60 Jahre Israel

Herzlichen Glückwunsch

Dieser Artikel wurde dem "Prophetischen Bulletin Nr 2 2008" der Schleife Stiftung entnommen:

 Von Michael Herwig - Schleife Stiftung Schweiz - http://www.schleife.ch

ISRAEL - ERWÄHLT, GELIEBT, BERUFEN UND UMKÄMPFT. ZUM SECHZIGSTEN JAHRESTAG DER STAATSGRÜNDUNG LOHNT ES SICH, BILANZ ZU ZIEHEN: WAS BEDEUTET DIESES «COMEBACK ISRAELS INMITTEN DER VÖLKER»?
Was ist Israels wahre Berufung? Wozu können wir gratulieren? Ist Israel unbesiegbar? Welche Kämpfe stehen bevor? Worum geht es bei den andauernden Auseinandersetzungen zwischen Juden und Moslems? Kann es je Frieden geben? Was sind die Voraussetzungen? Gibt es eine «neue Partnerschaft» zwischen Juden und Christen? Was ist unsere Stellung als Christen zu dem neuen Staat?

Nicht hat euch der HERR angenommen und euch erwählt, weil ihr grösser wäret als alle Völker - denn du bist das kleinste unter allen Völkern, sondern weil er euch geliebt hat und damit er einen Eid hielte, den er euren Vätern geschworen hat. (5.Mose 7,7-8)

Am 15. Mai wurde der Staat Israel 6o Jahre alt. Der amerikanische Präsident Bush und viele andere kamen zur Geburtstagsfeier nach Jerusalem. Und auch wir wollen von Herzen gratulieren.

Das ist gar nicht selbstverständlich. Vielen fällt es schwer, Israel in diesem Jubiläumsjahr frohen Herzens Glückwünsche auszusprechen. Für die Palästinenser ist dies ja verständlich;  für sie ist der neue Staat Israel ein «Pfahl im Fleisch». Aber auch in Israel selbst liegt viel Schatten über diesem Jubiläumsjahr. Todfeinde an gleich mehreren Grenzen, die atomare Bedrohung vom Iran. Dazu die innere Zerrissenheit: Spaltung in der Gesellschaft, andauernde Korruptionsskandale, der Verlust an Vertrauen in die politische Führung. Zugleich der kolossale internationale Druck, um eines unsicheren Friedens willen biblisches Herzland aufzugeben und die eigene Hauptstadt wieder zu teilen. Schliesslich der Dauerstress, egal was passiert, permanent als Aggressor und Besatzungsmacht auf der Anklagebank der weltweiten Medien zu sitzen. Wer kann da schon unbeschwert Geburtstag feiern? Aber genau in dieser Situation wollen wir von Herzen unsere Glückwünsche aussprechen. Und ich will auch sagen, warum.

EIN WUNDER
Allein die Tatsache, dass Israel wieder existiert, ist ein reines Wunder. Fast 2000 Jahre war dieser Staat nicht mehr existent, das Volk in die ganze Welt verstreut. Und jetzt die Auferstehung! Viele Reiche und Völker sind in dieser Zeit unwiderruflich untergegangen. Aber Israel lebt.

«Im Lande Israel», so heisst es in der Unabhängigkeitserklärung, die David Ben Gurion am 14. Mai 1948 vorlas, «entstand das jüdische Volk. Hier prägte sich sein geistiges, religiöses und politisches Wesen. Hier lebte es frei und unabhängig. Hier schuf es eine nationale und universelle Kultur und schenkte der Welt das Ewige Buch der Bücher. Durch Gewalt vertrieben, blieb das jüdische Volk auch in der Verbannung seiner Heimat in Treue verbunden. Nie wich seine Hoffnung. Nie verstummte sein Gebet um Heimkehr und Freiheit.»

