Stufen des Glaubens
von Geri Keller - Stiftung Schleife Schweiz
Dieser Artikel wurde dem "Prophetisches Bulletin Ausgabe Nr. 25 | 2007/1" entnommen.

DIE IMMER HEFTIGEREN ERSCHÜTTERUNGEN, DURCH DIE WIR IN DER WELT UND OFT GENUG AUCH IN UNSEREM PERSÖNLICHEN LEBEN GEHEN, STELLEN UNS DIE FRAGE NACH DER VERANKERUNG UNSERES GLAUBENS.

Geri Keller führt uns in diesem Artikel zunächst mitten in das Herz des Glaubens: in die Offenbarung des Vaterherzens Gottes. Aber dann bereitet er uns auf eine noch tiefere Stufe des Glaubens vor: Es kommt die Zeit, wo dieser Vater im Himmel uns Wege führt, die wir nicht kennen, ja die für uns nicht begreifbar sind. Werden wir dann auch noch vertrauen? Wird sich Gott auf uns verlassen können?

DER GLAUBE AN DEN VATER IM HIMMEL
Glauben kann man nicht loslösen vom Vater im Himmel, denn Glaube ist untrennbar verbunden mit einer Offen barung, wer der Vater ist. Wenn wir Glauben von dieser Erkenntnis und Offenbarung loslösen, kann unser Handeln unter Umständen eine Eigendynamik entwickeln, die uns schlussendlich ins Verderben rennen lässt. Obwohl wir Wunder getan, vielleicht Lahme geheilt und Tote auferweckt haben, sagt Jesus dann zu uns: «Ich kenne euch nicht!» (nach Matthäus 7,23) Das ist Glaube, der losgelöst ist vom Vater.

Glaube kommt immer vom Vater. Und wenn wir keine Offenbarung über den Vater haben, wird Glaube zur eigenen Leistung, wie z. B. im Okkultismus oder der Esoterik. Zeichen und Wunder geschehen dann aus eigener Kraft und Anstrengung heraus und haben letztlich nichts mit dem Vater zu tun. Das ist auch der Grund, warum viele Leiter von Kirchen und Gemeinden, auch solche, die weltweit anerkannt sind, ausbrennen oder in Löcher fallen - ihr Leben ist nicht mehr vom Vater gespeist.

Jesus ist gekommen, um uns den Vater zu offenbaren. Auch das Kreuz ist eine Offenbarung vom Wesen und Herzen Gottes. Natürlich spricht das Kreuz da von, dass unsere Sünden vergeben, der Fluch gebrochen und unsere Krankheit getragen wurde. Aber in erster Linie ist es eine Offenbarung darüber, wer der Vater ist.

Bevor Jesus ans Kreuz ging, betete er: «Vater, verherrliche deinen Namen!» (Johannes 12,28) Das Kreuz ist also eine Verherrlichung des Namens des Vaters. Deshalb hat Jesus mit Recht sagen können: «Niemand kommt zum Vater, denn durch mich.» (Johannes 14,6) Es gibt zahllose Bilder von Gott, die wir uns selber zurechtgemacht haben. Weil wir so viel Humanismus und so viel biblisches Wissen in uns gespeichert haben, kann heute jeder seinen eigenen Gott «basteln». Aber Jesus sagte: «Wer mich sieht, der sieht den Vater!» (nach Johannes 12,45). Und darum müssen wir die Evangelien lesen, denn in ihnen offenbart sich das ganze Wesen des Vaters.

«ICH TUE ALLEZEIT, WAS IHM GEFÄLLT»
Die Zeichen und Wunder, die Jesus tat, geschahen nicht allein deshalb, weil er eine besondere Kraft hatte, sondern weil er den Vater kannte. Er sagte: «Der Vater ist in mir und ich bin in dem Vater!» (sie he Johannes 10,38; 14,10). Aufgrund die ser Offenbarung über den Vater konnte er sagen: «Der Vater ist immer bei mir, ich bin nie allein, denn ich tue allezeit, was ihm gefällt.» (nach Johannes 8,29) Bei Jesus floss alles aus der tiefen Verbindung mit seinem Vater heraus.

Wenn wir wissen, wer der Vater ist, dann nimmt auch die Heilungskraft zu. Es ist wunderbar, wenn wir uns in Heilungsschulen ausbilden lassen und viele Bücher zu diesem Thema lesen. Aber das absolut Größte ist zu wissen, wer der Vater ist. Wir können noch so gut ausgebildet sein - wenn wir den Vater nicht kennen, dann haben wir lediglich eine Methode oder ein Werkzeug.

