle Ewigkeit nicht bei Gott vorfinden werde.

Die biblische Lehre über die Hölle ist zwar nicht populär, dafür aber um so eindeutiger. Die Hölle ist nach Aussage der Bibel ewig (Off.20,10). In Off.14,11 wird ein Ausdruck gebraucht, der die stärkste Form der Endlosigkeit ausdrückt und soviel heißt, wie in die Zeitalter der Zeitalter hinein. Jesus selbst bezeugt warnend den Ewigkeitscharakter der Hölle (Mk.9,44-48).

Wer wird nun in der Hölle zu finden sein?

Alle, die das Malzeichen des Antichristen angenommen haben (Off.14,9-11), alle Menschen, die nicht im Buch des Lebens stehen (Off.20,15), alle, die unter die Rubrik von Off.21,8 fallen, die Mitglieder der Einheitskirche Babylon (Off.19,3), der Antichrist und sein falscher Prophet (Off.19,20b) und zuletzt der Teufel selber(Off.20,10).

Kann man an einen liebenden Gott glauben, wenn dieser Gott Ungläubige in der Hölle quälen läßt?

Gott hat die Menschen durch sein Wort, durch Verkündigung von Menschen und sogar Engeln auf die Konsequenzen der Sünde hingewiesen. Niemals wollte er, daß seine geliebten Menschen in die Hölle gehen (1.Tim.2,4). Die Hölle war nie für Menschen gemacht, sondern für Satan und seine Dämonen (Matth.25,41). Wer sich aber mit dem Satan verbindet, wird auch sein Schicksal am Ende teilen müssen.

Haben wir uns schon einmal die Mühe gemacht, das gebrochene Herz Jesu über die Verlorenen anzuschauen? Gott ist kein Sadist, der die Qual seiner Feinde genießt! Er ringt bis zuletzt um die, welche ihm feindlich gegenüberstehen. Jesus nannte Judas seinen Freund (Matth.26,50). Das ist keinesfalls ironisch gemeint, sondern zeigt sein Ringen um ihn. Er mußte mit ansehen, wie sich sein Freund immer mehr von ihm entfremdet, bis der Satan in ihn fährt. In Mk.14,21 bezeugt Jesus, daß es für Judas besser gewesen wäre, nie geboren zu sein, d.h., daß die Nichtexistenz weitaus besser ist, als die Erwartung des ewigen Feuers. Wäre Nichtexistenz oder Auslöschung das ganze Gericht, hätte dieses Wort keinen Sinn. Gott ist nicht grausam, aber absolut konsequent. Wir können uns sicher sein: Niemand leidet mehr unter dieser Konsequenz als er selbst! Gott sucht Menschen, die sich die Last für die Uneretteten auf’s Herz legen lassen. Mit seinem Herzen um diese Menschen zu trauern, mit allen Mitteln für ihre Errettung zu kämpfen, das ist die Last, die uns Jesus auferlegen will, nachdem er uns von unseren Lasten befreit hat (Matth.11,29+30). Diese Liebe für Verlorene empfangen wir allein durch den Heiligen Geist (Röm.5,5b). Wer diese Liebe noch nicht empfangen hat, weiß nicht, wovon er redet, wenn er Gottes Konsequenz grausam nennt. Grausam ist allein Satan, der die Menschen ihrem Schöpfer entfremdet. Wenn auch der Teufel besiegt ist - durch die Verblendung der Menschen kann er Gottes Herz quälen. Dieses sadistische Vergnügen ist derzeit die einzige Motivation all seiner Handlungen. Er ist der Sadist!!

17. Der neue Himmel und die neue Erde

Nachdem der letzte Feind unter den Füßen Jesu liegt, wird Jesus das ganze Universum dem Vater übergeben. Nichts wird dann mehr von der Herrschaft Gottes ausgenommen sein.

