Glauben, Vertrauen, Jeschua nachfolgen

Erstellt von Bernd Amann, Evangeliumdienst - Oktober 2018
Die Bibelverse wurden der Lutherbibel 1984 entnommen.

Inhaltsverzeichnis
Vorwort: Der Name Gottes und seines Sohnes

Vorwort: Glauben, Vertrauen, Jeschua nachfolgen:
Siegreiches Glaubensleben
Unsere Selbstverwirklichung ablegen
Unser Kreuz auf uns nehmen
Überwinderleben
Unserem Herrn gehorchen und seine Gebote halten
Abendmahl des Herrn
Der Herr ist mit uns
Wir sind Priester und Könige
Der Heilige Geist ist uns gegeben
Vorbereitete Wege

1. Bekehrung & Glaube
1.1 Bekehren von der Finsternis zum Licht
1.2 Glaube an den Herrn Jeschua, so wirst du und dein Haus selig!
1.3 Wenn du mit deinem Munde bekennst, und von Herzen glaubst, so wirst du gerettet und gerecht
1.4 Christus ist auferstanden von den Toten als Erstling
1.5 Der Glaube kommt durch das Predigen des Wortes Christi
1.6 Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!

2. Der gute Hirte
2.1 Der gute Hirte der Schafe
2.2 Der gute Hirte kennt die Seinen und lässt Sein Leben für die Schafe
2.3 Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin
2.4 Mein Reich ist nicht von dieser Welt

3. Gerecht
3.1 Gerecht allein durch den Glauben
3.2 Gerecht durch den Glauben an Christus
3.3 Der Gerechte wird aus Glauben leben
3.4 Panzer der Gerechtigkeit
3.5 Das Reich Gottes ist Gerechtigkeit, Friede und Freude
3.6 Zieht nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen

4. Glaube
4.1 Durch den Glauben wohnt Christus in unseren Herzen
4.2 Ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder
4.3 Weil wir denselben Geist des Glaubens haben
4.4 Wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen
4.5 Euer Glaube stehe auf Gottes Kraft
4.6 Wachet, steht im Glauben
4.7 Prüft euch selbst, ob ihr im Glauben steht!
4.8 Das Evangeliums ist eine Kraft Gottes

5. Vertrauen
5.1 Christus setzte sein Vertrauen auf Gott
5.2 Unser Vertrauen auf Gott setzten
5.3 Das Vertrauen festhalten
5.4 Vertrauen & Belohnung
5.5 Vertrauen auf den Herrn

6. Die Gnade Gottes
6.1 Gottes Wort der Gnade
6.2 Zugang zur Gnade Gottes
6.3 Durch die Gnade des Herrn Jeschua selig werden

7. Unser Reichtum
7.1 In allen Stücken reich
7.2 Durch Christus in allen Stücken reich gemacht
7.3 Immer reicher werden an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes

8. Verheißungen Gottes
8.1 Bestätigung der Verheißungen durch Christus
8.2 Die teuren und allergrößten Verheißungen
8.3 Durch Glauben und Geduld die Verheißungen ererben
8.4 Gesegnet mit Abraham

8.5 Gesalbt und versiegelt und uns den Geist gegeben
8.6 Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes, so wird euch das alles zufallen

9. Gaben des Geistes
9.1 Gaben durch den Geist gegeben
9.2 Die Gabe der prophetischen Rede
9.3 Hätte ich die Liebe nicht, so wäre ich nichts

10. Jeschua nachfolgen
10.1 Sein Kreuz auf sich nehmen und Jeschua nachfolgen
10.2 Nachfolgen seinen Fußtapfen
10.3 Ein wahrer Jünger Christi sein
10.4 Leben wie Jeschua lebte
10.4.1 Jeschua unser Vorbild als guter Hirte
10.4.2 Jeschua unser Vorbild in der Liebe und der Barmherzigkeit
10.4.3 Jeschua unser Vorbild als Diener
10.4.4 Dem Herrn in absoluter Treue folgen
10.4.5 Das Licht Jeschua durch ins leuchten lassen
10.5 Beten wie es der Herr tat
10.6 Gutes tun wie es der Herr tat
10.7 Gemeinschaft mit dem Herrn
10.8 Freude in dem Herrn

11. Bedrängnis
11.1 Durch viele Bedrängnisse
11.2 Gott lässt euch nicht versuchen über eure Kraft

12. Unsere Zukunft
12.1 Wir werden alle verwandelt werden zur Unsterblichkeit
12.2 Von Gott erbaut, ein Haus das ewig ist im Himmel

13. Gott in allem dankbar sein
13.1 Seid reichlich dankbar
13.2 Singt Gott dankbar in euren Herzen
13.3 Seid dankbar in allen Dingen
13.4 Lasst uns dankbar sein

Vorwort: Der Name Gottes und seines Sohnes

Für die in den deutschen Bibelausgaben verwendeten Namen für Gott oder HERR, sowie für Jeschua, verwende ich hier die hebräischen / aramäischen Namen Jahwe sowie Jeschua.

Bibelforscher und Bibelübersetzer sind der Meinung, dass die Urschriften des Neuen Testamentes in griechisch verfasst und geschrieben wurden und deshalb die ins griechische übersetzten Namen verwenden anstelle der hebräischen Namen im Alten Testament und der überlieferten hebräischen / aramäischen Namen im Neuen Testament. (Entsprechend dem Artikel "Der Name Gottes und seines Sohnes".)

Obwohl es heute keinen hebräischen Urtext des Neuen Testamentes gibt, zeigt die Geschichte, dass es einmal einen Urtext gab, der den Namen Yahweh (Jahwe) und seines Sohnes Yahshua (Jeschua) enthielt. Wir verstehen jetzt besser, warum wir ein griechisches Neues Testament haben und warum der heilige Name im Griechischen geändert wurde. Yahweh sagt, dass Yahweh für alle Ewigkeit sein Name ist und dass er nicht geändert werden soll: Das ist mein Name für immer und so wird man mich nennen in allen Generationen.“ (2. Mose 3,15) Nicht einmal eine Sprache kann dies verändern.  (Entsprechend dem Artikel "War die Urschrift des Neuen Testaments in Griechisch?", sowie "Die Schreibweise des heiligen Namens: V oder W?".)

Empfehlung: Das jüdische Neue Testament von David H. Stern
Diese Übersetzung des neuen Testaments schlägt eine Brücke zwischen Judentum und Christentum, wie sie einzigartig ist. Personennamen und wichtige Begriffe des NTs sind hier in ihrer hebräischen Bedeutung wiedergegeben. Statt "Jeschua Christus" heißt es zum Beispiel "Jeschua, der Messias".

Vorwort: Glauben, Vertrauen, Jeschua nachfolgen

Das Bewußtsein, Gott und seinem Sohn, Jeschua, und ihren Zusagen in ihrem Wort vollständig zu vertrauen, sowie vollständig daran glauben und in der Gnade Gottes stehen und aus ihr zu leben, muß bei allen Kindern Gottes immer aufs neue geweckt und erhalten werden. Besonders wichtig ist Jeschua, unserem Herrn und Erretter, in allem treu nachzufolgen.

Siegreiches Glaubensleben

Wir sehnen uns alle nach einem erfüllten, siegreichen Glaubensleben: Siege im persönlichen Bereich, Geistliche Siege im Gebet, im Lobpreis & Anbetung, bei Anfechtung und Trübsal, Siege im Kampf gegen die Mächte der Finsternis, Siege in der Verkündigung des Erlösungswerkes Christi, Siege im Eheleben, Siege in der Kindererziehung, Siege im Arbeitsleben, Siege im Gemeindeleben, Siege auf dem Gebiet der körperlichen und seelischen Heilung und Gesundheit, sowie finanzielle Siege.

Wir sollten aber wissen, dass diese Siege nicht von heute auf morgen in unser Leben kommen. Wir werden diese Siege nur dann erringen, wenn wir entschlossen am Wort Gottes festhalten und uns weigern, es zu vernachlässigen, selbst wenn wir die Früchte nicht sofort ernten. Wir sollten unseren Glauben beständig damit ernähren ... Tag für Tag darüber nachsinnen und es aussprechen. Dann wird dieser Glaube beginnen die Berge, welche uns in unserem Leben im Weg stehen, zu versetzen:
Und lass das Buch dieses Gesetzes nicht von deinem Munde kommen, sondern betrachte es Tag und Nacht, dass du hältst und tust in allen Dingen nach dem, was darin geschrieben steht. Dann wird es dir auf deinen Wegen gelingen und du wirst es recht ausrichten. Josuja 1,8
... sondern hat Lust am Gesetz des HERRN und sinnt über seinem Gesetz Tag und Nacht! Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht. Und was er macht, das gerät wohl. Psalm 1,2-3

Das Wort Gottes ist dazu bestimmt, deinen Glauben nicht nur gelegentlich damit zu ernähren, sondern an jedem einzelnen Tag. Es ist dazu bestimmt, dich täglich aufzuerbauen und zu ermutigen, damit du fähig bist, im Glauben vorwärts zu gehen, bis du den "Berge versetzenden" Glauben entwickelt hast, der dich in jedem Bereich deines Lebens mehr als ein Überwinder sein lässt.

Unsere Selbstverwirklichung ablegen
Der erste Schritt zu einem siegreichen Glaubensleben ist unseren persönlichen Glauben nach Gottes Wort zu leben und unsere Selbstverwirklichung ablegen:
Der Sünde widerstehen, Versuchungen von innen, also den Gedanken, Gefühlen und Phantasien des Herzens (Mk 7,21-23) überwinden, in den Versuchungen von außen, etwa der Unmoral in den Medien und Beziehungen, fest zu bleiben.
Verleumdungen, Beleidigungen, Misshandlungen usw. ertragen und nicht gleiches mit gleichem vergelten.
Wichtig ist auch in der Vergebungsbereitschaft zu leben. So wie Christus uns vergeben hat sollen wir auch vergeben:
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. Matthäus 6,12-14
Und richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebt, so wird euch vergeben. Lukas 6,37
Seid aber untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus. Epheser 4,32
Und ertrage einer den andern und vergebt euch untereinander, wenn jemand Klage hat gegen den andern; wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr! Kolosser 3,13

Unser Kreuz auf uns nehmen
Wenn wir Christus folgen, indem „wir unser Kreuz auf uns nehmen“, dann bedeutet es die Kraft aus dem Werk von Golgatha, mit der wir unser altes Leben, unsere Sündennatur, unser Selbst ablegen auf dem Altar Gottes und indem wir „unser Fleisch mit den Begierden töten“. Mat.16:24, Kol.3:5

Überwinderleben
Ein solches Überwinderleben soll der Gläubige für sich selbst in Anspruch nehmen. Ja, es ist möglich! Der Apostel Johannes bestätigt uns: „Denn alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.“ 1.Johannes 5,4.
Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jeschua Christus! 1.Korinther 15,57
Gott aber sei gedankt, der uns allezeit Sieg gibt in Christus. 2.Korinther 2,14

Unserem Herrn gehorchen und seine Gebote halten
Um siegreich zu leben müssen wir in allem Gott, unserem Vater, und Jeschua, unserem Herrn, gehorchen und dieses auch tun und seine Gebote halten.
Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jeschuas und dankt Gott, dem Vater, durch ihn. Kolosser 3,17

Das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer. 1.Johannes 5,3

Die Folge des Glaubens ist Gehorsam gegenüber Gottes Geboten, wenn wir Gott lieben und seine Gebote befolgen. «Wer wirklich gerettet ist, wird sich durch das Verlangen auszeichnen, den Willen Gottes zu tun. Unsere Liebe zu Gott drückt sich in willigem Gehorsam gegenüber seinen Geboten aus. Der Herr Jeschua hat gesagt: »Wenn ihr mich liebt, so werdet ihr meine Gebote halten« (Joh 14,15).
Wenn Johannes sagt, dass »seine Gebote … nicht schwer« sind, dann meint er nicht, dass wir sie mühelos halten könnten. Die Gebote Gottes sind Anweisungen, wie wir richtig handeln, wobei die neue Natur sie aus ganzem Herzen und freudig befolgt.

Und er gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid, wie reich die Herrlichkeit seines Erbes für die Heiligen ist und wie überschwänglich groß seine Kraft an uns, die wir glauben, weil die Macht seiner Stärke bei uns wirksam wurde, mit der er in Christus gewirkt hat. Epheser 1,18-20
Wir können gewiss sein, dass wir dem Herrn gehorchen und seine Gebote halten sollten nicht aus unserer eigenen natürlichen Kraft vollbringen müssen, sondern aus der Kraft die uns Gott töglich neu schenkt.

Abendmahl des Herrn
Auch durch das Abendmahl des Herrn werden wir gesegnet, bekommen neue Kraft und Gesundheit und werden mehr & mehr mit dem Herrn eins sein:
Und er sprach zu ihnen: Mich hat herzlich verlangt, dies Passalamm mit euch zu essen, ehe ich leide. ... Und er nahm den Kelch, dankte und sprach: Nehmt ihn und teilt ihn unter euch; denn ich sage euch: Ich werde von nun an nicht trinken von dem Gewächs des Weinstocks, bis das Reich Gottes kommt. Und er nahm das Brot, dankte und brach's und gab's ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird!  Lukas 22,16-20
Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich euch weitergegeben habe: Der Herr Jeschuas, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, (Mt 26,26-28; Mk 14,22-24; Lk 22,19-20) dankte und brach's und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis. Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt. 1.Korinther 11,24-26

Der Herr ist mit uns
Wir gehen und handeln in dem vollen Bewustsein, dass der Herr mit uns ist, mit uns geht, uns trägt, uns leitet und führt, uns behütet und beschützt, uns Mut und Kraft schenkt, so dass wir alles vollbringen können was der Herr uns aufgetragen, befohlen und gesagt hat. Befiehl alle deine Wege dem Herrn an!

Wir sind Priester und Könige
Wir wissen, dass der Sohn Gottes zur Rechten der Majestät sitzt und alle Macht und Gewalt ihm gegeben ist. Er ist der König der Könige, Herr der Herren.
Er hat uns zu Priester und Könige gemacht. Wir sind sein Eigentum und sein königliches, priesterliches Geschlecht, Volk und Werkzeug. Er schaft in uns das Vollkommene. Wir sind in ihm und er ist in uns. So handeln und gehen wir in seiner Erkenntnis
.

Der Heilige Geist ist uns gegeben:
Er leitet und führt uns in alle Wahrheit, Gotteserkenntnis und Weisheit. Er öffnet die Herzen der Menschen, so dass sie durch unser Wort ihren Erlöser und Erretter erkennen können.
Durch den Heiligen Geist sind wir im Herrn und der Herr in uns ist. Auch redet Gott durch seinen Geist zu uns.

Wer aber dem Herrn anhängt, der ist ein Geist mit ihm. 1.Korinther 6,17

Vorbereitete Wege
Wir müssen mutig vorangehen im Glauben und im Vertrauen, das Christus mit uns ist und mit uns geht. Der Herr wird von uns nie etwas verlangen oder uns nie einen Auftrag geben das wir oder den wir nicht erfüllen und vollbringen können. Sondern wir glauben und vertrauen fest darauf, dass er Wege vorbereitet hat damit wir dies erfüllen können. Er schenkt uns dann in allem Gelingen und Sieg. Denn er hat in allem den Sieg am Kreuz von Golgatha für uns vollkommen vollbracht:

1. Im Kampf gegen die Mächte der Finsternis
2. In der Verkündigung des Erlösungswerkes Christi
3. Im Eheleben
4. In der Kindererziehung
5. Im Arbeitsleben
6. Im Gemeindeleben
7. Auf dem Gebiet der körperlichen und seelischen Heilung und Gesundheit
8. Auf dem Gebiet der finanziellen Siege

1. Bekehrung & Glaube

Siehe auch die Artikel "Schritte zum Glauben !"

1.1 Bekehren von der Finsternis zum Licht

Und ich will dich erretten von deinem Volk und von den Heiden, zu denen ich dich sende, um ihnen die Augen aufzutun, dass sie sich bekehren von der Finsternis zum Licht und von der Gewalt des Satans zu Gott. So werden sie Vergebung der Sünden empfangen und das Erbteil samt denen, die geheiligt sind durch den Glauben an mich. Apostelgeschichte 26,17-18

Nach dem Vorsatz des Herrn sollte Paulus „freigestellt“ oder „herausgenommen“ sein aus dem Volk und aus den Nationen; d. h., er sollte ausgesondert werden sowohl aus seinem eigenen Volk, den Juden, als auch aus den Heiden, um eine von beiden unterschiedliche Stellung einzunehmen. Doch in besonderer Weise war er zu den Nationen gesandt, wie der Schluß von Vers 17 erkennen läßt. Dem entspricht, was uns schon früher aufgefallen ist, daß er vielen Juden zum Segen war, solange er seinem Auftrag, in der heidnischen Welt zu wirken, nachkam.
Es war ein neuer Aufbruch in den Wegen Gottes, denn bis hierher waren sie sich selbst und ihren eigenen Wegen überlassen worden. In Finsternis und Unwissenheit hatten sie sich aufgehalten, aber jetzt sollten ihre Augen aufgetan werden. Wenn ihre Augen nun wirklich durch den mühevollen Dienst des Apostels geöffnet wurden, dann würden sie sich aus der Finsternis und der Gewalt Satans zu dem Licht und zu Gott hinwenden. Genau das ist es, was wir unter Bekehrung verstehen. Natürlich muß die Überführung von der Sünde darin enthalten sein, denn keiner von uns kann in Gottes Licht kommen ohne diese bußfertige Überzeugung. Dann aber wird die Vergebung empfangen, sie ist das Ergebnis jener Hinwendung. Die Vergebung ist ein göttlicher Akt, und sie löst große Freude aus.
Doch das nicht allein, uns fällt auch ein Erbteil zu, das wir mit all denen gemeinsam haben, die für Gott abgesondert sind. Vergebung könnten wir die negative Seite der Segnung des Evangeliums nennen, das Erbteil wäre dann die positive. Vergebung ist mehr Verlust als Gewinn, nämlich der Verlust unserer Sünden; mit ihnen wird auch unsere Liebe zur Sünde und die darauf ruhende Strafe weggenommen. Aber das Erbteil ist unser Gewinn. Alles „durch den Glauben an mich“.
Wir haben hier den Weg, auf dem wir den Segen erreichen. Nicht durch Werke, sondern durch den Glauben, und zwar durch den Glauben, dessen Gegenstand Christus ist. Die Kraft ist nicht im Glauben, sondern in der Person, auf der der Glaube ruht. So zeichneten sich schon im Augenblick seiner Bekehrung der künftige Lauf und Dienst des Paulus vor ihm ab, und durch eine Offenbarung des Herrn empfing er die Botschaft, die er predigen sollte. Vers 18 ist eine bündige Zusammenfassung der Segnungen, die das Evangelium dem vermittelt, der es im Glauben annimmt. Die Augen seines Herzens sind jetzt aufgetan und sein Geist erleuchtet, um die Wahrheit zu erkennen. Er ist aus der Finsternis zum Licht gebracht, aus der Macht Satans zu Gott. Seine Sünden sind vergeben, und er weiß es. Er hat Anteil am Erbe gemeinsam mit allen, die für Gott abgesondert sind.

1.2 Glaube an den Herrn Jeschua, so wirst du und dein Haus selig!

Und eine gottesfürchtige Frau mit Namen Lydia, eine Purpurhändlerin aus der Stadt Thyatira, hörte zu; der tat der Herr das Herz auf, sodass sie darauf Acht hatte, was von Paulus geredet wurde. Als sie aber mit ihrem Hause getauft war, bat sie uns und sprach: Wenn ihr anerkennt, dass ich an den Herrn glaube, so kommt in mein Haus und bleibt da. Und sie nötigte uns. Apostelgeschichte 16,14-15
Glaube an den Herrn Jeschua, so wirst du und dein Haus selig!
Apostelgeschichte 16,31

Gott identifiziert gern das Haus eines Menschen mit ihm selbst, um alle, die dazugehören, in Sein Segensangebot mit einzuschließen. Warum schließen wir diese Tatsache nicht des öfteren in unseren Glauben ein? In diesem Kapitel bekehren sich die Purpurhändlerin Lydia und ihr Haus, und der Gefängnisaufseher und sein Haus.
Auch alle Familienangehörigen, Bediensteten und Gäste der Purpurhändlerin Lydia und des Gefängnisaufsehers, die das Evangelium verstehen und glauben konnten, hörten das Evangelium und wurden gläubig.
Das ist sicher sehr ermutigend für alle, die Häusern vorstehen und die Gott in Seiner Gnade erreichen möchte. Gott sieht nicht die Person an, und was Er für den einen ist, ist Er für alle.

1.3 Wenn du mit deinem Munde bekennst, und von Herzen glaubst, so wirst du gerettet und gerecht

Denn wenn du mit deinem Munde bekennst, dass Jeschua der Herr ist, und in deinem Herzen glaubst, dass ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet. Denn wenn man von Herzen glaubt, so wird man gerecht; und wenn man mit dem Munde bekennt, so wird man gerettet. Denn die Schrift spricht (Jesaja 28,16): »Wer an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden.« Es ist hier kein Unterschied zwischen Juden und Griechen; es ist über alle derselbe Herr, reich für alle, die ihn anrufen. Denn »wer den Namen des Herrn anrufen wird, soll gerettet werden« (Joel 3,5). Römer 10,9–13
Dieses Bekenntnis ist die persönliche, vorbehaltlose Überzeugung, dass Jeschua auch der Herr und Meister über unser eigenes Leben ist. Dieser Ausdruck umfasst Buße und Abkehr von Sünden, Vertrauen auf Jeschua zur Errettung und die Unterwerfung unter ihn als Herrn. Das ist der willentliche Aspekt des Glaubens in deinem Herzen. Glaube an die Auferstehung ist heilsnotwendig, denn sie beweist, dass Christus Gottes Sohn ist und dass der Vater sein stellvertretendes Opfer für Sünder angenommen hat.
Die Errettung steht für Menschen aus allen Nationen und Völkern bereit, die den Namen des Herrn anrufen.