Den Vater zu kennen, und in dieser Erkenntnis zu leben und zu handeln, wird unserer menschlichen Logik, unserem religiösen Empfinden, ja all unseren Vorstellungen widersprechen. Denken wir nur daran, was Jesus tat: Am Sabbat forderte er einen Geheilten auf, sein Bett wegzutragen, und brach damit die Sabbatruhe (Johannes 5,8). Seine Jünger pflückten am Sabbat Ähren und aßen sie (Matthäus 12,1). Vor dem Essen wuschen sie sich nicht die Hände, obwohl dies für einen Juden Vorschrift war (Matthäus 15,2). Jesus saß mit Zöllnern und Sündern zusammen und feierte sogar mit Zachäus, dem schlimmsten aller Oberzöllner. Was war das für ein Gott! Am Ende wurde Jesus gekreuzigt, weil die Menschen diesen Spiegel Gottes zerschlagen, ja ein für alle Mal auslöschen wollten. Sie waren überzeugt: «Das kann doch nicht Gott sein!»

Die ganze Kirchengeschichte zeugt davon, dass wir Gott immer wieder in selbst gemachte Bilder hineingepresst haben. Und wir sind froh, dass er uns darin nicht zu nahe kommt. Wir gehen ja gerne am Sonntag in die Kirche, um anzubeten, aber der Rest der Zeit gehört uns!

DER EIGENTLICHE WOHNORT GOTTES SIND WIR
Doch dieser Gott möchte uns ganz nahe sein und durch den Heiligen Geist sogar Tag und Nacht in uns wohnen. Aus diesem Grund haben viele Menschen Angst vor dem Heiligen Geist und sagen: «Der Geist ist von unten!» Wir fühlen uns von die sein Geist bedroht, obwohl er so leise und keusch in uns ist.

Es ist wunderbar, dass es besondere Orte gibt, an denen wir zu Gott kommen können - aber der eigentliche Wohnort Gottes sind wir. Gott wohnt in uns, und das ist vielen ein Ärgernis - dieser nahe Gott, auch wenn er fern ist. Darum hat Jesus gesagt: «Es ist gut, dass ich weggehe! Ich habe mein Leben hier mit euch geteilt, aber wenn ich weggehe, kann ich in euch wohnen und nicht nur bei euch sein.» (nach Johannes 16,7)

Ein anderes Bild, das wir uns gern von Gott machen, ist das von dem Mann mit der Rute, der tiefen Stimme und dem langen Sündenregister. Aber Gott ist nicht so! Gott ist ein Vater! Und er hat uns nicht nur adoptiert. Nein, wir sind keine Papierchristen, sondern wir sind rechtmäßig vom Vater gezeugt. In Johannes 1,13 lesen wir, dass wir «nicht aus Manneswillen, nicht aus Fleischeswillen, sondern von Gott gezeugt sind». Wir haben dieselbe DNA wie der Vater im Himmel. Und darum sind wir ebenso Erben Gottes und Miterben Jesu Christi (Römer 8,17).

«ABBA,VATER!»
Weil wir rechtmäßige Töchter und Söhne dieses himmlischen Vaters sind, schreit der Geist in uns auch: «Abba, Vater!» (Römer 8,15), so wie ein kleines Kind nach seiner Mutter oder seinem Vater schreit. Und weil wir rechtmäßige Söhne und Töchter sind, stösst Gott keinen von uns zurück. Auch wenn der Teufel immer wieder kommt, wenn wir etwas verkehrt gemacht haben, und uns einflüstern will: «Jetzt ist alles aus!»

Aber bei Gott ist es nie «aus». Wenn wir wieder aufstehen, zu Gott umkehren und sagen: «Vater!», wird er uns in seine Arme schließen und sagen: «Mein Sohn! Meine Tochter!» Der Vater wird uns nicht zuerst in die Seelsorge nehmen, sondern er nimmt uns in seine Arme, weil er sich freut, dass die Sünde uns nicht hindern konnte, wieder zu ihm zu kommen. Später wird er auch ein Werk der Reinigung an uns tun, aber er wird uns nicht richten und auch nicht bestrafen.

Vor kurzem erhielt ich das Resultat einer wissenschaftlichen Untersuchung, welche sich mit den Folgen von Vaterlosigkeit befasst. An den Folgen von Vaterlosigkeit leiden 63% der jugendlichen Selbstmörder, 71% der schwangeren Teenager, 90 % der Obdachlosen und Ausreißer, 70% der Jugendlichen in Verwahrung, 85 % der jugendlichen Häftlinge, 71% der Jugendlichen, die ihre Schule abbrechen, und 75 der jugendlichen in Drogenentzug.