...dann das Ende, wenn er das Reich Gott, dem Vater übergibt, wenn er alle Herrschaft und Gewalt und Macht weggetan hat. Denn er muß herrschen, bis er alle Feinde unter seine Füße gelegt hat. Wenn ihm aber alles unterworfen ist, dann wird auch der Sohn selbst dem unterworfen sein, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott alles in allem sei. 1.Kor.15,25+28

Noch viele andere Bibelstellen des NT nehmen Bezug auf Ps.110,1, z.B. Mk.12,36 / Luk.20,43 / Apg.2,35 / Hebr.1,13 / 2,8 / 10,12+13. Erst, wenn Jesus alle Feinde unter seinen Füßen hat und der Herrschaft Gottes nichts mehr im Weg steht, wird der Vater bei uns Menschen auf der erneuerten Erde wohnen. Himmel und Erde werden wieder vereint. Die Menschen werden wieder zum Gegenüber Gottes. Tod, Leid und Angst wird es nicht mehr geben. Wir werden ewig leben. Das wird kein langweiliges Dasein sein. Sinnvolle Arbeit, Freude an dem, was Jesus in uns als Persönlichkeit hineingelegt hat, erfrischende Gemeinschaft untereinander und mit Gott werden uns eine Lebensqualität geben, die wir uns niemals vorstellen können (Röm.8,18+21). Anbetung Gottes wird uns so viel Freude machen, daß wir Jesus und den Vater nicht genug anschauen können. Wir werden IHN sehen, wie er ist (1.Joh.3,2). Um Gottes Wesen, seine Liebe und Weisheit zu erkennen und zu verstehen bedarf es wirklich der Ewigkeit. Wir werden dabei an kein Ende kommen.

Menschen, die schon einmal in den Himmel entrückt wurden, berichten immer wieder von einer unfaßbaren Herrlichkeit (2.Kor.12,2-4). Gott möchte, daß wir eine Vision von der erneuerten Erde und dem neuen Himmel haben. Darum zeigte er auch Johannes das neue Jerusalem, welches vom Himmel herabkommt, wenn Jesus dem Vater alles übergeben wird.

Vorher aber wird die Erde und der Kosmos in einer gigantischen Explosion im Feuer zergehen. Jedes Atom wird sich spalten, jedes Element zerschmelzen. Die Energie, welche in jedem Atom vorhanden ist, wird freigesetzt werden. Bestehen bleibt nur, was mit Gott verbunden ist. Alles, was ohne Beziehung zu Jesus getan wurde, alle Werke dieser Welt werden vergehen, und sehen sie noch so gewaltig aus.

Davon berichtet Petrus in 2.Petr.3,10-13: Es wird aber der Tag des Herrn kommen, wie ein Dieb; an ihm werden die Himmel mit gewaltigem Geräusch vergehen, die Elemente aber werden im Brand aufgelöst und die Erde und die Werke auf ihr im Gericht erfunden werden. Da dies alles so aufgelöst wird, was für Leute müßt ihr dann sein, in heiligem Wandel und Gottseligkeit, indem ihr die Ankunft des Tages Gottes erwartet und beschleunigt, um dessentwillen die Himmel in Feuer geraten und aufgelöst und die Elemente im Brand zerschmelzen werden. Wir erwarten aber nach seiner Verheißung neue Himmel und eine neue Erde... 2.Petr.3,10-13

Himmel und die Erde werden vergehen, meine Worte aber sollen nicht vergehen. Matth.24,35

Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde, denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen und das Meer ist nicht mehr. Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen. Und er wird bei Ihnen wohnen und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein. Off.21,1-3

Wir werden also nicht die Ewigkeit im Himmel verbringen, sondern auf der neuen Erde. Wir werden zwar "zwischenzeitlich evakuiert", letztlich ist es aber Gott, der umzieht - nämlich zu uns auf die neue Erde. Sie wird das Zentrum des neuen Universums werden.