1.4 Christus ist auferstanden von den Toten als Erstling

Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind. Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. Denn wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden. Ein jeder aber in seiner Ordnung: als Erstling Christus; danach, wenn er kommen wird, die, die Christus angehören; danach das Ende, wenn er das Reich Gott, dem Vater, übergeben wird, nachdem er alle Herrschaft und alle Macht und Gewalt vernichtet hat. Denn er muss herrschen, bis Gott ihm »alle Feinde unter seine Füße legt« (Psalm 110,1). Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod. Denn »alles hat er unter seine Füße getan« (Psalm 8,7). Wenn es aber heißt, alles sei ihm unterworfen, so ist offenbar, dass der ausgenommen ist, der ihm alles unterworfen hat. Wenn aber alles ihm untertan sein wird, dann wird auch der Sohn selbst untertan sein dem, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott sei alles in allem. 1.Korinther 15,20-28
Indem Paulus triumphierend die Tatsache der Auferstehung Christi und ihre wunderbaren Folgen verkündigt. »Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.« Es gibt in der Schrift eine Unterscheidung zwischen der Auferstehung der Toten und der Auferstehung aus den Toten. In den vorhergehenden Versen ging es um die Auferstehung der Toten. Mit anderen Worten, Paulus hat ganz allgemein erörtert, ob die Toten wirklich auferstehen können. Doch Christus ist »von« den Toten auferstanden. Das bedeutet, dass er bei seiner Auferstehung allein auferstanden ist, und nicht alle Toten. In diesem Sinne war es nur eine begrenzte Auferstehung. Jede Auferstehung ist eine Auferstehung der Toten, doch nur bei Christus und den Gläubigen geht es um eine Auferstehung aus den Toten.

1.5 Der Glaube kommt durch das Predigen des Wortes Christi

Wie sollen sie aber den anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie aber an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie aber hören ohne Prediger? Wie sollen sie aber predigen, wenn sie nicht gesandt werden? Wie denn geschrieben steht (Jesaja 52,7): »Wie lieblich sind die Füße der Freudenboten, die das Gute verkündigen!« Aber nicht alle sind dem Evangelium gehorsam. Denn Jesaja spricht (Jesaja 53,1): »Herr, wer glaubt unserm Predigen?« So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi. Ich frage aber: Haben sie es nicht gehört? Doch, es ist ja »in alle Lande ausgegangen ihr Schall und ihr Wort bis an die Enden der Welt« (Psalm 19,5). Ich frage aber: Hat es Israel nicht verstanden? Als Erster spricht Mose (5.Mose 32,21): »Ich will euch eifersüchtig machen auf ein Nicht-Volk; und über ein unverständiges Volk will ich euch zornig machen.« Jesaja aber wagt zu sagen (Jesaja 65,1): »Ich ließ mich finden von denen, die mich nicht suchten, und erschien denen, die nicht nach mir fragten.« Zu Israel aber spricht er (Jesaja 65,2): »Den ganzen Tag habe ich meine Hände ausgestreckt nach dem Volk, das sich nichts sagen lässt und widerspricht.« Römer 10,14–21

Zuerst ist eine klare Verkündigung des Evangeliums nötig, wenn wahrer, rettender Glaube folgen soll. Wahrer Glaube hat stets einen Inhalt – das offenbarte Wort Gottes. Errettung wird denen zuteil, die das Evangelium hören und glauben.
Israel kannte nicht die Heilsbotschaft seiner eigenen Schriften, einschließlich der Wahrheit, dass das Evangelium die Heiden erreichen würde, wie es in 5Mo 32,21 und Jes 65,1-2 verheißen war.
»Ich will euch eifersüchtig machen auf ein Nicht-Volk«: Das sind die Heiden, die nicht zu Israel als Gottes besonderem, auserwähltem Volk gehörten.

1.6 Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!

 Selig sind, die nicht sehen und doch glauben! Johannes 20,29
Ihn habt ihr nicht gesehen und habt ihn doch lieb; und nun glaubt ihr an ihn, obwohl ihr ihn nicht seht; ihr werdet euch aber freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, wenn ihr das Ziel eures Glaubens erlangt, nämlich der Seelen Seligkeit. 1.Petrus 1,8-9

Jeschua sah die Zeit voraus, in der er für die Gläubigen nicht mehr anwesend zu sehen war, sondern er durch den Heiligen Geist in ihnen wohnen würde. Nachdem Jeschua für immer zum Vater aufgefahren war, glaubten alle Christen, ohne den auferstandenen Herrn gesehen zu haben. Jeschua verkündete denen einen besonderen Segen, die ohne das den Jüngern gewährte Vorrecht glauben würden.

2. Der gute Hirte
Denn ihr wart wie die irrenden Schafe; aber ihr seid nun bekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen. 1.Petrus 2,25; Jesaja 53,6
Vor unserer Bekehrung gingen wir »in die Irre wie Schafe«, verloren, zerrissen, übel zugerichtet, mit blutigen Wunden. Dass Petrus uns hier als verlorene »Schafe« darstellt, ist die Bezugnahme auf Jesaja 53,6:
Wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder sah auf seinen Weg. Aber der HERR warf unser aller Sünde auf ihn.

2.1 Der gute Hirte der Schafe

Der aber zur Tür hineingeht, der ist der Hirte der Schafe. Dem macht der Türhüter auf, und die Schafe hören seine Stimme; und er ruft seine Schafe mit Namen und führt sie hinaus. Und wenn er alle seine Schafe hinausgelassen hat, geht er vor ihnen her, und die Schafe folgen ihm nach; denn sie kennen seine Stimme. Einem Fremden aber folgen sie nicht nach, sondern fliehen vor ihm; denn sie kennen die Stimme der Fremden nicht. ... Da sprach Jeschua wieder: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen. Alle, die vor mir gekommen sind, die sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben ihnen nicht gehorcht. Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden. Ein Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und umzubringen. Ich bin gekommen, damit sie das Leben und volle Genüge haben sollen. Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe. ... Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und die Meinen kennen mich, wie mich mein Vater kennt und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall; auch sie muss ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte werden. Darum liebt mich mein Vater, weil ich mein Leben lasse, dass ich's wieder nehme. Niemand nimmt es von mir, sondern ich selber lasse es. Ich habe Macht, es zu lassen, und habe Macht, es wieder zu nehmen. Dies Gebot habe ich empfangen von meinem Vater. Johannes 10,2–18

Jeschua kommt nicht nur durch die Tür und erweist sich damit als rechtmäßiger Hirte, er selbst ist in Person der einzig rechtmäßige Zugang. Aber auch für die Schafe gilt, dass Jeschua in Person die Tür ist. Nur in ihm steht der Zugang zu Gott und zum (ewigen) Leben offen. Als guter Hirte erweist sich Jeschua dadurch, dass er sein Leben für das Leben der Schafe einsetzt, ja hingibt (lässt), und dadurch, dass er mit den Schafen in einer Weise vertraut und verbunden ist, die an das Geheimnis seiner eigenen Existenz, nämlich seine Verbundenheit mit dem Vater, rührt, ja ihr an Tiefe genau entspricht (V. 14–15). So ist Jeschua »der« Hirte, in dem Gott selbst sich um seine Herde kümmert.

Die Lebenshingabe Jeschua geschieht »spontan« und in der souveränen Vollmacht dessen, der sich das Leben auch wieder zu nehmen vermag. Beides aber, Hingeben und Wiedernehmen des Lebens, entspricht zugleich einem Gebot, d.h. Auftrag des Vaters, ist Tat des Gehorsams und nur als solche für den Sohn vollziehbar. Vollmacht und Gehorsam des Sohnes schließen sich nicht aus; in ihrer Verbundenheit zeigen sie, wie sehr der Sohn im Innersten mit dem Vater eins ist.
Die Folge und Frucht der Lebenshingabe Jeschua ist eine Gemeinde aus Juden und Nichtjuden.

2.2 Der gute Hirte kennt die Seinen und lässt Sein Leben für die Schafe

Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und die Meinen kennen mich, wie mich mein Vater kennt und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall; auch sie muss ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte werden. Darum liebt mich mein Vater, weil ich mein Leben lasse, dass ich's wieder nehme. Niemand nimmt es von mir, sondern ich selber lasse es. Ich habe Macht, es zu lassen, und habe Macht, es wieder zu nehmen. Dies Gebot habe ich empfangen von meinem Vater.Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und die Meinen kennen mich, wie mich mein Vater kennt und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall; auch sie muss ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte werden. Darum liebt mich mein Vater, weil ich mein Leben lasse, dass ich's wieder nehme. Niemand nimmt es von mir, sondern ich selber lasse es. Ich habe Macht, es zu lassen, und habe Macht, es wieder zu nehmen. Dies Gebot habe ich empfangen von meinem Vater. Johannes 10,14–18
Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Mein Vater, der mir sie gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann sie aus des Vaters Hand reißen. Ich und der Vater sind eins. Johannes 10,27–30

Als guter Hirte erweist sich Jeschua dadurch, dass er sein Leben für das Leben der Schafe einsetzt, ja hingibt (lässt), und dadurch, dass er mit den Schafen in einer Weise vertraut und verbunden ist, die an das Geheimnis seiner eigenen Existenz, nämlich seine Verbundenheit mit dem Vater, rührt, ja ihr an Tiefe genau entspricht. So ist Jeschua »der« Hirte, in dem Gott selbst sich um seine Herde kümmert. in der souveränen Vollmacht dessen, der sich das Leben auch wieder zu nehmen vermag. Beides aber, Hingeben und Wiedernehmen des Lebens, entspricht zugleich einem Gebot, d.h. Auftrag des Vaters, ist Tat des Gehorsams und nur als solche für den Sohn vollziehbar. Vollmacht und Gehorsam des Sohnes schließen sich nicht aus; in ihrer Verbundenheit zeigen sie, wie sehr der Sohn im Innersten mit dem Vater eins ist. Wer aber einmal zur Gemeinde gehört, der steht unter dem besonderen und starken Schutz des Vaters wie des von ihm gesandten Hirten Jeschua; die Hand des einen ist die des anderen; Jeschua und der Vater sind eins. Die anderen Schafe, die nicht aus dem Stall Israels sind, sind die Gläubigen aus den Völkern.

2.3 Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin

Nun aber komme ich zu dir und rede dies in der Welt, damit meine Freude in ihnen vollkommen sei. Ich habe ihnen dein Wort gegeben und die Welt hat sie gehasst; denn sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin. Ich bitte dich nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen. Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin. Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit. Wie du mich gesandt hast in die Welt, so sende ich sie auch in die Welt. Ich heilige mich selbst für sie, damit auch sie geheiligt seien in der Wahrheit. Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, damit sie alle aeins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir, damit sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst. Johannes 17,13–23

In Jeschua Christus sind wir hineingenommen in einen neuen, heiligen Lebensraum, und sind dadurch der gottfeindlichen Welt gegenüber zu Fremden geworden. Jeschua erste Bitte richtet sich darauf, dass der Vater sie bewahrt. Sie müssen der Isolation in dieser Welt und dem Hass dieser Welt standhalten und dürfen sich nicht deren gottlosem Wesen anpassen.
Wahrheit ist die durch Jeschua erschlossene Wirklichkeit Gottes, zugänglich gemacht im Wort Jeschua, welches Gottes eigenes Wort ist. Wir sollen ganz in sie (bzw. in es) hineingezogen und von ihr (bzw. ihm) durchdrungen werden (heiligen). Das ist als Zurüstung für unseren Dienst in der Welt unerlässlich - für uns wie auch für Jeschua selbst. Wir haben eine Aufgabe und Verpflichtung gegenüber der Welt und wir uns nicht in uns selbst abschließen dürfen. Jeschua Selbstheiligung für uns, d.h. seine Selbsthingabe an Gott zugunsten uns und stellvertretend für uns, geschieht in seinem Sterben am Kreuz. Gerade hierdurch werden wir geheiligt für unseren Dienst an der Welt.
Die Einheit der Gläubigen untereinander soll der Ausweis ihrer Gemeinschaft mit Gott sein und soll ihre Verkündigung, die zu dieser Gemeinschaft einlädt, der Welt gegenüber glaubhaft und anziehend machen. Die Gemeinschaft der Gläubigen hat darin ihren Grund, dass Vater und Sohn miteinander eins sind und die Gläubigen durch Jeschua in diese Einheit aufgenommen sind. Indem die Gemeinde aus dieser Einheit lebt und sie ihrerseits in ihrem Miteinander realisiert, bestätigt sie die Wahrheit des Anspruchs Jeschua und sie offenbart das durch Jeschua zugänglich gewordene Heil. Herrlichkeit ist das, was Jeschua in seiner Auferstehung vom Vater erwartet. Die Jünger werden an Ostern daran Anteil erhalten. Für Jeschua ist dies so gewiss und gegenwärtig, dass er davon sprechen kann, als sei es schon geschehen.

2.4 Mein Reich ist nicht von dieser Welt

Jeschua antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden darum kämpfen, dass ich den Juden nicht überantwortet würde; nun aber ist mein Reich nicht von dieser Welt. Da fragte ihn Pilatus: So bist du dennoch ein König? Jeschua antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich die Wahrheit bezeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme. Johannes 18,36-37

Das Reich Jeschuas steht nicht mit irdischen politischen und nationalen Dingen in Verbindungt und hat seinen Ursprung auch nicht in diesem bösen Weltsystem, welches sich im Aufstand gegen Gott befindet. Wenn sein Reich von dieser Welt gewesen wäre, hätte er gekämpft. Die Königreiche dieser Welt erhalten sich durch Gewalt aufrecht. Das messianische Königreich entsteht nicht durch die Anstrengungen des Menschen, sondern indem der Sohn des Menschen die Sünde im Leben der Seinen eindrucksvoll und entscheidend besiegt und eines Tages bei seinem zweiten Kommen das böse Weltsystem bezwingt, dann, wenn er die irdische Form seines Reiches aufrichtet. Sein Reich war keine Bedrohung für die nationale Identität Israels oder die politische und militärische Identität Roms. Es existiert in einer geistlichen Dimension bis zum Ende des Zeitalters.
Als Erwiderung auf Jeschua Antwort »dass er die Wahrheit bezeugen soll« reagierte Pilatus mit phrasenhaftem Zynismus, in der Überzeugung, dass es auf diese Frage keine Antwort gibt. Seine scharfe Erwiderung bewies, dass er nicht zu denen gehörte, die der Vater dem Sohn gegeben hatte: »Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme«
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3. Gerecht

3.1 Gerecht allein durch den Glauben

Ich rede aber von der Gerechtigkeit vor Gott, die da kommt durch den Glauben an Jeschua Christus zu allen, die glauben. Denn es ist hier kein Unterschied: sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten, und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jeschua geschehen ist. Den hat Gott für den Glauben hingestellt als Sühne in seinem Blut zum Erweis seiner Gerechtigkeit, indem er die Sünden vergibt, die früher begangen wurden in der Zeit seiner Geduld, um nun in dieser Zeit seine Gerechtigkeit zu erweisen, dass er selbst gerecht ist und gerecht macht den, der da ist aus dem Glauben an Jeschua. Wo bleibt nun adas Rühmen? Es ist ausgeschlossen. Durch welches Gesetz? Durch das Gesetz der Werke? Nein, sondern durch das Gesetz des Glaubens. So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht wird ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben. Römer 3,22–28

Gott schenkt seine Gerechtigkeit allen die glauben, seien es Juden oder Heiden, weil alle Menschen ohne Ausnahme kläglich scheitern und dem Maßstab Gottes nie genügen.
Durch die Gerechtigkeit vor Gott bekommt der Gläubige die Vergebung der Sündenschuld und -strafe und das Zurechnen bzw. Verleihen der Gerechtigkeit Christi von Gott zugerechnet. Dadurch erhält der Gläubige die positive Gerechtigkeit, die er braucht, um von Gott angenommen zu werden. Gott erklärt einen Sünder allein auf der Grundlage der Verdienste von Christi Gerechtigkeit als gerecht. Die Sünden des Gläubigen rechnete Gott Christus an, als er den Opfertod am Kreuz starb und er rechnet Jeschua vollkommenen Gehorsam gegenüber dem Gesetz dem gläubigen Christen an. Der Sünder empfängt dieses Geschenk der Gnade Gottes allein durch Glauben.
Das Erlösungswerk Gottes wird durch die Fleischwerdung des eingeborenen Sohnes Gottes, Jeschua, sein sündloses Leben und seinen stellvertretenden Tod jedem Gläubigen von Gott zugerecnet. Durch die grenzenlose Liebe Gottes und seines Sohnes wurde uns die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, geschenkt.
Dieses grossartige Opfer Jeschuas geschah nicht im Geheimen, sondern Gott hat seinen Sohn auf Golgatha öffentlich für alle sichtbar zum Sühnopfer dargestellt.

3.2 Gerecht durch den Glauben an Christus

Doch weil wir wissen, dass der Mensch durch Werke des Gesetzes nicht gerecht wird, sondern durch den Glauben an Jeschua Christus, sind auch wir zum Glauben an Christus Jeschua gekommen, damit wir gerecht werden durch den Glauben an Christus und nicht durch Werke des Gesetzes; denn durch Werke des Gesetzes wird kein Mensch gerecht. ... Denn ich bin durchs Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich Gott lebe. Ich bin mit Christus gekreuzigt. Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben. Ich werfe nicht weg die Gnade Gottes; denn wenn die Gerechtigkeit durch das Gesetz kommt, so ist Christus vergeblich gestorben. Galater 2,16-21
Die Errettung geschieht allein durch Glauben an Christus und nicht durch Gesetz.
In der ganzen Bibel bezeichnet das Wort "gerecht" Gottes Handlung der Rechtfertigung:
Er erklärt einen Sünder als unschuldig und völlig gerecht vor ihm, indem er ihm die göttliche Gerechtigkeit Christi zurechnet und unsere Sünde unserem sündlosen Retter anrechnet und als Strafe auferlegt.
Dem Gesetz gestorben: Wir sind in Christus (der die Sündenschuld vollständig bezahlt hat) gestorben und in ihm zu neuem Leben auferstanden, der Gerechtigkeit ist Genüge getan und wir sind ein für allemal von jeder weiteren Strafe frei.
Ich bin mit Christus gekreuzigt: Wenn wir Christus zur Errettung annehmen, identifizieren wir uns geistlich mit dem Herrn am Kreuz und mit seinem Sieg über Sünde und Tod.
Christus lebt in mir: Mein altes Ich ist tot, da es mit Christus gekreuzigt ist (Röm 6,3.5). Mein neuer Mensch hat das Privileg des innewohnenden Christus, der ihn stärkt und der in ihm lebt.
Sich selbst für mich dahinhingegeben: Der Beweis der Liebe Christi zu uns durch seinen Opfertod am Kreuz (Joh 10,17.18; Röm 5,6-8; Eph 5,25-30).

3.3 Der Gerechte wird aus Glauben leben

So werden nun die, die aus dem Glauben sind, gesegnet mit dem gläubigen Abraham. Denn die aus den Werken des Gesetzes leben, die sind unter dem Fluch. Denn es steht geschrieben (5.Mose 27,26): »Verflucht sei jeder, der nicht bleibt bei alledem, was geschrieben steht in dem Buch des Gesetzes, dass er's tue!« Dass aber durchs Gesetz niemand gerecht wird vor Gott, ist offenbar; denn der Gerechte wird aus Glauben leben« (Habakuk 2,4). Das Gesetz aber ist nicht »aus Glauben«, sondern: »der Mensch, der es tut, wird dadurch leben« (3.Mose 18,5). Christus aber hat uns erlöst von dem Fluch des Gesetzes, da er zum Fluch wurde für uns; denn es steht geschrieben (5.Mose 21,23): »Verflucht ist jeder, der am Holz hängt«, damit der Segen Abrahams unter die Heiden komme in Christus Jeschua und wir den verheißenen Geist empfingen durch den Glauben. Gal 3,9–14

Alle, die an Gott glauben, werden »mit dem gläubigen Abraham« gerechtfertigt, und zwar nach dem Zeugnis der jüdischen Schriften.
Denn alle, die aus Gesetzeswerken sind, d. h. alle, die versuchen, Gott durch das Halten des Gesetzes zu versöhnen. Sie »sind unter dem Fluch«, d. h. zum Tode verurteilt. Denn es steht geschrieben (5. Mose 27,26): Verflucht ist jeder, der nicht bleibt in allem …«. Man muss »in allem« »bleiben«, es immer halten. Der Gehorsam muss vollständig sein. Es reicht auch nicht, die Zehn Gebote zu halten.
Diejenigen, die durch den Glauben und nicht durch Werke gerechtfertigt sind, werden das ewige Leben haben. Die durch Glauben gerecht Gemachten werden leben.
Erlösen heißt zurückkaufen oder befreien, indem der Preis bezahlt wird. Der »Fluch des Gesetzes« ist der Tod, die Strafe für den Bruch der Anordnungen Gottes. Christus hat diejenigen, die unter dem Gesetz waren, losgekauft, indem er die vom Gesetz geforderte Todesstrafe bezahlt hat.
»Christus kaufte« die Menschen »los«, indem er an ihrer Stelle starb und den schrecklichen Zorn Gottes gegen die Sünde trug. Der »Fluch« Gottes fiel auf ihn, weil er der Stellvertreter des Menschen war. Er wurde nicht an sich sündig, sondern die Sünden der Menschen wurden auf ihn gelegt. Christus erlöste die Menschen nicht dadurch »von dem Fluch des Gesetzes«, dass er die Zehn Gebote während seines irdischen Lebens vollkommen gehalten hat. Er erlöste die Menschen vom Gesetz, indem er während seines Sterbens dessen schrecklichen Fluch trug. Ohne seinen Tod hätte es keine Erlösung gegeben.