Diese Zahlen sind erschreckend. Und darum ist Jesus gekommen, um uns den Vater zu offenbaren. Und wenn wir diesen Vater kennen, wird in uns eine Leidenschaft erwachsen, seinen Namen zu heiligen. Erinnern wir uns an Moses Besuch beim Pharao. Als Mose seinen Stab hinwarf und dieser sich in eine Schlange verwandelte, konnten die ägyptischen Zauberer mit ihren okkulten Kräften das noch nachmachen. Auch als der Pharao sich weigerte, das Volk Israel ziehen zu lassen und die ersten Plagen kamen, konnten die Zauberer am Hof mithalten. Aber ab der dritten Plage mussten sie kapitulieren, weil sie der Macht des Gottes Israels nicht mehr gewachsen waren (2. Mose 7+8).

ALLE WELT SOLL DIE GROSSEN WUNDER GOTTES SEHEN
Wenn schon die Esoteriker und die Okkultisten über Kraft verfügen, wie viel grösser ist dann die Kraft unseres Gottes! Und in uns muss eine Leidenschaft sein, dies aller Welt zu offenbaren. Alle Welt soll die grossen Wunder Gottes sehen!

Ein Freund erzählte mir, dass bei einer Veranstaltung ein Ehepaar auf ihn zukam und ihn bat, für ihr Baby zu beten. Es litt an zwei Herzfehlern: einem Loch im Herzen und einem Herzklappenfehler. Mein Freund betete für das Kind und hörte dann nichts mehr von den Eltern, bis die Mutter ihn einige Wochen später anrief und sagte: «Hören Sie, was geschehen ist!» Seit dem Gebet hatte sie nie mehr für Heilung gebetet, sondern Gott nur noch jeden Tag für die Heilung gedankt. Als der Zeitpunkt für die Operation gekommen war, wünschten die Eltern nochmals genaue Untersuchungen. Und es zeigte sich, dass das Herz des Kindes total geheilt war. Von dem Loch war noch nicht einmal eine Narbe zu sehen, und auch die Herzklappe war vollkommen in Ordnung.

Wie die Witwe im Gleichnis vom verlorenen Groschen (Lukas 15,8-9) rief diese Mutter anschliessend alle Nachbarn - darunter auch einige Moslems - zusammen und sagte: «Wir machen eine Party für Jesus!» Alle kamen und sie feierten gemeinsam. Und die Eltern gaben Zeugnis und verkündeten: «Das ist unser Gott, der unser Kind geheilt hat!»

Ich glaube, das sind die «grösseren Werke», von denen Jesus in Johannes 14,12 spricht. Und es geht nicht darum, dass wir die grösseren Wunder tun, sondern dass der Name des Vaters verherrlicht wird und er noch mehr Ehre bekommt. Wir können gar nicht genug Wunder, Heilungen, Zeichen und Totenauferweckungen erleben, damit der Name Gottes verherrlicht wird.

DER GLAUBE AN DEN GOTT, DER UNS FREMDE WEGE FÜHRT
Und wenn wir über Glauben sprechen, dann kommen wir nicht umhin, Abraham zu erwähnen, denn die Schrift nennt Abraham den Vater all derer, die glauben. Als Gläubige befinden wir uns somit in seiner Nachfolge. Natürlich ist Jesus unser erstgeborener Bruder, aber auch er hat - in vollkommener Weise - denselben Glauben gelebt wie Abraham. Und zu glauben wie Abraham ist etwas, das mir ganz stark auf dem Herzen liegt.

Abraham hatte einen gewaltigen Glauben. Zwanzig Jahre lang vertraute er seinem Gott, dass er noch ein Kind bekommen würde. Und auch nach all den Anfechtungen und menschlichen Lösungsversuchen zweifelte er nicht. Im Römerbrief heisst es, dass er «nicht schwach im Glauben wurde, sondern er wurde stark im Glauben und gab Gott die Ehre, weil er völlig überzeugt war, dass Gott das, was er verheissen hat, tun kann» (nach Kapitel 4,19-21).

Aber Abraham hatte auch den Glauben und das Vertrauen, Dinge zu tun, die er nicht verstand. Als Gott ihm sagte: «Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du lieb hast, und geh hin in das Land Morija, und opfere ihn dort zum Brandopfer auf einem Berge, den ich dir sagen werde!» (i. Mose 22,2), zögerte Abraham keine Sekunde. Er stand früh am Morgen auf, spaltete Holz und machte sich mit Isaak und zwei Knechten auf den Weg zum Berg Morija. Den Sohn, den er zwanzig Jahre lang erglaubt, erduldet und erhofft hatte, sollte Abraham jetzt auf den Altar binden und Gott als Brandopfer darbringen.