Seit 100 Jahren erleben wir die Heimkehr der Juden ins Land der Bibel. Seit 60 Jahren gibt es wieder einen eigenen Staat. Seit 40 Jahren ist Jerusalem wieder die Hauptstadt. «Israels Come-back im Brennpunkt der Völker» lautet daher auch treffend der Titel des ersten Israel-Kongresses der Schweizer Israelwerke vom 5.-7. September in Bern.

Allein dieses Wunder, die Existenz Israels, ist ein Grund zum Feiern.

DIE TREUE GOTTES
Die Wiedergeburt Israels ist natürlich kein Zufall. Dahinter steht der Gott Israels, der in Treue seinen Bund gehalten hat, den er den Vätern geschworen hatte. Wenn wir Israel gratulieren, dann gratulieren wir diesem Volk eigentlich zu seinem treuen Gott! Über aller Untreue des Volkes siegt die Treue Gottes.

Gott hatte es nicht immer leicht mit diesem Volk, das er aus lauter Liebe zu seinem Augapfel erwählte. Oft hatte er mit ihrer «Halsstarrigkeit», wie es oft in der Bibel heisst, zu kämpfen. Oft war er verzweifelt und schickte seine Propheten mit dem Ruf zur Busse. Aber immer wieder brach sein Erbarmen durch. Einer der für mich bewegendsten Verse der Bibel, die Gottes Herz zu seinem Volk zeigen, steht beim Propheten Jeremia: «Ist nicht Ephraim (Israel) mein teurer Sohn und mein liebes Kind? Denn sooft ich ihm auch drohe, muss ich doch seiner gedenken; darum bricht mir mein Herz, dass ich mich seiner erbarmen muss.» (31,20) Dieses liebende, gebrochene und erbarmende Herz Gottes - das ist das Geheimnis, welches hinter der wunderbaren Wiederherstellung seines Volkes im Staat Israel steht. Es ist letztlich dieser treue Gott, den wir in diesem Jubiläumsjahr anbeten und feiern.

ISRAELS BERUFUNG
Das Volk Israel hat eine einzigartige Berufung: Es soll den Völkern dieser Welt das Herz Gottes offenbaren. So heisst es bei dem Bundesschluss mit Gott am Berg Sinai:
«Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein. Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein.» (2. Mose 19,5+6) Israel hat also eine priesterliche Mittlerfunktion für die ganze Welt. Durch dieses Volk will sich Gott der Menschheit offenbaren. Nicht umsonst sagt Jesus: «Das Heil kommt von den Juden.» (Johannes 4,22) Und dass dies wirklich wahr ist, lässt sich mit Händen greifen, wenn wir an die Propheten denken, die Bibel, die ersten Apostel und vor allem an Jesus, den König der Juden und Heiland der Welt.

Von daher verstehen wir auch, warum der Teufel durch die Jahrtausende hindurch mit solcher Wut rast, dieses Volk auszulöschen - von Haman über die christliche Inquisition und die russischen Pogrome bis zum erschütternden Gipfel des Holocaust, und jetzt wieder durch den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad, der ganz offen dazu aufruft, Israel von der Landkarte zu tilgen. Kann er dieses Volk vernichten, meint der Teufel, dann kann er Gott selbst aus der Welt treiben. Dieser geistliche Kampf steht hinter den unglaublichen und unbeschreiblichen Leiden, die das jüdische Volk durchmachen musste und immer noch durchmacht. Es scheint der Preis für die unendlich hohe Berufung.

Aber letztlich verliert der Teufel immer. Selbst sein allergrässlichstes Werk, der Holocaust, musste am Ende endlich wesentlich mit dazu beitragen, dass die Juden in ihr eigenes Land zurückkehren und ihren eigenen Staat wiederbekommen konnten. Dabei ist diese äussere Wiederherstellung Israels sicher nur der erste Schritt. Das Nächste wird sein, dass die Juden in Israel - vielleicht durch viele Krisen hindurch - den Gott ihrer Väter wieder neu suchen und finden. Und schliesslich werden sie einmal den Messias Jesus willkommen heissen: «Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn.» Schon jetzt gibt es eine wachsende Zahl von sog. «messianischen» Gemeinden in Israel, d. h. von Juden, die an Jesus als den Messias glauben.