Das Gesetz lehrt, dass es ein Zeichen für den Fluch Gottes war, wenn ein verurteilter Verbrecher an ein Holz gehängt wurde (5. Mose 21,23). Hier sieht der Heilige Geist diesen Vers als Prophetie hinsichtlich der Todesart des Retters. Er würde sterben, um den Fluch für seine Geschöpfe auf sich zu nehmen. Er sollte zwischen Himmel und Erde hängen, als wäre er beider unwürdig. Im Blick auf seinen Kreuzestod wird auch davon gesprochen, dass er »am Holz« hing (Apg 5,30; 1. Petr 2,24).
Paulus berichtet uns hier durch göttliche Inspiration, dass die Gabe des Heiligen Geistes in Gottes Bund der bedingungslosen Erlösung mit eingeschlossen war. Sie war dort schon im Keim enthalten. Der Heilige Geist konnte nicht kommen, solange das Gesetz noch im Weg stand. Christus musste erst sterben und verherrlicht werden, ehe der Geist kommen konnte (Joh 16,7).

In 1. Mose 22,18 hat Gott wiederum zugesagt: »Und in deinem Samen sollen alle Völker der Erde gesegnet werden«. Er sagte »in deinem Samen« (Einzahl) und nicht »in deinen Samen« (Mehrzahl). Gott meinte hiermit eine Person, den Herrn Jeschua Christus, der ein direkter Nachkomme Abrahams ist (Lk 3,34). Mit anderen Worten: Gott hat verheißen, alle Nationen, Heiden wie Juden, durch Christus zu segnen. Diese Zusage hing von keiner Bedingung ab; weder gute Werke noch Gesetzesgehorsam wurden dafür gefordert. Es ging um eine einfache Verheißung, die man im Glauben annehmen muss.

3.4 Panzer der Gerechtigkeit

So steht nun fest, umgürtet an euren Lenden mit Wahrheit und angetan mit dem Panzer der Gerechtigkeit und beschuht an den Füßen, bereit für das Evangelium des Friedens einzutreten. Epheser 6,14-15
Vor allen Dingen aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr auslöschen könnt alle feurigen Pfeile des Bösen, und nehmt den Helm des Heils (1.Thess 5,8) und das Schwert des Geistes (Hebr 4,12), welches ist das Wort Gottes. Betet allezeit mit Bitten und Flehen im Geist und wacht dazu mit aller Beharrlichkeit im Gebet für alle Heiligen. Epheser 6,16-1
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Umgürtet ... mit Wahrheit: Der erste Teil der Rüstung, der erwähnt wird, ist der Gürtel der »Wahrheit«. Wir müssen zweifellos treu die Wahrheit des Wortes Gottes hochhalten, doch es ist für uns ebenso notwendig, dass die Wahrheit uns hält. Wir müssen sie auf unser tägliches Leben anwenden. Wenn wir alles an der »Wahrheit« messen, dann finden wir Kraft und Schutz in der Schlacht.

Panzer der Gerechtigkeit: Der zweite Teil ist der »Brustpanzer der Gerechtigkeit«. Jeder Gläubige ist mit der Gerechtigkeit Gottes bekleidet (2. Kor 5,21), doch Rechtschaffenheit und Aufrichtigkeit müssen in seinem persönlichen Leben zum Ausdruck kommen. Jemand hat einmal gesagt: »Wer in praktische Gerechtigkeit gekleidet ist, ist unangreifbar. Worte sind keine Verteidigung gegen Anklagen, aber ein gutes Leben sehr wohl.« Wenn unser Gewissen frei von Vergehungen gegen Gott und Menschen ist, dann hat der Teufel nichts, worauf er zielen kann. Der Herr Jeschua trug ihn allezeit »Er zieht Gerechtigkeit an wie einen Panzer und setzt den Helm des Heils auf sein Haupt«. Jesaja 59,17

Beschuht an den Füßen: Der Streiter Gottes muss »an den Füßen mit der Bereitschaft zur Verkündigung des Evangeliums des Friedens« »beschuht« sein. Das bedeutet, dass er bereit ist, die gute Nachricht »des Friedens« zu verbreiten und damit feindliches Gebiet anzugreifen. Wenn wir uns in unseren Zelten ausruhen, sind wir in tödlicher Gefahr. Unsere Geborgenheit finden wir, wenn wir den lieblichen Füßen unseres Heilands über die Berge folgen und dabei die frohe Botschaft sowie Frieden bringen:
Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße der Freudenboten, die da Frieden verkündigen, Gutes predigen, Heil verkündigen, die da sagen zu Zion: Dein Gott ist König! Jesaja 52,7

 Ergreift den Schild des Glaubens: Außerdem muss der Streiter Gottes »den Schild des Glaubens« ergreifen, damit die »feurigen Pfeile des Bösen« daran abprallen und wirkungslos zu Boden fallen. »Glaube« bedeutet hier festes Vertrauen auf den Herrn und sein Wort. Wenn Versuchungen uns verfolgen, wenn uns Umstände entgegenstehen, wenn Zweifel aufkommen will, wenn wir Schiffbruch zu erleiden drohen, dann blickt der Glaube auf und sagt: »Ich glaube Gott mehr als den Umständen.«

Helm des Heils: Der »Helm«, den Gott uns bereitstellt, ist das »Heil« oder die Erlösung. Ganz gleich, wie heiß es in der Schlacht hergeht, der Christ lässt sich nicht beirren, weil er weiß, dass der endgültige Sieg sicher ist. Die Verheißung der einstigen Befreiung bewahrt ihn vor Rückzug oder Kapitulation. »Wenn Gott für uns ist, wer kann gegen uns sein?« Römer 8,31.

Schwert des Geistes: Schließlich ergreift der Streiter des Herrn noch »das Schwert des Geistes, das ist Gottes Wort«. Das klassische Beispiel dafür ist unser Herr, als er das »Schwert« in seiner Begegnung mit Satan verwendet. Dreimal zitiert er das Wort Gottes, nicht willkürlich gewählte Stellen, sondern die geeigneten Verse, die ihm der Heilige Geist zu diesem Zweck eingab (Lukas 4,1-13). Mit »Wort Gottes« ist hier nicht die ganze Bibel gemeint, sondern ein besonderer Abschnitt der Bibel, der am besten in die Situation passt.

Gott gibt uns allen Schutz, den wir brauchen. Wir müssen darauf achten, dass uns ein »Schutzwall der Wahrheit« in unserem Wandel mit dem Herrn umgibt und unser Leben vor Gott und Menschen rechtschaffen ist. Wir müssen versuchen, Frieden zu stiften, wo immer wir hingehen, und den Schild des Glaubens aufnehmen, um die feurigen Pfeile des Bösen auszulöschen. Ferner müssen wir darauf bedacht sein, dass wir unser Denken vor Angst und Furcht bewahren, die uns schnell befallen. Schließlich müssen wir Gottes Wort in der Kraft des Heiligen Geistes recht anwenden. Man beachte, dass Jeschua nur durch wiederholte Schwertschläge mit dem Wort Gottes in der Einöde seinen Widersacher, den Teufel, besiegen konnte. Hierdurch hat Jeschua für uns den Teufel besiegt und wir können durch diesen Sieg auch gegen den Teufel (Satan der Drache) bestehen und siegen durch das Wort Gottes und im Namen Jeschua unseren Herrn:
Seid anüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge. Dem widersteht, fest im Glauben, und wisst, dass ebendieselben Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. 1.Petrus 5,8-9
So seid nun Gott untertan. Widersteht dem Teufel, so flieht er von euch. Jakobus 4,6

Betet allezeit: »Gebet« wird hier nicht als Teil der Waffenrüstung genannt, doch wir werden seiner Bedeutung gewiss gerecht, wenn wir sagen, dass es die Atmosphäre sein muss, in der der Streiter Gottes lebt und atmet. In diesem Geist muss er die Rüstung anlegen und sich dem Feind stellen. Wir sollten ständig beten, nicht nur sporadisch. »Gebet« sollte eine Gewohnheit sein, keine isolierte Handlung. Der Streiter des Herrn sollte auch alle Arten des Gebetes nutzen: öffentlich und privat, geplant und spontan, Bitte, Flehen und Fürbitte, Bekenntnis und Gebet als Ausdruck einer demütigen Haltung vor Gott, Lob und Dank. Und wir sollten »im Geist« beten. Dies bedeutet, dass der Heilige Geist unsere Gebete anregen und ihren Inhalt bestimmen sollte:
Desgleichen hilft auch der Geist unsrer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebührt; sondern der Geist selbst vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen. Römer 8,26

Es gibt formelhafte Gebete, die nur routinemäßig dahergeplappert werden (ohne dass man über ihre Bedeutung nachdenkt). Welchen Wert werden sie haben, wenn wir uns in der Schlacht gegen die Heerscharen der Hölle befinden? Wir müssen im Gebet wachsam sein: »Wachet hierzu.« Wir müssen gegen Müdigkeit, Abschweifung und Beschäftigung mit anderen Dingen wachsam sein. »Gebet« erfordert geistlichen Mut, Aufmerksamkeit und Konzentration. Und das Gebet muss anhaltend sein. Wir müssen immer wieder bitten, suchen und anklopfen. Wir sollten »für alle Heiligen« flehen. Auch sie stehen in der Schlacht und müssen durch das Gebet ihrer Mitstreiter getragen werden.

3.5 Das Reich Gottes ist Gerechtigkeit, Friede und Freude

Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude in dem Heiligen Geist. Wer darin Christus dient, der ist Gott wohlgefällig und bei den Menschen geachtet. Darum lasst uns dem nachstreben, was zum Frieden dient und zur Erbauung untereinander. Römer 14,17-19

Essen und Trinken: Das sind keine wesentlichen Dinge, sondern äusserliche Verhaltensregeln, gegeben durch das Gesetz des Alten Testamentes. Dieses Gesetz beinhaltet "Mose und die Propheten“, einmal werden auch die Psalmen einbezogen, "Gesetz, Propheten und Psalmen“ (Lukas 24,44):
Jeschua sagte zu ihnen: »Als ich noch mit euch zusammen war, habe ich euch gesagt: Alles, was im Gesetz, in den Schriften der Propheten und in den Psalmen über mich steht, muss in Erfüllung gehen.«
Gerechtigkeit ist nach Philipper 1,11: »Erfüllt mit Frucht der Gerechtigkeit durch Jeschua Christus« in dem Heiligen Geist.
Friede, den der Heilige Geist verleiht und die bei jedem Gläubigen seine Beziehung zu Gott und zu seinen Mitgläubigen charakterisieren sollte (Gal 5,22).
Freude in dem Heiligen Geist: Ein weiterer Bestandteil der Frucht des Geistes, die dauerhafte Herzenshaltung des Lobes und Dankes in allen Umständen.

3.6 Zieht nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen

Zieht nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen. Denn was hat die Gerechtigkeit zu schaffen mit der Ungerechtigkeit? Was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? ... Wir aber sind der Tempel des lebendigen Gottes; wie denn Gott spricht (3.Mose 26,11-12; Hesekiel 37,27): »Ich will unter ihnen wohnen und wandeln und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein. Darum geht aus von ihnen und sondert euch ab«, spricht der Herr; »und rührt nichts Unreines an, so will ich euch annehmen und euer Vater sein und ihr sollt meine Söhne und Töchter sein«, spricht der allmächtige Herr.  2.Korinther 6,14-18

Zieht nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen: Man kann dies dadurch tun, dass man sich von allen Formen der Sünde und Ungerechtigkeit trennt. Zweifellos denkt er dabei zum Teil auch an die falschen Lehrer, die in die Gemeinde von Korinth eingedrungen waren.
Hier handelt es sich um eine eindeutige Anweisung, dass der Gläubige sich von den »Ungläubigen«, vom Bösen, von der Finsternis, von Belial und von den Götzen absondern soll.
Es geht darum, dass wir uns selbst von der Welt unbefleckt halten müssen. Nachdem er die Notwendigkeit der Absonderung so deutlich herausgestellt hat, erlässt Paulus nun einen herausfordernden Aufruf, »Darum geht aus von ihnen«. Er zitiert dabei Jesaja 52,11. Hier haben wir Gottes eindeutige Anweisung an sein Volk über die Trennung vom Bösen. Die Christen sollen nicht ein Teil davon werden, auch nicht mit der gut gemeinten Absicht, etwas zu verbessern. Gottes Plan besteht darin, hinauszu- gehen. Das »Unreine« in diesem Vers ist in erster Linie zweifellos die heidnische Welt, doch bezieht es sich auch auf jede Form des Bösen, ob es nun im geschäftlichen, sozialen oder religiösen Bereich vorkommt. Dieser Vers darf nicht missbraucht werden, um die Absonderung von anderen Gläubigen zu lehren. Christen werden ermahnt, sich zu bemühen, »die Einheit des Geistes zu bewahren durch das Band des Friedens«.
So will ich ... euer Vater sein: Dies ist eine neue und intensive Gemeinschaft mit dem »Vater«. Und damit werden wir die Freuden der Sohnschaft auf eine Weise genießen wie nie zuvor.

4. Glaube

Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. Durch diesen Glauben haben die Vorfahren Gottes Zeugnis empfangen. Durch den Glauben erkennen wir, dass die Welt durch Gottes Wort geschaffen ist, sodass alles, was man sieht, aus nichts geworden ist. Hebräer 11,1-3
Der »Glaube« lässt Dinge, auf die wir »hoffen«, so real erscheinen, als ob wir sie schon hätten. Außerdem bietet er den unerschütterlichen Beweis dafür, dass die unsichtbaren geistlichen Segnungen des christlichen Glaubens absolut sicher und real sind. »Glaube« ist Vertrauen auf die Vertrauenswürdigkeit Gottes. Er ist die Überzeugung, dass das, was Gott sagt, wahr ist, und dass seine Verheißungen sich erfüllen werden.
Glaube braucht Offenbarungen und Verheißungen Gottes als Grundlage. Er ist kein Sprung ins Ungewisse. Er verlangt die besten Beweise des Universums und findet sie im Wort Gottes. Er ist nicht auf Mögliches beschränkt, sondern dringt bis in den Bereich des Unmöglichen vor.
»Durch den Glauben erkennen wir«: Die Welt sagt: »Ich glaube, was ich sehe.« Gott sagt: »Du siehst, was du glaubst.« Jesus sagte zu Marta: »Habe ich dir nicht gesagt, wenn du glaubtest, so würdest du … sehen?« (Joh 11,40). In geistlichen Angelegenheiten kommt zuerst der Glaube und dann das Verstehen.
»… dass die Welt durch Gottes Wort geschaffen ist«: Gott sprach, und die Welt entstand.

4.1 Durch den Glauben wohnt Christus in unseren Herzen

Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden, dass er euch Kraft gebe nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, dass Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne und ihr in der Liebe beingewurzelt und gegründet seid. Epheser 3,14-17
»Ich beuge meine Knie«: Unser Geist sollte in Demut und Ehrerbietigkeit gebeugt sein.
»... dass Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne«: Ja, der Herr Jeschua nimmt persönlich Wohnung in einem Gläubigen bei dessen Bekehrung (Joh 14,23; Offb 3,20). Der Herr soll nicht durch sündige Worte, Gedanken, Motive und Taten betrübt werden, sodass er vollständigen Zugang zu jedem Bereich unseres Herzen erhält und eine fortwährende Gemeinschaft mit uns haben kann. Unser Herz wird so zur Wohnung Christi, der Ort, an dem er sich gerne aufhält.
Wir erfreuen uns »durch den Glauben« daran, dass er in uns wohnt. Dazu gehört, ständig von ihm abhängig zu sein, ihm fortwährend unser Leben hinzugeben und uns seiner ständigen Anwesenheit bewusst zu sein.

4.2 Ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder

Ehe aber der Glaube kam, waren wir unter dem Gesetz verwahrt und verschlossen auf den Glauben hin, der dann offenbart werden sollte. So ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christus hin, damit wir durch den Glauben gerecht würden. Nachdem aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jeschua. Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen. Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jeschua. Gehört ihr aber Christus an, so seid ihr ja Abrahams Kinder und nach der Verheißung Erben. Luther Gal 3,23–25

Mit »Glaube« ist hier der christliche Glaube gemeint. Das Wort bezieht sich auf das Zeitalter, das durch Tod, Grablegung, Auferstehung und Himmelfahrt des Herrn Jeschua und die Predigt des Evangeliums zu Pfingsten eingeläutet wurde. Vor dieser Zeit waren die Juden »unter dem Gesetz verwahrt«, wie Menschen in einem Gefängnis oder unter Vormundschaft. Weil sie die Forderungen des Gesetzes nicht erfüllen konnten, waren sie zur Errettung auf den Weg des »Glaubens« angewiesen. Die Menschen unter dem Gesetz waren demnach eingesperrt, bis die herrliche Nachricht der Befreiung von der Gesetzesknechtschaft im Evangelium verkündigt wurde.
Die Rechtfertigung durch den »Glauben« wurde aufgrund des vollendeten Werkes Christi, des Erlösers, verheißen.

4.3 Weil wir denselben Geist des Glaubens haben

Weil wir aber denselben Geist des Glaubens haben, wie geschrieben steht (Psalm 116,10): »Ich glaube, darum rede ich«, so glauben wir auch, darum reden wir auch; denn wir wissen, dass der, der den Herrn Jeschua auferweckt hat, wird uns auch auferwecken mit Jeschua und wird uns vor sich stellen samt euch. Denn es geschieht alles um euretwillen, damit die überschwängliche Gnade durch die Danksagung vieler noch reicher werde zur Ehre Gottes. Darum werden wir nicht müde; sondern wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch der innere von Tag zu Tag erneuert. Denn unsre Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit, uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig. 2.Korinther 4,13-18

Der Glaube ermöglicht es ihm, weiterhin das Evangelium zu predigen, weil er weiß, dass hinter den Leiden seines Lebens eine unaussprechliche Herrlichkeit auf ihn wartet. In Psalm 116,10 sagt der Psalmist: »Ich habe geglaubt, darum habe ich geredet.« Er hat auf den Herrn vertraut, und deshalb war das, was er sagte, das Ergebnis eines tief gegründeten Glaubens. Paulus hat denselben Geist des Glaubens wie der Psalmist, als er diese Worte sprach.
Paulus sagt: »So glauben auch wir, darum reden wir auch.« Die Anfechtungen und Verfolgungen im Leben des Paulus versiegelten seine Lippen nicht. Wo immer wir echten Glauben finden, muss er sich ausdrücken. Er kann nicht schweigen. Wenn du auf Jeschua Christus vertraust musst du ganz gewiss von ihm reden, auch wenn es dich bis in den Staub demütigt, wenn du ihn liebst, dann sage es auch. Wenn du an Jeschua glaubst, und den Heiland angenommen hast, dann zög’re nicht, sondern sag es, sonst wirst du den Geist betrüben.
Mit der sicheren und festen Hoffnung auf die Auferstehung vor Augen war der Apostel gewillt, sich auch schrecklichen Entbehrungen zu unterziehen. Er wusste, dass solches Leiden eine zweifache Folge haben würde. Entbehrungen würden für die Korinther zum Segen werden, und »damit die überschwängliche Gnade durch die Danksagung vieler noch reicher werde zur Ehre Gottes.«. Diese beiden Gründe trieben Paulus in seinem Handeln an. Ihm war es ein Anliegen, dass »Gottes Ehre« vermehrt und andere Menschen gesegnet wurden. Paulus erkannte, dass, je mehr er selbst litt, andere umso mehr »die Gnade« Gottes erfahren würden. Je mehr Menschen gerettet werden, desto mehr »Danksagung« wird zu »Gott« aufsteigen. Und je mehr »Danksagung« zu Gott aufsteigt, desto mehr wird Gott auch verherrlicht.
Die Tatsache, dass »unser äußerer Mensch verfällt«, benötigt keine Erklärung. Wir sehen es alle nur zu deutlich an unserem eigenen Leib! Paulus freut sich hier über die Tatsache, dass Gott täglich Nachschub an Kraft für unseren christlichen Dienst liefert.
Was sichtbar ist, das ist zeitlich: Das »Sichtbare« ist nicht das Ziel der menschlichen Existenz. Das »Sichtbare« bezeichnet hier in erster Linie die Entbehrungen, die Versuchungen und die Leiden.
Was aber unsichtbar ist, das ist ewig: Das Ziel unseres Dienstes ist das »Unsichtbare«. Darin eingeschlossen sind die Verherrlichung Christi, der Segen für die Mitmenschen und die Belohnung, die dem treuen Knecht Christi am Richterstuhl Christi erwartet.

4.4 Wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen

So sind wir denn allezeit getrost und wissen: solange wir im Leibe wohnen, weilen wir fern von dem Herrn; denn wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen. 2.Korinther 5,6-7

Solange ein Gläubiger auf der Erde lebt, ist er abwesend von der Fülle der Gegenwart Gottes. Aber einen Kontakt zu Gott besteht schon jetzt im Gebet, durch den innewohnenden Heiligen Geist und durch das Wort Gottes.

4.5 Euer Glaube stehe auf Gottes Kraft

Und mein Wort und meine Predigt geschahen nicht mit überredenden Worten menschlicher Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft, damit euer Glaube nicht stehe auf Menschenweisheit, sondern auf Gottes Kraft. 1.Korinther 2,4-5

In Erweisung des Geistes und der Kraft: Diese Erweisung der Gnade brauchen wir, solange wir auf der Erde leben, weil unser neues Leben zwar den Wunsch hat, das zu tun, was Gott wohlgefällig ist, aber an sich keine Kenntnis der Gedanken und Wege Gottes besitzt, und weil wir noch das Fleisch, die ,alte Natur, haben, die nur sündigen kann und will. Die Unterweisung erfolgt durch das Wort Gottes, und ihr Ziel mit uns ist, daß wir besonnen, gerecht und gottselig leben. Wir können auf diese zarte, aber feste Belehrung nicht verzichten. Ob wir noch am Anfang oder schon am Ende des Glaubenslebens stehen, wir brauchen die Gnade und ihre Unterweisung, um Gott wohlgefällig zu dienen, und jeder Schritt ohne sie ist gefährlich.