Und Abraham machte sich daran, genau das zu tun. Er legte das Holz auf den Altar, band seinen Sohn, nachdem er ihn entkleidet hatte, darauf, streckte seine Hand aus und nahm das Messer. Da rief die Stimme vom Himmel: «Abraham, ich habe gesehen, dass du gehorsam bist!» (nach 1. Mose 22,12). Und anschliessend gibt Gott ihm diese gewaltige Prophezeiung: «Weil du solches getan hast ..., will ich dein Geschlecht segnen und mehren wie die Sterne am Himmel und wie den Sand am Ufer des Meeres, ... und durch dein Geschlecht sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden.» (i. Mose 22,17-18)

GOTT IST GOTT!
Wir können diesen Gott nicht in unseren menschlichen Kategorien beschreiben. Gott ist Gott! Als Mose ihn fragte: «Was ist dein Name?», sagte er: «Ich bin, der ich bin» (2. Mose 3,14). Wenn wir diesen Gott einmal von Angesicht zu Angesicht sehen werden, dann werden wir alle staunen. Wir haben sein Wesen bereits durch Jesus kennengelernt, und der Heilige Geist offenbart uns immer tiefer, wer er ist. Aber die Ewigkeiten werden nicht ausreichen, diesen Gott in allen seinen Tiefen, Regungen, Empfindungen, in seiner Wildheit, Leidenschaft, Kreativität, Schönheit und seinem Feuer kennenzulernen.

Wenn Gott schon diese alte Welt - dieses Universum, dessen Geheimnisse die Wissenschafter immer noch nicht alle entdeckt haben, diese wunderbare Erde, dieses Menschengeschlecht, diese Schöpfung - so herrlich geschaffen hat, wie wird erst der neue Himmel, die neue Erde sein. Wie es in i. Korinther 2,9 heisst: «Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist ...» Es wird gewaltig sein!

Dort erwartet uns dann etwas völlig Neues. Und Gott wird alle unsere Vorstellungen über den Haufen werfen. Die ganze Offenbarung zeigt uns Jesus als das Lamm. Und das muss eine Kirche beschämen, die nach Macht sucht und diese Macht bewusst einsetzen will. Am liebsten hätten wir natürlich nur Jesus als den Löwen, aber wir bekommen den Löwen nicht ohne das Lamm. Und im Himmel regiert das Lamm. Das ist für uns unvorstellbar!

Gott lässt sich nicht in eine Box stecken. Auch den Willen Gottes zu tun, kann für uns bedeuten, Dinge zu tun, die wir überhaupt nicht verstehen. In Johannes 13,7 sagt Jesus: «Was ich tue, das weisst du jetzt nicht; du wirst es aber hernach erfahren.» (Johannes 13,7)

Gott hat seine eigenen Pläne. Und er ist kein Instant-Gott, sondern er plant über Jahrhunderte und Jahrtausende. Als Gott den Abraham aus Haran rief, wusste er, dass seine Nachkommen einmal vierhundert Jahre als Sklaven in Ägypten leben würden. Und das alles diente dem Ziel, dem ägyptischen Grossreich seine Grösse und Macht zu demonstrieren.

Gott hat auch das Lamm «wie geschlachtet» vorausgesehen (Offenbarung 5,6). Vor Grundlegung der Welt war es schon gegenwärtig im Himmel. Und wenn Gott seine Freunde Anteil nehmen lässt an seinen Plänen, mutet er ihnen oft Wege zu, die sie im Moment noch nicht verstehen. Aber als seine Vertrauten können sie sagen: «Weil du Gott bist, weil du mein Vater bist, weiss ich, dass du absolut gut bist und deine Wege für mich vollkommen sind. Auch wenn ich nicht alles verstehe, aber ich will deinen Willen tun!»

Als Menschen versuchten, Jesus davon abzuhalten ans Kreuz zu gehen, sagte er: «Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vatergegeben hat?» (Johannes 18,11) Es gibt Dinge in unserem Leben, die Gott denen zumutet, die sein Herz kennen, und von denen er weiss, dass sie nicht an ihm verzweifeln werden. So wie ein Hiob, von dem Gott wusste, dass er ihm vertrauen und nicht von ihm lassen würde.

Der Vater im Himmel wusste auch, dass Jesus nicht von ihm lassen würde, denn er kannte den Vater. Selbst nach sechs Stunden unsagbaren physischen Leids und Gottverlassenheit konnte Jesus am Schluss beten: «Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!» (Lu kas 23,34); und: «Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände!» (Lukas 23,46) Das war ein gewaltiger Sieg!