Die letzten beiden Kapitel der Bibel beschreiben uns den neuen Himmel und die neue Erde. Die Hauptstadt wird das neue Jerusalem sein, in dem Jesus und die Gemeinde wohnen und regieren. Diese Stadt wird etwa 2400 km lang, breit und hoch sein. Sie wird alle futuristischen städtebaulichen Konzepte dieser Welt in den Schatten stellen. Das neue Jerusalem wird so auf seine Einwohner zugeschnitten sein, daß es mit ihnen eine Einheit bildet, ähnlich, wie das Volk Israel mit seinem Land. Darum wird diese Stadt gleichzeitig das neue Jerusalem und die Braut genannt. Die Stadt ist aus reinem durchscheinendem Gold gemacht, ihre Mauer mißt ca. 40 m und ist aus Jaspis. Die zwölf Tore der Stadt sind zwölf Perlen. Vergleicht Jesus nicht selber den Zutritt zu dieser Stadt im Gleichnis mit einer Perle, für die es sich lohnt, alles herzugeben (Matth.13,45+46) ? In Off.21,19+20 werden uns Edelsteine beschrieben, welche die Grundsteine schmücken. Die hier aufgezählten Steine sind ausnahmslos extrem hart (Härte 7 und mehr auf der Mohsschen Härteskala). Sie sind anisotropisch, d.h., sie schillern gebrochen in einem Filter bei Bestrahlung mit weißem Licht in allen Regenbogenfarben und erzeugen unendlich vielgestaltige Muster. Woher kannte sich Johannes in den Ergebnissen der heutigen Forschung aus? Wir sehen hier wieder, daß die Visionen des Johannes auf himmlischen Realitäten beruhen.

Was sagt Johannes weiter über diese Stadt? Es wird keine Sonne und keinen Mond geben. Gott selbst wird die Lichtquelle sein. Aus diesem Grund wird es auch keinen Wechsel von Tag und Nacht geben. Auch das Meer wird nicht mehr sein, dafür aber ein Strom, welcher vom Thron Gottes ausgeht und die wunderbarsten Pflanzen und Bäume wachsen läßt. Der Strom aus dem Tempel in Hes.47 (Zeit des tausendjährigen Reiches) ist ein irdisches Bild für das, was in der Ewigkeit sein wird. Gottes Thron - das Zentrum des Universums - wird der Mittelpunkt der Stadt sein. Es wird keinen Tempel mehr geben, denn Gott selbst lebt unter seinen Geschöpfen, ähnlich, wie es uns in den ersten Kapiteln der Bibel im Paradies beschrieben ist. Auch hier finden wir den Strom, der alles bewässert (1.Mose 2,10). Dieser Strom ist ein Symbol für den Heiligen Geist, durch dessen Gegenwart das Leben Gottes zu seiner Schöpfung gelangt.

Wie wunderbar, daß wir die Segnungen dieses Stromes schon jetzt genießen dürfen (Joh.7,37-39)! An beiden Seiten des Stromes stehen Bäume, deren Blätter zur Heilung der Völker dienen. Wir lesen jedoch nichts vom Baum der Erkenntnis. Die Menschen werden nun die Erkenntnis von Gut und Böse haben und trotzdem die Gemeinschaft Gottes genießen. Doch was mußten sie für einen Preis dafür bezahlen?

Alles, was zwischen 1.Mose 3 und Off,21 beschrieben wird. Was mußte Gott für einen Preis dafür bezahlen? Das finden wir in der Mitte der Bibel in Jes.53.

Warum mußten die Menschen durch so viel Leid gehen? Eine Antwort darauf ist: Weil sie Erkenntnis des Guten und des Bösen um jeden Preis wollten. Ob sie sich über die Höhe des Preises im klaren waren? Für alle Zeiten wird durch die Geschichte der Menschheit deutlich, daß sich Auflehnung gegen den Willen Gottes nicht lohnt, weil der Wille Gottes für seine Geschöpfe immer das Beste ist. So, wie der verlorene Sohn in Luk.15,11 ff nie mehr aus dem Haus seines Vaters wollte, werden Gottes Geschöpfe sich nach den Weisungen ihres Schöpfers sehnen, weil sie nun wissen, daß ausschließlich seine Liebe dahinter steht.