An diesem Geburtstag der Staatsgründung feiern wir also auch Gottes Sieg über alle Pläne des Feindes, dieses erwählte Volk Gottes von der Landkarte auszulöschen und so seine gewaltige Berufung zu zerstören. Wir nehmen es zugleich als Angeld, dass Israel auch innerlich wiederhergestellt wird. Dann wird es neu seine Berufung annehmen, Gottes Herz den Völkern zu vermitteln.

EINE GROSSE UMWÄLZUNG
Wenn wir diese Pläne Gottes ernst nehmen, die mit Israels Staatsgründung eine erste Gestalt gewinnen, stehen wir vor Umwälzungen ungeheuren Ausmasses. Jerusalem wird zu nichts weniger als zum eigentlichen Mittelpunkt der Völker. Schon Jesaja schreibt von der Völkerwallfahrt nach Jerusalem, und dass von Zion Gottes Weisung ausgehen wird. Hier die wichtige Stelle aus Jesaja 2,2+3:
«Es wird zur letzten Zeit der Berg, da des HERRN Haus ist, fest stehen, höher als alle Berge und über alle Hügel erhaben, und alle Heiden werden herzulaufen, und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns auf den Berg des HERRN gehen, zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir wandeln auf seinen Steigen! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des HERRN Wort von Jerusalem.» Und Jerusalem wird der Ort sein, wo Jesus zurückkommen und seine Herrschaft antreten wird. Das Volk Gottes wird ihn dort als Messias willkommen heissen (Matthäus 23,39).

Jerusalem wird zum Ende der Zeit also zu Gottes Hauptstadt, von der göttliche Weisung und Regentschaft ausgeht - nicht mehr Rom (katholisch), Genf (reformiert) oder Wittenberg (lutherisch); aber auch nicht Washington (USA), Brüssel (EU) oder Peking (China). Nochmals: «Von Zion wird Weisung ausgehen und des HERRN Wort zu Jerusalem.» Wir müssen uns völlig neu orientieren.

DER GEISTLICHE KAMPF
Dies alles geschieht nicht automatisch, sondern ist mit gewaltigen Geburtswehen und grossen geistlichen Kämpfen verbunden. Diese Kämpfe haben eine sehr reale Seite in den militärischen Auseinandersetzungen Israels mit seinen Feinden. Und wie wir in letzter Zeit immer deutlicher wahrnehmen, wankt diese militärische Front zuungunsten Israels. Der Libanonkrieg im letzten Jahr war dafür ein erstes Alarmzeichen.

Waren die ersten siegreichen Kriege Israels mit seinen Feinden Wunder des Eingreifens Gottes gegen einen übermächtigen Goliath, so gewöhnte sich Israel daran, sich immer mehr auf sich selbst und seine scheinbar unschlagbare Armee zu verlassen. Doch diese Zeit ist vorbei. Wir müssen es ganz nüchtern sehen: Israel ist nicht mehr unbesiegbar. Es ist - auf fast allen Seiten von hasserfüllten Feinden bedroht - tief verwundbar. Es geht um Leben oder Tod. Aber diese Einsicht muss nicht zur Verzweiflung führen. Im Gegenteil: Man hört in Israel immer öfter Stimmen, die dazu aufrufen, in dieser Situation zu dem Gott der Väter zurückzukehren, Busse zu tun und ihn um Hilfe anzurufen.