Ich glaube, dass wir einer Zeit entgegengehen, in der Gott uns Wege führen wird, die wir manchmal nicht verstehen werden. Und damit wird er uns auch vorbereiten auf das, was vor uns liegt. Jesus sagte ganz klar: «Haben sie mich Beelzebub genannt, werden sie auch für euch keine Kosenamen haben. Haben sie mich gehasst, werden sie auch euch hassen!» (nach Matthäus 10,25) Jesus ist «ein Stein des Anstosses und ein Fels des Ärgernisses» (i. Petrus 2,7). Und an diesem Stein werden Völker entweder zerschellen oder Hilfe finden.

«WENN ICH AUCH GAR NICHTS FÜHLE VON DEINER MACHT»
Um ein vollständiges Bild über den Glauben zu bekommen, müssen wir wissen, dass es neben den Wundern, Zeichen, Heilungen, Totenauferweckungen und Dämonenaustreibungen auch darum geht, Gott zu vertrauen und Wege zu gehen, die wir nicht verstehen. «Wenn ich auch gar nichts fühle von deiner Macht, du führst mich doch zum Ziele, auch durch die Nacht. So nimm denn meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende und ewiglich.» (Julie Hausmann) Auch wenn wir nicht alles verstehen, hören wir doch diesen Sound der Hoffnung und können selbst im Leiden noch tanzen und Lieder anstimmen.

Gott ist auch ein eifersüchtiger Gott. Er sehnt sich danach, Gemeinschaft mit uns zu haben, und wartet darauf, seinen Geist, der uns mit ihm verbindet, in unsere Herzen auszugiessen. Gottes Liebe ist nicht platonisch, sondern wild und leidenschaftlich, sonst wäre es keine echte Liebe.

Wenn wir eifersüchtig sind, dann möchten wir die andere Person ganz für uns haben. Deshalb zieht Gott Menschen manchmal aus dem Verkehr - um sie ganz für sich zu haben. Er hat einen Mose vierzig Jahre lang in der Wüste bei den Schafen gelassen, damit er Gemeinschaft mit ihm haben konnte, bis er ihm dann schliesslich in dem brennenden Dornbusch erschien. Aus demselben Grund hat er auch einen Paulus vierzehn Jahre zur Seite genommen. Und wenn wir dann so aus dem Verkehr gezogen sind, dann denken wir: «Ich möchte so schnell wie möglich wieder zurück!» Aber Gott hat ganz andere Zeitpläne. Und das können wir nur verstehen, wenn wir das Herz des Vaters kennen.

«Gott ist der Vater des Lichts, bei dem keine Veränderung ist noch Wechsel des Lichts und der Finsternis.» Jakobus 1,17) Gott verändert sich nicht. Er wird immer unser Vater sein, und wir können ihm allezeit vertrauen. Und deshalb werden wir die Aussage Lügen strafen, dass wir das Leben in dieser Welt zu sehr lieben. Dieser Gott soll sich auf uns verlassen können, wo immer wir sind und was immer wir tun. Wir werden ihn durch unseren Glauben verherrlichen: Ob wir ihm vertrauen für die grösseren Werke - die gewaltigen Zeichen und Wunder -, oder ob wir ihm vertrauen auf den Wegen, die wir nicht immer verstehen.

GEBET
Vater, wir danken dir, dass du uns ein so klares Bild von deinem Wesen gegeben hast in Jesus Christus, deinem Sohn. Vergib uns, wenn wir dieses Bild in irgendeiner Weise retuschiert und uns ein Gottesbild gemacht haben, das uns nicht wirklich in die Freiheit geführt hat.

Wir danken dir, dass du dieses Vaterbild durch deinen Geist wiederherstellst. Wir bitten dich, dass es wie ein doppelter Sicherheitsboden in uns hineingezogen wird. Nicht die Sicherheit, sündigen zu können, sondern die Sicherheit, einen Vater zu haben, der seine Arme immer wieder für uns offen hält.

Und wir sagen: «Vater, hier sind wir, wir wollen dir vertrauen! Wir wollen deine Töchter und Söhne sein, die in diesen Glauben hineinwachsen. Du kannst durch uns Berge versetzen, grosse Wunder tun, im Verborgenen wirken ... Wir stehen dir zur Verfügung!»

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

GERI KELLER, Pfarrer der ref. Landeskirche, ist zusammen mit seiner Frau Lilo Gründer und geistlicher Leiter der Stiftung Schleife, Winterthur, Schweiz

Stiftung Schleife Schweiz (Leitung Geri und Lilo Keller)
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(Letztes Update: 09.04.2007)