Haben wir das Studium der letzten Dinge und das Ziel Gottes mit uns verstanden, wird uns der Heilige Geist den Sinn unseres Lebens, der Weltgeschichte und das Wesen Gottes ganz neu erschließen. Wir kennen das Ziel, auf welches wir zuleben. Darum können wir uns trösten, wenn wir an das denken, was Gott für uns bereitet hat. ... so werden wir bei dem Herrn sein allezeit. So tröstet euch mit diesen Worten untereinander. 1.Thess-.4,17b+1

Fragen zum Thema IX:

Woraus können wir entnehmen, daß die Bibel eine Abfolge der letzten Ereignisse vermitteln kann? Beschreibe den Zusammenhang zwischen Glauben und Kampf eines Christen!
___________________________________________________

Erkläre die unterschiedlichen Sichtweisen der biblischen Autoren vom Kommen Jesu und dem Ende der Welt! Warum übersahen die Propheten des AT die Zeit der Gemeinde in ihren Prophetien?
___________________________________________________

Welche Bedeutung hat Israel im Plan Gottes mit dieser Welt in der Vergangenheit und in Zukunft?
___________________________________________________

Erkläre die prophetischen Abläufe und Ereignisse, wie sie in Dan. 9, 24 - 27 beschrieben sind!
___________________________________________________

Woraus kann man entnehmen, daß die sieben Sendschreiben aus Off. 2 + 3 prophetisch für das Zeitalter der Gemeinde stehen? Erläutere ein Sendschreiben und zeige, für welche Gemeindeepoche es steht!
___________________________________________________

Welche biblischen Belege gibt es für eine Entrückung der Gemeinde vor den ab Off. 6 beschriebenen Zornesgerichten Gottes?
___________________________________________________

Beschreibe den Antichristen, sein Reich und seine Herrschaft!
___________________________________________________

Was versteht die Bibel unter der Hure Babylon?
___________________________________________________

Warum sind die letzten sieben Jahre vor Jesu Wiederkunft biblisch so genau belegt?
___________________________________________________

Was geschieht bei Jesu Wiederkunft? Was schließt sich daran an?
___________________________________________________

Beschreibe das tausendjährige Friedensreich! Welche Verheißungen werden in dieser Zeit erfüllt?
___________________________________________________

Was geschieht beim letzten Gericht? Warum wird hier nach den Werken gerichtet?
___________________________________________________

Was sagt die Bibel über die Hölle aus? Was hat das für unsere Verkündigung für Konsequenzen?
___________________________________________________

Beschreibe den neuen Himmel und die neue Erde! Welche Parallelen gibt es zum Paradies?
___________________________________________________


Anhang

Informationen zum Grundlagenseminar

Mit freundlicher Genehmigung
des Autors Alf Mudrich,
Josua-Gemeinde Bautzen,

http://www.josua-gemeinde-bautzen.de
in das Microsoft Reader Format konvertiert, von
Bernd Amann
Jesus Christus Evangeliumsdienst

Kamp-Lintfort
http://www.jesus-christus-evangelium.de/

Das Grundlagenseminar besteht aus insgesamt 10 Themen:
Thema I
Die Autorität der Bibel
Thema II
Die Botschaft vom Kreuz
Thema III
Begräbnis und Auferstehung Jesu
Thema IV
Die neue Geburt
Thema V
Taufe
Thema VI
Die Taufe mit dem Heiligen Geist
Thema VII
Leben mit dem Heiligen Geist
Thema VIII
Der Kampf des Christen
Thema IX
Wiederkunft Jesu
Thema X
Christ und Gemeinde

Diese 10 Themen im htm-Format und im Microsoft Reader-Format können Sie auf unserer Internetseite downloaden:
http://www.jesus-christus-evangelium.de/Grundlagenseminar.htm

Alle 10 Original-Themen im pdf-Format können Sie auf der Internetseite der Josua-Gemeinde Bautzen downloaden:
http://www.josua-gemeinde-bautzen.de/Publikation/publikation.html

| Glaubensgrundlagen: Überblick / Inhalt |

Verantwortlich für den Inhalt dieser Homepage ist:

Bernd Amann, 47475 Kamp-Lintfort, Krokusweg 6

E-Mail: webmaster@jesus-christus-evangelium.de
02842-9299940

(Letztes Update: 20.09.2001)