Dies war doch die grundlegende Erfahrung des frühen Israel: Wenn immer sie sich von ihrem Gott abwandten, gerieten sie unter Fremdherrschaft. Dann schrien sie zu ihrem Gott, und Gott erweckte ihnen einen Retter und errettete sie aus der Hand ihrer Feinde. Hier eine typische Stelle aus dem Richterbuch:
«Und die Israeliten taten, was dem HERRN missfiel, und vergassen den HERRN, ihren Gott, und dienten den Baalen und den Ascheren. Da entbrannte der Zorn des HERRN über Israel und er verkaufte sie in die Hand Kuschan-Rischatajims, des Königs von Mesopotamien; und so diente Israel dem Kuschan-Rischatajim acht Jahre. Da schrien die Israeliten zu dem HERRN, und der HERR erweckte ihnen einen Retter, der sie errettete, Otniel, den Sohn des Kenas, des jüngsten Bruders von Kaleb. Und der Geist des HERRN kam auf ihn, und er wurde Richter in Israel und zog aus zum Kampf. Und der HERR gab den König von Mesopotamien Kuschan-Rischatajim in seine Hand, so dass seine Hand über ihn stark wurde. Da hatte das Land Ruhe vierzig Jahre.» (3,7-11)

Es gibt auch heute für Israels Überleben keine andere Lösung als diese: zum Gott der Väter zurückzukehren, zu ihm um Rettung zu schreien und auf seinen Schutz zu vertrauen. Immerhin ist er der «Herr der Heerscharen».

HOFFNUNG AUF FRIEDEN?
Und wie steht es mit dem sog. «Friedensprozess» von Oslo bis Annapolis? Gibt es überhaupt eine reale Hoffnung auf eine politische Friedens-Lösung, wie sie bei den gegenwärtigen Verhandlungen um einen neuen Palästinenserstaat von allen Regierungen immer wieder beschworen wird? Hatte nicht auch der Prophet Jesaja die Vision, dass einmal Israel, Ägypten und Assyrien (die Araber) gemeinsam zum «Segen mitten auf Erden» werden? In Jesaja 19,23-25 lesen wir:
«Zu der Zeit wird eine Strasse sein von Ägypten nach Assyrien, dass die Assyrer nach Ägypten und die Ägypter nach Assyrien kommen und die Ägypter samt den Assyrern Gott dienen. Zu der Zeit wird Israel der Dritte sein mit den Ägyptern und Assyrern, ein Segen mitten auf Erden; denn der HERR Zebaoth wird sie segnen und sprechen: Gesegnet bist du, Ägypten, mein Volk, und du, Assur, meiner Hände Werk, und du, Israel, mein Erbe!» Was für eine Vision! Doch was braucht es für Schritte, um dahin zu kommen?

Wir müssen hier sehr nüchtern sein und ganz klar sehen, dass es hinter allen politischen und militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten um eine viel tiefere religiöse Frage geht: Wer wird in Jerusalem angebetet? Wer - Juden, Christen oder Moslems - darf dort das geistliche Erbe in Anspruch nehmen und verteidigen? Der Islam bestreitet ausdrücklich die Erwählung Israels und nimmt sie für sich selbst in Anspruch. Auch gehört nach seinem Verständnis Jerusalem, das so lange unter moslemischer Herrschaft stand, zu seinem ureigenen Herrschaftsgebiet. Solange also - einmal überspitzt ausgedrückt - auch nur ein Jude noch in Jerusalem Jahwe, den Gott Israels, anbetet, ist dies für Allah, der ein anderer Gott ist, ein Dorn im Auge; und so lange werden seine Gläubigen ihren «heiligen Krieg» gegen die «Ungläubigen» nicht einstellen können, ziemlich unabhängig davon, wie viel Land sie im Einzelnen bekommen. Dies ist der tiefere Grund, warum die Formel «Land für Frieden» oder das Konzept der «Roadmap» zu kurz greift und bisher auch noch zu keinen wirklichen Ergebnissen geführt hat.

Der Friedensprozess setzt einen viel tieferen Versöhnungsprozess voraus. Marcel Rebiai zeigt in seinem Buch «Islam, Israel und die Gemeinde - Der Kampf um die Erwählung» (Schleife Verlag) dazu die grossen Zusammenhänge auf. Letztlich, dies sei nur angedeutet, wird der ganze Konflikt zwischen Juden und Palästinensern und Christen im Nahen Osten erst ein Ende haben, wenn wir uns alle unter dem Kreuz der Versöhnung wiederfinden, an dem Jesus vor 2000 Jahren in dieser Heiligen Stadt sein Leben für uns - Juden, Christen und Moslems - hingegeben hat.