Titus 2,11-13: Denn die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend für alle Menschen, und unterweist uns, damit wir, die Gottlosigkeit und die weltlichen Lüste verleugnend, besonnen und gerecht und gottselig leben in dem jetzigen Zeitlauf, indem wir erwarten die glückselige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Heilandes Jeschua Christus.

4.6 Wachet, steht im Glauben

Wachet, steht im Glauben, seid mutig und seid stark! Alle eure Dinge lasst in der Liebe geschehen! 1.Korinther 16,13-14

Ständig »wachen« und »im Glauben« feststehen, »mannhaft« oder mutig und »stark« sein. Vielleicht denkt Paulus hier wieder an die Gefahr durch Irrlehrer. Die Heiligen sollten immer aufmerksam sein. Sie sollten keinen Millimeter wertvollen Glaubensterrains aufgeben. Sie sollten immer mit rechtem Mut vorgehen. Und schliesslich sollten sie »stark« in dem Herrn sein. Doch in allem, was sie tun, sollten sie »Liebe« zeigen. Das bedeutet, dass ihr Leben in Hingabe an Gott und andere Menschen geführt werden sollte. Es bedeutet, dass sie sich selbst hingeben sollten.

4.7 Prüft euch selbst, ob ihr im Glauben steht!

Erforscht euch selbst, ob ihr im Glauben steht; prüft euch selbst! Oder erkennt ihr euch selbst nicht, dass Jeschua Christus in euch ist? Wenn nicht, dann wärt ihr ja untüchtig. 2.Korinther 13,5

Wir müssen die Echtheit unseres Glaubens überprüfen (vgl. Jak 2,14-26). Viele meinen, ihr Glaube sei echt. Die Echtheit ihrer Errettung ist ein echter rettender Glaube. Christus muss in uns sein und wir in ihm. Der Heilige Geist wird uns zeigen, wo in unserem Glauben noch Mangel herrscht.
Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm. Johannes 6,56
An jenem Tage werdet ihr erkennen, dass ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch. Johannes 14,20
Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. Johannes 15,5
Das habe ich mit euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. Johannes 16,33
Und wenn er kommt (der Tröster oder Heilige Geist), wird er der Welt die Augen auftun über die Sünde und über die Gerechtigkeit und über das Gericht; über die Sünde: dass sie nicht an mich glauben. Johannes 16,8-9

4.8 Das Evangeliums ist eine Kraft Gottes

Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben, die Juden zuerst und ebenso die Griechen. Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben; wie geschrieben steht (Habakuk 2,4): »Der Gerechte wird aus Glauben leben.« Römer 1,16-17

Das deutsche Wort »Kraft« stammt von dem gr. Wort »Dynamit« ab. Diese Botschaft wird durch das gepredigte Evangelium wirksam, weil die Allmacht Gottes mit ihr einhergeht.
Nur Gottes Kraft kann die sündige Natur des Menschen überwinden und ihm neues Leben geben.
Der der vertraut und sich darauf verlässt, dass das Wort Gottes die Wahrheit ist. Wenn das Wort »glauben« im Zusammenhang der Errettung verwendet wird, steht es gewöhnlich im Präsens (Gegenwartsform), was betont, dass Glauben nicht nur ein einmaliges Geschehen ist, sondern ein fortdauernder Zustand. Wahrer rettender Glaube ist übernatürlichen Ursprungs und eine Gabe der Gnade Gottes, die er im Herzen hervorbringt. Dieser Glaube ist das einzige Mittel, durch das ein Mensch die erforderliche wahre Gerechtigkeit erlangen kann.
Rettender Glaube besteht darin das Evangelium und die Wahrheit über Jeschua Christus als wahrhaftig anzunehmen. Durch das Wirken des Heiligen Geistes wird dem sich bekehrendem Menschen bewusst, das er ein Sünder ist und so vor Gott nicht bestehen kann. Er wird Betrübnis über seine sündhafte Natur erfahren, aber auch Freude über die Barmherzigkeit und Gnade Gottes. Der Sünder unterwirft seinen Willen Christus und vertraut sich ihm an als die einzige Hoffnung auf Errettung.
Für jeden, der glaubt, wird die Gerechtigkeit Gottes aus Glauben zum Glauben geoffenbart, wie geschrieben steht: »Der Ge- rechte wird aus Glauben leben«. Das Evangelium offenbart, dass Gott auf der Grundlage des Glaubens – und allein des Glaubens – gottlosen Sündern seine Gerechtigkeit zurechnet.

5. Vertrauen

Um ein siegreiches Glaubensleben zu bekommen mussen wir für den Herrn leben und in Bezug auf Gegenwart und Zukunft in dem unerschütterlichen Vertrauen zu Gott leben, dass er alles Nötige geben wird. Unsere Aufgabe ist es, einfach für unsere gegenwärtigen Bedürfnisse zu sorgen, alles andere sollte in das Werk des Herrn investiert werden. Wir werden aufgerufen, nur für den heutigen Tag zu leben: »Der morgige Tag wird für sich selbst sorgen.« Der Weise setzt all sein Vertrauen auf den Felsen, Jeschua Christus, den Herrn und Heiland.
Glaube wird nach Maßgabe des Vertrauens auf die Eigenschaften Gottes belohnt. Denen, die Jeschua erwählen, wird er den Vater offenbaren, es sind jene, die auf ihn als ihren Retter vertrauen.
Wenn Gott uns in eine bestimmte Richtung leitet oder uns etwas befiehlt, dann können wir das äußerste Vertrauen haben, dass Schwierigkeiten, die wie Berge aussehen, auf wunderbare Weise verschwinden werden. Nichts ist dem unmöglich, der glaubt.
Wenn wir wissen, dass es Gottes Wille ist, eine bestimmte Schwierigkeit wegzunehmen, dann dürfen wir im Gebet darauf vertrauen, dass es geschieht. Wir können voller Gewissheit alles erbitten, solange wir sicher sind, dass es dem Willen Gottes, wie er in der Bibel oder durch das innere Zeugnis des Geistes offenbart ist, entspricht.

5.1 Christus setzte sein Vertrauen auf Gott

Und wiederum (Jesaja 8,17): »Ich will mein Vertrauen auf ihn setzen«; und wiederum (Jesaja 8,18): »Siehe, hier bin ich und die Kinder, die mir Gott gegeben hat.« Hebräer 2,13
Diese Verse werden aus dem AT zitiert, um das Menschsein Christi zu beweisen. In Jesaja 8,17 (Septuaginta) spricht der Messias davon, dass er sein »Vertrauen« auf Gott setzt. Vertrauen auf Jahwe ist eines der deutlichsten Zeichen wahren Menschseins. Dann wird in Jesaja 8,18 der Herr zitiert, wie er sagt: »
Siehe, ich und die Kinder, die Gott mir gegeben hat.« Es geht darum, dass sie Glieder einer Familie sind und einen gemeinsamen Vater anerkennen.

5.2 Unser Vertrauen auf Gott setzten

Denn wir wollen euch, liebe Brüder, nicht verschweigen die Bedrängnis, die uns in der Provinz Asien widerfahren ist, wo wir über die Maßen beschwert waren und über unsere Kraft, sodass wir auch am Leben verzagten und es bei uns selbst für beschlossen hielten, wir müssten sterben. Das geschah aber, damit wir unser Vertrauen nicht auf uns selbst setzten, sondern auf Gott, der die Toten auferweckt, der uns aus solcher Todesnot errettet hat und erretten wird. Auf ihn hoffen wir, er werde uns auch hinfort erretten. 2.Korinther 1,8-10
Die Aussichten des Apostels waren so schlimm, dass er das Gefühl hatte, zum »Tode« verurteilt zu sein. Derjenige, der die Toten auferwecken kann, ist die einzige Hoffnung eines Mannes, der den Tod erwartet, wie es der Apostel zu diesem Zeitpunkt tat.
Der Apostel weiß, dass derselbe Gott, der ihn in der Vergangenheit »errettet hat«, ihn Tag für Tag »erretten« kann und ihn auch weiterhin »erretten wird« bis zu dem großen Tag, an dem er vollständig von allen Anfechtungen und Verfolgungen dieser Welt erlöst sein wird.

5.3 Das Vertrauen festhalten

Christus aber war treu als Sohn über Gottes Haus. Sein Haus sind wir, wenn wir das Vertrauen und den Ruhm der Hoffnung festhalten. Hebräer 3,6
»Christus aber« war über Gottes Haus »als Sohn« treu, nicht als Diener, und in seinem Fall bedeutet Sohnschaft Stellungsgleichheit mit Gott. Gottes Haus war »sein Haus«. Es besteht aus allen wirklich an den Herrn Jeschua Gläubigen: »Sein Haus sind wir, wenn wir die Freimütigkeit und den Ruhm der Hoffnung bis zum Ende standhaft festhalten.«
Festhalten ist ein Beweis für echten Glauben.

5.4 Vertrauen & Belohnung
Darum werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat.
Hebräer 10,35
Die Nähe der »Belohnung« sollte uns stärken. Wir haben in der Vergangenheit schon so viel ertragen, da sollten wir jetzt nicht kapitulieren. Sie waren jetzt der Erfüllung der Verheißungen Gottes näher als je zuvor. Es war kein geeigneter Zeitpunkt, nun umzukehren. »Werft euer Vertrauen nicht weg! Es wird sich erfüllen, worauf ihr hofft« (Hfa).

5.5 Vertrauen auf den Herrn

Dennoch blieben sie eine lange Zeit dort und lehrten frei und offen im Vertrauen auf den Herrn, der das Wort seiner Gnade bezeugte und ließ Zeichen und Wunder geschehen durch ihre Hände. Apostelgeschichte 14,3
Obwohl sie wussten, dass sich Schwierigkeiten zusammenbrauten, fuhren die Prediger fort, »freimütig« im Namen des »Herrn« zu reden, der die Göttlichkeit dieser Botschaft durch »Zeichen und Wunder« bestätigte. Der Zweck der »Zeichen« war hier die Predigt der Apostel zu bestätigen, damit ihre Zuhörer erkennen konnten, dass sie wirklich von Gott gesandt waren.
Zum Beispiel kann die Gabe der »Zungenrede« ein Zeichen für Ungläugige sein:
Darum ist die Zungenrede ein Zeichen nicht für die Gläubigen, sondern für die Ungläubigen; die prophetische Rede aber ein Zeichen nicht für die Ungläubigen, sondern für die Gläubigen. 1.Korinther 14,22
Ein
Zeichen der Endzeit ist das Zeichen des Menschensohnes das am Himmel erscheinen wird.
»
Wunder« steht dagegen eher für Taten, die Ehrfurcht vor dem Handeln Gottes bewirken.

6. Die Gnade Gottes

Siehe auch den Artikel "In der Gnade Gottes leben"

6.1 Gottes Wort der Gnade

Und nun befehle ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade, der da mächtig ist, euch zu erbauen und euch das Erbe zu geben mit allen, die geheiligt sind. Apostelgeschichte 20,32

Durch seine wunderbare Gnade und seine grosse ewige Liebe handelt Gott gnädig mit jedem Menschen, der Jeschua als seinen Erlöser, Heiland und Herrn annimmt. Wir müssen seinem Wort immer wieder neu vertrauen, sowie daran glauben und in der Gnade Gottes stehen und aus ihr zu leben um erbaut und geheiligt zu werden.

6.2 Zugang zur Gnade Gottes

Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jeschua Christus; durch ihn haben wir auch den Zugang im Glauben zu dieser Gnade1), in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben wird. Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch der Bedrängnisse, weil wir wissen, dass Bedrängnis Geduld bringt, Geduld aber Bewährung, Bewährung aber Hoffnung, Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist. Denn Christus ist schon zu der Zeit, als wir noch schwach waren, für uns Gottlose gestorben. Römer 5,1–6

Die Gerechtigkeit des Gläubigen, wurde uns durch den Glauben an Jeschua Christus von Gott geschenkt und die Gerechtigkeit Christi wird uns von Gott zugerechnet. Gott sieht nicht mehr unsere mangelhafte Gerechtigkeit in uns, sondern die Gerechtigkeit unseres Erlösers und Herrn Jeschua. Die Hoffnung auf die zukünftige Herrlichkeit:
Wenn aber Christus, euer Leben, sich offenbaren wird, dann werdet ihr auch offenbar werden mit ihm ain Herrlichkeit. 1.Thessalonicher 2,12
So werdet ihr, wenn erscheinen wird der Erzhirte, die unvergängliche Krone der Herrlichkeit empfangen. 1.Petrus 5,4

1) Neue Genfer Übersetzung: Durch ihn haben wir freien Zugang zu der Gnade bekommen, die jetzt die Grundlage unseres Lebens ist, und im Glauben nehmen wir das auch in Anspruch.
Gute Nachricht Bibel: Er öffnete uns den Weg des Vertrauens und damit den Zugang zur Gnade Gottes, in der wir jetzt festen Stand gewonnen haben.

Die Gläubigen sind durch ihren Glauben an ihren Erretter ewig mit Jeschua Christus verbunden und sie werden nicht durch menschliche Bemühungen bewahrt, sondern durch die Macht Jeschua Christi (vgl. Jes 11,5; Ps 36,5; Kla 3,23; Eph 1,18-20; 2Tim 2,13; Hebr 10,23). Die Anzeichen für diese ewige Verbindung sind für: 1.) sein Frieden mit Gott, 2.) seine Stellung in Gnade, 3.) seine Hoffnung der Herrlichkeit, 4.) sein Empfangen der Liebe Gottes, 5.) die Verschonung vor dem Zorn Gottes und 6.) seine Freude im Herrn.

6.3 Durch die Gnade des Herrn Jeschua selig werden

Und Gott, der die Herzen kennt, hat es bezeugt und ihnen den Heiligen Geist gegeben wie auch uns, und er hat keinen Unterschied gemacht zwischen uns und ihnen, nachdem er ihre Herzen gereinigt hatte durch den Glauben. ... Vielmehr glauben wir, durch die Gnade des Herrn Jeschua selig zu werden, ebenso wie auch sie. Apostelgeschichte 15,8-9

Gott, der Herzenskenner, hat diesen bekehrten Heiden Zeugnis gegeben, indem Er ihnen den Heiligen Geist gab, gleichwie Er diesen auch ihnen selbst am Pfingsttag gegeben hatte. Diese Gläubigen aus den Heiden waren gereinigt, und Gott hatte die Reinigung ihrer Herzen durch den Glauben bewirkt, nicht durch irgendeine Art zeremonieller Reinigung.

7. Unser Reichtum

Siehe auch die Artikel "Im Überfluss des Geistes leben"

7.1 In allen Stücken reich

Wie ihr aber in allen Stücken reich seid, im Glauben und im Wort und in der Erkenntnis und in allem Eifer und in der Liebe, die wir in euch erweckt haben, so gebt auch reichlich bei dieser Wohltat. ... Denn ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jeschua Christus: Obwohl er reich ist, wurde er doch arm um euretwillen, damit ihr durch seine Armut reich würdet. 2.Korinther 8,7-9

Wir sollen »in allen Stücken reich« sein, so wie es die Korinther waren. Dies wird durch das gepredigte Wort in uns erweckt und der Heilige Geist schenkt uns dann die Gaben des Glaubens, der Erkennnis und der Liebe, sowie auch das Wort und den Eifer.
Im Glauben: Im festen Glauben an Gott und seinem Wort und an unserem Erretter Jeschua stehen.
 Im Wort:
Reich im Wort Gottes sein. Das Wort in der Wahrheit predigen und weitergeben.
In der Erkenntnis:
Umfassende Erkenntnis und Einsicht in die göttlichen Wahrheiten.
Allem Eifer:
Unablässiges, ständiges Streben und Bemühen in göttlichen Angelegenheiten.
In der Liebe:
«Reich in der Liebe Christi sein und diese Liebe untereinander und mit anderen leben, sowie reichlich in dieser Liebe von unserem Reichtum von Herzen abgeben, »denn einen fröhlichen Geber liebt Gott«.
Das Wort »Gnade« wird auf verschiedene Weise im NT benutzt, doch hier ist unmissverständlich Großzügigkeit gemeint. Wie großzügig war der Herr Jeschua? Er war so großzügig, dass er um unsertwillen alles gab, was er hatte, »damit« wir »durch seine Armut« auf ewig »reich« würden.
Jeschua war reich an Besitz, Macht, Ehre, Gemeinschaft mit Gott, seinem Vater, und Herrlichkeit. Er wurde jedoch arm hinsichtlich der Stellung, der Umstände und seiner Beziehungen zu Gott. Wir werden aufgefordert, etwas Geld, Kleidung oder Essen zu geben. Er aber gab sich selbst ganz hin.

7.2 Durch Christus in allen Stücken reich gemacht

Ich danke meinem Gott allezeit euretwegen für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christus Jeschua, dass ihr durch ihn in allen Stücken reich gemacht seid, in aller Lehre und in aller Erkenntnis. Denn die Predigt von Christus ist in euch kräftig geworden, sodass ihr keinen Mangel habt an irgendeiner Gabe und wartet nur auf die Offenbarung unseres Herrn Jeschua Christus. Der wird euch auch fest erhalten bis ans Ende, dass ihr untadelig seid am Tag unseres Herrn Jeschua Christus. Denn Gott ist treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jeschua Christus, unseres Herrn. 1. Korinther 1,4-9

Durch Christus in allen Stücken reich gemacht seid: Gegenwärtig hat der Gläubige alles, was der Herr zu geben hat und damit alles, was er braucht (s. 3,21; Eph 1,3; Kol 2,10; 2Pt 1,3).
In aller Lehre und in aller Erkenntnis: Die beiden besonderen Segnungen, von denen hier die Rede ist, haben mit der Predigt der Wahrheit des Wortes Gottes zu tun. Der Prediger ist fähig zu reden, wann immer Gott es von ihm möchte, denn er befähigt ihn. Diese Fähigkeit kann im Gebet erbeten werden (vgl. Apg 4,29.31; Eph 6,19) und wird durch fleißiges Bibelstudium gefördert (2Tim 2,15; 1Pt 3,15). So rüstet Gott die Gläubigen mit aller Erkenntnis aus, die sie brauchen, durch den Heiligen Geist:
Aber der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. Lukas 12,12
Der wird euch auch fest erhalten bis ans Ende: Das bezieht sich auf den Augenblick der Errettung, als das Evangelium gehört, geglaubt und im Herzen aufgenommen wurde. In diesem Augenblick wurde die in V. 4 erwähnte Gabe erteilt und der Gläubige wurde zu einem Empfänger der Gnade Gottes.
Keinen Mangel habt an irgendeiner Gabe: Es sind die Gnadengaben (Kap. 12- 14) zur Erbauung der Gemeinde. Weil diese Gaben jedem Gläubigen gegeben sind (12,11.12), ungeachtet seiner Reife oder seines geistlichen Zustands, verfügten die Korinther, trotz ihres sündigen Zustandes, in vollem Maße darüber.
Die Offenbarung unseres Herrn Christus: Paulus sieht auf die Segnungen der künftigen Gnade. Wenn der Herr wiederkommt, wird seine ganze Herrlichkeit, Ehre und Majestät in strahlender Pracht geoffenbart werden (Offb 4,11; 5,12; 17,14). Dann werden alle wahren Gläubigen für immer fest gegründet sein, ganz heilig und ohne Sünde in voller Auferstehungsherrlichkeit und Reinheit. So werden sie auf ewig mit Gott im Himmel leben.
Am Tag unseres Herrn Christus: Vgl. 5,5; 2Kor 1,14. Das Kommen des Herrn für seine Gemeinde, d.h. die Entrückung (Joh 14,1-3; 1Th 4,13-18; Offb 3,10). Wir müssen dieses Ereignis unterscheiden vom »Tag des Herrn« (1Th 5,2.4; 2Th 2,2), einem Tag des Gerichts für die Gottlosen.
Gott ist treu: Aufgrund der souveränen und unabänderlichen Verheißung Gottes können die Gläubigen sich dieser Gnade gewiss sein, die in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gilt. Sie bleiben gerettet und können der künftigen Herrlichkeit bei Christi Erscheinen sicher sein (Eph 5,26.27).
Durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes: Gott, der zum Heil und in den Himmel beruft, wird treu sein und die nötige Gnade geben, um diese Berufung erfüllen zu können. Jedoch müssen wir im Licht leben, wie Christus im vollkommenen Licht Gottes lebte und lebt, um in die volle Gemeinschaft mit unserem Herrn zu kommen:
Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben. Johannes 8,12
Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander.
1.Johannes 1,7
Wer seinen Bruder liebt, der bleibt im Licht, und durch ihn kommt niemand zu Fall. 1.Johannes 2,10
Denn ihr wart früher Finsternis; nun aber seid ihr Licht in dem Herrn. Lebt als Kinder des Lichts. Epheser 5,8

7.3 Immer reicher werden an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes

Denn was zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, damit wir durch Geduld und den Trost der Schrift Hoffnung haben. Der Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, dass ihr einträchtig gesinnt seid untereinander, Christus Jeschua gemäß, damit ihr einmütig mit einem Munde Gott lobt, den Vater unseres Herrn Jeschua Christus. Darum nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob. Denn ich sage: Christus ist ein Diener der Juden geworden um der Wahrhaftigkeit Gottes willen, um die Verheißungen zu bestätigen, die den Vätern gegeben sind; die Heiden aber sollen Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben steht (Psalm 18,50): »Darum will ich dich loben unter den Heiden und deinem Namen singen.« Und wiederum heißt es (5.Mose 32,43): »Freut euch, ihr Heiden, mit seinem Volk!« Und wiederum (Psalm 117,1): »Lobet den Herrn, alle Heiden, und preist ihn, alle Völker!« Und wiederum spricht Jesaja (Jesaja 11,10): »Es wird kommen der Spross aus der Wurzel Isais und wird aufstehen, um zu herrschen über die Heiden; auf den werden die Heiden hoffen.« Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes. Römer 15,4-13

Denn was zuvor geschrieben ist: Das von Gott geoffenbarte AT zu unserer Belehrung zuvor geschrieben. Christen leben zwar unter dem Neuen Bund und stehen nicht unter der Autorität des Alten Bundes, doch Gottes Moralgesetz hat sich nicht geändert und die ganze Schrift hat geistlichen Nutzen (1Kor 10,6.10.11; 2Pt 1,20.21).
Gott der Hoffnung: Gott ist die Quelle ewiger Hoffnung, ewigen Lebens und ewigen Heils, und für jeden Gläubigen ist er der Inhalt der Hoffnung.
Durch die Kraft des Heiligen Geistes: Der Gläubige erhält diese Hoffnung durch die Bibel (vgl. 15,4; Eph 1,13.14), die vom Heiligen Geist geschrieben wurde und die der Heilige Geist in das Herz jedes Gläubigen hineinlegt.