EINE NEUE PARTNERSCHAFT
Was heisst dies nun alles für uns Christen? Wir sind weltweit dabei, etwas ganz Grundlegendes zu begreifen: Als Kirche sind wir nicht einfach das «neue Zion», welche das verworfene Israel beerbt, wie es eine sog. «Ersatztheologie» lange behauptet hat. Gott wirkt nicht in der Kirche anstelle von Israel, sondern parallel in Israel und den Gläubigen aus den Völkern. Das Ziel ist eine neue Partnerschaft in einer neuen Einheit. Der Apostel Paulus hat dies in einer einmaligen Tiefe und Klarheit formuliert. Er spricht davon (Epheser 2,11-22), dass unter dem Kreuz ein weltweites neues Volk Gottes zusammenwächst: Gläubige aus den Juden und Gläubige aus den Heidenvölkern, die in das messianische Israel «eingepfropft» sind. Beide zusammen bilden wir den «einen neuen Menschen». Nicht jeder für sich, sondern nur zusammen bilden wir auf dieser Erde das neue Volk Gottes. Zusammen sind wir der Leib Christi und seine Braut. Eine meiner grössten Freuden im Leben überhaupt war es, als ich von unseren messianischen Geschwistern in Israel eingeladen wurde und wir miteinander anbeten und uns gegenseitig im persönlichen Gebet dienen durften. Da spürte ich etwas von diesem «einen neuen Menschen». Gemeinsam haben wir die Aufgabe, Gottes Herz in dieser Welt zu repräsentieren. Keiner für sich kann es allein.

AN DER SEITE ISRAELS
Unbeirrbar verfolgt Gott seine Pläne mit seinem Volk Israel. Was er verheissen hat, das tut er. So gibt es unzählige Verheissungen in der Bibel, dass er sein Volk aus aller Welt wieder sammeln wird. So heisst es z. B. in Jeremia 16,14+15:
«Darum siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, dass man nicht mehr sagen wird: So wahr der HERR lebt, der die Israeliten aus Ägyptenland geführt hat, sondern: So wahr der HERR lebt, der die Israeliten geführt hat aus dem Lande des Nordens und aus allen Ländern, wohin er sie verstossen hatte. Denn ich will sie zurückbringen in das Land, das ich ihren Vätern gegeben habe.»

Besonders bewegend finde ich das Wort in Jeremia 31,7-14. Es lohnt sich, diese prophetische Botschaft von der Heimkehr Israels ganz zu lesen:
«Denn so spricht der HERR: Jubelt über Jakob mit Freuden und jauchzet über das Haupt unter den Völkern. Ruft laut, rühmt und sprecht: Der HERR hat seinem Volk geholfen, dem Rest Israels! Siehe, ich will sie aus dem Lande des Nordens bringen und will sie sammeln von den Enden der Erde, auch Blinde und Lahme, Schwangere und junge Mütter, dass sie als grosse Gemeinde wieder hierher kommen sollen. Sie werden weinend kommen, aber ich will sie trösten und leiten. Ich will sie zu Wasserbächen führen auf ebenem Wege, dass sie nicht zu Fall kommen; denn ich bin Israels Vater, und Ephraim ist mein erstgeborener Sohn. Höret, ihr Völker, des HERRN Wort und verkündet's fern auf den Inseln und sprecht: Der Israel zerstreut hat, der wird's auch wieder sammeln und wird es hüten wie ein Hirte seine Herde; denn der HERR wird Jakob erlösen und von der Hand des Mächtigen erretten. Sie werden kommen und auf der Höhe des Zion jauchzen und sich freuen über die Gaben des HERRN, über Getreide, Wein, Öl und junge Schafe und Rinder, dass ihre Seele sein wird wie ein wasserreicher Garten und sie nicht mehr bekümmert sein sollen. Alsdann werden die Jungfrauen fröhlich beim Reigen sein, die junge Mannschaft und die Alten miteinander; denn ich will ihr Trauern in Freude verwandeln und sie trösten und sie erfreuen nach ihrer Betrübnis. Und ich will der Priester Herz voller Freude machen, und mein Volk soll meiner Gaben die Fülle haben, spricht der HERR.»

Diese Alija, die Rückkehr der Juden in ihr eigenes Land, gefördert von solchen Organisationen wie z. B. Exodus oder Reto, sehen wir jetzt mit unseren eigenen Augen; und wir feiern diese Geschehnisse besonders in dem gegenwärtigen Jubiläumsjahr. Gott steht zu seinem Volk und zu seinen Verheissungen. Er lässt sich nicht von seinem Volk trennen.

Das heisst aber: So wenig sich Gott von seinem Volk trennen lässt, selbst wenn seine Führer ihn vergessen, sowenig dürfen wir uns von seinem Volk trennen lassen. Eine der ganz grossen Sünden unserer Kirchengeschichte war es, dass wir dieses Volk, dieses Volk des Grossen Königs, immer wieder auf die demütigendste und grausamste Art und Weise preisgegeben und verfolgt haben. Wir begreifen allmählich, dass genau das Gegenteil dran ist: dass wir zu diesem Volk stehen.

Es ist vor allem auch das Volk, aus dem Jesus kommt. «Jesus von Nazareth, der König der Juden» stand über dem Kreuz, an dem er für sein Volk Israel und für uns alle gestorben ist. Das hat eine Konsequenz: Wir können nicht einfach Jesus haben wollen ohne sein Volk. Und das völlig unabhängig davon, in welcher guten oder schlechten politischen oder geistlichen Verfassung es gerade ist.

Dazu noch ein persönliches Zeugnis: Bei mir hat es eine ganz Weile gedauert, bis ich diese inneren Zusammenhänge begriffen habe. Aber ich machte einmal einen ganz einfachen Schritt, der meinen ganzen Horizont völlig veränderte. Zusammen mit einem jüdisch-messianischen Bruder betete ich: «Jesus, Du weisst, dass ich mein Herz für Dich aufgemacht und Dich eingeladen habe, hereinzukommen. Heute mache ich mein Herz auf, nicht nur für Dich, sondern auch für Deine ganze Familie. Ich heisse Dich und Deine ganze jüdische Familie herzlich willkommen.» Und dann geschah etwas Tiefgreifendes in meinem Herzen: Jesus schenkte mir eine neue und tiefe Liebe zu seiner Familie, zu seinem Volk Israel.

Dabei müssen wir natürlich ganz nüchtern sein: Wie bei einer Heirat suchen wir uns die Verwandten nicht aus. Und manchmal ist auch das Zusammenleben für alle Beteiligten nicht leicht. Aber eines ist klar: Wir gehören als Familie zusammen und lassen uns nicht mehr trennen.

Gott sagte zu Abraham:
«Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden.» (1.Mose 12,3) Es liegt ein grosser Segen für unsere Völker darin, wenn wir zu Gottes Volk stehen. Die klaren Bekenntnisse zu Israel sowohl von Kanzlerin Angela Merkel wie von Präsident Bush vor der Knesset werden sicher als Segen zurückfliessen.

Aber ganz unabhängig davon: Israel ist Gottes «Augapfel» (5.Mose 32,10; Sacharja 2,12). Aus Liebe erwählt und zum königlichen Priestertum für die Welt berufen. Durch Gottes Treue und Erbarmen aus aller Welt wieder gesammelt. Bitter umkämpft von Feinden aller Art. Wir sagen dir, du unser älterer Bruder Israel, an diesem 60. Jahrestag: Wir haben denselben Gott, den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, der auch der Vater Jesu Christi ist, des Heilands der Welt. Wir stehen an deiner Seite und lassen uns von dir nie mehr trennen.

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(Letztes Update: 14.07.2008)