8. Verheißungen Gottes

Die »Verheißungen« Gottes sind das letzte von sieben Gütern, die Petrus in seinen Briefen »kostbar« nennt. Unser Glaube ist kostbarer als Gold (1. Petr 1,7). Das Blut Christi ist kostbar (1. Petr 1,19). Christus, der lebendige Stein, ist in Gottes Augen kostbar (1. Petr 2,4). Er ist auch als Eckstein kostbar (1. Petr 2,6). Er ist allen kostbar, die an ihn glauben (1. Petr 2,7). Der unvergängliche Edelstein eines sanften und stillen Geistes ist in Gottes Augen kostbar (1. Petr 3,4), und schließlich sind noch die »Verheißungen« Gottes »kostbar« (2. Petr 1,4).

Wir sollten über einige der Verheißungen nachdenken, die es bezüglich unserer Heiligung gibt: 1. Freiheit von der Herrschaft der Sünde (Röm 6,14); 2. in jeder Beziehung hinreichende Gnade (2. Kor 12,9); 3. Kraft, seinen Geboten zu gehorchen (Phil 4,13); 4. Sieg über den Teufel (Jak 4,7); 5. Auswege aus der Versuchung (1. Kor 10,13); 6. Vergebung, wenn wir unsere Sünden bekennen (1. Joh 1,9) (sowie Gottes Zusage, dass er nicht mehr an sie denken wird Jer 31,34); 7. Antwort, wenn wir rufen (Ps 50,15).

Siehe auch die Artikel "Schaue immer auf die Verheißung"
Stütze dich auf Gottes Verheißungen! (MP3) & Broschüre zu dieser Lehrbotschaft von Dieter Beständig

8.1 Bestätigung der Verheißungen durch Christus

Denn ich sage: Christus ist ein Diener der Juden geworden um der Wahrhaftigkeit Gottes willen, um die Verheißungen zu bestätigen, die den Vätern gegeben sind. Römer 15,8
Gott hat wiederholt verheißen, dass er Israel den Messias senden wolle, und das Kommen Christi bestätigte die Wahrheit dieser »Verheißung«.

Weil wir nun solche Verheißungen haben, meine Lieben, so lasst uns von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes uns reinigen und die Heiligung vollenden in der Furcht Gottes. 2.Korinther 7,1

8.2 Die teuren und allergrößten Verheißungen

Alles, was zum Leben und zur Frömmigkeit dient, hat uns seine göttliche Kraft geschenkt durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat durch seine Herrlichkeit und Kraft. Durch sie sind uns die teuren und allergrößten Verheißungen geschenkt, damit ihr dadurch Anteil bekommt an der göttlichen Natur, die ihr entronnen seid der verderblichen Begierde in der Welt. 2.Petrus 1,3-4
Die Verse 3 und 4 zeigen, dass Gott uns alles gegeben hat, was für das Leben aus Gott notwendig ist. Weil er das getan hat, müssen wir uns eifrig darin üben. Gott heiligt uns nicht gegen unseren Willen oder ohne unsere Mithilfe. Von unserer Seite ist dazu Verlangen, Entschiedenheit und Disziplin vonnöten.

Diese Verse sollte jeden Christen außerordentlich interessieren, weil sie uns sagen, wie wir uns in diesem Leben vor dem Fallen bewahren und wie wir sicher sein können, siegreich in das Leben nach unserem Abscheiden von dieser Erde einzugehen.
Zunächst einmal wird uns versichert, dass Gott alle Vorkehrungen getroffen hat, damit wir ein geheiligtes Leben führen können. Diese Vorsorge ist ein Zeichen seiner »göttlichen Kraft«: Sie hat uns »alles zum Leben und zur Gottseligkeit geschenkt«. So wie Gottes Kraft uns zunächst einmal errettet, so gibt uns seine Kraft die Energie, fortan ein geheiligtes Leben zu führen. Die Reihenfolge lautet: Erst »Leben«, dann »Gottseligkeit«. Das Evangelium ist die Kraft Gottes, die uns von der Strafe der Sünde, von ihrer Macht, von der Verdammnis und von der Verunreinigung durch die Sünde befreit.

Die »Kraft« zu einem geheiligten Leben erhalten wir »durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat«. So, wie seine »göttliche Kraft« die Ursache unserer Heiligung ist, so ist »die Erkenntnis« seiner selbst das Mittel zu unserer Heiligung. Ihn zu erkennen, bedeutet ewiges Leben (Joh 17,3), wobei wir in der Heiligung vorankommen, je mehr wir in der Erkenntnis seiner selbst fortschreiten. Je mehr wir ihn erkennen, desto mehr ähneln wir ihm.

Hat uns seine göttliche Kraft geschenkt: Hier steht »alles, was Gottes Kraft uns »geschenkt hat«, um ein Leben der Heiligung führen zu können. Dazu gehören auch seine »kostbaren und größten Verheißungen« in seinem Wort. Man schätzt, dass die Bibel mindestens 30 000 Verheißungen enthält.

Es verwundert nicht, dass die Verheißungen Gottes nach den Worten des Petrus kostbar und überaus groß sind! Diese Verheißungen ermöglichen es dem Gläubigen, »dem Verderben, das durch die Begierde in der Welt ist«, zu entfliehen. Gott hat uns alles Nötige zum Widerstand gegen die Versuchung verheißen. Wenn Begierden aufkommen, dann können wir die Verheißungen in Anspruch nehmen. Sie ermöglichen es uns, der Verderbnis dieser Welt zu entkommen – vor ihrer Sünde auf sexuellem Gebiet, ihrer Trunkenheit, ihrem Schmutz, ihrem Elend, ihrem Verrat und ihrem Streben.

Anteil an der göttlichen Natur: Die positive Seite daran ist, dass wir durch dieselben Verheißungen »Teilhaber der göttlichen Natur« werden können. Dies findet in erster Linie bei unserer Bekehrung statt. Wenn wir dann in den praktischen Genuss der Verheißungen Gottes kommen, werden wir immer mehr in Jeschua Bild umgestaltet. So hat er uns z. B. verheißen, dass wir ihm immer ähnlicher werden, je mehr wir über ihn nachsinnen (2. Kor 3,18). Wir verwirklichen diese Verheißung, indem wir das Wort lesen, das darin geoffenbarte Wesen Christi studieren und ihm dann folgen. Wenn wir dies tun, so verwandelt uns der Heilige Geist in Jeschua Bild, und zwar von einer Herrlichkeit zur nächsten.

8.3 Durch Glauben und Geduld die Verheißungen ererben

Wir wünschen aber, dass jeder von euch denselben Eifer beweise, die Hoffnung festzuhalten bis ans Ende, damit ihr nicht träge werdet, sondern Nachfolger derer, die durch Glauben und Geduld die Verheißungen ererben. Denn als Gott dem Abraham die Verheißung gab, schwor er bei sich selbst, da er bei keinem Größeren schwören konnte, und sprach (1.Mose 22,16-17): »Wahrlich, ich will dich segnen und mehren.« Und so wartete Abraham in Geduld und erlangte die Verheißung. Hebräer 6,11-15
Jeder der Gläubigen soll »denselben Eifer … beweisen«, den auch die wahren Gläubigen unter Beweis gestellt haben, als sie »die volle Gewissheit der Hoffnung bis ans Ende« anerkannten. Wir sollen fest zu Christus stehen, bis sich unsere endgültige Hoffnung im Himmel verwirklicht. Dies ist ein Beweis der Echtheit des Glaubens.
Wir sollen »nicht träge« werden und sollen Nachfolger der Gläubigen werden, »die durch Glauben und Ausharren die Ver- heißungen erben«.
Abraham glaubte an Gott und harrte deshalb geduldig aus. Dadurch erlangte er die Erfüllung der Verheißung.

8.4 Gesegnet mit Abraham

So werden nun die, die aus dem Glauben sind, gesegnet mit dem gläubigen Abraham. Galater 3,9
Abraham wird in 1. Mose 12,3 bereits verkündet: »In dir werden gesegnet werden alle Nationen.« »In dir«, d. h. mit Abraham, auf dieselbe Weise wie Abraham. »Alle Nationen«, d. h. sowohl Heiden als auch Juden. »Werden gesegnet werden«, d. h. errettet werden. Wie wurde Abraham gerettet? »Aus Glauben«. Wie werden die Nationen gerettet? Genauso wie Abraham, »aus Glauben«.
Der Heilige Geist, der diesen Vers des AT geschrieben hat, wusste, dass er schon das Evangelium der Errettung durch den Glauben für alle Völker enthält. Alle, die an Gott glauben, werden »mit dem gläubigen Abraham« gesegnet, und zwar nach dem Zeugnis der jüdischen Schriften.

8.5 Gesalbt und versiegelt und uns den Geist gegeben

Denn auf alle Gottesverheißungen ist in ihm das Ja; darum sprechen wir auch durch ihn das Amen, Gott zum Lobe. Gott ist's aber, der uns fest macht samt euch in Christus und uns gesalbt und versiegelt und in unsre Herzen als Unterpfand den Geist gegeben hat. 2.Korinther 1,20-22

Alle »Verheißungen Gottes«, ganz gleich, wie viele es sein mögen, finden ihre Erfüllung in Christus. Alle, die »in ihm« die Erfüllung der »Verheißungen Gottes« finden, fügen ihr »Amen« hinzu: Wir öffnen unsere Bibel bei einer Verheißung, sehen zu Gott auf, und Gott sagt uns: »Du kannst all das durch Christus haben.« Wenn wir Christus vertrauen, dann sagen wir »Amen« zu Gott. Gott spricht durch Christus, und wir glauben an ihn. Christus beugt sich herab, und der Glaube streckt sich nach oben, wobei jede Verheißung Gottes in Jeschua Christus erfüllt wird. In ihm und durch ihn können wir sie für uns in Anspruch nehmen und sagen: »Ja, Herr, ich vertraue dir.« Das ist das »Ja« des Glaubens.
All das dient »Gott zur Ehre und zum Lobe durch uns«. »Er wird verherrlicht, wenn Menschen erkennen, dass er über sie Gutes beschlossen hat, das über ihre Vorstellungskraft hinausgeht. Auch wird er verherrlicht, wenn sie dieses Gute als in seinem Sohn unzweifelhaft sicher ansehen.

»Gott« hatte ihnen den Glauben geschenkt und sie »in Christus« durch den Dienst am Wort Gottes befestigt. Er hat sie sogar mit dem Geist »gesalbt«, durch den er sie bevollmächtigte, ihnen Kraft gab und sie lehrte.

Er hat uns auch »versiegelt« und uns das »Unterpfand des Geistes in unsere Herzen gegeben«. Hier haben wir zwei weitere Dienste des Heiligen Geistes. Das Siegel ist das Kennzeichen des Eigentümers und steht für Sicherheit. Der »Geist« im Gläubigen ist das Kennzeichen, dass der Gläubige nun Gott gehört und auf ewig sicher ist. Das Siegel ist natürlich unsichtbar. Die Menschen erkennen nicht an einer Plakette, dass wir Christen sind, sondern nur durch die Beweise eines geisterfüllten Lebens. Gott hat uns auch »das Unterpfand des Geistes in unsere Herzen gegeben«. Das Unterpfand ist eine Anzahlung auf das Gesamterbe, das einmal folgen wird. Wenn Gott einen Menschen errettet, gibt er ihm den Heiligen »Geist«. Genauso sicher, wie er den »Geist« empfängt, wird er das gesamte Erbe Gottes antreten. Die gleiche Art des Segens, die der Heilige Geist heute in unserem Leben verwirklicht, wird uns eines Tages in vollem Maße geschenkt werden.

8.6 Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes, so wird euch das alles zufallen

Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen. Matthäus 6,33; Lukas 12,31
Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Römer 8,2

Der Herr sorgt in allem für jeden einzelnen die zu ihm gehören.. Er sagt hier im Grunde: Wenn du Gottes Interessen an die erste Stelle in deinem Leben stellst, dann werde ich für die Erfüllung aller deiner Bedürfnisse sorgen.
Wenn du zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit trachtest, dann wird der Herr darauf achten, dass es dir nie an dem fehlt, was zum geistlichen und matterielen Leben notwendig ist.

Es ist wunderbar, das Gott in allem für und sorgt. Warum sollten wir uns für geistliche und matteriele Dinge sorgen und matteriele Dinge solch einen wichtigen Platz in unserem Leben einräumen? Und wieso sollten wir »in Unruhe« sein und uns wegen unserer Zukunft Sorgen machen? So leben nur Menschen, die nicht errettet sind.
Die »Nationen der Welt«, die Gott nicht als ihren Vater kennen, konzentrieren sich auf diese Dinge und auf ihr Vergnügen. Diese Dinge bilden das Zentrum und den Rahmen ihres Lebens.
Doch Gott hatte nie im Sinn, dass seine Kinder ihre Zeit in der Jagd nach irdischer Bequemlichkeit vergeuden sollten. Er hat noch ein Werk auf Erden zu vollbringen, und er hat verheißen, für diejenigen zu sorgen, die sich ihm von ganzem Herzen hingeben. Wenn wir nach »seinem Reich« trachten, dann wird er uns niemals verhungern oder nackt herumlaufen lassen. Wie traurig wäre es, am Ende des Lebens anzukommen und zu erkennen, dass wir die meiste Zeit damit verbracht haben, uns für etwas abzuarbeiten, das schon mit unserer Errettung und dem Erlösungswerk Christi verbunden war (siehe Römer 8,2)
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9. Gaben des Geistes

9.1 Gaben durch den Geist gegeben

Es sind verschiedene Gaben; aber es ist ein Geist. Und es sind verschiedene Ämter; aber es ist ein Herr. Und es sind verschiedene Kräfte; aber es ist ein Gott, der da wirkt alles in allen. In einem jeden offenbart sich der Geist zum Nutzen aller; dem einen wird durch den Geist gegeben, von der Weisheit zu reden; dem andern wird gegeben, von der Erkenntnis zu reden, nach demselben Geist; einem andern Glaube, in demselben Geist; einem andern die Gabe, gesund zu machen, in dem einen Geist; einem andern die Kraft, Wunder zu tun; einem andern prophetische Rede; einem andern die Gabe, die Geister zu unterscheiden; einem andern mancherlei Zungenrede; einem andern die Gabe, sie auszulegen. Dies alles aber wirkt derselbe eine Geist und teilt einem jeden das Seine zu, wie er will. 1.Korinther 12,4-11 / Luther

Was aber die geistlichen Gaben betrifft, Brüder, so will ich nicht, dass ihr unkundig seid. Ihr wisst, dass ihr, als ihr von den Nationen wart, zu den stummen Götzenbildern hingeführt wurdet, wie ihr irgend geleitet wurdet. ... Und niemand sagen kann: Herr Jeschua! Als nur im Heiligen Geist. Es sind aber Verschiedenheiten von Gnadengaben, aber derselbe Geist; und es sind Verschiedenheiten von Diensten, und derselbe Herr; und es sind Verschiedenheiten von Wirkungen, aber derselbe Gott, der alles in allen wirkt. Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes zum Nutzen gegeben. ... Alles dieses aber wirkt ein und derselbe Geist, jedem insbesondere austeilend, wie er will. ... Und Gott hat einige in der Versammlung gesetzt: erstens Apostel, zweitens Propheten, drittens Lehrer, dann Wunderkräfte, dann Gnadengaben der Heilungen, Hilfeleistungen, Regierungen, Arten von Sprachen. Sind etwa alle Apostel? Alle Propheten? Alle Lehrer? Haben alle Wunderkräfte? Haben alle Gnadengaben der Heilungen? Reden alle in Sprachen? Legen alle aus? Eifert aber um die größeren Gnadengaben; und einen noch weit vortrefflicheren Weg zeige ich euch. 1. Korinther 12,1-31 / Elberfelder

Das griechische Wort für Gnadengabe (charisma) ist von dem Wort für Gnade (charis) abgeleitet und bedeutet dementsprechend "wohlwollend gespendete Gabe, Gnadengeschenk". Zwar wird in Römer 6,23 auch das ewige Leben eine „Gnadengabe Gottes" genannt, und verschiedentlich wird dies Wort im allgemeineren Sinn für Gnadenerweisung verwendet. An den meisten Stellen im Neuen Testament, wo das Wort Gnadengabe vorkommt, handelt es sich jedoch um die von Gott geschenkte Befähigung zum Dienst für Ihn. So verschieden die einzelnen Gläubigen als Glieder des Leibes Christi sind, so unterschiedlich sind auch ihre Bedürfnisse und dementsprechend die Gnadengaben. In Seiner Weisheit und Gnade hat Gott an alles gedacht und alles reichlich gegeben. Ihm sei Dank dafür!

Aus diesen Stellen wird deutlich, daß Gottes Wort nirgends eine vollständige „Liste" aller Gnadengaben enthält, aber auch, daß wir manche dieser Gaben Gottes wenig kennen und schätzen, z.B. die des Vorstehens, der Regierung oder der Hilfeleistung.

Wenn wir jedoch Römer 12 und 1. Korinther 12 aufschlagen, wird uns die Vielfalt der von Gott geschenkten Gnadengaben deutlich. An beiden Stellen wird die Versammlung als Leib gesehen, der aus vielen Gliedern besteht. Wie an unserem Körper jedes Glied seinen eigenen Platz und seine besondere Funktion hat, so ist es auch mit dem Leib Christi. In Römer 12,3-8 werden sieben Gnadengaben genannt:
1. Weissagung / 2. Dienst / 3. Lehre / 4. Ermahnung / 5. Geben / 6. Vorstehen / 7. Ausüben von Barmherzigkeit.

Schließlich werden in Epheser 4,11 in einer weiteren kurzen Aufzählung die Apostel, Propheten, Evangelisten, Hirten und Lehrer genannt, hier jedoch nicht als Gnadengaben, sondern als Gaben (auch im Griechischen ein anderes Wort). Es sind hier die Personen selbst, die der erhöhte Herr gegeben hat „zur Vollendung der Heiligen, für das Werk des Dienstes, für die Auferbauung des Leibes Christi", und zwar „bis wir alle hingelangen zu der Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zu dem erwachsenen Mann, zu dem Maß des vollen Wuchses der Fülle des Christus". Im Unterschied zu einigen der in 1. Korinther 12 genannten Gnadengaben (Heilungen, Sprachen, Wunderkräfte), die das Wirken Gottes in der Anfangszeit bestätigten (vgl. Heb 2,4), sind diese Gaben ausschließlich zur Förderung des geistlichen Wachstums der Versammlung gegeben worden, und bis auf die Apostel und Propheten, die die Grundlage gelegt haben (Eph 2,20; 3,5), werden sie bis zur Wiederkunft des Herrn Jeschua bleiben. Das ist ein großer Trost für uns, gerade in unserer Zeit des Verfalls und des beginnenden Abfalls.

Die Gnadengaben sind nicht mit menschlichen Fähigkeiten zu verwechseln. Jemand, der sich klar und verständlich auszudrücken vermag, besitzt dadurch noch keine Gnadengabe zur Verkündigung des Wortes. Und ebenso kann eine theologische Ausbildung keine Gnadengabe ersetzen. Wie die angeführten Stellen zeigen, werden Gnadengaben allein von Gott und dem verherrlichten Herrn gegeben. Sie sind Geschenke für Seine Erlösten, von Ihm gegebene geistliche Fähigkeiten, verbunden mit einem Auftrag und der Vollmacht zum Dienst. Unter der Leitung des Heiligen Geistes sollen sie zur Verherrlichung des Herrn und zum Segen für andere dienen.

Die Gnadengabe eines Evangelisten besteht in dem Auftrag und der besonderen Fähigkeit, die Botschaft der Gnade Gottes für verlorene Sünder den Menschen von heute nahezubringen und sich in die Lage solcher hineinzuversetzen, die bisher kaum mit dem Wort Gottes in Berührung gekommen sind, und die eines Lehrers darin, die tiefen Zusammenhänge der Lehre des Wortes zu erkennen und anderen Gläubigen verständlich zu machen.

Christus, unser Haupt, kennt nicht nur die Bedürfnisse der Glieder des Leibes, sondern auch die Fähigkeiten jedes einzelnen, und rüstet jeden so aus, daß er den ihm zugeteilten Dienst erfüllen kann.
So hat jeder Gläubige durch die Gnade einen von Gott zugewiesenen Platz als Glied des Leibes Christi. An uns liegt es nun, dies auch als Gnade zu erkennen und in Abhängigkeit von unserem Haupt im Himmel zu leben und zu handeln.

9.2 Die Gabe der prophetischen Rede

Strebt nach der Liebe! Bemüht euch um die Gaben des Geistes, am meisten aber um die Gabe der prophetischen Rede! Denn wer in Zungen redet, der redet nicht für Menschen, sondern für Gott; denn niemand versteht ihn, vielmehr redet er im Geist von Geheimnissen. Wer aber prophetisch redet, der redet den Menschen zur Erbauung und zur Ermahnung und zur Tröstung. Wer in Zungen redet, der erbaut sich selbst; wer aber prophetisch redet, der erbaut die Gemeinde. Ich wollte, dass ihr alle in Zungen reden könntet; aber noch viel mehr, dass ihr prophetisch reden könntet. Denn wer prophetisch redet, ist größer als der, der in Zungen redet; es sei denn, er legt es auch aus, damit die Gemeinde dadurch erbaut werde. 1.Korinther 14,1-5

Strebt nach der Liebe: Ein Gebot für jeden Gläubigen. Weil Lieblosigkeit in der Gemeinde von Korinth ein geistliches Grundproblem war, sollten sie die soeben beschriebene göttliche Liebe mit besonderer Entschlossenheit und großem Eifer erstreben.

Bemüht euch um die Gaben des Geistes: Liebe schließt den Gebrauch dieser Befähigungen nicht aus. Da Paulus aufgefordert hatte, nicht nach den imposanten Gaben zu streben (12,31) und sich nicht über andere zu erheben (12,14-25), konnten einige womöglich meinen, am besten lasse man um der Einheit willen alle Gaben außer Acht. Doch Gott hat in seiner Souveränität allen Gläubigen Geistesgaben gegeben. Diese Gaben sind notwendig für die Auferbauung der Gemeinde (12,1-10). Nach ihnen zu streben, bedeutet in diesem Zusammenhang nicht, persönlich einer bewundernswerten Gabe nachzutrauern, die man nicht hat, sondern vielmehr die übertragenen Gaben gemeinschaftlich und treu im Dienst für den Herrn einzusetzen. Als Versammlung sollten die Korinther bewusst danach streben, dass alle Gaben erkennbar ausgeübt werden. Die Aufforderung steht im Plural (»euch«, »ihr«), was den gemeinsamen Wunsch der Gemeinde betont.

Am meisten aber um die Gabe der prophetischen Rede: Diese Geistesgabe war für das Gemeindeleben deshalb so erstrebenswert, weil sie den Gläubigen auf eine Weise diente, wie es die Sprachenrede nicht konnte, nämlich durch Auferbauung der gesamten Gemeinde.

Wer in Zungen redet: An verschiedenen Stellen des Neuen Testaments wird "in anderen Sprachen reden", "in Zungen reden" und "prophetisch reden" erwähnt.

In Markus 16,17 wird "in neuen Sprachen (Zungen) reden" als ein Zeichen des Glaubens genannt: Diese Zeichen aber werden denen folgen, die glauben: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen [o. Zungen] reden ... . Rev. Elberfelder Bibel Die Zeichen aber, die folgen werden denen, die da glauben, sind diese: In meinem Namen werden sie böse Geister austreiben, in neuen Zungen reden ... .

Die Zungenrede soll in der von Gott gegeben Ordnung ausgeübt werden:
Wenn jemand in Zungen redet, so seien es zwei oder höchstens drei, und einer nach dem andern; und einer lege es aus. Ist aber kein Ausleger da, so schweige er in der Gemeinde und rede für sich selber und für Gott. 1.Korinther 14,27-28
... daß es des Herrn Gebot ist, was ich euch schreibe. 1.Korinther 14,37

9.3 Hätte ich die Liebe nicht, so wäre ich nichts

Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, so dass ich Berge versetzen könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib verbrennen und hätte die Liebe nicht, so wäre mir's nichts nütze. Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. Die Liebe hört niemals auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser prophetisches Reden ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. ... Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin. Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen. 1.Korinther 13,1-13

Geistesgaben waren in Korinth vorhanden (1,7); sogar die richtige Lehre war da (11,2); aber die Liebe fehlte. Deshalb kam es zu den Streitereien und Auswüchsen von Selbstsucht und Stolz, von denen die Gemeinde geplagt wurde, insbesondere auf dem Gebiet der Geistesgaben. Anstatt selbstsüchtig und neidisch nach imposanten Gaben zu gieren, sollten die Gläubigen nach dem Großartigsten überhaupt streben, nach gegenseitiger Liebe.
Mit Menschenzungen redete: Vgl. 12,10.28; 14,4-33. Dass es sich bei dieser Gabe um eine echte Sprache handelte, wird aus Apg 2,4-12 deutlich und wird hier bestätigt, da Paulus sie als Sprache »von Menschen« bezeichnet. Das ist ein klarer Hinweis auf eine menschliche Sprache. Sie war die Gabe, welche die Korinther so hoch bewerteten, so arg missbrauchten und so zum eigenen Schaden nachahmten. Die Fähigkeit, in einer dem Redenden unbekannten Sprache zu sprechen, gab Gott als Zeichen, das nur in einer begrenzten Zeit Sinn hatte.
Mit Engelzungen redete: Es gibt in der Bibel keine Lehre von einer speziellen Engelssprache, die Menschen nicht erlernen könnten.
Selbstverleugnende Liebe, die mehr auf das Geben ausgerichtet ist als auf das Nehmen (Joh 3,16; vgl. 14,1; Mt 5,44.45; Joh 13,1.34.35; 15,9; Röm 5,10; Eph 2,4-7; Phil 2,2; Kol 3,14; Hebr 10,24). Ohne Liebe wäre unser Reden einfach nur ein Geräusch, so redegewandt man in seiner eigenen oder in einer Fremdsprache (sogar in einer hypothetischen Engelssprache) auch sein mag.
Alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis: Das umfasst die Gaben der Weisheit, Erkenntnis und Geisterunterscheidung, die in Liebe ausgeübt werden müssen (s. Phil 1,9).
Allen Glauben: Das bezieht sich auf die Gabe des Glaubens (das beharrliche Gebet des Glaubens, die für die Gemeinde ohne selbstlose Liebe nutzlos wäre.
Die Liebe ist ... : In diesen Versen wird nun die Fülle der Liebe beschrieben, und zwar bei jedem Aspekt durch das, was die Liebe tut. Liebe ist nichts Abstraktes, sondern praktisches Handeln. Positiv ausgedrückt ist Liebe geduldig im Umgang mit Menschen und von großzügigem Erbarmen.
Liebe hört niemals auf: Als Wesensmerkmal Gottes ist die Liebe beständig und unzerstörbar. Die Liebe überdauert alles Versagen (vgl. 1Pt 4,8; 1Joh 4,16).
Das Vollkommene muss der Ewigkeitszustand sein, wenn wir in der Herrlichkeit Gott von Angesicht zu Angesicht sehen (Offb 22,4) und in der neuen, ewigen Schöpfung zur vollen Erkenntnis gelangt sind, so werden die Gläubigen eine vollkommene Erkenntnis erlangen und keine derartige Gabe mehr nötig haben.
Nun aber bleiben: Woran wir hier geglaubt und worauf wir gehofft haben, wird im Himmel erfüllt sein und wir werden den Inhalt unseres Glaubens und unserer Hoffnung vollkommen wahrnehmen und schauen. Aber die Liebe: Diese Tugend Gottes, bleibt für immer (vgl. 1Joh 4,8). Der Himmel wird der Ort sein, wo nichts als nur vollkommene Liebe zu Gott und zueinander zum Ausdruck kommt.

10. Jeschua nachfolgen

Siehe auch die Artikel "Geistlich wachsen"

10.1 Sein Kreuz auf sich nehmen und Jeschua nachfolgen

Da sprach Jeschua zu seinen Jüngern: Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir. Matthäus 16,24, Markus 8,34
Jetzt sagt der Herr Jeschua uns offen, was es bedeutet, sein Jünger zu sein: Sich selbst verleugnen, das Kreuz tragen und ihm nachfolgen. Sich selbst zu verleugnen, entspricht nicht der Selbstverleugnung, wie sie im heutigen Sprachgebrauch verwendet wird. Vielmehr ist damit gemeint, sich der Herrschaft Christi so zu unterstellen, dass das eigene Ich keinerlei Rechte mehr hat. Das Kreuz auf sich zu nehmen, bedeutet die Bereitschaft, um Jeschua willen Spott und Leiden zu erdulden, vielleicht sogar den Märtyrertod. Es bedeutet auch, der Sünde, dem Ich und der Welt zu sterben. Christusnachfolge bedeutet, so zu leben, wie er gelebt hat, und zwar in jeder Hinsicht, was auch Demut, Armut, Mitleid, Liebe, Barmherzigkeit und jede andere Tugend einschließt.

10.2 Nachfolgen seinen Fußtapfen

Denn dazu seid ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußtapfen.; er, der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand; der nicht widerschmähte, als er geschmäht wurde, nicht drohte, als er litt, er stellte es aber dem anheim, der gerecht richtet; der unsre Sünde selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden. 1.Petrus 2,21-24
Der Gedanke des Leidens um der Gerechtigkeit willen führt unausweichlich zu diesem wunderschönen Abschnitt über unser großes »Vorbild«, das der Herr Jeschua gegeben hat. Niemand ist je so ungerecht behandelt worden wie er und hat es so geduldig ertragen. Wir sind berufen, so wie er zu handeln und wegen der schlechten Taten anderer zu leiden. Das Wort, das hier für »Vorbild« benutzt worden ist, enthält den Gedanken an ein Vorlagenbuch mit meisterlicher Schönschrift. Der Schüler versucht, das Original so ähnlich wie möglich wiederzugeben. Wenn er das Vorbild sorgfältig kopiert, dann wird seine Abschrift gut. Doch je mehr er sich vom Original entfernt, desto schlechter wird die Abschrift. Unsere Sicherheit besteht darin, so nah wie möglich am Original zu bleiben.

Unser Herr litt nicht für eigene Schuld, denn er hat keine Sünde begangen. »Er kannte keine Sünde« (2. Kor 5,21); Er hat »keine Sünde getan« (dieser Vers); und »in ihm ist keine Sünde« (1. Joh 3,5). Seine Rede wurde nie durch »Trug« entstellt. Er log nicht und hat auch die Wahrheit nicht manipuliert. Man denke einmal darüber nach.

Jeschua lebte als Mensch auf dieser Erde, der in jeder Beziehung ehrlich war, vollkommen frei von List oder »Trug«. Er blieb geduldig, wenn er provoziert wurde. »Der, geschmäht, nicht wieder schmähte.« Er zahlte es nicht mit gleicher Münze heim. Wenn er angegriffen wurde, schlug er nicht zurück. Er verteidigte sich nicht, als man ihn anklagte. Er war auf wunderbare Weise von dem Bestreben frei, sich selbst zu rechtfertigen.
Was war seine verborgene Kraftquelle, dass er solche grundlosen Beleidigungen ertrug? Er vertraute auf Gott, »der gerecht richtet«. Und wir sind aufgerufen, ebenso zu handeln.

Die Leiden des Heilands hatten nicht nur Vorbildfunktion, sondern sühnten auch unsere Schuld. Wir können seine Leiden in dieser Hinsicht nicht nachahmen, und Petrus ist auch nicht der Meinung, dass wir es tun sollten. Vielmehr geht es hier offenbar um folgende Argumentation: Die Schmerzen des Heilands wurden nicht durch seine eigenen Sünden hervorgerufen, denn er hatte keine begangen. Er wurde stattdessen für »unsere Sünden« ans Kreuz genagelt. Weil er ein für alle Mal für »unsere Sünden« gelitten hat, dürfen wir uns nie in eine Stellung bringen, worin wir für sie nochmals leiden müssen. Die Tatsache, dass er für sie gestorben ist, sollte uns dazu bringen ihnen abzusterben. Und doch geht es nicht nur darum, uns der Sünden zu enthalten: Wir sollten nicht nur der Sünde sterben, sondern auch »der Gerechtigkeit leben«. »Durch dessen Striemen (Wunden) ihr geheilt worden seid.« Das Wort »Striemen« steht im Original in der Einzahl, was vielleicht verdeutlichen soll, dass sein Körper eine einzige Wunde war. Wie sollte unsere Haltung gegenüber der Sünde aussehen, wenn unsere Heilung unseren Herrn so viel gekostet hat?

10.3 Ein wahrer Jünger Christi sein

Ein wahrer Jünger Christi folgt seinem Meister in allem nach. Wir sind seine Jünger und wir leben wie der Herr lebte. Wir handeln wie er handelte. Wir tun was er tat. Wir lieben wie er liebte. Wir gehorchen ihm wie er seinem Vater gehorchte. Wir verbringen Zeit mit unserem himmlischen Vater wie er es tat.

Und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein. ... So auch jeder unter euch, der sich nicht lossagt von allem, was er hat, der kann nicht mein Jünger sein. Lukas 14,27&33
Wir soolen Christus verherrlichen und ihn bekannt zu machen. Die Worte des Herrn sind absolut.
Zweitens lehrte Jesus, dass ein echter Jünger »sein Kreuz« auf sich nehmen und ihm »nachfolgen« müsse. Das Kreuz ist nicht irgendeine Krankheit oder Betrübnis, sondern ein Weg der Schande, des Leidens, der Einsamkeit und sogar des Todes, den ein Mensch freiwillig um Christi willen wählt. Nicht alle Gläubigen tragen ein Kreuz. Es ist möglich, es zu umgehen, indem man als Namenschrist lebt. Doch wenn wir uns entscheiden, alles für Christus hinzugeben, dann werden wir den gleichen satanischen Widerstand erleben, den der Sohn Gottes hier auf Erden zu erdulden hatte. Das ist das Kreuz. Der Jünger muss Jesus »nachfolgen«. Das bedeutet, dass er ein Leben führt, wie Jesus es auf dieser Erde geführt hat, ein Leben der Selbstverleugnung, der Demütigung, der Verfolgung, der Schande, der Versuchung und des Widerspruchs der Sünder gegen sich selbst.

Vers 33 ist wohl einer der unbeliebtesten Verse der Bibel. Er sagt ausdrücklich, dass »keiner von euch, der nicht allem entsagt, was er hat, mein Jünger sein« kann. Man kann der Bedeutung dieses Verses nicht ausweichen. Es geht hier nicht darum, dass man bereit sein müsse, alles zu verlassen, sondern es heißt, dass man alles verlassen muss. Wir sollten annehmen, dass der Herr Jesus wusste, was er sagte. Er erkannte, dass sonst niemand so handeln würde, wenn er sich nicht genau ausdrücken würde. Er möchte Männer und Frauen, die ihn mehr als alles andere in der Welt schätzen.

Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen. ... Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei. Johannes 8,31-32&36
Nun unterscheidet Jeschua zwischen denen, die Jünger sind, und denen, die sich »wahrhaft« als Jünger erweisen. Ein Jünger ist jeder, der behauptet, von jemandem zu lernen, doch ein »wahrhaftiger« Jünger ist einer, der sich ausdrücklich dem Herrn hingegeben hat. Wer wahren Glauben hat, auf den trifft diese Aussage zu: Er »bleibt« in seinem »Wort«. Das bedeutet, dass er bei Jesu Lehre bleibt. Er wendet sich nicht davon ab. Wahrer Glaube ist immer von Dauer. Ein Jünger wird nicht gerettet, weil er in seinem Wort bleibt, sondern er bleibt in seinem Wort, weil er gerettet ist.

Allen wahren Jüngern wird verheißen, dass sie »die Wahrheit erkennen« werden und die Wahrheit sie »frei machen« wird. Die Juden kannten die Wahrheit nicht, sie waren auf schreckliche Weise gebunden. Sie befanden sich unter der Knechtschaft von Unwissenheit, Irrtümern, Sünde, Gesetz und Aberglauben. Diejenigen, die den Herrn Jesus wirklich kennen, sind von der Sünde befreit, sie wandeln im Licht und werden vom Heiligen Geist Gottes geleitet.

In diesem Vers bezieht sich das Wort »Sohn« eindeutig auf Christus selbst. Wer von ihm befreit ist, der ist »wirklich frei«. Das bedeutet, dass derjenige, der zum Heiland kommt und das ewige Leben von ihm erhält, von der Sklaverei der Sünde, des Gesetzes, des Aberglaubens und der Dämonen befreit wird.

Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt. Johannes 13,35
as wahre Kennzeichen des Christen ist seine Liebe zu seinen Mitchristen. Das erfordert göttliche Kraft, und diese Kraft wird nur denen gegeben, die den Heiligen Geist haben.

Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger. Johannes 15,8
Wenn die Kinder Gottes das Ebenbild Christi für die Welt sind, wird der »Vater verherrlicht«. Menschen werden gezwungen zu bekennen, dass dieser Gott groß sein muss, wenn er solch böse Sünder in so gottesfürchtige Heilige verwandeln kann. Man beachte die Steigerung in diesem Abschnitt: »Frucht« (Vers 2), »mehr Frucht« (Vers 2) und »viel Frucht« (Vers 8) »und werdet meine Jünger«. Dies bedeutet, dass wir uns als seine Jünger erweisen, wenn wir als wahre Jünger viel Frucht bringen.

Der Jünger steht nicht über dem Meister; wenn er vollkommen ist, so ist er wie sein Meister. Lukas 6,40
»Ein Jünger ist nicht über dem Lehrer; jeder aber, der vollendet ist, wird sein wie sein Lehrer.« Ein Schüler ist als Jünger »vollendet«, wenn er wie sein Lehrer wird. Wenn die Lehrzeit der Jünger beendet ist, dann kann man von ihnen nicht erwarten, dass sie mehr als ihre Lehrer können.

Und er rief seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen Macht über die unreinen Geister, dass sie die austrieben und heilten alle Krankheiten und alle Gebrechen. Matthäus 10,1
Nun beruft Jeschua uns zu einem besonderen Dienst. Mit der Berufung erhielten wir die Vollmacht, Dämonen auszutreiben und alle Arten von Krankheiten zu heilen. Wir können hier die Einzigartigkeit Jeschua sehen. Auch vor ihm gab es Männer, die Wunder getan hatten, aber niemand hatte diese Fähigkeit je auf andere übertragen.

Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und amachet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. Matthäus 28,18-20
Der Herr erklärte, dass ihm »alle Macht im Himmel und auf Erden« gegeben worden sei. In gewissem Sinne hatte er diese Macht schon immer gehabt. Aber er sprach nun von seiner Macht als Haupt der neuen Schöpfung. Seit seinem Tod und seiner Auferstehung hatte er die Macht, allen, die ihm Gott gegeben hat, ewiges Leben zu geben (Joh 17,2). Schon immer hatte er die Macht als Erstgeborener der Schöpfung. Doch nun, da er das Werk der Erlösung vollbracht hat, besitzt er auch die Macht als der Erstgeborene aus den Toten, »damit er in allem den Vorrang habe« (Kol 1,15.18).

Als Haupt der neuen Schöpfung gab er dann den Missionsbefehl weiter, der praktisch die »Geschäftsordnung« für alle Gläubigen in der gegenwärtigen Phase des Reiches bildet, in der Zeit zwischen der Verwerfung des Königs und seiner Wiederkunft. Der Missionsbefehl enthält drei Gebote, keine Bitten:
1. »Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern.« Dies setzt nicht voraus, dass sich die ganze Welt bekehrt. Indem sie das Evangelium predigen, sollen die Jünger andere Menschen dazu bringen, Schüler oder Nachfolger des Heilands zu werden, Menschen aus jedem Volk, jedem Stamm, jeder Nation und jeder Sprache.
2. »Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.« Die Verantwortung liegt bei den Botschaftern Christi, die Taufe zu lehren und sie als Gebot darzustellen, dem man gehorsam sein muss. In der Glaubenstaufe bekennt sich der Christ öffentlich zum dreieinen Gott. Er erkennt an, dass Gott sein Vater ist, dass Jesus Christus sein Herr und Retter ist und dass der Heilige Geist in ihm wohnt, ihm Kraft gibt und ihn lehrt. Das Wort »Name« in Vers 19 steht in der Einzahl. Ein Name oder eine Wesenheit, aber drei Personen, Vater, Sohn und Heiliger Geist.
3. »Lehrt sie alles zu bewahren, was ich euch geboten habe!« Dieser Auftrag geht über die Evangelisation hinaus. Es ist nicht genug, einfach möglichst viele zu »bekehren« und sie dann für sich allein kämpfen zu lassen. Sie müssen gelehrt werden, den Geboten Christi zu gehorchen, wie wir sie im NT finden. Das Wesen der Jüngerschaft besteht darin, wie der Meister zu werden, und das erreicht man durch systematische Lehre des Wortes Gottes und durch Unterwerfung unter dieses Wort.

Dann fügte der Heiland noch die Verheißung seiner ständigen Gegenwart bei den Jüngern hinzu, bis dieses Zeitalter vollendet sein wird. Sie brauchten nicht allein und ohne Führung zu gehen. Bei all ihren Diensten und Reisen konnten sie sich der Gemeinschaft des Sohnes Gottes sicher sein. Viermal haben wir hier das Wort »alle«: Alle Macht, alle Nationen, alles bewahren und alle Tage. So endet dieses Evangelium mit der Aussendung und Ermutigung durch unseren herrlichen Herrn. Fast zwei Jahrtausende später haben seine Worte noch die gleiche Stichhaltigkeit, Bedeutung und Anwendung. Die Aufgabe ist noch immer nicht vollbracht. Was tun wir, um seinen letzten Befehl auszuführen?

So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott! 2.Korinther 5,20
Im vorhergehenden Vers sagte der Apostel, dass ihm die Botschaft von der Versöhnung gegeben ist. Er ist ausgesandt worden, diese Botschaft der Menschheit zu predigen. Wir sind der Ansicht, dass wir in den Versen 5,20 bis 6,2 eine Zusammenfassung des Wortes von der Versöhnung finden. Mit anderen Worten, Paulus lässt uns nun die Botschaft hören, die er den Verlorenen in jedem Land und auf jedem Kontinent verkündigt hat. Es ist wichtig, das hier festzuhalten. Paulus will die Korinther nicht auffordern, sich mit Gott versöhnen zu lassen. Sie glauben schon an den Herrn Jesus. Doch er legt vor den Korinthern Rechenschaft über die Botschaft ab, die er den Verlorenen predigt, wo immer er hinkommt.
Ein Botschafter ist ein Staatsdiener, der seine Regierung in einem fremden Land vertritt. Paulus spricht vom christlichen Dienst immer als von einer erhabenen und würdigen Berufung. Er vergleicht sich selbst mit einem Botschafter, der von »Christus« in unsere Welt gesandt wurde. Er sprach im Namen Gottes, und »Gott … ermahnt« die Betreffenden praktisch durch ihn. Das scheint eine seltsame Sprache in Bezug auf einen Botschafter zu sein. Normalerweise ermahnt ein Botschafter nicht, doch das ist die Herrlichkeit des Evangeliums, dass dabei Gott wirklich mit tränenerfüllten Augen auf den Knien liegt und die Menschen aufruft, sich mit ihm »versöhnen« zu lassen. Wenn irgendeine Feindschaft besteht, dann vonseiten des Menschen selbst. Gott hat alle Hindernisse zur vollständigen Gemeinschaft zwischen ihm und dem Menschen beseitigt. Nun muss der Mensch seine Waffen der Rebellion niederlegen, sich von seiner widerspenstigen Auflehnung abkehren und »mit Gott versöhnt« werden.

Wer aber beharrt bis ans Ende, der wird selig werden. Und es wird gepredigt werden dies Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum Zeugnis für alle Völker, und dann wird das Ende kommen. Matthäus 24,13-14
»Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird selig werden.« Das bedeutet offensichtlich nicht, dass die Seelen der Menschen dieses Zeitalters durch ihr Ausharren gerettet werden. Die Rettung ist in der Bibel immer ein Geschenk der Gnade Gottes, das im Glauben an den stellvertretenden Tod Jesu Christi und seine Auferstehung erlangt wird. Auch kann es nicht bedeuten, dass alle, die ausharren, körperlich unversehrt bleiben, denn wir haben schon gehört, dass viele Gläubige den Märtyrertod sterben werden (V. 9). Wir haben hier die allgemeine Aussage, dass diejenigen, die standhaft bleiben und die Verfolgung durchstehen, ohne abzufallen, bei der Wiederkunft Christi befreit werden. Nur diejenigen, die wirklich glauben, werden selig werden. Auch wenn der rettende Glaube manchmal schwach wird, so ist er doch immer von dauerhafter Qualität.

In dieser Zeit wird »dies Evangelium vom Reiches« weltweit verkündigt, »allen Nationen zu einem Zeugnis«. »Das Evangelium des Reiches« ist die gute Nachricht, dass Christus kommt, um sein Reich auf Erden zu errichten, und dass diejenigen, die ihn während der Drangsal im Glauben annehmen, die Segnungen seines Tausendjährigen Reiches genießen werden.

10.4 Leben wie Jeschua lebte

Jeschua ist unser Vorbild als guter Hirte, als Diener, als Beter, der Liebe und der Barmherzigkeit.

10.4.1 Jeschua unser Vorbild als guter Hirte
Als Nachfolger Christi sollen wir ein guter Hirte für seine Schafe sein, wie er es uns vorgelebt hat.
siehe Abschnitt 2. Der gute Hirte

Als sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieber, als mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Lämmer! Spricht er zum zweiten Mal zu ihm: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe! Johannes 21,15-16
Der Herr sorgte zuerst für die leiblichen Bedürfnisse der Jünger. Als sie sich aufgewärmt und gegessen hatten, wandte er sich an Petrus. Petrus hatte den Herrn dreimal öffentlich verleugnet. Seitdem hatte er Buße getan und hatte wieder Gemeinschaft des Herrn mit dem Herrn. In diesen Versen erkennt der Herr die Wiederherstellung des Petrus vor allen Anwesenden an.
»›Simon, Sohn des Jona, liebst du mich mehr, als diese «anderen Jünger mich lieben?« Er spricht zu ihm: »Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe.« Er wollte sich nicht mehr brüsten, dass er den Herrn nie verlassen würde, selbst wenn alle anderen es täten. Er hatte seine Lektion gelernt.
»Hüte meine Lämmer« lautete der Auftrag Jesu. Man kann seine Liebe gegenüber Christus auf sehr praktische Art dadurch zeigen, dass man die Jüngeren seiner Herde weidet. Interessant ist die Bemerkung, dass sich das Thema vom Fischen zum Schafehüten verlagert hatte. Das erste Thema spricht vom evangelistischen Dienst, das zweite steht für die Lehre und den Hirtendienst. Beim zweiten Mal als der Herr Petrus fragte, ob er ihn liebe spricht er zu ihm: »Hüte meine Schafe!« Es gibt Lämmer und Schafe in der Herde Christi, und sie brauchen die liebevolle Fürsorge eines Menschen, der den Hirten liebt.

10.4.2 Jeschua unser Vorbild in der Liebe und der Barmherzigkeit
Er liebte die Menschen mit der Liebe des Vaters, mit Barmherzigkeit und Aufopferung.

Das ist mein Gebot, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch liebe. Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde. Johannes 15,12-13
Unsere Liebe sollte so groß wie die Liebe des Herrn sein, so dass wir bereit wären, füreinander zu sterben. Das größte Beispiel für menschliche Selbstaufopferung ist Jeschua, der »für seine Freunde sein Leben hingibt«. Die Jünger Christi werden zu dieser Hingabe aufgefordert. Einige verlieren ihr Leben im wörtlichen Sinne, andere verbringen ihr gesamtes Leben im unermüdlichen Dienst für das Volk Gottes. Der Herr Jeschua ist diesbezüglich das große Vorbild. Er starb für seine Freunde. Natürlich waren sie noch seine Feinde, als er für sie starb, doch wenn sie gerettet werden, so werden sie seine Freunde. Daher ist die Aussage zutreffend, dass er sowohl für seine Feinde als auch für seine Freunde starb.

Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt. Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt. Johannes 13,34-35
Während seiner Abwesenheit sollten sich die Jünger durch das »Gebot« der Liebe bestimmen lassen. Dieses Gebot war zu diesem Zeitpunkt nicht neu, denn die Zehn Gebote lehren, Gott und den Nächsten zu lieben. Doch dieses Gebot war auf andere Weise »neu«. Es war »neu«, weil der Heilige Geist den Gläubigen die Fähigkeit schenken würde, so wie Jeschua zu lieben. Es war »neu« in dem Sinne, dass es dem alten überlegen war. Das alte Gebot sagt: »Liebe deinen Nächsten.« Das neue Gebot sagt: »Liebe auch deine Feinde.«
Das sichtbare Zeichen christlicher Jüngerschaft und das wahre Kennzeichen des Christen ist seine Liebe zu seinen Mitchristen. Das erfordert göttliche Kraft, und diese Kraft wird uns durch den Heiligen Geist gegeben.

Daran haben wir die Liebe erkannt, dass er sein Leben für uns gelassen hat; und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat und sieht seinen Bruder darben und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibt dann die Liebe Gottes in ihm? Meine Kinder, lasst uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit. 1.Johannes 3,16-18
Unser Herr gab uns das absolute Vorbild der Liebe, als er »für uns sein Leben hingegeben hat«. Jeschua zeigt uns die höchste Form der Liebe. In gewissem Sinne ist Liebe unsichtbar, aber wir können die Auswirkungen der Liebe sehen. Am Kreuz von Golgatha sehen wir echte, wahre Liebe. Johannes zieht daraus die Lehre, dass »auch wir … für die Brüder das Leben hingeben« sollen. Das bedeutet, dass unser Leben eine beständige Hingabe für andere Gläubige sein sollte. Dabei sollten wir auch bereit sein, für sie zu sterben. Die meisten von uns werden nie in die Situation kommen, für einen anderen zu sterben, aber jeder von uns kann brüderliche Liebe bekunden, indem er seine materiellen Reichtümer mit Bedürftigen teilt.
Wir sollen »nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern in Tat und Wahrheit«. Wir sollten nicht nur anteilnehmende Worte dem notleidenden Bruder zusprechen, sondern sollten auch durch gute, barmherzige Taten dem Bruder helfen.
Wenn wir diese echte und aktive Liebe unseren Geschwistern entgegenbringen, dann werden wir wissen, »dass wir aus der Wahrheit sind« (1.Johannes 3,19).

Vor allen Dingen habt untereinander beständige Liebe; denn »die Liebe deckt auch der Sünden Menge« (Sprüche 10,12). Seid gastfrei untereinander ohne Murren. 1.Petrus 4,8-9
Wir müssen auf unsere Gemeinschaft mit anderen Gläubigen achtgeben und »anhaltende Liebe« gegenüber allen Angehörigen der Glaubensfamilie haben. Solch eine Liebe stellt die Fehler und das Versagen der anderen Gläubigen nicht heraus, sondern wird sie zu decken. Diese Aussage darf nicht missverstanden werden, denn die Sünde wird dadurch dem Sünder nicht vergeben. Sünden können nur durch das Blut Christi weggewaschen werden. Wir müssen den Sünder darauf hinweisen, damit er Buße tut und Jeschua um Vergebung seiner Sünden bittet.
Man kann den Glaubensgeschwistern seine Liebe dadurch bekunden, dass man ohne Murren »gastfrei« ist. Dieser Rat ist besonders in Verfolgungszeiten notwendig. Möglicherweise werden diejenigen, die Christen Unterschlupf gewähren, verhaftet, kommen ins Gefängnis oder werden sogar umgebracht. Gastfreundschaft ist ein großes Vorrecht.
Durch praktische Gastfreundschaft haben schon Menschen unwissend Engel beherbergt (Hebr 13,2). Jede Freundlichkeit, die einem Kind Gottes erwiesen wird, wird als dem Herrn selbst getan angesehen (Matth 25,40). Ganz gleich, wie gering die Freundlichkeit gewesen ist, sie wird großzügig belohnt werden. Auch wenn es sich nur um einen Becher kalten Wassers handelt, den man im Namen des Herrn weitergegeben hat, so wird dies belohnt werden (Matth 10,42). Diejenigen, die einen Propheten nur deshalb aufnehmen, weil er ein Prophet ist, werden den Lohn eines Propheten empfangen (Matth 10,41), der nach jüdischer Ansicht besonders groß war. Viele Christen bezeugen den Segen, den ihre Familien erlebten, weil sie den Dienern des Herrn Gastfreundschaft gewährt haben.
Jeschua lehrte, dass wir diejenigen aufnehmen sollen, die uns nichts wiedergeben können (Lk 14,12). Unsere Absicht sollte darin bestehen, im Namen des Herrn Jeschua den Menschen in seiner Liebe zu helfen, ohne auf eine Gegenleistung zu hoffen.

10.4.3 Jeschua unser Vorbild als Diener
Er diente den Menschen in Liebe, Barmherzigkeit und Aufopferung.

Wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener; und wer unter euch der Erste sein will, der sei euer Knecht, so wie der Menschensohn nicht gekommen ist, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele. Matthäus 20,27-28
Wer immer groß sein will, muss ein Diener werden, und wer der Erste sein will, muss ein Sklave werden. Der Menschensohn ist das vollkommene Beispiel für demütigen Dienst. Er kam in die Welt, nicht »um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele«. Den Zweck der Menschwerdung kann man in zwei Worten zusammenfassen: dienen und geben. Es ist unbegreiflich, wenn man bedenkt, wie der erhöhte Herr sich selbst so erniedrigte, dass er mit einer Krippe und mit einem Kreuz vorliebnahm. Seine Größe zeigte sich in der Tiefe seiner Demütigung. Und genauso soll es bei uns sein.

Wer mir dienen will, der folge mir nach; und wo ich bin, da soll mein Diener auch sein. Und wer mir dienen wird, den wird mein Vater ehren. Johannes 12,26
Um Christus zu dienen, muss man ihm »folgen«. Er will, dass seine Diener seinen Lehren gehorchen und ihm in moralischer Hinsicht gleichen. Sie müssen das Beispiel seines Todes auf sich selbst anwenden. Allen Dienern ist die ständige Gegenwart ihres Meisters und die Bewahrung durch ihn verheißen; und das bezieht sich nicht nur auf das jetzige Leben, sondern auch auf die Ewigkeit. Der Dienst jetzt wird Gottes Wohlwollen an einem zukünftigen Tag ernten. Was immer man an Schande und Schmähung hier auf Erden erdulden muss, ist klein im Vergleich zu der Ehre, von Gott dem Vater im Himmel vor allen gelobt zu werden!

Dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes: Wenn jemand predigt, dass er's rede als Gottes Wort; wenn jemand dient, dass er's tue aus der Kraft, die Gott gewährt, damit in allen Dingen Gott gepriesen werde durch Jesus Christus. Sein ist die Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. 1.Petrus 4,10-11
»Jeder« Gläubige hat eine »Gnadengabe« vom Herrn »empfangen«, eine besondere Aufgabe, die er als Glied des Leibes erfüllen soll (1. Kor 12,4-11;29-31). Diese Gaben sind uns vom Herrn zur Verwaltung gegeben. Sie sollen nicht für eigensüchtige Zwecke missbraucht, sondern zur Ehre Gottes und zum Nutzen unserer Mitmenschen eingesetzt werden. Wir sind nicht die letztendlichen Empfänger der uns zugedachten Gaben Gottes. Die Gnade, die uns erreicht, soll nicht bei uns bleiben. Wir sollen Verteiler werden, durch die der Segen anderen zufließen kann.
Wir sollen »gute Verwalter (Haushalter) der verschiedenartigen (mancherlei) Gnade Gottes« sein. Der Ausdruck »Gnade Gottes« bezieht sich hier auf unverdiente Vorrechte, die Gott uns geschenkt hat.
Unsere Begabung zum "predigen" oder zum "dienen" reicht nicht aus um Gott damit zu preisen. Sondern wir müssen die "Gabe" zum "predigen" oder zum "dienen" von Gott empfangen haben.
Er es rede als Gottes Wort: Unsere Predigt muss die Worte enthalten, deren Weitergabe Gott uns zu dieser bestimmten Gelegenheit aufgetragen hat. Es reicht nicht aus, einfach aus der Bibel zu predigen. Wir sollten uns auch sicher sein, dass wir die besondere Botschaft bringen, die Gott für seine Zuhörer in diesem Augenblick bestimmt hat.
Wenn jemand dient: Jeder, der irgendeinen Dienst tut, sollte ihn in dem demütigen Wissen verrichten, dass »Gott« ihn dazu befähigt "er es tue aus der Kraft, die Gott gewährt".
Diener des Herrn dürfen nicht stolz werden, ganz gleich, wie begabt sie für den Dienst des Herrn sind. Sie haben ja die Gabe nicht aufgrund eigener Anstrengungen erhalten, sondern sie ist ihnen von oben her geschenkt worden. Sie haben überhaupt nichts, das sie nicht zuvor empfangen haben. Jeder Dienst sollte so durchgeführt werden, dass Gott dafür gelobt wird.
 Dann kommt »Gott« die Ehre dafür zu, demjenigen, dem sie gebührt.
Wie Petrus betont, wird diese Ehre dem Vater »durch Christus« als Mittler gegeben, weil Gott durch ihn so viel für uns getan hat. Gott und unserem hochgelobten Heiland gebühren Ehre und Macht »in alle Ewigkeit. Amen«.

Dafür halte uns jedermann: für Diener Christi und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun fordert man nicht mehr von den Haushaltern, als dass sie für treu befunden werden. 1.Korinther 4,1-2
Damit die Korinther imstande wären, Paulus und die anderen Apostel recht einzuschätzen, sagt er, dass die Heiligen sie als »Diener« oder Mitarbeiter »Christi und Haushalter (Verwalter) der Geheimnisse Gottes« betrachten sollten. Ein Verwalter ist ein Diener, der für die Person oder das Vermögen eines anderen sorgt. Die »Geheimnisse Gottes« sind Geheimnisse, die vorher verborgen waren, Gott jetzt aber den Aposteln und Propheten des NT offenbart hat.
Die wichtigste Eigenschaft eines »Verwalters« ist, »treu erfunden« zu werden. Menschen schätzen Klugheit, Weisheit, Reichtum und Erfolg, doch Gott sucht Menschen, die Jesus in allem treu sind.

Die wir im Geist Gottes dienen und uns Christi rühmen. Philipper 2,30
Die Fähigkeit Jeschua treu in allem Dienen zu können und uns Christi rühmen wird uns vom Heiligen Geist gegeben. Ohne das Wirken des Heiligen Geistes in uns und durch uns könnten wir nichts vollbringen.

Darum, weil wir ein unerschütterliches Reich empfangen, lasst uns dankbar sein und so Gott dienen mit Scheu und Furcht, wie es ihm gefällt. Hebräer 12,28
Wahre Gläubige haben »ein unerschütterliches Reich«. Das sollte uns zu höchster Anbetung führen. Wir sollten Gott unaufhörlich preisen, und zwar »mit Scheu und Furcht«.

10.4.4 Dem Herrn in absoluter Treue folgen

Da sprach sein Herr zu ihm: Recht so, du tüchtiger und treuer Knecht, du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh hinein zu deines Herrn Freude! Matthäus 25,21
Wer aim Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu; und wer im Geringsten ungerecht ist, der ist auch im Großen ungerecht.
Lukas 16,10
Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit; gegen all dies ist das Gesetz nicht. Die aber Christus Jesus angehören, die haben ihr Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Begierden. Wenn wir im Geist leben, so lasst uns auch im Geist wandeln.
Galater 5,22-25
Es ist bedeutsam, dass der Apostel hier zwischen den Werken des Fleisches und der »Frucht des Geistes« unterscheidet. Werke werden durch menschliche Anstrengung vollbracht. »Frucht« wächst, wenn die Rebe am Weinstock bleibt (Joh 15,5). Werke und Frucht unterscheiden sich voneinander, wie eine Fabrik sich von einem Garten unterscheidet. Man beachte, dass das Wort »Frucht« in der Einzahl und nicht in der Mehrzahl steht. Der Heilige Geist bringt eine einzige Frucht hervor, nämlich Christusähnlichkeit. Alle Tugenden, die nun aufgeführt werden, beschreiben das Leben des Kindes Gottes.

»Liebe« ist eine Eigenschaft Gottes, und wir sollten diese Eigenschaft ebenfalls besitzen. Sie wird in 1. Korinther 13 auf wunderschöne Weise beschrieben, und im Kreuz von Golgatha kann man ihre ganze Spannweite erahnen.
»Freude« ist jener Zustand, worin der Betreffende nichts mehr begehrt und in Gott volle Genüge findet. Christus zeigt diese Freude in Johannes 4,34.
»Friede« kann sowohl den von Gott zugeeigneten Frieden als auch harmonische Beziehungen unter Christen bezeichnen. In Lukas 8,22-25 können wir davon lesen, wie der Friede des Heilands aussah. »Langmut« ist Geduld in Anfechtung, Belästigung und Verfolgung. Ihr höchstes Vorbild finden wir in Lukas 23,34.
»Freundlichkeit« ist Liebenswürdigkeit, die man vielleicht am besten in der Haltung des Herrn gegenüber Kindern sieht (Mk 10,14).
»Güte« ist Freundlichkeit, die man anderen er- weist. Ein Beispiel tätiger Güte finden wir, wenn wir Lukas 10,30-35 lesen.
Mit »Treue« kann Vertrauen zu Gott oder zu unserem Nächsten, aber auch Vertrauenswürdigkeit und Zuverlässigkeit gemeint sein. Das Letztere ist hier die wahrscheinlichere Bedeutung.
»Sanftmut« bedeutet, die niedrige Stellung einzunehmen, die auch der Herr Jesus einnahm, als er seinen Jüngern die Füße wusch (Joh 13,1-17).
»Keuschheit« bedeutet, dass man selbstbeherrscht ist, insbesondere auch auf sexuellem Gebiet. Unser Leben sollte diszipliniert verlaufen. Lust, Leidenschaften, Begierden, Sehnsüchte und Launen sollten unter Kontrolle gehalten werden. Wir sollten uns Mäßigung auferlegen.

10.4.5 Das Licht Jeschua durch ins leuchten lassen

Nun aber seid ihr Licht in dem Herrn. Lebt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. Prüft, was dem Herrn wohlgefällig ist. Epheser 5,8-10
Jetzt sind wir jedoch durch unsere Gemeinschaft mit dem Herrn »Licht« geworden. Er ist Licht, und wir sind in ihm. Deshalb sind wiir jetzt »Licht im Herrn«. Unser Zustand sollte von jetzt an mit unserer Stellung übereinstimmen. wir sollten als »Kinder des Lichts« wandeln.
Die Art der »Frucht des Lichts«, die wir hervorbringen, da wir im Licht wandeln, besteht aus allen Formen der »Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit«. Das Licht eines von Christus erfüllten Lebens ist die Finsternis mit dem Licht Christi erleuchten, so dass Menschen in uns Christus erkennen können und dadurch zur Umkehr von der Finsternis zum Licht bereit sind.

10.5 Beten wie es der Herr tat

Das Gebet ist das Gespräch des Glaubens mit Gott und seines Sohnes Jschua. Im Gebet danken wir Gott für seine Wohltaten, preisen ihn für seine Liebe und tragen ihm in kindlicher Einfalt unsere Anliegen vor. Vom Gebet hängt auch der Segen im Leben eines Menschen ab (Ps 62,8; 118,5; 145,18; Röm 12,12; Phil 4,6; 1Thes 5,17). Durch Gebet haben wir eine innige Beziehung und Gemeinschaft mit Gott, dem Vater, und seinem Sohn.

Das Gebet soll im Glauben, in Demut, und in Liebe zu Gott geschehen. Wir sollten uns dabei auch bewußt sein, dass wir vollkommen abhängig von Gottes Gnade sind, die uns durch Jesus Christus gegeben ist. Jesus Christus ist unser Fürsprecher und Fürbitter vor Gott.

Gebet verändert unser Herz und unser Leben, denn Gott verwendet es, damit wir mehr und mehr seinen Willen, seine Pläne verstehen und sein Wesen annehmen. Im Gebet pflegten wir unsere intime Beziehung zum Vater, und werden allmählich Christus ähnlicher.
Jeschua ist unser Vorbild des Betens!

Siehe hierzu den Artikel "Gebete zu Gott und Seinem Sohn Jesus Christus".

10.6 Gutes tun wie es der Herr tat

So lasst uns nun durch ihn Gott allezeit das Lobopfer darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen.
Gutes zu tun und mit andern zu teilen vergesst nicht; denn solche Opfer gefallen Gott.
Hebräer 13,15-16
Im NT sind alle Gläubigen Priester. Sie sind heilige Priester, die ins Heiligtum Gottes gehen, um anzubeten (1. Petr 2,5), und sie sind königliche Priester, die in die Welt hinausgehen, um Zeugnis zu geben (1. Petr 2,9).
Es gibt mindestens drei Opfer, die die Gläubigen als Priester darbringen. Zunächst einmal geht es um das Opfer der eigenen Person, indem wir dem Herrn hingegeben leben (Röm 12,1). Dann finden wir hier in Vers 15 das zweite Opfer: »das Opfer des Lobes«. Es wird »Gott« durch den Herrn Jesus dargebracht. All unsere Gebete und all unser Lobpreis müssen erst bei ihm vorbei, ehe sie Gott den Vater erreichen. Unser großer Hoherpriester nimmt alle Unreinheit und Unvollkommenheit weg und fügt seine eigene Vorzüglichkeit hinzu.
Das »Opfer des Lobes« ist »Frucht der Lippen, die seinen Namen« bekennen. Der einzige Lobpreis, den Gott annimmt, ist derjenige, der von erlösten Lippen kommt.
Das dritte Opfer ist das Opfer unseres Eigentums. Wir sollen unsere materiellen Mittel nutzen, um damit »Gutes zu tun« und mit Bedürftigen zu teilen. »An solch« einem hingebungsvollen Leben »hat Gott Wohlgefallen«. Es ist das Gegenteil davon, für sich selbst Reichtümer aufzuhäufen.

10.7 Gemeinschaft mit dem Herrn

Gemeinsam in der Gemeinde mit Lobpreis, Anbetung und Gebet in die Gegenwart Gottes zu kommen ist Teil unserer Beziehung mit Gott, unserem Vater, und unserem Herrn Jeschua. Aber es ist auch die Zeit, die wir mit Ihm individuell verbringen, dass wir eine persönliche Beziehung mit Gott haben. Das ist die erste Priorität im Leben: Gemeinschaft mit Ihm zu haben, Ihn kennen zu lernen, Zeit in Seinem Wort zu verbringen und Zeit im Gebet.
Siehe hierzu die Artikel
"Das Wort Gottes zum Thema Gemeinschaft mit Jesus"
"Auszüge aus verschiedenen Visionen und Offenbarungen"

10.8 Freude in dem Herrn

So wie Jeschua, unser Herr, in der Freude Gottes, seines Vaters, sich freute, so dürfen wir jeder Zeit uns in der Freude unseres Herrn freuen. Diese Freude schenkt uns der Heilige Geist:
Freut euch aber, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind. Zu der Stunde freute sich Jesus im Heiligen Geist und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde. Lukas 10,20-21

Durch unsere Freude am und im HERRN sind wir stark, denn Jeschua erfüllt uns mit seiner Stärke, so dass wir in allem Überwinden können und alles was er uns aufträgt erfüllen können:
Denn die Freude am HERRN ist eure Stärke. Nehemia 8,10
Liebe Brüder: Freut euch in dem Herrn! Philipper 3,1
Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Philipper 4,4

Die Freude Jeschuas ist immer in uns, so dass wir in seiner Liebe seine Gebote halten können:
Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe, wie ich meines Vaters Gebote halte und bleibe in seiner Liebe. Das sage ich euch, damit meine Freude in euch bleibe und eure Freude vollkommen werde. Johannes 15,10-11

Wir dürfen Gott, unseren Vater, im Namen Jeschua um alles bitten und unser Vater wird es uns schenken. Er gibt es uns, damit unsere Freude vollkommen ist. Er wird uns allerdings nur das geben was für uns gut, richtig und notwendig ist:
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet in meinem Namen, wird er's euch geben. Bisher habt ihr um nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, dass eure Freude vollkommen sei. Johannes 16,23-24

So wie die Geschwister der ersten Gemeinde in Jerusalem einmütig beieinander waren sollen auch wir in der Liebe Christi einmütig mit unseren Geschwister im HERRN beieinander sein und das Abenmahl mit Freude und lauterem Herzen  halten und Gott für alles danken. So werden auch wir erfüllt werden mit Freude und Heiligem Geist:
Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk. Der Herr aber fügte täglich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden. Apostelgeschichte 2,46-47
Die Jünger aber wurden erfüllt von Freude und Heiligem Geist. Apostelgeschichte 13,52

Jeschua hat uns errettet und uns in sein Reich versetzt, so dass wir Gerechtigkeit, Friede und Freude in dem Heiligen Geist haben. So können wir Christus in allem dienen und unseren Geschwistern im HERRN dienen, so dass wir untereinander Frieden haben und geistlich erbaut werden:
Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude in dem Heiligen Geist. Wer darin Christus dient, der ist Gott wohlgefällig und bei den Menschen geachtet. Darum lasst uns dem nachstreben, was zum Frieden dient und zur Erbauung untereinander. Römer 14,17-19
Siehe auch Kapitel 3.5 Das Reich Gottes ist Gerechtigkeit, Friede und Freude

Wenn wir im Geist leben und wandeln haben wir die Frucht des Geistes. Dies alles bewirkt der Heilige Geist in uns und durch uns:
Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit;  ... Wenn wir im Geist leben, so lasst uns auch im Geist wandeln. Galater 5, 22-25
Siehe auch Kapitel 10.4.3 Dem Herrn in absoluter Treue folgen

Freut euch, dass ihr mit Christus leidet, damit ihr auch zur Zeit der Offenbarung seiner Herrlichkeit Freude und Wonne haben mögt. 1.Petrus 4,13
Folgen wir dem Herrn von ganzen Herzen und in absoluter Treue nach, so werden wir Verfolgung, Spott und Ungerechtigkeit erleiden müssen.
Dieses Vorrecht, an den »Leiden des Christus« Anteil zu haben, sollte uns zur Freude veranlassen. Wir können dieselbe Art des Leidens erdulden, die er als Mensch erdulden musste. Wir können seine Schande und seine Verwerfung durch die Menschen teilen. Unser Leib kann die Wunden und Striemen erhalten, die die Ungläubigen noch immer gerne unserem Herrn zufügen würden.
Wenn sich das Kind Gottes heute inmitten von Leiden freuen kann, wie viel mehr wird es sich erst »mit Frohlocken« freuen, wenn die »Herrlichkeit Christi« offenbart wird. Wenn unser Heiland als Löwe aus Juda auf die Erde zurückkehrt, wird er als der allmächtige Sohn Gottes geoffenbart werden. Diejenigen, die jetzt um seines Namens willen leiden, werden dann mit ihm geehrt werden.
Der HERR wird wiederkommen um uns zu sich zu nehmen und uns die Herrlichkeit geben die er hat. Wir werden dann in Ewigkeit bei ihm sein.

11 . Bedrängnis

Siehe auch die Artikel "Anfechtung und Trübsal - Zeit der Bewährung"
"Anfechtung und Trübsal - Zeit der Bewährung"
"Prüfungsphasen"

11.1 Durch viele Bedrängnisse

Wir müssen durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes eingehen. Apostelgeschichte 14,22

Die neu gegründeten Gemeinden, haben schon bei ihrer Entstehung Anfeindungen durch Juden und Heiden erlebt und sind auch weiter deren Feindschaft ausgesetzt. Jeder, der sich zu Jeschua als dem Messias bekennt, muss den schmalen Weg gehen, der durch viele Bedrängnisse gekennzeichnet ist bis er das Ziel, das Reich Gottes, erreicht und hier eingehen darf.

11.2 Gott lässt euch nicht versuchen über eure Kraft

Darum, wer meint, er stehe, mag zusehen, dass er nicht falle. Bisher hat euch nur menschliche Versuchung getroffen. Aber Gott ist treu, der euch nicht versuchen lässt über eure Kraft, sondern macht, dass die Versuchung so ein Ende nimmt, dass ihr's ertragen könnt. 1.Korinther 10,12-13
Wachet und betet, dass ihr nicht in Versuchung fallt! Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach. Markus 14,38
Der Herr weiß die Frommen aus der Versuchung zu erretten, die Ungerechten aber festzuhalten für den Tag des Gerichts, um sie zu strafen. 2.Petrus 2,9
Weil du mein Wort von der Geduld bewahrt hast, will auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die kommen wird über den ganzen Weltkreis, zu versuchen, die auf Erden wohnen. Offenbarung 3,10

Bewahren vor der Stunde der Versuchung: Jeschua Beschreibung eines künftigen Ereignisses, das kurzzeitig die ganze Welt einer Prüfung unterziehen wird, muss sich auf die Trübsalszeit beziehen, d.h. auf die sieben Jahre vor Aufrichtung des irdischen Reiches Christi. In dieser Trübsalszeit wird Gottes Zorn über die Erde ergehen, und zwar in Form von Gerichten, die als Siegel, Posaunen und Schalen beschrieben werden. Diese Zeit wird detailliert beschrieben in den Kapiteln 6-19. Die zweite Hälfte wird »die große Trübsal« genannt (7,14; Mt 24,21) und wird zeitlich identifiziert in 11,2.3; 12,6.14; 13,5. Auf das Verb »be- wahren« folgt eine Präposition, die normalerweise »von« oder »heraus« bedeutet. Dieser Ausdruck »bewahren vor« unterstützt die Lehre von der Entrückung zeitlich vor der Trübsalszeit. Diese Trübsalszeit ist identisch mit der 70. Jahrwoche Daniels (Dan 9,24-27) und der »Zeit der Drangsal für Jakob« (Jer 30,7).

11.3 Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein?

Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein? Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben, wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der gerecht macht. Wer will verdammen? Christus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist und uns vertritt. Römer 8,31-34
Bedrängnis erfahren wir besonders durch Satan, den Teufel, der gegen uns kämpft und uns mit falschen Anklagen vor Gott beschuldigt und verklagt. Diese Beschuldigungen und Anklagen werden von Gott abgewiesen, da wir durch Christus gerecht gemacht worden sind und Gott seine Erwählten schon gerechtfertigt hat.

12. Unsere Zukunft

Siehe auch die Artikel "Wir werden ein unerschütterliches Reich empfangen"
"Durch die Gnade Gottes werden wir die Erscheinung des Herrn in Herrlichkeit erleben"

12.1 Wir werden alle verwandelt werden zur Unsterblichkeit

Das sage ich aber, liebe Brüder, dass Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht ererben können; auch wird das Verwesliche nicht erben die Unverweslichkeit. Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden; und das plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune. Denn es wird die Posaune erschallen und die Toten werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden. Denn dies Verwesliche muss anziehen die Unverweslichkeit, und dies Sterbliche muss anziehen die Unsterblichkeit.Wenn aber dies Verwesliche anziehen wird die Unverweslichkeit und dies Sterbliche anziehen wird die Unsterblichkeit, dann wird erfüllt werden das Wort, das geschrieben steht (Jesaja 25,8; Hosea 13,14): »Der Tod ist verschlungen vom Sieg. Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?« Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft aber der Sünde ist das Gesetz. Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jeschua Christus! Darum, meine lieben Brüder, seid fest, unerschütterlich und nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, weil ihr wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn. 1.Korinther 15,50-58

Dass Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht erben können: Unser gegenwärtiger Leib ist nicht für das »Reich Gottes« in seiner ewigen Form, d. h. für unsere himmlische Heimat, geeignet.
Wird das Verwesliche nicht erben die Unverweslichkeit: Unsere gegenwärtigen Leiber, die der Krankheit, dem Verfall und der Endlichkeit unterworfen sind, sind nicht für ein Leben in einem Zustand geeignet, wo es keine Vergänglichkeit gibt.
Ein Geheimnis: Ist eine Wahrheit, die bisher unbekannt war, aber jetzt von Gott den Aposteln offenbart wird und durch sie auch uns bekannt gemacht wird.
Wir werden nicht alle entschlafen: d. h. nicht alle Gläubigen werden sterben. Einige werden noch leben, wenn der Herr wiederkommt.
Wir werden aber alle verwandelt werden: Doch ob wir nun gestorben sind oder noch leben, wir werden alle verwandelt werden. Die Wahrheit der Auferstehung als solche ist kein Geheimnis, denn sie kommt schon im AT vor. Die Tatsache jedoch, dass nicht alle sterben und auch die lebenden Gläubigen bei der Wiederkehr des Herr verwandelt werden, ist etwas, das bis dahin nicht bekannt war.
Zur Zeit der letzten Posaune: Die Verwandlung wird sofort geschehen, »in einem Nu, in einem Augenblick, bei der letzten Posaune«. steht hier nicht für das Ende der Welt oder für die letzte, in der Offenbarung erwähnte Posaune. Vielmehr bezieht sie sich auf die »Posaune« Gottes, die erschallen wird, wenn Christus in der Luft für seine Heiligen wiederkommt (1. Thess 4,16):
Wenn die »Posaune« erschallt, dann werden »die Toten … auferweckt werden unverweslich, und wir werden verwandelt werden«. Was wird das für ein gewaltiger Augenblick sein, wenn Erde und Meer den Staub aller hergeben werden, die durch die Jahrhunderte hindurch im Glauben an Christus gestorben sind! Es ist für den menschlichen Geist fast unmöglich, die Großartigkeit eines solchen Augenblicks zu begreifen, doch der demütige Gläubige kann diese Wahrheit im Glauben annehmen.
 Der Tod ist verschlungen vom Sieg: Was sind Tod, Grab und Verwesung angesichts einer solchen Macht? Da sage man noch, dass es eine Schwierigkeit sei, wenn jemand schon vier Tage tot gewesen war und dann auferweckt wurde! Millionen, in Tau- senden von Jahren zu Staub geworden, werden in einem Augenblick zu Leben erweckt werden und in Unsterblichkeit sowie ewiger Herrlichkeit leben, weil der Hochgelobte sie gerufen hat.
Durch den Glauben an Christus haben wir »den Sieg« über Tod und Grab. Der »Tod« hat seinen Schrecken für die Gläubigen verloren, weil sie wissen, dass ihre Sünden vergeben sind und sie in all der Reinheit des geliebten Sohnes vor Gott stehen. Der Tod hätte für niemanden einen »Stachel«, wenn es die »Sünde« nicht gäbe. Es ist das Bewusstsein der nicht bekannten und nicht vergebenen Sünde, das dem Menschen die Angst vor dem Tod einflößt. Wenn wir wissen, dass unsere Sünden vergeben sind, dann können wir dem Tod mutig entgegentreten. Wenn jedoch andererseits die Sünde das Gewissen des Betreffenden noch belastet, dann ist der Tod schrecklich, der Anfang der ewigen Strafe.
Seid fest, unerschütterlich: Angesichts der Sicherheit der Auferstehung und der Tatsache, dass der Glaube an Christus nicht vergeblich ist, ermahnt der Apostel Paulus nun seine »geliebten Brüder, … fest, unerschütterlich, allezeit überströmend in dem Werk des Herrn« zu sein, »da ihr wisst, dass eure Mühe im Herrn nicht vergeblich ist«. Die Wahrheit der Auferstehung verändert alles. Sie gibt Hoffnung und Standfestigkeit und macht uns fähig, angesichts schlimmer und schwieriger Umstände weiterzugehen.

12.2 Von Gott erbaut, ein Haus das ewig ist im Himmel

Denn wir wissen: wenn unser irdisches Haus, diese Hütte, abgebrochen wird, so haben wir einen Bau, von Gott erbaut, ein Haus, nicht mit Händen gemacht, das ewig ist im Himmel. Denn darum seufzen wir auch und sehnen uns danach, dass wir mit unserer Behausung, die vom Himmel ist, überkleidet werden, weil wir dann bekleidet und nicht nackt befunden werden. Denn solange wir in dieser Hütte sind, seufzen wir und sind beschwert, weil wir lieber nicht entkleidet, sondern überkleidet werden wollen, damit das Sterbliche verschlungen werde von dem Leben. Der uns aber dazu bereitet hat, das ist Gott, der uns als Unterpfand den Geist gegeben hat. So sind wir denn allezeit getrost und wissen: solange wir im Leibe wohnen, weilen wir fern von dem Herrn; denn wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen. Wir sind aber getrost und haben vielmehr Lust, den Leib zu verlassen und daheim zu sein bei dem Herrn. Darum setzen wir auch unsre Ehre darein, ob wir daheim sind oder in der Fremde, dass wir ihm wohlgefallen. Denn wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, damit jeder seinen Lohn empfange für das, was er getan hat bei Lebzeiten, es sei gut oder böse. 2.Korinther 5,1-10

In Vers 1 bezeichnet der Apostel unseren gegenwärtigen sterblichen Leib als »irdisches Zelthaus«. Ein Zelt ist keine feste, sondern eine tragbare Wohnstätte für Pilger und Reisende. Paulus spricht davon, dass der Tod dieses »Zelthaus« zerstört. Zur Zeit unseres Todes wird das Zelt abgebrochen. Der Leib wird ins Grab gelegt, während der Geist und die Seele des Gläubigen zum Herrn gehen. Paulus beginnt das Kapitel mit einer Zuversicht: Wenn dieses »irdische Zelthaus« einmal »zerstört« werden sollte, weiß er, dass er »einen Bau von Gott« hat und »ein nicht mit Händen gemachtes, ewiges Haus in den Himmeln« besitzt. Man beachte den Unterschied zwischen dem »Zelthaus« und dem »Bau«. Das zeitweilige »Zelthaus« wird abgebrochen, aber ein neues, dauerhaftes Haus wartet schon in der himmlischen Heimat auf den Gläubigen. Dieses ist ein »Bau von Gott«, und zwar in dem Sinne, dass Gott ihn uns gibt. Außerdem ist es ein »nicht mit Händen gemachtes … Haus«. Warum erwähnt Paulus das?
Auch unsere jetzigen Leiber sind nicht mit Händen gemacht, warum sollte er also betonen, dass unsere zukünftigen, verherrlichten Leiber nicht mit Händen gemacht sind? Die Antwort lautet, dass der Ausdruck »nicht mit Händen gemacht« bedeutet, dass die Herrlichkeitsleiber nicht von dieser Schöpfung sind. Das wird in Hebräer 9,11 verdeutlicht, wo wir lesen:
»Christus aber ist gekommen als Hoherpriester der zukünftigen Güter und ist durch das größere und vollkommenere Zelt, das nicht mit Händen gemacht, das heißt, nicht von dieser Schöpfung ist … hineingegangen …«
Unsere gegenwärtigen Leiber sind für ein Leben auf dieser Erde geeignet, unsere zukünftigen, verherrlichten Leiber aber gehören nicht zu dieser Schöpfung. Sie werden ganz besonders für das Leben im Himmel geeignet sein. Der zukünftige Leib des Gläubigen wird als »ewig … in den Himmeln« beschrieben. Er ist ein Leib, der nicht länger der Krankheit, der Vergänglichkeit und dem Tod unterworfen ist. Vielmehr ist es ein Leib, der in unserer himmlischen Heimat für immer Bestand haben wird.

13. Gott in allem dankbar sein

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13.1 Seid reichlich dankbar

Wie ihr nun den Herrn Christus Jeschua angenommen habt, so lebt auch in ihm und seid in ihm verwurzelt und gegründet und fest im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid, und seid reichlich dankbar. Kolosser 2,6-7
Unsere Herzen sollten von den wunderbaren Wahrheiten des Evangeliums erfüllt sein, sodass wir von Lob und Dank gegenüber dem Herrn überfließen.

13.2 Singt Gott dankbar in euren Herzen

Und der Friede Christi, zu dem ihr auch berufen seid bin einem Leibe, regiere in euren Herzen; und seid dankbar. Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: Lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen. Kolosser 3,15-16
»Der Friede Gottes« sollte als Schiedsmann »in« unseren »Herzen« regieren. Wenn wir irgendwelche Zweifel haben, dann sollten wir uns die Frage stellen: »Dient es dem Frieden?«, oder: »Habe ich Frieden in meinem Herzen, wenn ich hingehe und so handle?«
Wir sollten in Frieden mit unseren Mitgläubigen leben und ihnen mit allem, was wir tun und sagen, helfen.
Dankbarkeit ist nicht nur für unser geistliche Leben wichtig, sondern auch für unser leibliches Wohlergehen.

Wenn wir unser Herz und unseren Geist mit seinem heiligen Wort sättigen und danach streben, im Gehorsam ihm gegenüber zu wandeln, dann ist »das Wort Christi« wirklich in unseren Herzen zu Hause.

13.3 Seid dankbar in allen Dingen

Seid allezeit fröhlich, betet ohne Unterlass, seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jeschua an euch. Den Geist dämpft nicht. Prophetische Rede verachtet nicht. Prüft aber alles und das Gute behaltet. 1.Thessalonicher 5,16-21
Wir sollten die Gesinnung eines Beters haben und mit dem Gebet nicht aufhören.
So wie wir "mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern Gott dankbar in unseren Herzen singen" können wir auch in unserem Herzen beten.

13.4 Lasst uns dankbar sein

Darum, weil wir ein unerschütterliches Reich empfangen, lasst uns dankbar sein und so Gott dienen mit Scheu und Furcht, wie es ihm gefällt; denn unser Gott ist ein verzehrendes Feuer. Hebräer 12,28-29
Wahre Gläubige haben »ein unerschütterliches Reich«. Das sollte uns zu höchster Anbetung führen. Wir sollten Gott unaufhörlich preisen, und zwar »mit Scheu und Furcht«. »Gott ist ein verzehrendes Feuer« für alle, die sich weigern, auf ihn zu hören. Doch auch für die Seinen sind seine Heiligkeit und Gerechtigkeit so groß, dass sie in uns tiefe Ehrerbietung und tiefste Ehrfurcht hervorrufen sollten.

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Viele Vers- und Worterklärungen wurden dem William MacDonald Kommentar Zum Neuen Testament 2013 entnommen. Auf folgenden Link können Sie Kommantare downloaden:
William MacDonald Kommentar Zum Neuen Testament 2013
William MacDonald Kommentar Zum Alten Testament 2010

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(Letztes Update: 09.11.2018)